Fred Rodrian und die DDR-Kinderliteratur
Onkel Walter, der für seinen Neffen ein „ganz klitzekleines“ Krokodil kauft, Christine, die Schwalben vor der Sprengung aus einer Ruine rettet, ein gewisser Hirsch namens Heinrich, Teddy Thälmann – sie alle und noch viele weitere Menschen und Tiere füllen die Seiten der Bilderbücher von Fred Rodrian. Dieses Jahr wäre Fred Rodrian 100 Jahre alt geworden. Geboren am 14. Juli 1926, starb er bereits am 25. Mai 1985.
Diese Onlineausstellung widmet sich seinen Bilderbüchern – und gibt Einblicke in seine Arbeit über das eigene Schreiben hinaus: Als Lektor bzw. langjähriger Cheflektor des Kinderbuchverlags Berlin (1952–1974) und dessen Direktor (1975–1985) prägte er die Kinder- und Jugendliteratur der DDR entscheidend mit.
Vorweg: Sie können alle seine Bücher in diversen Auflagen und Übersetzungen in der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin einsehen. Nutzen Sie gern diese Möglichkeit. Mehr über Rodrians Leben und Wirken können Sie außerdem in der Blog-Reihe „Reden über Rodrian“ unserer Kollegin Diana Johanns nachlesen.
Der Autor Fred Rodrian: Bilderbücher
Beim Spazieren mit ihrem Dackel Hugo findet Christine ein Schaf: das Wolkenschaf Zirri, das vom Himmel gefallen ist. Sie nimmt es mit, versucht, sich um Zirri zu kümmern, doch das Wolkenschaf isst nicht, trinkt nicht, spielt nicht. „Es war nur traurig und weiß und flockig und wollig und still.“ Es möchte nur eines – wieder zurück zu den anderen Wolkenschäfchen am Himmel. Christine flitzt los, sucht Hilfe, sucht eine Lösung – und findet sie: Der Feuerwehrkommandant nimmt „ganz behutsam und zart das Wolkenschäfchen auf seine Arme“, steigt mit ihm auf der Feuerwehrleiter hoch in den Himmel und übergibt „mit einem sanften Schwung das Wolkenschäfchen den Schäfchenwolken“.
Illustriert wurde das Buch – wie viele Bücher Rodrians – von Werner Klemke. In einem Brief vom 4. Februar 1982 zu dessen 65. Geburtstag, veröffentlicht in der Zeitschrift „Beiträge zur Kinder- und Jugendliteratur“ (5.3, 1986: S. 24-25), schrieb Rodrian:
„Als Schreiber habe ich doch nur ungenaue visuelle Vorstellungen von den Figuren, über die ich schreibe.
Aber dann, an einem unvergeßlichen Tag, riefst Du mich an und sagtest: Komm doch mal rum und guck Dir das an. Ich bin fertig. Da sah ich nun dieses Wolkenschaf, diese Christine und wußte in dem Augenblick, daß ich sie nie anders gesehen haben kann.“
Die erste Auflage erschien 1958 im Kinderbuchverlag Berlin, diverse weitere Auflagen und Übersetzungen in andere Sprachen folgten.
In der Staatsbibliothek zu Berlin können Sie übrigens auch das komplette Originalmanuskript einsehen – und einen Briefwechsel über den Weg des Manuskripts zum Verlag.
Hirsch Heinrich wurde aus „einem dichten Wald in China“ in den Berliner Tierpark geschickt. Besonders glücklich ist er dort, wenn Kinder zu Besuch kommen. Zu Weihnachten jedoch bleibt er allein. Niemand kommt. Traurig verabschiedet er sich von den anderen Tieren, springt über das Gatter und macht sich auf den Weg nach Hause – erklärtes Ziel: zurück nach China.
„Heinrich trabte und trabte. Es war hübsch anzusehen, wie Heinrich durch den nächtlichen Wald kam. Allerdings wußte er nicht, wie hübsch das aussah. Er hatte ganz andere Sorgen. Der Weg nahm nämlich kein Ende, und Heinrich hatte Hunger.“
Zum Glück kommt eine Kindergruppe, um den Tieren im Wald Essen zu bringen. Das stillt zwar seinen Hunger, doch Hirsch Heinrich sehnt sich nach dem Tierpark und den Kindern und trabt zurück nach Hause – diesmal: in den Berliner Tierpark. Sehnsüchtig erwartet wird er dort bereits vom Tierparkdirektor (der freundlich grüßt und einen Strich auf seiner Liste macht), vom Tierpfleger Erich und einer Menge Kinder.
Die populäre Weihnachtsgeschichte ist das einzige Buch Rodrians, das noch heute im Buchhandel angeboten wird: in einer 2022 bei Beltz erschienenen Geschenkausgabe mit beigefügter Bastelanleitung. Zuerst erschien „Hirsch Heinrich“ im Jahr 1960 im Kinderbuchverlag Berlin, es folgten weitere Auflagen in der DDR, Ausgaben in der BRD (Hamburg und München) und eine Reihe an Übersetzungen. Die Illustrationen stammen von Werner Klemke.
Vor Christines Tür wird die Sprengung einer Ruine vorbereitet, während sie eigentlich gerade fünf Reihen L für die Schule schreiben muss. Und dem kleinen Bobby fällt auf: In der Ruinenwand nisten Schwalben. Die Kinder suchen nach einer Lösung, um die Schwalben zu retten, versuchen es zunächst bei der Feuerwehr – vergeblich:
„Langsam gingen sie zurück, langsam und mutlos. Christine aber sagte: Wir wollen uns beeilen. Es muß eben etwas anderes gefunden werden. Dieter grummelte grämlich: Wenn nicht mal die Feuerwehr helfen kann –
Wir schaffen es schon, sagte Christine.“
Nachdem sie versucht haben, die Schwalben mit einem Kran zu retten – ebenfalls ohne Erfolg –, hat Christine die Idee: „Halt! Ich weiß, wer helfen kann: Ein Flugzeug, ein Hubschrauber.“ Mit dem Arbeiter Willi, dem kleinen Bobby und dessen Opa macht sie sich auf den Weg zum Flugplatz. Dort bekommen sie tatsächlich Hilfe, mit dem Flugzeug geht es zurück zur Ruine und an einer langen Strickleiter klettert der Opa aus dem Flugzeug heraus zum Schwalbennest.
„Die Menschen auf dem Spielplatz – es waren inzwischen sehr viele geworden – sagten kein Wort. Christine und Bobby im Flugzeug sagten auch kein Wort. Alle sahen auf den Opa.
Der nahm mit seinen guten großen Großvaterhänden das Nest mit den fünf Jungen, steckte es vorsichtig in seine Einholetasche und kletterte wieder nach oben.
Die Schwalbeneltern flogen umher und schrien ihr angstvolles dwillit, dwillit. Sie wußten nicht, dass der Opa und das Flugzeug und der Flieger und Christine und der Bobby und auch der Willi, der Meister, der Kranführer und schließlich auch der Kommandant und die Arbeiter, und ein bißchen auch der Dieter und die anderen Kinder, die jungen Schwalben nur retten wollten.“
Nachdem die Rettungsaktion erfolgreich verlaufen ist, beginnt die Sprengung der Ruine – und Christine setzt sich zu Hause an den Tisch und schreibt die letzte Reihe L für die Schule.
Das Buch, in dem uns (nicht nur) Christine aus „Das Wolkenschaf“ wiederbegegnet, erschien 1962 im Kinderbuchverlag Berlin. Es wurde in eine Reihe ost- und westeuropäischer Sprachen übersetzt. Neben einer kleinen Auswahl davon gibt es in der Staatsbibliothek zu Berlin auch eine japanische Ausgabe zum Deutschlernen: mit einem Anhang, der das Vokabular des Buches erläutert, von „Hoppla“ über „Feuerwehrwachhabende“ bis hin zu „Huschelköpfe“. Auch das Originalmanuskript von Fred Rodrian liegt in der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek vor.
Obwohl es dort raschelt und knistert und er sich ein bisschen vor Wildschweinen fürchtet, geht Fridolin durch den Wald, um seinem Vater, der mit dem Traktor auf dem Feld arbeitet, eine Kanne Tee zu bringen. Am Feldrand in den Himmel schauend, sieht er dann plötzlich ein Flugzeug hinter der Waldecke verschwinden: „Es kracht böse und schlimm.“ Der sowjetische Pilot musste eine Notlandung machen. Nur Fridolin hat das bemerkt. Er gibt seinem Vater Bescheid und sie teilen sich auf: Während Fridolin ins Dorf läuft, um Hilfe zu holen, versucht der Vater, den Piloten aus der Maschine zu retten – trotz der Gefahr, dass das Flugzeug explodieren könnte.
„Fridolin guckt sich noch mal um. Dann rennt er durch den Wald. Es hängt jetzt viel von ihm ab. Wieder raschelt es und knistert es im Wald, vielleicht ist es wirklich das Wildschwein. Fridolin denkt: Du knister man und raschel man. Ich muß so schnell sein wie noch nie. Er rennt mit ganzer Kraft. Es geht um Vater.
Gleich fällt ihm ein: Es geht genauso um den Piloten. Es ist ein sowjetischer Pilot. Das Flugzeug hatte einen roten Stern am Leitwerk. Ich kenne ihn nicht, denkt Fridolin. Ich hole Hilfe für einen, den ich nicht kenne. Für einen sowjetischen Piloten. Und für Vater. Für beide.“
Knapp gelingt die Rettung. Am Abend bedankt sich der sowjetische Kommandeur des Piloten:
„Er hat den Vater umarmt und dem glücklichen Fridolin Moskauer Konfekt geschenkt und mit einem Male ganz ernst gesagt: Das ist das Wichtigste: Inter-nationale-Solidari-tät.
Das Wort kenne ich noch nicht, hat Fridolin gesagt.
Das macht nichts, hat der Major gesagt. Du wirst es immer wieder hören. Es heißt: Freunde helfen sich!“
Das Buch erschien 1971 im Kinderbuchverlag Berlin. Illustriert wurde es von Gertrud Zucker, von der übrigens auch diverse Originalillustrationen in der Staatsbibliothek zu Berlin vorhanden sind.
Onkel Walter bricht zu einer Weltreise auf und fragt seinen Neffen Markus, was er ihm mitbringen soll: „Ein Krokodil, bitte.“ – „Krokodile sind zu groß.“ – „Kauf ein kleines Krokodil, Onkel Walter.“
Mit diesem Auftrag macht sich Onkel Walter also auf die Reise. Nach einigen anderen Stationen landet er schließlich in London:
„In London hatte Onkel Walter schrecklich viel zu tun. Er vergaß gänzlich seinen lieben Neffen Markus. Aber ein Postbote brachte ihm ein Telegramm. Darin stand: Kauf ein kleines Krokodil, Onkel Walter. Dein Markus.
Onkel Walter kämmte seinen Schnauzbart. Dann rannte er los.“
In einer Tierhandlung kauft er schließlich ein „entzückendes kleines Krokodil“, zunächst etwa armlang. Es heißt … Goliath. Es wächst und wächst und wächst. Und so sagt Markus, nachdem Onkel Walter mit einem nunmehr riesigen Krokodil nach Hause zurückgekehrt ist:
„Nett, daß du wieder da bist, nett auch, daß du mir ein Krokodil mitgebracht hast. Aber du kannst nicht hören, wie die meisten Erwachsenen. Kauf ein kleines Krokodil, Onkel Walter, hab ich gesagt.“
„Hast du denn keine Angst?“, will Onkel Walter wenige Zeilen später von seinem Neffen wissen. „Vor wem?“, fragt Markus da nur und spaziert mit dem übergroßen Krokodil an der Leine los.
Das Buch erschien 1962 im Altberliner Verlag in der Reihe „Bunte Kiste“, 1964 auch als Lizenzausgabe in der BRD (im Herold Verlag Stuttgart). In der Staatsbibliothek zu Berlin einsehbar sind auch eine polnische und eine ungarische Ausgabe – und als besonderes Highlight: die Originalillustrationen von Manfred Bofinger.
Der Verleger Fred Rodrian: Streiflichter aus dem Kinderbuchverlag Berlin
„Sind Sie lieber Lektor als Autor oder umgekehrt?
Das sind zwei ganz verschiedene Berufe. Bei mir kommen sie zusammen, was manchen gefällt und manchen nicht. Vor allem bin ich Lektor.“
Das sagte Fred Rodrian in dem Interview „Begegnung mit Fred Rodrian“ von 1971. Es erschien 1985 in dem kurz nach seinem Tod veröffentlichten Sammelband „Für den Tag geschrieben. Notizen, Reden, Auskünfte“ (Texte von Fred Rodrian, herausgegeben von Marianne Konzag, Kinderbuchverlag Berlin, S. 282). Lektor bzw. Cheflektor im Kinderbuchverlag Berlin, das war Fred Rodrian von 1952 bis 1974, danach bis zu seinem Tod leitender Direktor des Verlags.
Einen Überblick über den Kinderbuchverlag Berlin bietet etwa der gleichnamige Abschnitt in „Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhunderts“ (Band 5, Teil 2, herausgegeben von der Historischen Kommission im Auftrag des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ). Wie weitere lesenswerte Sekundärliteratur steht Ihnen auch dieses Buch an der Staatsbibliothek zu Berlin zur Verfügung.
Der Kinderbuchverlag Berlin war formal der Pionierorganisation Ernst Thälmann unterstellt und hatte den größten Marktanteil an der Kinderbuchproduktion der DDR – in den 1980er Jahren lag dieser Anteil bei 70% (ebd., S. 34).
Fred Rodrian selbst stellt Aufbau und Arbeitsweise des Verlags etwa in seiner Rede „Verlagsarbeit für Kinder“ dar, die ebenfalls im Sammelband „Für den Tag geschrieben“ veröffentlicht ist. Er führt darin außerdem einige Punkte an, die ihm programmatisch wichtig sind (S. 232):
Von den vielen thematischen Aspekten, die es zu fördern gilt, etwa: die Gestalt des Arbeiters bestimmender in die Kinderliteratur zu bringen, die Beziehungen der Kinder untereinander in Familie, Gruppe und Klasse genauer, auch poetischer zu erfassen, die Schöpferkraft des Menschen darzustellen, die Verantwortung des Ganzen für den einzelnen wie die Verantwortung des einzelnen für das Ganze usw. – will ich einen hervorheben, nämlich: Internationalismus, internationale Solidarität. Das schließt auch Weltoffenheit ein. In diesem Zusammenhang werden wir unsere Übersetzungstätigkeit verstärken.
Die Rede mündet schließlich in diesem Fazit (S. 233):
Alles in allem: wir wollen mit Büchern (und soweit Bücher dies vermögen) junge Menschen mit politisch-moralischen Grundüberzeugungen, mit selbstständigem kritischen Denken erziehen und junge Menschen mit ästhetischer Genußfähigkeit und starken Gefühlen, junge Sozialisten bilden helfen.
Um veröffentlicht zu werden, musste jedes Manuskript in der DDR zuerst ein Druckgenehmigungsverfahren durchlaufen. Der Verlag stellte dafür einen Antrag, der zum einen praktische Informationen zum Umfang und zur gewünschten Auflage umfasste — notwendige Angaben, um zu kalkulieren, wie viel (teures!) Papier für den Druck nötig sein würde. Zum anderen enthielt der Antrag Informationen zur inhaltlichen Prüfung: das Manuskript, ein Verlags- und meist auch ein oder mehrere Außengutachten. Die Hauptverwaltung Verlage und Buchhandel im Ministerium für Kultur erteilte anschließend die Genehmigung für den Druck — oder auch nicht. Teilweise forderte sie noch Änderungen ein.
Für Fred Rodrian spielten die Druckgenehmigungsverfahren in doppelter Hinsicht eine Rolle: Als Autor waren seine eigenen Bilderbücher Gegenstand der Begutachtung und Bewilligung. Als Cheflektor schrieb er zudem an diversen Verlagsgutachten mit.
Exemplarisch zeigen wir hier den Druckgenehmigungsantrag und das Verlagsgutachten zum Bilderbuch „Matti im Wald“ von Horst Beseler, mit Fotos von Edith Rimkus. Verfasst wurde das Gutachten von Fred Rodrian, Annemarie Lesser und Erika Wöltge. Wir danken dem Bundesarchiv für die Bereitstellung der Quelle. Auch weitere Beispiele sind im Bundesarchiv einsehbar.
Als Lektor und Verlagsleiter, aber auch als Autor war Fred Rodrian mit vielen anderen zeitgenössischen Kunstschaffenden vernetzt. Einen Eindruck davon vermitteln die Porträts, die er über diverse andere Autor:innen verfasste und die im Band „Für den Tag geschrieben“ erschienen sind. Auch seine Korrespondenzen sind dafür eine interessante Quelle. Ein kleiner Teil davon wurde unter dem Titel „Fred Rodrian: Briefwechsel“ in der Zeitschrift „Beiträge zur Kinder- und Jugendliteratur“ (5.3, 1986) postum veröffentlicht. Insgesamt 65 Bände dieser Zeitschrift können Sie sich übrigens in der Staatsbibliothek zu Berlin zur Ansicht bestellen.
Als Herausgeber brachte Rodrian viele Künstler:innen der DDR-Kinderliteratur zusammen. Ein Beispiel dafür ist die Anthologie „Die Räuber gehen baden. Gute-Nacht-Geschichten von A bis Z“ (1980), deren spätere Auflagen unter dem Titel „Der Traumhut“ erschienen (zuerst 1984): Der Band versammelt 52 Geschichten von 52 verschiedenen Autor:innen mit Bildern von 52 verschiedenen Illustrator:innen – entsprechend der 52 Wochen im Jahr. Texte und Bilder vieler bekannter und weniger bekannter Autor:innen und Illustrator:innen finden sich auch in der Anthologie „Ich leb so gern. Ein Friedensbuch für Kinder“, herausgegeben von Fred Rodrian, Peter Abraham, Horst Beseler und Gerhard Holtz-Baumert.
Austausch und Zusammenarbeit pflegte Fred Rodrian nicht nur innerhalb der DDR. So gibt beispielsweise Teil II/1 der Blog-Reihe „Reden über Rodrian“ mit dem Titel „Krieg und Krüss. Und Heine“ Einblicke in Rodrians Verbindung zu James Krüss.
Die Kinder- und Jugendbuchabteilung dankt ihrer Praktikantin Anne Grunwald, Referendarin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, sehr herzlich für diese Ausstellung!
Nachtrag
Am 14. Oktober 2026, exakt drei Monate nach seinem 100. Geburtstag, erinnerte die Kinder- und Jugendbuchabteilung im Rahmen einer Abendveranstaltung an Fred Rodrian: Eine szenische Lesung aus Texten, Interviews und Briefen spiegelte Rodrians (Arbeits-)Leben wider. Vertonte Gedichte von Peter Hacks, einem engen Freund Rodrians, wurden von dem Zupfinstrumentalisten Andreas Arend vortragen. Und abschließend ordnete Frau Prof. Dr. Kohl das Wirken und die Bedeutung Fred Rodrians in den zeitgenössischen Gesamtzusammenhang ein und verdeutlichte die Auswirkungen dieses Schaffens, die bis heute ihre Spuren hinterlassen haben. Eine kleine Vitrinenausstellung mit Werken und privaten Zeugnissen Rodrians rundete den Abend ab.
Zwei Ausschnitte des Nachrufes, den der 98-jährige Autor Helmut Hauptmann zu diesem Anlass für seinen langjährigen Freund Fred Rodrian verfasste, waren in der Vitrinenausstellung zu sehen. Der vollständige Text soll an dieser Stelle wiedergegeben werden:

























































