Buchpatenschaft für Juli 2026
Ein schöner Urlaub in Österreich – bereits erlebt oder noch kommend – könnte doch ein guter Anlass für diese Buchpatenschaft sein.
Deutsche Volkslieder aus Steiermark: zugleich Beiträge zur Kenntniß der Mundart und der Volkspoesie auf bairisch-österreichischem Sprachgebiete; mit Einleitung, Anmerkungen und ausgewählten Melodien / hrsg. von Anton Schlossar. Innsbruck : Wagner, 1881.
Bibliothekssignatur: Yb 9758
Sagen, Märchen, Volkslieder – die meisten, der uns heute bekannten Sammlungen entstanden im 19. Jahrhundert, als – vereinfacht gesagt – die Romantik im deutschen Sprachgebiet sich auf diese früheren literarischen Formen besann. Es gab Aufrufe, Lieder und Geschichten einzusenden, und Sammler, die umherzogen und sich Geschichten und Lieder vortragen ließen, um sie anschließend aufzuzeichnen.
Die wesentliche Sammelarbeit auf dem Gebiet der Volksmusik in der Steiermark ist im 19. Jahrhundert getan worden. Die etwa 20.000 Volksliedbelege, mit denen das steirische Archiv das reichste unter den österreichischen ist, sind meist im 19. Jahrhundert oder zumindest vor dem Ersten Weltkrieg zusammengetragen worden. Zu recht weist Wolfgang Suppan in seinem Aufsatz Volkslied und Volksliedforschung in der Steiermark darauf hin, dass in den edierten Volksliedsammlungen weniger die Vollständigkeit zählte als die besonders schönen Lieder betont wurden.
Anton Schlossar, der Sammler dieser Edition, war Bibliothekar, Kulturhistoriker, Volksliedforscher und Schriftsteller. Zunächst aber studierte der 1849 in Troppau/Österreichisch-Schlesien (Opava/Tschechien) geborene Schlossar Jura und promovierte 1873. Da ihn die Tätigkeit im Justizwesen auf Dauer nicht befriedigte, entschloss er sich, die Bibliothekslaufbahn in der Universitätsbibliothek Graz einzuschlagen, die er schließlich von 1903 bis 1910 auch leitete. Mit seinem Interesse an österreichischer Dichtung und Geschichte, insbesondere an Kulturgeschichte und Folklore der Steiermark verfasste er zahlreiche, fundierte Fachartikel. Auf seinen Volkslied-Sammelfahrten besuchte er mögliche Sammler und Einsender und war auch selbst als Aufzeichner tätig. Da sein Interesse literarisch-kulturhistorischer Natur war, ließ er die Melodien meist beiseite oder übergab sie einem Kapellmeister zur Bearbeitung für den Druck. Seine Volkslied-Publikationen zeichnen sich, was die Texte betrifft, durch Quellentreue und Konsequenz in der Mundartschreibung aus (vgl. Österreichisches Musiklexikon online). Anton Schlosser starb – hochbetagt und vielfach geehrt – 1942.
Dieser Band ist der Ersatz für die ursprünglich im Bestand der Staatsbibliothek befindliche Ausgabe, die im 2. Weltkrieg verloren ging.
nötige Reparaturen: Einbandrestaurierung
kalkulierte Kosten: 235 €
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