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[die Meldungen der Jahre 2000 – 2016]

Max-Herrmann-Preis 2018 an die Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken

In diesem Jahr, am 30. November 2018, erhält die Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken (AGGB) den Max-HerrmannPreis, die wichtigste Auszeichnung, die in Deutschland für Verdienste um das Bibliothekswesen vergeben wird. Die Laudatio hält die Schauspielerin Iris Berben. Die Preisverleihung wird musikalisch von dem Diplomatischen Streichquartett umrahmt.

Die Preisträger 2018

Die Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken (AGGB) wurde 1998 gegründet als offener Zusammenschluss von Bibliotheken an authentischen oder symbolischen Orten sowie von Bibliotheken von Dokumentationszentren, Forschungseinrichtungen und Geschichtsvereinen mit dem Ziel, sich fachlich auszutauschen und in einem Online-Verbundkatalog die Bestände zu vernetzen.

Gedenkstättenbibliotheken sammeln Dokumente, Berichte, wissenschaftliche Texte und Erzählungen in größtmöglichem Umfang. Sie erschließen die Bestände systematisch und stehen allen Interessierten ebenso wie Wissenschaftler*innen offen. Auf diese Weise sind sie wichtige Akteure der Erinnerungskultur.

Die Mitarbeitenden verstehen die Bibliothek als Begegnungsort und als Konfrontationsort mit der Vergangenheit; sie engagieren sich, um Opfern, Überlebenden und deren Nachkommen, aber auch Angehörigen aus Täterfamilien mit ihren Fragen zu helfen.

Den Blick in die Zukunft zu richten, heißt einen bedeutenden bildungspolitischen Auftrag wahrzunehmen. Hier, in den Gedenkstättenbibliotheken, werden neue Methoden der Aufklärung, der Information über das NS-Regime und andere Diktaturen entwickelt. „Gedenkstättenbibliotheken sind also keineswegs Orte des Büchersammelns allein. Sie sind in ihrem Selbstverständnis wichtiger Bestandteil der Aufarbeitung und der Information für alle und wahrlich nicht zuletzt für die nächste Generation, die keine Zeitzeugen mehr kennenlernen kann.“, begründet der Juryvorsitzende und Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. André Schmitz, die Entscheidung.

Max-Herrmann-Preis

Seit dem Jahr 2000 verleihen die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. mindestens alle zwei Jahre den Max-Herrmann-Preis an eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um das Bibliothekswesen und die Staatsbibliothek zu Berlin verdient gemacht hat. Zu den von einer Jury ausgewählten Preisträgern gehörten bislang neben anderen der langjährige Direktor der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel und Retter der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale), Paul Raabe, Dr. Ekaterina Genieva, Generaldirektorin der Gesamtrussischen Staat­lichen Rudomino-Bibliothek für Ausländische Literatur in Moskau, der Schriftsteller Günter de Bruyn, der israelische Künstler Micha Ullman sowie der Filmregisseur Wim Wenders.

 

Max Herrrmann, Photographie, entstanden im Atelier Hülsen, Datum der Aufnahme unbekannt. Staatsbibliothek zu Berlin – PK

Zur Biografie von Max Herrmann

Der Preis ist nach dem bedeutenden Literaturwissenschaftler Max Hermann (1865 – 1942) benannt, der 1923 an der Humboldt-Universität zu Berlin das weltweit erste Theaterwissenschaftliche Institut gründete. 1933 verlor Max Herrmann seine Professur an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin und hatte unter den weiteren Schikanen des nationalsozialistischen Regimes zu leiden. So durfte er in der Staatsbibliothek keine Bücher mehr ausleihen, durfte diese lediglich – über siebzigjährig – am Stehpult einsehen. Im Jahr 1942 wurde er nach KZ Theresienstadt deportiert und starb dort nach wenigen Wochen.

Forschungsprojekt QURATOR erfolgreich gestartet – Künstliche Intelligenz für die Wissensarbeit

Pressemitteilung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Berlin:

Mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Berlin ist die Wachstumskerninitiative QURATOR erfolgreich gestartet. QURATOR steht für „Curation Technologies“ und bezeichnet eine Technologieplattform, die WissensarbeiterInnen in unterschiedlichen Branchen und Anwendungskontexten bei der Kuratierung digitaler Inhalte unterstützt. Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen Verfahren aus der Künstlichen Intelligenz (KI) als Kuratierungstechnologien entwickelt und in praxisnahe Branchenlösungen integriert werden.
Das Bündnis der Wachstumskerninitiative, die im Rahmen des Programms „Unternehmen Region“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über drei Jahre gefördert wird, umfasst 12 Partner aus Forschung und Industrie. Langfristig zielt das Vorhaben darauf ab, die Metropolregion Berlin-Brandenburg zu einem global anerkannten Exzellenzstandort für digitale Kuratierungstechnologien zu etablieren, so Dr. Georg Rehm (DFKI), wissenschaftlich-technischer Koordinator des Vorhabens.

Steigender Kommunikationsdruck
Hintergrund für die Entwicklung intelligenter Kuratierungstechnologien ist ein steigender Kommunikationsdruck, der im Zeitalter der Digitalisierung alle Organisationen erfasst hat. Dazu Armin Berger, Geschäftsführer von 3pc und Bündnissprecher von QURATOR: „Egal ob Unternehmen, Kultureinrichtungen oder staatliche Stellen, wer heute relevant sein will, muss digital kommunizieren. Und das bei einer täglich zunehmenden Menge an Daten, Informationen und Quellen.“ Wissensarbeiterinnen und Wissensarbeiter aller Branchen stünden daher vor dem Problem, aus einem wachsenden Quellenangebot die relevanten Informationen mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand zu extrahieren und daraus eine Vielfalt an digitalen Medienformaten zu erschaffen und zu pflegen, so Armin Berger weiter.

Kuratierungstechnologien als Lösung
Eine Antwort auf diese Herausforderung sind intelligente Kuratierungstechnologien (KT), wie sie im Rahmen von QURATOR entwickelt werden. Im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sollen manuelle Teilprozesse des Kuratierens mithilfe von KI-Technologien automatisiert werden. Dazu gehören z. B. das Suchen und Finden, Sichten, Auswählen, Ordnen, Sortieren, Zusammenfassen, Klassifizieren, Verknüpfen oder Visualisieren von Inhalten und Daten. Als Kuratierungstechnologien weiterentwickelt unterstützen sie den Prozess der Erstellung und Pflege von Content und schaffen gleichzeitig eine optimale Basis für intelligente Services wie Semantische Suche, Empfehlungs-, Sprachdialog- oder Monitoringsysteme.

Plattform für Kuratierungsservices
Ziel des Verbundprojekts ist die Entwicklung einer Technologieplattform, die ein weites Spektrum an Informationsquellen, Datenformaten und Anwendungsszenarien unterstützt. Mit Hilfe dieser modularen Plattform sollen die neu entwickelten Verfahren getestet und evaluiert werden. Darüber hinaus ist die Realisierung branchenbezogener Showcases vorgesehen, um den Nutzen der integrierten Services demonstrieren zu können.

Branchenlösungen für Kultur, Medien, Medizin und Industrie
Die Anwendungsfelder für intelligente Kuratierungsservices sind zahlreich. Sie werden immer dort gebraucht, wo digitale Inhalte erstellt und gepflegt werden. Exemplarisch werden im Verbundprojekt Branchenlösungen für Anwendungsfelder in den Bereichen Kultur, Medien, Medizin und Industrie entwickelt. Dazu gehören u.a. die automatisierte Kuratierung digitaler Archive, smarte Exponate für Museen, ein intelligentes Autorensystem für Storytelling, Tools für TV- und Medienredaktionen, Kuratierungstechnologien für biomedizinisches Wissen sowie Lösungen im Bereich Corporate Communication und intelligente Geschäftsprozessmodellierung.

Förderung und Partner
QURATOR wird vom BMBF im Rahmen des Programms „Unternehmen Region“ gefördert. Die zwölf Bündnispartner sind: DFKI GmbH, 3pc GmbH, Ada Health GmbH, ART+COM AG, Condat AG, Fraunhofer FOKUS, kreuzwerker GmbH, RiseML GmbH, Semtation GmbH, Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Staatsbibliothek zu Berlin), Ubermetrics Technologies GmbH und Wikimedia Deutschland e.V.

Pressekontakt
DFKI GmbH, Dr. Georg Rehm
Alt-Moabit 91c, 10559 Berlin
Tel.: 030 23895-1833, georg.rehm@dfki.de

Als Weihnachtsgeschenk oder einfach, weil es schön ist: Faksimile der Kathedrale von Durham

In der Reihe Berliner Faksimiles erschien soeben die Ausgabe 15 mit einem Aquarell des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy. Es entstand während einer Reise von England nach Schottland zunächst als Bleistiftzeichnung und wurde später von Bartholdy als Aquarell ausgearbeitet. Heute gehört es zum Bestand des Mendelssohn-Archivs der Staatsbibliothek zu Berlin – PK.

Das Faksimile wird in einer repräsentativen Mappe geliefert und kann für 5 Euro (zuzüglich Porto- und Versandkosten) online bestellt werden: http://sbb.berlin/kzmtfv