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Ausstellung “Bulgarische Buchstaben” noch bis zum 14.7.2018 im Foyer des Hauses Potsdamer Straße

Aus dem Leben bemerkenswerter Menschen | Жизнь замечательных людей

1890 gab der russische Verleger und Publizist Florentij Fedorovič Pavlenkov die ersten beiden Biographien in der Reihe „Aus dem Leben bemerkenswerter Menschen“ in seinem Verlag „Obščestvennaja pol’za“ (Gemeinwohl) heraus. Damals war kaum absehbar, dass aus dieser Idee eine Publikationsreihe entstehen würde, in der noch mehr als 120 Jahre später Biographien herausragender Persönlichkeiten erscheinen würden. Pavlenkov veröffentlichte bis 1922 in der Reihe 198 Biographien mit einer Auflage von mehr als 1,5 Mio. Exemplaren. Die ersten Exemplare in der Staatsbibliothek wurden 1911 aus der Berliner „Lesehalle der Studierenden aus Russland“ übernommen.

Auf Anregung von Maxim Gorki wurde das Projekt 1933 wieder aufgenommen. Mit einer Biographie von Aleksandr Iosifovič Dejč über Heinrich Heine nahm eines der erfolgreichsten Editionsprojekte der Sowjetunion und des heutigen Russlands seinen Lauf. In den ersten Jahren erschienen die Ausgaben im Verlag „Žurnal’no-gazetnoe ob”edinenie“, seit 1938 im Verlag „Molodaja gvardija“. Heute erscheinen neben der „Serie Biographien“, in der bisher über 1500 Titel veröffentlicht wurden, noch eine „Kleine Serie“ und die Serie „Die Biographie geht weiter“.

Die Reihe diente auch als Vorbild für Sammelbiographien (Žizn zamečatelʹnych bol’ševikov. Leningrad, 1937. – Signatur: 3 A 146507; Žizn zamečatelʹnych ljudej Vladivostoka. Vladivostok, 2010. – Signatur: 3 A 187368; Žizn zamečatelʹnych kostromičej. Kostroma, 2003. – Signatur: 3 A 167858) und regionale Reihen wie z.B. Žiznʹ zamečatelʹnych uralʹcev (Ekaterinburg, 2011-; Signatur: 3 A 221989).

Die Staatsbibliothek zu Berlin strebt keine Vollständigkeit der Serie an. In der Erwerbungspolitik liegt das Augenmerk auf den Biographien von Persönlichkeiten, die für die Entwicklung Russlands oder der Sowjetunion, Osteuropas und der deutsch-russischen Beziehungen von Bedeutung sind.


Zum 120. Jahrestag der Serie erschien eine umfangreiche Bibliographie mit zahlreichen Informationen zur Geschichte der Reihe. Der Band ist im Osteuropa-Lesesaal einzusehen.

Gorelik, E. I.: Katalog “ŽZL” : 1890 – 2010 ; [120 let serii “ŽZL”].
Moskva : Molodaja Gvardija, 2010. – 412 S., [8] Bl. : zahlr. Ill.
(Žizn’ zamečatel’nych ljudej : Serija biografij ; 1436 = (1236)).
Signatur: OE LS DB c 415


Skabičevskij, Aleksandr Michajlovič: A. S. Puškin, ego žizń i literaturnaja dějatel’nost’

Skabičevskij, Aleksandr Michajlovič: A. S. Puškin, ego žizń i literaturnaja dějatel’nost’.
S.-Peterburg : Obščestvennaja Pol’za, 1891. – 80 S.
(Žizń zaměčatel’nych Ljudej)
Signatur: Ax 6691/20

«Пушкин – наше все» – Puschkin ist unser Alles. So formulierte der Schriftsteller, Literatur- und Theaterkritiker Apollon A. Grigor‘ev 1859 in seinem „Blick auf die russische Literatur seit Puschkins Tod“. Da überrascht es nicht, dass eine der frühen Biographien in der neu entstandenen Reihe eben diesem bedeutenden Dichter Russlands gewidmet wurde. Noch im November 1890 erteilte die Zensur die Genehmigung zur Herausgabe. Aber erst im Folgejahr erschien die Biographie des Literaturkritikers Skabičevskij auf dem Buchmarkt. Für Pavlenkovs biographische Reihe steuerte er auch Biographien über Nikolaj Dobroljubov und Aleksej Pisemskij bei (beide 1894 erschienen aber leider nicht in SBB vorhanden).


Dejč, Aleksandr Iosifovič: Genrich Gejne

Dejč, Aleksandr Iosifovič: Genrich Gejne.
Moskva : Žurnal’nogaz. Ob”edinenie, 1933. – 256 S. ; 8″
(Žizń zamečatel’nych ljudej ; 1/2)
Signatur: Au 8700/625

Bei der Wiederaufnahme der Reihe 1933 wurde die erste Biographie dem deutschen Dichter Heinrich Heine gewidmet. Die Namensliste der Mitglieder des Redaktionskollegiums für die neue Reihe liest sich wie ein „Who is who“ der sowjetischen Elite aus Politik, Wissenschaft und Kultur der 1930-er Jahre. Dies verdeutlicht die Ambitionen, mit denen Gorki die Herausgabe von Biographien bedeutender Persönlichkeiten vorantrieb. Er wollte einen Erfolg für dieses Editionsprojekt, in dem bedeutende Lebensleistungen von Einzelpersonen herausgestellt und somit ein Gegengewicht zu der dominierenden Rolle des Kollektivs im öffentlichen Bewusstsein geschaffen wurde. Die Heine-Biographie kam schon 1933 als Geschenk der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft in die Sammlungen der Preußischen Staatsbibliothek.


Vasʹkin, Aleksandr: Ščusev : zodčij vseja Rusi

Vasʹkin, Aleksandr: Ščusev : zodčij vseja Rusi.
Moskva : Molodaja gvardija, 2015. – 460 Seiten. : Illustrationen, Karten.
(Žizn’ zamečatel’nych ljudej : Serija biografij : Malaja serija ; vypusk 84)
Signatur: 3 A 224558

Der Begriff „Kleine Serie“ bezieht sich nicht unbedingt auf den Umfang sondern auf das kleinere Format der Bände. Ščusev ist heute dem westlichen Betrachter vor allem als Architekt des Lenin-Mausoleums auf dem Roten Platz in Moskau bekannt. Jedoch tat er sich schon vor den Revolutionen des Jahres 1917 bei Restaurierungen von russischen Kirchen hervor und errichtete den Kasaner Bahnhof in Moskau. In der Sowjetzeit wurde er zu einem der wichtigsten Architekten des Landes. Nach seinen Plänen entstand u.a. das Gebäude des Volkskommissariats für Landwirtschaft oder die Metrostation der Moskauer Ringbahn „Komsomolskaja“. Das Architekturmuseum in Moskau trägt heute seinen Namen.


Kijanskaja, Oksana Ivanovna: Dekabristy

Kijanskaja, Oksana Ivanovna: Dekabristy.
Moskva, 2015. – 380 S., [8] Bl. : Ill.
(Žiznʹ zamečatelʹnych ljudej : Serija biografij ; 1728 = (1528))
Signatur: 3 A 222221

Die Dekabristen waren eine Gruppe adliger russischer Offiziere, die am 14. (26.) Dezember 1825 den Eid auf Nikolaus I. verweigert und einen Aufstand gegen ihn angezettelt hatte. Dieser wurde unmittelbar und mit aller Härte nieder geschlagen. Fünf der Anführer wurden hingerichtet, hunderte Anhänger nach Sibirien verbannt oder ins Exil gedrängt. Die Dekabristen gelten in der russischen Geschichtsschreibung als frührevolutionäre Gruppe, die sich gegen die bestehende Form der Selbstherrschaft und die Leibeigenschaft in Russland stemmte. Die zur Verbannung nach Sibirien verurteilten Dekabristen leisteten in den Folgejahren einen erheblichen Beitrag zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung dieser abgelegenen Region. Sie blieben mit nicht verurteilten Sympathisanten in den Zentren Russlands in Verbindung und gerieten dadurch trotz der großen Entfernung nicht in Vergessenheit.


Aksenov, Gennadij Petrovič: Vernadskij.
Moskva : Molodaja Gvardija, 2001. – 484 S. : Ill.
(Žiznʹ zamečatelʹnych ljudej : Serija biografij ; 1000 = 800)
Signatur: 3 A 109321

Die Nummer 1000 der Reihe „Žiznʹ zamečatelʹnych ljudej” (Zählung seit 1890 unter Einschluss der zwischen 1890 und 1922 erschienenen Titel aus Pavlenkovs Reihe) bildet die von Gennadij Aksenov verfasste Biographie des Geologen Vladimir Ivanovič Vernadskij.


Micheenkov, Sergej Egorovič: Žukov : maršal na belom kone.
Moskva : Molodaja Gvardija, 2015. – 630 S. : Illustrationen.
(Serija Zizň zamečatelʹnych ljudej : Serija biografij ; vypusk 1723 (1523))
Signatur: 3 A 224729

Gorgij Žukov gehört zu den bekanntesten sowjetischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er hatte 1945 die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg in Berlin Karlshorst entgegen- und als „Marschall auf dem weißen Pferd“ die Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau abgenommen. Sein Lebensweg und seine Leistungen werden in zahlreichen Biographien immer wieder um neue Fakten und Vermutungen ergänzt und neu interpretiert.

Bildnachweis: Fotograf Olaf Hamann, Leiter der Osteuropa-Abteilung

Podiumsdiskussion zur Zukunft des Westbalkans. Foto: Pero Dajković

Eine Region mit Zukunft: Botschafter der Westbalkanstaaten debattierten am 7.12.2017 in der Staatsbibliothek

Auf Einladung der Südosteuropa-Gesellschaft, des Balkanologenverbandes und der Osteuropa-Abteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz  trafen sich am 07.12.2017 etwa 50 interessierte Gäste zur Podiumsdiskussion „Im Wartezimmer Europas. Westlicher Balkan – zwischen Beitrittsperspektive und Wirtschaftsunion“ im Dietrich-Bonhoeffer-Saal des Hauses in der Potsdamer Straße.

Grußwort der Generaldirektorin der Staatsbibliothek, Barbara Schneider-Kempf

Die Veranstaltung wurde mit Grußworten der Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, der Vorsitzenden des Balkanologenverbandes, Prof. Dr. Gabriella Schubert, sowie des Leiters der Osteuropa-Abteilung der Staatsbibliothek, Olaf Hamann, eröffnet. Helge Tolksdorf, Ministerialrat im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, hielt ein Impulsreferat über die Sicht der Europäischen Union auf die Zusammenarbeit mit den Staaten in der Region und die Voraussetzungen für eine EU-Mitgliedschaft. In der sich anschließenden und von dem Leiter des Büros der Stiftung Wissenschaft und Politik in Brüssel, Dr. Dušan Reljić, moderierten Podiumsdiskussion sprachen die Botschafter aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo, Mazedonien und Serbien darüber, wie sich ihre Länder zwischen EU-Beitrittsperspektive und regionaler Kooperation positionieren und wie ihre aktuelle Situation aus westeuropäischer Sicht eingeschätzt wird.

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Termine

Westlicher Balkan – zwischen Beitrittsperspektive und Wirtschaftsunion: Podiumsdiskussion am 7.12.

Podiumsdiskussion: Im Wartezimmer Europas – Westlicher Balkan zwischen Beitrittsperspektive und Wirtschaftsunion

  • Veranstaltung

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  • Termin

    Donnerstag, 7.12.17, 17 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)



Kartenausschnitt, Quelle: Europäische Kommission, 8.2016



Eine Gemeinschaftsveranstaltung
der Südosteuropa-Gesellschaft, der Osteuropa-Abteilung der Staatsbibliothek zu Berlin und des Balkanologenverbandes Berlin am 7.12.17 um 17 Uhr

 Teilnehmer:

  • S. E. Artur Kuko, Botschafter der Republik Albanien,
  • S. E. Željko Janjetović, Botschafter von Bosnien und Herzegowina,
  • S. E. Sasho Markovski, Botschafter der Republik Makedonien in Berlin,
  • S. E. Skender Xhakaliu, Botschafter der Republik Kosovo,
  • S. E. Ranko Vujačić, Botschafter der Republik Montenegro,
  • S. E. Dr. Dušan Crnogorčević, Botschafter der Republik Serbien
  • Ministerialrat Helge Tolksdorf, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Diskussionsleitung:
Dr. Dušan Reljić, Leiter des Büros der Stiftung Wissenschaft und Politik in Brüssel

2014 wurde von EU-Mitgliedern der sog. „Berlin-Prozess“ in Gang gesetzt. Er sollte die regio­nale Zusammenarbeit zwischen den sechs Balkanstaaten Albanien, Bosnien-Herzego­wina, Mazedonien, Kosovo, Montenegro und Serbien verbessern. Diese Länder hoffen je­doch be­reits seit 2000, als ihnen eine „europäische Perspektive“ in Aussicht gestellt wurde, auf die Eröffnung von konkreten Beitrittsgesprächen. Mit Serbien und Montenegro haben die Beitrittsverhandlungen mittlerweile begonnen. Die Bereitschaft der EU, die sich ange­sichts der raschen Erweiterungswelle der 90er- und 2000-er Jahre überfordert sah, war dazu ver­halten; spätestens seit dem Brexit-Votum der Briten ist sie noch mehr in die Ferne ge­rückt. Anderer­seits wächst in der Krisensituation der EU auch in den Balkanländern das La­ger der Euro­skeptiker und Populisten.

Nicht erst seit der jüngsten Flüchtlingswelle entlang der ‚Balkanroute‘ ist allen klar, welch zent­rale Rolle die Balkanregion auch weiterhin für Europa besitzt. Ungelöste Probleme gibt es auch nach der Schließung der Balkanroute und unabhängig davon: zwischen Serbien und dem Ko­sovo, Makedonien und Griechenland, innerhalb der Föderation Bosnien und Herze­gowina so­wie in Makedonien. Die Hoffnung der Länder auf einen EU-Beitritt sorgt in der Re­gion für Frie­den. Von EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn stammt der Ausspruch, eine „posi­tive Abhängigkeit“ der Balkanländer voneinander könne dazu beitragen, die allge­genwärtigen eth­nischen Spannungen zu entschärfen.

Am 12. Juli 2017 fand in Triest ein „Westbalkan-Gipfel“ statt, auf dem die Möglichkeit eines vom serbischen Präsidenten vorgeschlagenen gemeinsamen Wirtschaftsraumes erörtert wurde, der die wirtschaftliche Attraktivität der Region erhöhen und den Beitritt der Westbal­kanstaaten in die EU vorbereiten könnte.

Eine EU-Mitgliedschaft für das Kosovo krankt jedoch daran, dass es in den Augen Serbiens kein eigenständiger Staat ist, sondern zu Serbien gehört. In diesem Zusammenhang sind ähn­liche Probleme vorprogrammiert wie zwischen der EU und der Türkei in der Zypernfrage. Mon­tenegro ist unter den sechs Wartenden in seinen Beitrittsverhandlungen am weitesten voran­geschritten; sollte eine Balkan-Zollunion zu einem Ersatz für die volle EU-Mitgliedschaft wer­den, hätte das Land am meisten verloren. Für Kosovo hingegen könnte eine solche Union eine Chance bieten, einen ersten Schritt in Richtung EU zu tun.

Demgegenüber bestehen konservative Parteien in Westeuropa darauf, dass es keine neue Erweiterungsrunde der EU geben soll.

In dieser Gemengelage widersprüchlicher Interessen werden die Teilnehmer der Podiums­dis­kussion darüber diskutieren, wie sich Balkanländer zwischen ihrer Beitrittsper­spek­tive und ih­rer regionalen Kooperation positionieren und wie ihre aktuelle Situation aus westeu­ropäischer Sicht einzuschätzen ist.

Programm

Begrüßung
Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Grußwort
Prof. Dr. Gabriella Schubert, Präsidentin des Balkanologenverbands e.V., Präsidium der Südosteuropa-Gesellschaft

Grußwort
Olaf Hamann, Leiter der Osteuropa-Abteilung der Staatsbibliothek zu Berlin

Impulsreferat
Helge Tolksdorf, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Präsidium der Südosteuropa-Gesellschaft

Diskussion
Moderation Dr. Dušan Reljić, Stiftung Wissenschaft und Politik

Abschließende Gespräche bei einem kleinen Empfang

Anmeldungen erbeten an: Petra.Himstedt-Vaid@t-online.de

– entfällt – Buchvorstellung mit Marianna Tax Choldin “Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland”

Veranstaltung fällt leider aus! Buchvorstellung Marianna Tax Choldin: Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland

  • Termin

    Di, 20. März 2018
    18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

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Marianna Tax Choldin. Alle Rechte liegen bei Academic Studies Press




Hinweis!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde und Unterstützer der Staatsbibliothek zu Berlin,

leider müssen wir die Buchvorstellung am 20. März 2018 „Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland“ absagen, da die Autorin Marianna Tax Choldin erkrankt ist und nicht nach Deutschland kommen kann. Dies ist umso bedauerlicher, als das Thema Zensur hochaktuell ist. Daher hoffen wir auf eine baldige Genesung von Frau Tax Choldin, so dass wir die Veranstaltung recht bald nachholen können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Barbara Schneider-Kempf

Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Was führte eine Amerikanerin über 50 Mal in 50 Jahren nach Moskau?

Diese und weitere Fragen an ihr Leben als Slavistin, Bibliothekarin und Kämpferin für eine offene, demokratische Gesellschaft wird Frau Schneider-Kempf, ihrem Interview-Gast aus Chicago stellen. Frau Tax Choldin wird begleitend dazu Passagen aus ihrem Buch lesen.

Mit ihrem Vater, dem Ethnologen Sol Tax, fuhr sie 1960 zum ersten Mal in die osteuropäischen Länder und nach Moskau. Frau Tax Choldin wird über die Entdeckung ihrer Liebe zur russischen Sprache und Literatur sprechen. Dabei wird sie thematisieren, wie sie als Amerikanerin das Leben in der Sowjetunion empfand und wie sie sich emotional und gleichzeitig akribisch-wissenschaftlich ihrem Lebensthema, der „Zensur in Russland“ näherte. Höhepunkt der Beschäftigung mit diesem Thema war in den Jelzin-Jahren die Ausstellung zur Zensur in der Bibliothek für Ausländische Literatur in Moskau. Die Ausstellung gestaltete sie mit der Leiterin dieser Bibliothek, mit ihrer Freundin Katja Genieva. Gemeinsam setzten sie sich für die Demokratisierung der russischen Bibliothekslandschaft ein. So fand die Ausstellung auch in vielen weiteren Bibliotheken Russlands Nachahmer. Zusammen organisierten die beiden in dieser Umbruchszeit einen Runden Tisch zur Zensur in der Sowjetzeit, bei dem Täter, Opfer und Verwalter von „Giftschränken“ in den Bibliotheken zu Wort kamen. Die Metapher, die das Buch durchzieht: „Der Garten der zerbrochenen Statuen“ steht für den Umgang mit dem kulturellen Erbe eines Landes.

Katja Genieva war bis zu ihrem Tod 2015 das russische Gesicht im „Deutsch-Russischen Bibliotheksdialog“, dem Frau Schneider-Kempf auf deutscher Seite vorsteht.

Die Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße an der früheren Grenze zwischen Ost und West ist der geeignete Ort, um über Bibliothekspolitik zur Zeit des Eisernen Vorhangs zu sprechen. Marianna Tax Choldin wird von ihrer Arbeit im Dienst eines großen westlichen Bibliotheks-Netzwerks erzählen: Es wurden gemeinsam Bücher und Zeitschriften aus den osteuropäischen Ländern und der Sowjetunion erworben und mit dem „Anderen Planeten“ getauscht. Sie war an den Bibliotheken der Universitäten von Michigan und Urbana-Champaign in Illinois tätig. Unter anderem hat sie den „Auskunftsdienst Slavistik“ ins Leben gerufen, der es ermöglichte, weltweit Material in diesem Bereich zu lokalisieren und es der Forschung zur Verfügung zu stellen.

Frau Tax Choldin hat auch einen besonderen Bezug zu Deutschland. Sie wird darüber berichten, wie ihre jüdische Familie sie ermunterte, 1958 mit einer der ersten amerikanischen Schulklassen nach Deutschland zu fahren, um damit für ihre Generation eine Brücke nach dem Zweiten Weltkrieg zu schlagen. In den vielen Jahren ihrer Reisetätigkeit führte sie der Weg auch oft in die Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße, wohin sie jetzt zurückkehrt, um ihr Buch mit ihren Lebenserinnerungen vorzustellen.

Weitere Informationen zum Buch auf der Verlags-Website:

Marianna Tax Choldin: Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland. ©Simon Verlag für Bibliothekswissen. Buchcover

 

Bulgarische Buchstaben – Ein Alphabet Europas vom 20.06. – 14.07.2018

Bulgarische Buchstaben – Ein Alphabet Europas

  • Öffnungszeiten

    20.06. – 14.07.2018

    Mo – Fr 9-21 Uhr
    Sa         10-19 Uhr

  • Ausstellungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Foyer
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)





Anlässlich der bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft zeigt die Staatsbibliothek in Kooperation mit dem Bulgarischen Kulturinstitut, Berlin vom 20.06. – 14.07.2018 die Ausstellung »Bulgariens Buchstaben – ein Alphabet Europas«.

Renommierte internationale Künstler haben für jeden der 30 Buchstaben des bulgarischen Alphabets Plakate gestaltet. Diese zeitgenössischen und verschiedenartigen Interpretationen spiegeln die Einzigartigkeit und Universalität des bulgarischen Alphabets wider. Die nach St. Kyrill von Saloniki (826 – 869) benannte Schrift wird in den ost- und südslawischen Sprachen verwendet. St. Kyrill und sein Bruder St. Method gelten als Urheber des glagolitischen Alphabets, der ersten Schrift für das Altslawische. Die meisten dieser Buchstaben wurden aus dem griechischen Alphabet (in seiner byzantinischen Schriftform) entlehnt oder davon abgeleitet. Für die Laute, die nicht im Griechischen existierten, wurden Zeichen aus der glagolitischen Schrift (Glagoliza) gewählt. Das Altkirchenslawisch, in das St. Kyrill und sein Bruder St. Method die Bibel und andere liturgische Texte übersetzten, bildete die Grundlage der slawischen Schriftsprache. Mit ihrer nunmehr eigenen Schrift fanden die bislang als »unzivilisiert « geltenden Slawen ihren Platz innerhalb der spätantiken Schriftkulturen.

Die internationale Posterausstellung vereint die Bestrebung von 30 anerkannten Künstlern aus 20 Ländern, eine Sammlung von Postern zu kreieren, die Bulgarien und dessen Kultur gewidmet ist. Die Art der Präsentation bietet einem breiten Publikum die Gelegenheit eines unvergesslichen Erlebnisses. Wir freuen uns, diese Wanderausstellung in der Staatsbibliothek zu Berlin begrüßen zu dürfen und laden Sie sehr herzlich dazu ein.