Vergessene Literatur sichtbar machen – Lesesaalintervention im Haus Unter den Linden

Ab dem 4. April 2025

Vielleicht entdecken Sie die roten Schuber im Lesesaal der Stabi Unter den Linden (HA 5 Sr); diese sind Teil einer Kooperation mit #breiterkanon – einem Netzwerk von Wissenschaftler:innen, die marginalisierte Autorinnen und Autoren sowie deren Werke bekannt machen möchten.

Die Intervention soll dazu beitragen, ‚vergessene‘ Literatur wiederzuentdecken. Hierzu wurden Titel aus der sogenannten Lückenliste ausgewählt, die von #breiterkanon kuratiert und bereitgestellt wurde. Die Liste versteht sich als offene Ergänzung und Infragestellung des durch vielfältige politische und gesellschaftliche Praktiken verengten Kanons.

Für die erste Ausstellung haben wir Titel aus dem Fachbereich Germanistik ausgewählt. Mit Werken wie „Versuch in Scherzgedichten“ (1751) von Johanna Carlotte Unzer, „Die Tante“ (1823) von Johanna Schopenhauer und „Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens“ (1895) von Gabriele Reuter  sind Schlaglichter heute recht unbekannter, doch sehr lesenswerter Texte dabei. Jeder Interventionsschuber enthält Kurzinformationen zum Werk, ein Portrait der Autorin oder des Autors sowie QR-Codes zu den entsprechenden Digitalisaten respektive Büchern im Bestand der Stabi. (Wieder-)entdecken Sie längst vergessene, aber bedeutende Literatur!

#breiterkanon ist eine Initiative von Wissenschaftler:innen, Autor:innen, Journalist:innen und Übersetzer:innen. Gegründet wurde das Netzwerk 2020 von Prof. Dr. Martina Wernli (HU Berlin). Zusammen setzen sie sich für die Wiederentdeckung und Entmarginalisierung von Autorinnen und Autoren ein, die aus verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Gründen an den Rand gedrängt und vergessen wurden. Ziel ist es, unseren bestehenden und oftmals allzu eng gefassten Kanon kritisch zu hinterfragen und zu verbreite(r)n.

Am 4. April 2025 – anlässlich der Nacht der Bibliotheken – stellen wir Ihnen die Lesesaalintervention kurz vor.
Uhrzeit: 18:15, 19:00 sowie 19:45 Uhr (Dauer ca. 15 Minuten)
Treffpunkt: Haus Unter den Linden 8, Foyer des Stabi Kulturwerks an der rechten Fensterfront
Keine Anmeldung erforderlich.

Titel aus der Lückenliste im Lesesaal Unter den Linden:

Ruth Bré:
Die Frau an der Jahrhundertwende (1900)

Frieda von Bülow:
Tropenkoller. Episode aus dem deutschen Kolonialleben (1896)

Gabriele Reuter:
Aus guter Familie. Leidensgeschichte eines Mädchens (1895)

Adele Schopenhauer:
Haus-, Wald- und Feldmärchen (1844)

Ernst Rosmer (Pseud. für Elsa Bernstein):
Dämmerung (1892)

Louise Franziska Aston:
Revolution und Contrerevolution (1849)

Fanny Lewald:
Jenny (1843)

Amalie von Imhoff (später Helvig):
Die Schwestern von Lesbos (1799)

Anna Maria Sager:
Karolinens Tagebuch ohne außerordentliche Handlungen oder gerade so viel als gar keine (1774)

Johanne Charlotte Unzer:
Versuch in Scherzgedichten (1751/1753)

 

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