Zwei neue Ausstellungen im Stabi Kulturwerk: „Was lesen? Verdrängte Texte wiederentdecken“ und „Inventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)“
Zwei Ausstellungen gehen aus entgegengesetzten Perspektiven der Frage nach, wie literarische Bedeutung entsteht: „Was lesen? Verdrängte Texte wiederentdecken“ richtet den Blick auf vergessene, verdrängte sowie übersehene Stimmen und macht die Mechanismen literarischer Auswahlprozesse sichtbar. „Inventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)“ erzählt dagegen die Erfolgsgeschichte eines populären Autors, dessen Werk seit zweihundert Jahren immer wieder neu gelesen, illustriert und interpretiert wird.
Was lesen? Verdrängte Texte wiederentdecken
13. Februar – 10. Mai 2026
EINLADUNG ZUR PRESSEBESICHTIGUNG
Mittwoch, 11. Februar 2026, 10 Uhr
Die Frage „Was lesen?“ klingt nach Wahlfreiheit angesichts eines riesigen Angebots. Wer bei der Entscheidung Orientierung und Hilfe sucht, verlässt sich aber häufig auf die Einschätzung anderer. Die zugrundeliegenden Auswahlprozesse sind dabei nicht immer transparent und nachvollziehbar. Denn was wir lesen, wird mitbestimmt durch Praktiken, an denen Akteur:innen im Buchmarkt, in Bibliotheken und Archiven, an Schulen und Universitäten beteiligt sind. Auch das Lesepublikum selbst beeinflusst diese Vorgänge. Die Ausstellung zeigt exemplarisch, wie das funktioniert. Hinterfragt wird, was in den Schulen und Universitäten gelesen, was gesammelt und wie es sortiert wird, welche Werke bereits publiziert wurden und welche (noch) vergriffen bleiben.
Die Listen ‚wichtiger‘ Bücher, die in den letzten Jahrhunderten entstanden sind, bilden nicht die Vielfalt ab, die die Welt und auch die Literatur ausmachen. Im Zentrum der Ausstellung stehen deshalb Texte, die vergessen oder aus dem Kanon verdrängt wurden; Stimmen, die (wieder) gehört werden müssen; Literatur, deren Entdeckung sich lohnt. Sichtbar werden etwa wenig beachtete Werke, die zwar in der Staatsbibliothek verwahrt werden, aber in der Literaturgeschichte nicht miterzählt werden. Dazu zählen Texte von schreibenden Frauen im Mittelalter, Werke von Romantikerinnen, die unter falschem Namen publiziert wurden, oder Schwarze deutsche Literatur, die noch wenig Aufmerksamkeit bekam.
Kuratiert von Esther Köhring und Martina Wernli, Humboldt Universität zu Berlin; beide sind Teil des Netzwerks #BreiterKanon
Inventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)
27. Februar – 17. Mai 2026
EINLADUNG ZUR PRESSEBESICHTIGUNG
Mittwoch, 25. Februar 2026, 11 Uhr
Wie kaum ein anderer Schriftsteller ist E.T.A. Hoffmann (geb. 1776, gest. 1822) in seiner Rezeption aufgegangen. Seit über zweihundert Jahren werden seine Werke in zahlreiche Sprachen übersetzt – darunter Englisch, Französisch und Polnisch, aber auch Jiddisch, Japanisch und sogar die Kunstsprache Esperanto. Darüber hinaus werden seine Texte illustriert und in vielfältige künstlerische Formen übertragen. Bis in die Gegenwart hinein inspiriert sein facettenreiches Werk aus Märchen, Horror- und Kriminalerzählungen, Romanen und Musikkritiken Künstler:innen auf der ganzen Welt.
Anlässlich seines 250. Geburtstages würdigt „Inventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)“ die inspirierende Energie einer internationalen Buchkultur, die seit fast einem Vierteljahrtausend den Blick auf Hoffmann prägt und immer wieder neu erfindet. Die Ausstellung zeigt herausragende Illustrationen und Künstlerbücher, erzählt von Exil und Verlust und erschließt – mit einem Seitenblick auf den ‚Kater Murr‘ – die Ursprünge des ‚cat contents‘.
Kuratiert von Dennis Schäfer in Zusammenarbeit mit Ursula Jäcker.
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Pressebesichtigung
Wir laden Sie herzlich zu den Pressebesichtigungen mit den Kurator:innen der Ausstellungen ein und bitten um Anmeldung unter: presse@sbb.spk-berlin.de
Stabi Kulturwerk
Unter den Linden 8, 10117 Berlin
https://stabi-kulturwerk.de/ausstellungen/
Bildmaterial
Druckfähige Pressebilder finden Sie im Pressebereich.
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Hintergrund
Stabi Kulturwerk der Staatsbibliothek zu Berlin
Die Staatsbibliothek zu Berlin ist eine der größten und leistungsfähigsten Bibliotheken Europas mit Schwerpunkt in der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung. Sie entwickelt Wissensressourcen von Weltrang und fördert mit modernsten Technologien internationalen Austausch und freien Informationszugang. Das Stabi Kulturwerk ist das Schaufenster in die umfangreichen Sammlungen und vielfältigen Forschungen der Bibliothek. In einer Dauerausstellung, der Schatzkammer sowie wechselnden Sonderausstellungen werden auf über 1.000 m² wertvolle Originale, herausragende Sammlungsobjekte und über 400 Jahre Kultur- und Bibliotheksgeschichte präsentiert.




