der Service für Redaktionen | Print * Rundfunk * online

[die Meldungen der Jahre 2000 – 2016]

Neues Dauerangebot: Mit StabiStart drei Tage lang Bestände und Dienstleistungen testen

Gern zuerst testen! Für alle, die die Leistungen und Angebote der Staatsbibliothek zu Berlin noch nicht kennen, die gerade erst in die Stadt gekommen oder auf dem Weg hierher sind, die schon zu oft einen Bogen um die Häuser dieser Institution gemacht haben oder nicht sicher sind, ob das überhaupt alles das Richtige für sie ist, gibt es ab jetzt den kostenfreien Kurzzeit-Bibliotheksausweis „StabiStart“.

Seit heute kann jede Person ab 16 Jahren aus dem In- und Ausland an drei aufeinanderfolgenden Tagen kostenfrei einen großen Teil der Bestände, acht der neun Lesesäle und die vielfältigen Dienstleistungen der Staatsbibliothek zu Berlin testen. StabiStart ermöglicht zudem in den Lesesälen den Zugriff auf viele Millionen digitale Ressourcen wie Datenbanken und Volltexte sowie Zugang zum WLAN und den Internetarbeitsplätzen. Im Haus Potsdamer Straße 33 finden montags bis freitags 45-minütige Kurzeinführungen in die Arbeit mit und in der Bibliothek statt, diese in deutscher und englischer Sprache.

An diesen drei Standorten der Bibliothek, an denen Benutzungsbetrieb stattfindet, wird StabiStart an neue Benutzer ausgegeben: Haus Potsdamer Straße 33, Haus Unter den Linden/Eingang Dorotheenstraße 27 und am interimistischen Standort der Abteilungen für Zeitungen bzw. Kinder- und Jugendbücher im Westhafen. Mitzubringen ist der Personalausweis, ein Pass oder ein anderes für die Person ausgestelltes amtliches Dokument. Interessenten unter 18 Jahren müssen auch eine Einverständniserklärung ihrer Erziehungsberechtigten vorlegen.

Nach drei Tagen verliert StabiStart seine Gültigkeit. Wer danach weiter in der Staatsbibliothek zu Berlin arbeiten möchte, kann die kostenpflichtige Monats- oder Jahreskarte erwerben, dazu siehe http://staatsbibliothek-berlin.de/service/anmeldung/.

Begeisterte Gäste beim “Memory of the World”-Tag

Über 900 Besucher kamen am 5. Dezember in unser Haus Unter den Linden, wo sie die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach, die 95 Thesen gegen den Ablass von Martin Luther sowie die hebräische Handbibel M. Luthers sahen. Im Oktober hatte die UNESCO die drei Stücke in das Register “Memory of the World / Gedächtnis der Menschheit” aufgenommen; schon seit 2001 ist dort eine weitere Pretiose aus der Staatsbibliothek zu Berlin verzeichnet: die Arbeitspartitur von Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 9.

Am vergangenen Samstag waren die Gäste durchweg begeistert, und zwar nicht allein davon, dass sie in Ruhe alles betrachten konnten. Vor allem auch die ausführlichen Erläuterungen der Experten der Bibliothek, die ihre Stücke wie auch deren historische Einbettung und eine Reihe von “interessanten Geschichten drumherum aus dem Effeff” kennen, fesselten die Besucher. Im Durchschnitt blieben diese etwas länger als eine halbe Stunde, die längste Wartezeit zuvor hatte 25 Minuten betragen, was aufgrund der Einmaligkeit dieser Präsentation gern in Kauf genommen wurde. Die meisten Besucher verkürzten sich die Wartezeit mit dem Lesen der Broschüren zu den drei neuen Memory-of-the-World-Stücken und waren so bestens auf die Begegnung mit den Originalen eingestimmt.

Die Staatsbibliothek zu Berlin bedankt sich auch bei Presse und Rundfunk, denn ohne deren unermüdliches Hinweisen auf diesen besonderen Termin hätten weniger Menschen von diesem einmaligen und nur 8 Stunden dauernden Ereignis erfahren. Jetzt liegen die Originale wieder sicher verwahrt in ihren Tresoren bei 18 Grad Celsius und 50 % relativer Luftfeuchte.

Wer’s verpasst hat, kann sich in unserer Digitalen Bibliothek alles selbst anschauen:

h-Moll-Messe von J. S. Bach, Druck der 95 Thesen von M. Luther
Hebräische Bibel Martin Luthers
, und der Vollständigkeit halber auch die zuerst in das Memory of the World aufgenommene Sinfonie Nr. 9 von Ludwig van Beethoven.

bis 27. Februar: Ausstellung WELTREISE

Ausstellung “Weltreise. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger” von Ulrike Ottinger in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin
gefördert von der Kulturstiftung des Bundes

Aus ihrer Reise an einige Küsten rund um die Beringsee im Sommer 2014 entwickelte die Berliner Künstlerin Ulrike Ottinger mehrere Großprojekte, die ab heute sukzessive zu erleben sind:
Heute öffnete in der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33, die Ausstellung „WELTREISE. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger“.
Ab 4. Dezember zeigt die Galerie Johanna Breede Fotokunst die Ausstellung „Chamissos Schatten“, im März 2016 kommt der gleichnamige Kinofilm heraus.


Daten zur Ausstellung
Mittwoch, 2. Dezember 2015 – Samstag, 27. Februar 2016
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
montags-mittwochs, freitags/samstags 11-19 Uhr
donnerstags 13-21 Uhr
an Sonn- und Feiertagen geschlossen
freier Eintritt
zweibändige Publikation mit einem Künstlerbuch von U. Ottinger und einem Katalog zur Ausstellung (39,90 €)


Was war – was ist. Zwischen diesen zeitlichen Polen bewegte sich die Berliner Künstlerin und Filmemacherin Ulrike Ottinger während ihrer großen Reise im Sommer 2014 zur Inselkette der Aleuten (Alaska/U.S.A.) und in die am weitesten östlich gelegenen Regionen Russlands, nach Kamtschatka und Tschukota. Von dort brachte sie neben Filmen, Fotografien auch das Konzept für die Ausstellung „Weltreise“ mit, die seit heute dem Publikum offensteht. Für die Ausstellung wurde ein in dunklem Blau gehaltenes Zelt errichtet, dessen Dach die Weite und Tiefe des Sternenhimmels und dessen Boden die Meeresoberfläche imaginieren lassen. Auf vier Großleinwänden werden 960 Minuten Film gezeigt, die mit den mehr als 70 Autographe, Tagebücher und Objekte u. a. von James Cook, Johann Reinhold Forster, von Alexander von Humboldt, Adelbert von Chamisso, Charles Darwin und Johann Gottfried Herder aus dem Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin und mit den Dreh-, Foto- und Reisetagebücher von Ulrike Ottinger im Dialog stehen.

honorarfreie Pressefotos
http://staatsbibliothek-berlin.de/aktuelles/presse-news/pressebilder/aktuelle-themen/


Die Ausstellung entwickelte Ulrike Ottinger aus ihrem Projekt, 200 Jahre, nachdem der Dichter und Naturwissenschaftler Adelbert von Chamisso (1776-1838) die Welt bereiste, auf seinen Spuren Sibirien, Kamtschatka und die Aleuten aus heutiger Sicht neu zu entdecken und filmisch festzuhalten.
Aus Ottingers Logbuch der Imagination und ihrem Logbuch der Realität entstand so eine Neuschöpfung von Realität, eine filmische Realität. In der Ausstellung werden vier Filme von unterschiedlicher Länge gezeigt, die einen gleichermaßen sinnlichen wie direkten Einblick in vier bedeutsame Themenbereiche dieser Regionen der nördlichen Hemisphäre geben: Landschaften, Tiere, Menschen und Pflanzen.

Ulrike Ottinger schlägt den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart u. a. auch damit, dass sie die Tradition des ausführlichen Berichtens von Reisen anhand von Erzählungen, Zeichnungen, Modellen oder Messtabellen mit den modernen Mitteln des Films und der Fotografie fortsetzt.
Die Filmaufnahmen und Reisenotizen Ulrike Ottingers treffen in der Ausstellung auf historische Dokumente berühmter Weltreisender des 18. und 19. Jahrhunderts. Aus der Konfrontation der zeitgenössischen filmischen Beobachtungen der Künstlerin mit einzigartigen historischen Handschriften aus der Staatsbibliothek und Objekten aus den Beständen des Ethnologischen Museums, des Museums für Naturkunde und des Botanischen Museums entsteht eine spannungsreiche Erzählung, die von den ersten Vorbereitungen einer Expeditionsreise bis zur Rückkehr der Reisenden reicht. Ihre Erkenntnisse, Eindrücke und Ideen spannen den Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Im Zentrum der Ausstellung stehen daher neben den Filmen die Tagebücher, Briefe und Zeichnungen Alexander von Humboldts, Reinhold Forsters, Adelbert von Chamissos und Ulrike Ottingers.
Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert, sie wird selbst auf Weltreise gehen. Dabei bleibt sie nie dieselbe, sondern wird an jedem neuen Ort eine neue Auswahl dortiger Ausstellungsstücke zeigen.

„Weltreise“ ist einer von zwei Teilen des von der Kulturstiftung des Bundes großzügig geförderten gemeinsamen Projekts der Künstlerin Ulrike Ottinger und der Staatbibliothek zu Berlin. Parallel zur Ausstellung entsteht als zweiter Teil der Film „Chamissos Schatten“, der als filmische Dokumentation der Reise für das Kino produziert wird.

pdf – Text von U. Ottinger zu ihrer Ausstellung und dem Filmprojekt, veröffentlicht im BibliotheksMagazin 3/2015 auf den Seiten 15 – bis 22.


Mehr dazu jetzt in Berlin:

4. Dezember 2015 – 27. Februar 2016
Fotoausstellung in der Galerie Johanna Breede Fotokunst, Fasanenstraße 69 in Berlin, http://www.photography-now.com/exhibition/110713

8. Dezember 2015 – 9. Februar 2016
Filmreihe Weltreisen im Kino Arsenal | Institut für Film- und Videokunst an der Potsdamer Straße 2 in Berlin; die Filmreihe startet in Anwesenheit Ulrike Ottingers mit ihrem Film „Johanna d’Arc of Mongolia“ von 1989,
http://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/5770/2796.html

… und in Hamburg:

3. Dezember 2015 -13. März 2016
Ausstellung „Streamlines. Ozeane, Welthandel und Migration“ in den Deichtorhallen Hamburg; Fünfzehn künstlerische Projekte, zusammengestellt von der Kuratorin Koyo Kouoh aus Dakar, befassen sich mit Seewegen, Flucht, Hafen und Welthandel.
http://www.deichtorhallen.de/index.php?id=464