Krieg der Geister – Das Feindbild in den deutschen Romanen zum Ersten Weltkrieg

  • Termin

    Di, 25. Juni 2019
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Schulungsraum K3 im Lesesaal
    (Treffpunkt I-Punkt im Foyer)
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

"Kriegsschauplatz 1914/1915". 1915. Europeana Collections 1914-1918. SBB - SPK Public Domain Mark 1.0

Werkstattgespräch mit Dr. Messan Tossa
Fachliche Betreuung: Ursula Jäcker

„Auf dem Gitter vor dem Grab von zwei Russen und zwei Deutschen war zu lesen:
Wir reichen uns im Tode die Hand, wir starben alle fürs Vaterland“
(Aus Franz Schauwecker : Im Todesrachen. Die deutsche Seele im Weltkriege, Halle (Saale), Heinrich Diekmann Verlagsbuchhandlung, 1919, S. 371.)

Das Zitat Franz Schauweckers verdeutlicht eindrücklich, wie während des Ersten Weltkrieges die Dimension des Hasses durch eigene Fronterfahrungen relativiert wurde. Aus dem Erlebten heraus veränderte sich die Sichtweise der Soldaten – feindselige Absichten wurden zu Mitgefühl. Der Vortrag behandelt, wie dieser Wandel des Feindbildes in den Romanen zum Ersten Weltkrieg aufgenommen und verarbeitet wurde; die Texte zeigen in besonderer Weise, wie die Protagonisten sich vor dem von Politik und Gesellschaft vorgegebenen Feindbegriff schützten.

Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die Bestseller-Romane Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque, Die Katrin wird Soldat von Adrienne Thomas, In Stahlgewittern von Ernst Jünger, Heeresbericht von Edlef Köppen sowie Erziehung vor Verdun von Arnold Zweig

Dr. Messan Tossa ist Stipendiat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Er arbeitet als Research Assistant im Nationalarchiv Togo und lehrt an der Universität de Lomé. Herr Dr. Tossa hat bereits zahlreiche Untersuchungen zum Thema Friedensdiskurse veröffentlicht.