Kunst und Politik im Einblattdruck / Flugblatt. Werkstattgespräch am 7.3.

Werkstattgespräch
Kunst und Politik im Einblattdruck / Flugblatt
Christiane Caemmerer (Staatsbibliothek zu Berlin)
Präsentation der Einblattdrucke von PalmArtPress mit Wolfgang Nieblich (Herausgeber) und Catharine Nicely (Verlegerin)

Montag, 7. März
18.15 Uhr
Simón-Bolívar-Saal, Haus Potsdamer Straße
Anmeldung

In ihrem Vortag stellt Christiane Caemmerer das Medium Einblattdruck/ Flugblatt in seinem Wandel von der Reformationspropaganda Lucas Cranachs über die futuristischen Manifeste und die Flugblattgedichte Johannes R. Bechers bis zu den Blättern der Kommune 1 mit einem kurzen Ausflug in die Gegenwart vor.
Mit dem Projekt bildende Künstler und Autoren im modernen Einblattdruck zusammenzuführen, greifen die Einblattdrucke von PalmArtPress im 21. Jahrhundert die Traditionen dieses frühen publizistischen Mediums auf zu berichten, aufzuklären und zu polemisieren.

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit.

Weitere Termine der Wissenswerkstatt

Poster zur Veranstaltung als Pdf

Der Simón-Bolívar-Saal ist nicht barrierefrei zugänglich. Bitte  informieren Sie uns vorab, falls Sie Unterstützung benötigen: pr@sbb.spk-berlin.de 

Die politik- und sozialwissenschaftlichen Zeitschriften jetzt auf einen Blick

Nutzen Sie doch Ihre Arbeitspause mal, um etwas zu erfahren über die vielfältigen Aspekte der Flüchtlingssituation, den Stand der Dinge in Osteuropa, die Moral der Ganztagsschule  oder Gender Mainstreaming!

Die regelmäßigen Besucher in der Potsdamer Straße haben es sicher schon längst gesehen, alle anderen können jetzt auch auf Entdeckungsreise gehen: zur Zeitschriftenauslage für die Sozial- und Politikwissenschaften. Wo Zeitschriften bisher oft aus dem Magazin bestellt werden mussten, liegen die aktuellen Ausgaben jetzt in Regalen offen zugänglich im Ost-Foyer in der Nähe der Cafeteria aus.  Sie finden dort alle Zeitschriftentitel und Hefte, die Sie vorher bei den Büchern in der Handbibliothek (HB) 8 einsehen konnten, und zusätzliche eine große Anzahl von Titeln, die vorher in den Magazinen aufbewahrt wurden. Manche Hefte haben wir auch in elektronischer Form. Und viele Zeitschriften können wir Ihnen sowohl auf Papier als auch elektronisch zur Verfügung stellen. Diese Hefte haben einen aufgeklebten QR-Code an den jeweiligen Schubern im Regal. Über den QR-Code kommen Sie bequem zu den elektronischen Artikeln und können sie auf Ihrem Smartphone oder Tablet in Ruhe lesen. Eine gute Neuigkeit für alle Nutzer mobiler Endgeräte: seit Ende letzten Jahres funktioniert das W-LAN auch im Ost-Foyer einwandfrei.

Zeitschriften mit QR-Code

Zeitschriften mit QR-Code

Und sollten Sie kein Smartphone oder Tablet zur Hand haben, bekommen Sie dennoch einen guten Überblick sowohl über unsere gedruckten, als auch unsere elektronischen Zeitschriftenangebote. Vielleicht entdecken Sie hier noch eine Zeitschrift, die Ihnen bis jetzt noch nicht in die Hände fiel, weil es sie nur elektronisch gibt. Auch ohne mobile Technik können sie diese dann am Laptop oder PC aufrufen und lesen.

Die Titel der Zeitschriften reichen dabei von „The American Statistician“ oder „Emma“ über das „Journal of Marriage and Family“ und das „Journal of Muslim Minority Affairs“, bis hin zu Reihen wie „Militätgeschichtliche Zeitschrift“, „Problems of Post-Communism“, „Rotfuchs“ oder „Urban Studies“.

Auch sprachlich ist die Vielfalt groß: Sie können Hefte auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch oder Schwedisch lesen.

Es gibt die aktuellen Ausgaben in Heftform und (in gebundener Form) die letzten 5 Jahrgänge. Sie können also einfach mal stöbern gehen und eintauchen in  die schier endlose Vielfalt aktueller Themen. Sie finden Aufsätze wie „Refugee in Germany“, „Europe’s Troubled Borders“,  „Blackbox Iran“ oder die „Innere Sicherheit und Einbruchskriminalität“. Sie können sich einlesen in die „Battlefleet Tactics of the Royal Navy 1900 – 1914“, der Frage nachgehen, ob Politiker Machtmenschen sind, oder sich informieren über die Lage der Näherinnen in Bangladesch nach dem Unfall von Rana Plaza.

Sie können selbstverständlich auch systematisch die Zeitschriften Ihres Fachgebietes durchsehen und so immer auf dem Laufenden bleiben!

All diese spannenden Hefte und Bände können mit in den Lesesaal oder zum Copy-Shop genommen werden. Für unsere Statistik wäre es schön, wenn Sie die Hefte nach dem Lesen in die Metallbehälter an den Kopfenden der Regale legen könnten. Dann sehen wir gleich, wie gut unser Angebot angenommen wird und ob diese Auslage etwas ist, was wir dauerhaft zur Verfügung stellen sollten. Ihre Meinung ist für uns sehr wichtig!

Auf Ihre Anregungen und Wünsche wartet eine Box auf einem der Tische neben den Regalen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

 

Sonderdrucke in Zeiten von PDF. Eine akademische Tradition wird reanimiert

Das Pulsieren von Herzblut war deutlich zu spüren, als am vergangenen Donnerstag im Rahmen eines von der Staatsbibliothek zu Berlin veranstalteten Podiumsgesprächs eine akademische Tradition wiederbelebt wurde, die mit dem Aufschwung des elektronischen Publizierens einen Gutteil ihres ursprünglichen Charakters einbüßen sollte. Denn unter den Bedingungen der unbegrenzten Reproduzierbarkeit elektronischer Dokumente muss jener exklusive „Für-Dich-Effekt“ zwangsläufig an Bedeutung verlieren, der aus der nur begrenzten Verfügbarkeit ansprechend gestalteter, mit einer handschriftlichen Widmung versehener und womöglich sogar persönlich überreichter papierener Sonderdrucke resultiert – eine Limitierung, die zumal in universitären Bewerbungsverfahren zuweilen freilich für herkulische Entscheidungsschwierigkeiten sorgen kann.

Angesichts der Unwirksamkeit von PDF-Dateien als Zeichen von kollegialer Verbundenheit und Zuneigung sowie in der Absicht, einen Publikationsort für herausragende studentische Arbeiten und eher unkonventionelle wissenschaftliche Texte zu schaffen, haben sich Anke te Heesen, Christina Wessely, Valentin Groebner und Michael Wildt der Rettung dieser gefährdeten oder zumindest aus der Mode gekommenen Tradition des akademischen Gabentauschs verschrieben und mit Unterstützung der Wüstenrot-Stiftung die programmatisch betitelte Reihe “Sonderdruck” ins Leben gerufen. Den vier überdies für die Programmauswahl zuständigen Lehrenden steht der Leipziger Typograf Helmut Völter zur Seite, der sowohl das Format der Gesamtreihe als auch das Erscheinungsbild der ersten drei Einzelbände – diese handeln von Heiner Müllers Manuskriptkritzeleien, der deutschen Modefotografie in den 1930er Jahren sowie dem Mittelalterbild des Campus Galli – gestalterisch verantwortet. Um aber den individuellen, auf persönliche Kontaktaufnahme zielenden Charakter des Vorhabens noch stärker zu betonen, wird der buchkünstlerische Staffelstab von nun an im Jahresturnus von Hand zu Hand weitergegeben werden.

Allerdings bezeichnet der stete Wandel in der Gestaltung der künftig zu produzierenden Bände keineswegs die einzige Konstante dieser Reihe, werden doch die in einer Auflage von jeweils 400 Stück hergestellten Sonderdrucke niemals im Buchhandel zu kaufen, sondern ausschließlich als Geschenk zu erhalten sein. Demgemäß betonte auch der bekannte Feuilletonist und Literaturwissenschaftler Lothar Müller in seinem Festvortrag die verschiedenen Währungen, in denen die nicht von Geldströmen getragene Ökonomie des akademischen Gabentauschs ausgemünzt wird: Aufmerksamkeit, symbolisches Kapital und vor allem Lesezeit. Zugleich dokumentiert die Einladung gerade dieses Redners – Lothar Müller ist schließlich Autor einer viel beachteten Geschichte des Papiers – die besondere Sensibilität für die materiale Dimension von Sonderdrucken, was wiederum die Aufnahme des Podiumsgesprächs in die Folge der Begleitveranstaltungen zur gemeinsam von der Staatsbibliothek zu Berlin in Verbindung mit den Berliner und Potsdamer Universitäten organisierten Vortragsreihe Die Materialität der Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog erklärt. Nach historischen Dissertationen und mittelalterlichen Rechtshandschriften werden in diesem Zusammenhang – diese kurze Werbeunterbrechung sei hier bitte gestattet! – im Übrigen bereits in Kürze künstlerische Einblattdrucke im Fokus stehen.

Wie am Eröffnungsabend der 66. Berlinale auch kaum anders vorstellbar, wurde diese Veranstaltung zum wissenschaftlichen Publizieren auf Papier im 21. Jahrhundert natürlich für den YouTube-Kanal der Staatsbibliothek zu Berlin aufgezeichnet. Dru(e)cken Sie uns daher bitte fest die Daumen, dass die Berlinale-Jury unseren Film auch ja mit einem der begehrten Sonderpreise auszeichnen wird!