Buchpremiere: „Ruge. Der Reporter des 20. Jahrhunderts“
Den Menschen zuhören und sie verstehen – kaum einer hat diese Prämisse mehr beherzigt als Gerd Ruge. Bis heute verkörpert er das, was man unter objektivem und dennoch empathischem Journalismus versteht. Christian Neef hat seinen in Deutschland einzigartigen, umfangreichen Nachlass gesichtet. Seine Biografie zeichnet nicht nur das Leben dieses außergewöhnlichen Reporters nach, sondern erzählt auch von den wichtigsten weltpolitischen Umbrüchen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Ruge oft direkt vor Ort erlebte. Moderiert von Shelly Kupferberg sprechen Christian Neef, Katrin Eigendorf und Elisabeth Ruge über Gerd Ruges journalistisches Vermächtnis und die Bedeutung unabhängiger Berichterstattung.
»Gerd Ruge war für mich ein großes Vorbild. Er war ein Journalist, für den die Begegnung mit Menschen, das vor Ort sein, wichtig war. Auch deshalb waren seine Einschätzungen hervorragend und herausragend. Dabei hat er sich immer von Herz und Verstand gleichermaßen leiten lassen auf der Suche nach der Wirklichkeit.«
Katrin Eigendorf
»Dieses Archiv ist ein Spiegelbild der politischen und gesellschaftlichen Ereignisse der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und das ist das Faszinierende. Man kann von einem Glücksfall sprechen – sicherlich auch für Gerd Ruge – in drei Ländern eingesetzt gewesen zu sein, die in dieser zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine ganz wichtige Rolle spielten. Ruge kommt kurz nach Stalins Tod in die Sowjetunion, als das Tauwetter und die Reformen Chruschtschows beginnen. Dann der Wechsel in die USA in den 1960er-Jahren, auch in einer ganz dramatischen Zeit nach dem Kennedyattentat, in der Zeit der Bürgerrechtsbewegung bis hin zur Ermordung Martin Luther Kings– auch eine ganz wichtige Phase. Anschließend ins China zu Zeiten der Kulturrevolution bis zum Tod von Mao. Das sind drei ganz wichtige Etappen der Weltgeschichte, da hat er großes Glück gehabt, so unmittelbar dabei gewesen zu sein. Wir natürlich auch, denn dadurch ist uns so vieles überliefert von ihm: nicht nur die Filme, sondern auch viele faszinierende Analysen und politische Kommentare.«
Christian Neef
Um Anmeldung wird gebeten.
Während der Veranstaltung werden Bild- und Videoaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit der Staatsbibliothek zu Berlin angefertigt. Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie der Veröffentlichung zu nichtkommerziellen Zwecken zu.


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