Ausstellung im Januar 2002: Wie ein Totentanz. Die Ereignisse des 20. Juli 1944

"Dietrich Bonhoeffer – Alfred Hrdlicka – Staatsbibliothek zu Berlin"
Ausstellung und Dauerleihgabe der Büste im Haus Potsdamer Straße

Ab Montag, 28. Januar 2002, ehrt die Staatsbibliothek zu Berlin in ihrem Haus Potsdamer Straße 33 den Theologen Dietrich Bonhoeffer und zeigt zugleich Werke des bildenden Künstlers Alfred Hrdlicka.
Als Dauerleihgabe erhält die Bibliothek vom Konsistorium der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg die Marmorbüste "Dietrich Bonhoeffer", welche 1977 vom österreichischen Künstler Prof. Alfred Hrdlicka geschaffen wurde. Sie wird in der Eingangshalle im Haus Potsdamer Straße aufgestellt.
Zugleich zeigt die Staatsbibliothek eine Ausstellung, die neben Dokumenten aus dem Nachlass Dietrich Bonhoeffers den ebenfalls von Hrdlicka 1974 geschaffenen und 53 Blätter umfassenden Graphik-Zyklus "Wie ein Totentanz. Die Ereignisse des 20. Juli 1944" präsentiert. Die Ausstellung ist bis zum Samstag, 2. März 2002, zu sehen.
Hintergrundinformation
Dietrich Bonhoeffer war einer der großen Theologen des 20. Jahrhunderts. Er ermutigte zum mündigen Christsein und lehrte, "dass Christen aus Gründen des Gewissens zum Widerstand gegen die Schändung elementarer Menschenrechte genötigt sind". 1933 hatte er öffentlich auf die sich abzeichnende Hetze gegen die Juden hingewiesen und "dargestellt, wie sich die Kirche seiner Auffassung nach verhalten sollte – so nämlich, dass sie nicht die Opfer verband, die unter die Räder staatlichen Rechtsbruchs gerieten, sondern ‚dem Rad selbst in die Speichen‘ griff". Kurze Zeit später wurde er zu einem herausragenden Vertreter der Bekennenden Kirche, die das Christentum mit der NS-Rassenideologie als miteinander unvereinbar erklärte. Seit 1940 engagierte sich Bonhoeffer zusammen mit seinem Schwager Hans von Dohnanyi im Widerstand. 1943 wurde er in Berlin verhaftet; aber erst nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 gelang es der Gestapo, ihm seine Tätigkeit im Widerstand nachzuweisen. Am 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer – gerade 39 Jahre alt – im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet. (Zitate sind dem Begleitband entnommen)
Der Nachlass Dietrich Bonhoeffers befindet sich seit 1996 in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. In der Ausstellung "Dietrich Bonhoeffer – Alfred Hrdlicka – Staatsbibliothek zu Berlin" sind unter anderem Briefe und Gedichte Bonhoeffers, die er 1944 während seiner Haftzeit verfasste, zu sehen.
Prof. Alfred Hrdlicka wurde 1928 in Wien geboren. Er studierte Malerei und Bildhauerei. Seine Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Museen und Ausstellungen weltweit gezeigt. Sein Werk sorgte immer wieder für begeisterte Aufnahme ebenso wie für schroffe Ablehnung. Im Mittelpunkt seines bildnerischen Schaffens steht die menschliche Figur, ihre realistische, dabei stets expressiv gestaltete Form. Seine künstlerische Tätigkeit ist von gesellschaftspolitischem Engagement getragen, thematisch wendet er sich immer wieder Krieg und Gewalt zu. Eines seiner herausragenden Werke ist der Graphik-Zyklus "Wie ein Totentanz.
Die Ereignisse des 20. Juli 1944".
29. Januar-2.März 2002
Ausstellungsraum
Haus Potsdamer Straße 33, Berlin-Tiergarten

Zur Ausstellung erscheint zum Preis von 14,90 Euro ein ausführlicher Begleitband, u.a. mit Beiträgen von Bischof Wolfgang Huber und dem Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Prof. Peter Steinbach, sowie dem vollständig abgebildeten Graphik-Zyklus Alfred Hrdlickas.

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