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Sounds of Stabi. Eine akustische Vermessung der Staatsbibliothek zu Berlin am Kulturforum

Die von Hans Scharoun entworfene Staatsbibliothek am Kulturforum ist ein zentraler Ort wissenschaftlicher wie literarischer Textproduktion in Berlin. Neben der hohen Raumqualität dieser Ikone moderner Bibliotheksarchitektur befördert auch ihre charakteristische, von Wim Wenders in seinem Film Der Himmel über Berlin (1987) ästhetisierte Geräuschkulisse ganz wesentlich die kreative Schreibarbeit im Lesesaal. Nach Stefanie de Velascos Einschätzung gibt es nämlich „viele von uns hier, Schriftstellerinnen.“ Und Judith Schalansky wie auch Eva Menasse bekennen sich sogar ausdrücklich zur Bedeutung ihres Schreibtischs in der Staatsbibliothek für ihr Werk:

„Undenkbar, dass ich ohne diesen Ort auch nur eines meiner Bücher geschrieben hätte. Es vergeht kaum eine Woche, in der ich mich nicht hierher begebe.“

„Meine letzten beiden Bücher sind zum größten Teil in der Berliner Staatsbibliothek am Potsdamer Platz entstanden. So ist mir diese Bibliothek zu einem fast mystischen Ort geworden, jenem nämlich, wo schon zweimal etwas Großes, Schweres gelungen ist.“

Diesem besonderen Inspirationspotential der Sounds of Stabi geht ein in Kooperation mit dem Hörverlag speak low sowie der Medienwissenschaftlerin Hannah Wiemer realisiertes Vorhaben der Staatsbibliothek zur akustischen Vermessung ihres Scharoun-Gebäudes am Kulturforum nach. Am Vorabend von dessen Generalinstandsetzung soll damit die Möglichkeit geschaffen werden, sich die Staatsbibliothek nach Hause zu holen. Die auditive Signatur des jüngeren ihrer beiden Standorte – im Stabi-Jargon: Haus 2 – können Sie auf einer Doppel-CD mit Stereo- und binauralen Aufnahmen erleben oder in einer virtuellen Ausstellung.