Termindetails


Helmuth Kiesel: Schreiben in finsteren Zeiten

Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933 – 1945.

  • Termin

    Dienstag, 15. September 2026
    18 Uhr

    Um Anmeldung wird gebeten.

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Wilhelm-von-Humboldt-Saal
    Unter den Linden 8
    10117 Berlin

  • Anfahrt

    S- + U-Bahnstationen
    S + U Friedrichstraße
    U Unter den Linden

    Bushaltestelle
    H Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 100, 147, 245 und 300)

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Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutete für die deutschsprachige Literatur eine beispiellose Herausforderung. Zweieinhalbtausend Autoren und Autorinnen mussten Deutschland verlassen und im Exil überleben. Wer blieb und sich nicht auf die Seite des NS-Regimes stellte, war von Verfolgung bedroht. Trotzdem entstanden Werke von großer zeitgeschichtlicher Repräsentanz und hohem literarischen Rang. Helmuth Kiesel hat die erste Gesamtdarstellung der Epoche aus einer Hand geschrieben. Sie erschließt ein riesiges literarisches Feld zwischen Regimetreue und Exil und vermittelt ein bewegendes Bild jener Zeit. Die Kritik ist sich einig: Helmuth Kiesel hat nicht nur ein lesenswertes sondern auch ausgesprochen lesbares Buch verfasst, das schon jetzt als Standardwerk gelten muss.

Die schriftstellerische Auseinandersetzung mit der Gegenwart verlangte in den Jahren 1933–1945 besondere existentielle Kraft, politische Klarheit und literarisches Darstellungsvermögen. Helmuth Kiesel widmet sich in seiner großen Epochendarstellung der Literatur des Exils und der inneren Emigration, aber auch regimenahen Autor:innen, ebenso der österreichischen und schweizerdeutschen Literatur. Dabei stellt er die berühmten Werke der Epoche vor, von Anna Seghers’ Das siebte Kreuz bis Thomas Manns Doktor Faustus, von Ernst Jüngers Marmorklippen bis Hermann Hesses Glasperlenspiel – und daneben zahlreiche vergessene Bücher, die literarisch bemerkenswert und historisch aufschlussreich sind.

Helmuth Kiesel im Gespräch mit Thomas Sparr und Maximilian Benz

Helmuth Kiesel, studierte von 1969 bis 1974 Germanistik und Geschichtswissenschaft in Tübingen. Nach einer Promotion über literarische Hofkritik von Sebastian Brant bis Friedrich Schiller promoviert habilitierte er sich 1984 mit einer Arbeit über Alfred Döblins Exil- und Spätwerk. Nach Professuren in Bochum, Tübingen und an der Universität Bamberg lehrte er von 1990 bis 2015 an der Universität Heidelberg. Kiesels Forschungs­schwerpunkt ist die Geschichte der deutschsprachigen Literatur von 1918 bis 1945.

Thomas Sparr studierte Literaturwissenschaft und Philosophie und arbeitet an Hebräischen Universität in Jerusalem und im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Später leitete er den Jüdischen Verlag und war Cheflektor des Siedler Verlags. Heute ist er Editor-at-Large für den Suhrkamp Verlag und Verfasser zahlreicher Bücher zu u. a. deutsch-jüdischen Themen und Autoren.

Maximilian Benz studierte Germanistik, Klassische Philologie und Erziehungswissen­schaften, promovierte 2012 an der Humboldt-Universität zu Berlin, habilitierte sich 2019 in Zürich und hat nach fünf Jahren an der Universität Bielefeld seit dem Wintersemester 2025/2026 den Lehrstuhl für Deutsche Philologie (Mediävistik) an der Eberhard Karls Universität in Tübingen inne.

Um Anmeldung wird gebeten.

Während der Veranstaltung werden Video- und Bildaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit der Staatsbibliothek zu Berlin angefertigt. Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie der Veröffentlichung zu nichtkommerziellen Zwecken zu.