Ante desinatores – Die Verbreitung einzelner serifenloser Schriften durch das deutschsprachige Schriftgießereigewerbe im 19. Jahrhundert

  • Termin

    Di, 22. Januar 2019
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Simón Bolívar-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

CC BY-NC-SA

Werkstattgespräch mit Dan Reynolds, M.A. (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig)
Fachliche Betreuung: Dr. Christian Mathieu

Im Laufe des 19. Jahrhunderts operierten im deutschsprachigen Raum etwa 100 verschiedene Schriftgießereien. Sie stellten ihre Produkte nicht als einzigartige künstlerische Schöpfungen vor, wie es im 20. Jahrhundert üblich würde. Zusammen mit einigen weiteren technischen und wirtschaftlichen Bedingungen trug dies dazu bei, dass Einzigartigkeit kein allzu großes Merkmal des damaligen Gewerbes war; die Überschneidung von Produkten in den Schriftproben ist selbst bei oberflächlichen Vergleichen von Schriftgießerei-Katalogen sichtbar.
Als neue Schriftgattung entstand die Grotesk, also die serifenlose Schrift, erst in dieser Zeit. Bis ins frühe 20. Jahrhundert wurden sie deutlich weniger häufig als Fraktur und alle Arten von Antiqua-Schriften in Druckwerken eingesetzt. Wie viele Grotesk-Schriften gab es also im 19. Jahrhundert bei den deutschsprachigen Schriftgießereien überhaupt? In einem laufenden Forschungsprojekt, dessen erste Ergebnisse im Rahmen des Vortrags vorgestellt werden sollen, bereite ich einen nahezu kompletten Überblick vor. Dieser möchte weitere Erkenntnisse über den Austausch zwischen den verschiedenen Unternehmen im Gewerbe ermöglichen und unser Verständnis darüber vertiefen, was die genaue Bedeutung kommerzieller Schriftentwürfe als Handelsware damals war.

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog

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