Ein Rat fürs Rad: Fahrraddiebe unterwegs!

Frühlingszeit ist Fahrradzeit! Vor unserem Haus Potsdamer Straße sind die Fahrradständer deutlich voller als noch vor ein paar Wochen. Dieser Umstand lockt offensichtlich auch Interessenten an, die nichts Gutes im Schilde führen. Es kam in den den vergangenen Tagen vermehrt zu Fahrraddiebstählen.

Wir prüfen, was wir tun können. So sollen zum Beispiel die Hecken vor dem Haus gekürzt werden, um den Bereich etwas ‘übersichtlicher’ zu gestalten. Die Staatsbibliothek haftet zwar nicht für den Verlust oder die Beschädigung abgestellter Fahrräder, aber wir haben großes Interesse daran, dass Sie in Ruhe arbeiten können und nicht durch die Sorge um Ihr Fahrrad abgelenkt werden.

Was können Sie tun? Selbstverständlich schließen Sie Ihr Fahrrad mit einem möglichst guten Schloß an die Fahrradständer an, aber vielleicht überlegen Sie auch einmal, Ihr Fahrrad durch die Polizei codieren zu lassen. An verschiedenen Terminen bieten die Polizeidienststellen Codieraktionen an: Gleich morgen, am 21.4. zwischen 16 und 18 Uhr in Schöneberg, Gothaer Straße 19, am S-Bahnhof Friedrichstraße in Berlin-Mitte und vielen weiteren Orten. Weitere Informationen und Termine finden Sie auf den Info-Seiten zur Fahrradkennzeichnung der Polizei.

Gemeinsam können wir es den Dieben zumindest etwas schwerer machen!

Shakespeare in drei Akten am 26.4., 17 Uhr

Dienstag, 26. April 2016, 17.00 Uhr
Staatsbibliothek zu Berlin, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
Dietrich-Bonhoeffer-Saal
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

Eine Anglistin, ein wissenschaftlicher Bibliothekar und ein Übersetzer gestalten anlässlich des 400. Todestages William Shakespeares am 26. April 2016 in der Staatsbibliothek zu Berlin einen Themenabend in drei Akten. Prof. Dr. Sabine Schülting von der Freien Universität Berlin hält einen Vortrag mit dem Titel „Shakespeare – der Untote?“, Andreas Wittenberg von der Staatsbibliothek zu Berlin präsentiert die Shakespeare-Folios der Staatsbibliothek, und der freie Übersetzer Frank Günther berichtet über die Freuden und Leiden der Übersetzung Shakespearescher Texte. Die Veranstaltung steht im thematischen Zusammenhang mit der Reihe „Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog“, die von der Staatsbibliothek zu Berlin in Kooperation mit der Freien Universität Berlin, der Universität Potsdam sowie der Humboldt-Universität zu Berlin organisiert wird.

Sabine Schülting wirft in ihrem Vortrag einen kritischen Blick auf Geschichte und Gegenwart der internationalen Bardolatrie, der quasi-religiösen Verehrung Shakespeares als ein die Zeiten überdauerndes Universalgenie. “Shakespeare Lives” – “Shakespeare lebt” lautet das Motto der zahllosen Veranstaltungen, die unter der Federführung des British Council in diesem Jahr in rund 70 Ländern der Welt stattfinden. Aber ist Shakespeare tatsächlich ein globaler Autor? Ist er unser Zeitgenosse? Und ist er wirklich unsterblich?
Sabine Schülting ist Professorin für Englische Philologie an der Freien Universität Berlin. Sie ist die Herausgeberin des Shakespeare-Jahrbuchs und Mitglied des Vorstands der Deutschen Shakespeare Gesellschaft.

Andreas Wittenberg präsentiert unter dem Titel „Nur Wort’ und Worte“ die Shakespeare-Folios der Staatsbibliothek zu Berlin. Diese Ausgaben von Shakespeares Werken gehören zu den bedeutendsten unter den Beständen der Bibliotheken. Auch die Preußische Staatsbibliothek, heute Staatsbibliothek zu Berlin, gehörte einst zu den Besitzern aller vier Ausgaben. Doch die Auslagerung der Bücher zum Schutz vor Kriegseinwirkungen und die Folgen des Zweiten Weltkriegs haben große und zum Teil bis heute noch nicht wieder geschlossene Lücken in die Bestände der Staatsbibliothek gerissen. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die drei Ausgaben, die heute wieder in der Staatsbibliothek vorhandenen sind – eine Ausgabe, der „Second Folio“, konnte bisher noch nicht wieder erworben werden. Andreas Wittenberg gibt Informationen zur Sammlung und stellt die exemplarspezifischen Merkmale der Bücher, ihre Drucker, Provenienzen und Einbände vor. Zum Abschluss illustriert er mit Beispielen aus der Sammlung Künstlerische Drucke, wie sich Buchkünstler immer wieder neu von den Werken Shakespeares inspirieren ließen.

Frank Günther nimmt die Zuhörer an diesem Abend mit auf eine „abenteuerliche Reise in Shakespeares Sprachwunderwelten“. Der Sprachkünstler Shakespeare hat in seinen Werken „a great feast of language“ angerichtet, wie es in Verlorene Liebesmüh heißt – ein Festmahl der Sprache. Die Rezepte hat Shakespeare neu ersonnen, seine spezifischen Zutaten stammen vom reichen Acker der englischen Sprache: Ein Schlemmermahl des Englischen. Rezepte kann man nachkochen – aber wie kocht man in einer Übersetzung Shakespeares Festmähler nach, wenn die Zutaten aus dem deutschen Sprachgemüsegarten kommen müssen? Wenn die Zutaten ganz anders schmecken als die englischen?
Frank Günther ist seit mehr als vier Jahrzehnten Übersetzer des Gesamtwerks von William Shakespeare ins Deutsche. Seine vielfach ausgezeichneten Übersetzungen sind bei dtv und in einer bibliophilen Ausgabe bei Ars Vivendi erschienen. 2014 erschienen von ihm Unser Shakespeare sowie Shakespeares Wort-Schätze. Im Wintersemester 2007/08 hatte er die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin inne, die die Hochschule mit dem Deutschen Übersetzerfonds 2007 gemeinsam ins Leben rief und trägt.

Weitere Informationen

 

Kontakt:

Wissenschaftliche Dienste
Dr. Jochen Haug, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
T. 030 / 266 433 153

Presse
Jeanette Lamble, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
T. 030 / 266 431444

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog.
Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt

Workshop “Digitale Ressourcen zur US-amerikanischen Geschichte” am 21.4.

Workshop
E pluribus unum – digitale Ressourcen zur US-amerikanischen Geschichte
Donnerstag, 21. April
16.00 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal, Haus Potsdamer Straße
Treffpunkt: Eingangshalle (I-Punkt)
Anmeldung

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende (BA, MA, Dissertation etc.), die über Grundkenntnisse in der Arbeit mit einer wissenschaftlichen Bibliothek verfügen sollten.


Zur Wissenswerkstatt

Digitalisierung auf Wunsch – CrossAsia DoD geht an den Start

Beim neuen CrossAsia Digitisation on Demand (DoD) wird das namensgebende „on Demand“ groß geschrieben. Ab sofort bietet „CrossAsia – Fachinformationsdienst Asien“ mit diesem nachfrageorientierten und disziplinspezifischen Digitalisierungsservice die Möglichkeit, nicht digital und frei im Netz verfügbare Werke mit Relevanz für die Asienwissenschaften zu digitalisieren und nach dem Prinzip des Open Access zugänglich zu machen. Auf Basis von Digitalisierungswünschen soll damit der digital frei verfügbare asienwissenschaftliche Bestand gezielt und bedarfsgerecht in den kommenden drei Jahren um etwa 300 Bände aus den Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin (SBB) und circa 150 Bände aus dem Bestand der Universitätsbibliothek Heidelberg und der Bibliothek des Südasien-Instituts (SAI) der Universität Heidelberg erweitert werden.

Zur Digitalisierung vorgeschlagen werden können gemeinfreie Werke – d.h. die Autorin bzw. der Autor ist seit mindestens 70 Jahren verstorben – und sogenannte „vergriffene Werke“ deutscher Verlage mit Erscheinungsjahr bis 1965 für die kein verlegerisches Angebot mehr besteht und die im Buchhandel nicht länger erhältlich sind. Willkommen für die Digitalisierung sind natürlich auch Werke, für die Autorinnen und Autoren CrossAsia die einfachen Nutzungsrechte zur Digitalisierung und Bereitstellung eines Werkes selbst übertragen.

Dank der Förderung seitens der Deutschen Forschungsgemeinschaft kann das Angebot Forscherinnen und Forschern aus dem Kreis der Asienwissenschaften kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Zur Realisierung der Digitalisierungswünsche steht ein Fond für die nächsten drei Jahre zur Verfügung, der es erlaubt die Bände im genannten Umfang zu digitalisieren. Die Mittel werden nach dem Prinzip first-come, first-served eingesetzt. Alle in diesem Zusammenhang angefertigten digitalen Reproduktionen werden unmittelbar als Open-Access-Titel in den jeweiligen Bibliotheken (Digitalisierte Sammlung der SBB bzw. Literatur zu Südasien – digital) online zur Verfügung gestellt.

In den Digitalisierten Sammlungen der SBB und am SAI sind bereits zahlreiche Werke aus den Altbeständen in Berlin und Heidelberg, d.h. erschienen bis Anfang des 20. Jahrhunderts, online frei zugänglich. Im Vergleich dazu strebt dieses – im Umfang durchaus kleinere – Angebot an, gezielt diejenigen Titel aus den Beständen in Berlin und Heidelberg zu digitalisieren, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre eigene Forschung benötigen. Damit möchte CrossAsia einen Beitrag zur Förderung spezialisierter Forschung im Bereich der Asienwissenschaften leisten.

Einen vergleichbaren Digitalisierungsservice für juristische Quellen und Studien bietet der Fachinformationsdienst Recht der SBB bereits seit Dezember letzten Jahres an.

Weitere Informationen zu dem CrossAsia DoD-Angebot finden Sie unter: http://crossasia.org/service/dod.html

Risse im kulturellen Gedächtnis

Unter dieser Überschrift hat der Journalist Roland Koch für die Helmholtz-Gemeinschaft einen ausführlichen Bericht geschrieben, der die Wichtigkeit der im Sommer 2015 verabschiedeten bundesweiten Handlungsempfehlungen für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts unterstreicht. Für seinen Bericht besuchte er unter anderem die Restaurierungswerkstatt der Staatsbibliothek zu Berlin und sprach mit der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des Schriftlichen Kulturguts, KEK, die in der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelt ist: http://www.helmholtz.de/wissenschaft_und_gesellschaft/risse-im-kulturellen-gedaechtnis-5468/

„Rara? Wieso Rara?“

In großen bleigegossenen Lettern prangt die Schrift RARA-LESESAAL über dem neuen Eingang.

Und unsere Besucher*Innen wundern sich:
Warum trägt der Rara-Lesesaal diesen Namen? Kartenlesesaal, Handschriftenlesesaal, Musiklesesaal, alles klar, aber Rara?

Könnte es sich um eine geheimnisvolle Abkürzung handeln?
Etwa „Regelkonforme Aufbewahrung von Risikoliteratur mit Aggressionspotenzial“?
Werden dort die zuschnappenden Monsterbücher aus der Welt Harry Potters ausgegeben, die eine besondere Dompteurausbildung des Personals erfordern?

Nein, es ist viel einfacher:

Der Rara-Lesesaal ist nach Carl Wilhelm von Rara benannt, dessen Portrait deshalb dort an prominenter Stelle hängt (s. Bild oben).
Carl Wilhelm von Rara war ein bedeutender Sammler und quasi der „Erfinder“ des Alten Buches. Er wurde am 31.3.1799 in Crimmitschau an der Pleiße als jüngster Sohn eines Tuchfabrikanten geboren. Seine eher halbherzig betriebene Karriere als Jurist in der Verwaltung führte ihn über Dresden und Königsberg nach Berlin (ein Sachse in Preußen!), wo er 1856 verstarb. Dank des von seinen fünf früh verstorbenen Frauen ererbten Vermögens widmete er sich hauptsächlich seiner Büchersammlung, die nach seinem Tode in mehreren Auktionen verkauft wurde und nun in alle Winde zerstreut ist.

Beerdigt wurde er zusammen mit seinem Lieblingsbuch, einem handkolorierten Großfolianten, dessen mit Eisenbeschlägen gezierter Vorderdeckel als Grabplatte dient.
Das Grab von Rara ist auf dem Makulatur-Friedhof am Halleschen Tor zu finden, in unmittelbarer Nähe zur Amerika-Gedenkbibliothek, sehr passend für einen solchen Bibliophilen!

[Text von Silke-Michaela Wimmelhirn]


Und hier nun die Auflösung unserer primo-aprilesken Eskapade:

Leider ist die illustre Gestalt Carl Wilhelm von Raras ein reines Wimmelhirngespinst, die Bezeichnung Rara stammt vielmehr aus dem Lateinischen (rarus „selten, vereinzelt“) und wird für seltene und kostbare Drucke verwendet, siehe z.B. die von der Abteilung Historische Drucke betreute Rara-Sammlung.

[Die Red.]