Beiträge

Deutscher Buchpreis 2015: Gratulation an Frank Witzel

In einer feierlichen Veranstaltung hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gestern Abend zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den Deutschen Buchpreis 2015 für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres verliehen. Den mit 25.000 Euro dotierten Preis erhielt Frank Witzel für sein 800 Seiten starkes Werk Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969, erschienen im Frühsommer 2015 bei Matthes & Seitz in Berlin.

Aus der Sicht eines Jugendlichen schildert Witzel in Fragmenten, Protokollen und monologischen Einschüben Erinnerungen aus den 1960er und 1970er Jahren in Westdeutschland. Dabei greift er nicht nur auf eigene Erlebnisse als Heranwachsender im Rhein-Main-Gebiet zurück, sondern auch auf seine beruflichen Inspirationsquellen aus Literatur, Philosophie, Musik und Kunst. So wundert es nicht, dass die zahlreichen Rezensenten des preisgekrönten Werks an so unterschiedliche Persönlichkeiten erinnert werden wie Roland Barthes, James Ellroy, J.D. Salinger und Jean-Jacques Rousseaux, aber auch an Jimi Hendrix und die Beatles, den Existenzialismus und die Gotik. Philipp Felsch spricht in Die Tageszeitung (10.10.2015) von einem „Mammut-Buch“, Claus-Jürgen Göpfert (Frankfurter Rundschau, 26.09.2015) siedelt das „opus magnum“ zwischen Realität und Wahnsinn an, „angereichert mit Elementen des Fantasy- und Kriminalromans“.

Wenn Sie sich selbst ein Bild von Autor und Werk machen möchten, sind Sie in der Staatsbibliothek zu Berlin genau richtig – denn bei uns können Sie nicht nur den Gewinner-Titel, sondern auch andere Werke aus Witzels Schaffen lesen, Ihre Kenntnisse zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und der RAF auffrischen und in den originalsprachigen Werken der Vorbilder und Ideengeber die Einflüsse des Autors nachvollziehen.

Im Rennen um den Deutschen Buchpreis 2015 waren insgesamt 176 Werke, aus denen die siebenköpfige Jury in einem mehrstufigen Verfahren sechs Kandidaten für das Finale ausgewählt hat. Witzel setzte sich schließlich durch gegen Jenny Erpenbeck (Gehen, ging, gegangen, Knaus), Rolf Lappert (Über den Winter, Carl Hanser), Inger-Maria Mahlke (Wie ihr wollt, Berlin Verlag), Ulrich Peltzer (Das bessere Leben, S. Fischer) und Monique Schwitter (Eins im Andern, Droschl). Auch diese Autoren sind mit ihren nominierten Werken und weiteren Titeln in unserem Bestand und teils sofort, teils in Kürze ausleihbar.

Viel Freude beim Lesen!

 

Events

Verleihung des Max-Herrmann-Preises am 24.09.

Verleihung des Max-Herrmann-Preises 2019 an Bara’a Al-Bayati und Freshta Karim

  • Termin

    24. September 2019

    18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin

    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33

    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestellen

    H Potsdamer Brücke (Bus M29)

    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)

    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

    Klicken Sie hier um zu einer Übersicht unserer Veranstaltungen zu gelangen.



© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Max-Herrmann-Preisverleihung 2019


„Verleihung des Max-Herrmann-Preises“ 2019 an Bara’a Al-Bayati und Freshta Karim


Max Herrmann, geboren 1865, war Germanist und gilt als einer der Begründer der historischen Theaterwissenschaften. Über Jahrzehnte arbeitete er in der Königlichen Bibliothek, später Preußischen Staatsbibliothek und war der Initiator der »Bibliothek deutscher Privat- und Manuskriptdrucke«. 1933 verlor Max Herrmann seine Professur an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität und hatte unter den weiteren Schikanen des nationalsozialistischen Regimes zu leiden. Im September 1942 wurde Max Herrmann gemeinsam mit seiner Frau nach Theresienstadt deportiert, wo er im November starb.

Der Verein »Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin« verleiht zum Andenken an die Bücherverbrennung 1933 den Max-Herrmann-Preis an Persönlichkeiten, die sich um das Bibliothekswesen oder die Staatsbibliothek zu Berlin verdient gemacht haben.

Bara’a Abdulhadi Mudheher Al-Bayati, geboren 1989 in Bagdad, studierte zunächst Ingenieurwissenschaften. Da sie keine Stelle fand, entschloss sie sich, 2017 einen eigenen Buchladen in Bagdad zu eröffnen. Sie ist damit die erste Frau in diesem traditionsreichen, stets von Männern dominierten Gewerbe. Der Zugang zu Bildung und Literatur müsse allen Menschen offenstehen, sagt sie. »Eine meiner Botschaften, die ich der Gesellschaft durch meine Arbeit vermitteln möchte, ist, dass die Frau unabhängig ist, mit einer hörbaren Stimme. Und dass sie in jedem Bereich arbeiten und kreativ sein kann.«

Freshta Karim, geboren 1992 in Kabul, kehrte nach ihrem Studium in Oxford nach Afghanistan zurück. Hier gründete sie 2017 die Non-Profit-Organisation »Charmaghz« und begann mit dem Aufbau einer mobilen Bibliothek, um Kindern in Kabul und Umgebung die Möglichkeit zu eröffnen, Bücher zu entdecken, die Neugierde der Kinder zu wecken und ihnen auf ihre Fragen zu antworten. »Unsere Vision für Afghanistan ist ein Bildungssystem sowie eine Gesellschaft, die kritisches Denken erlaubt, ja, fördert. Wir glauben fest daran, dass kritisches Denken entscheidend ist, um Kinder stark zu machen und unser Land aufzubauen«, begründet Freshta Karim ihr Engagement.

Begrüßung
Barbara Schneider-Kempf
Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

André Schmitz
Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.

Laudatio
Klaus Lederer
Senator für Kultur und Europa des Landes Berlin

Dank der Preisträgerinnen

Bara’a Al-Bayati
Freshta Karim

Kleiner Empfang

Während der Veranstaltung werden Bildaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit der Staatsbibliothek gemacht. Mit Ihrer Anmeldung erklären Sie sich mit der Veröffentlichung zu nicht kommerziellen Zwecken einverstanden.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung unter freunde@sbb.spk-berlin.de ist erforderlich.