Die Staatsbibliothek im Berliner Rathaus zu Gast: Alexander von Humboldt – im Kosmos des Weltbürgers vom 24. August – 7. Oktober 2006

Alexander von Humboldt – im Kosmos des Weltbürgers
Dokumente aus dem Nachlass in der Staatsbibliothek zu Berlin
Die Staatsbibliothek zu Berlin nimmt das 150jährige Jubiläum der Übertragung der Ehrenbürgerwürde zum Anlass einer kleinen Ausstellung zum Leben Alexander von Humboldts im Rathaus von Berlin. Sie zeigt Dokumente und Bilder aus dem über 10.000 Dokumente umfassenden Teil seines Nachlasses, der 1932 in die Staatsbibliothek gelangte.
Alexander von Humboldt, 1769 in Berlin geboren und eben dort, nach einem der Wissenschaft gewidmeten Leben 1859 gestorben, ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Kulturgeschichte. Aufgewachsen in der Epoche Friedrichs des Großen war er Zeitgenosse Napoleons, Goethes und Darwins und wurde mit seinen naturwissenschaftlichen Untersuchungen zum Begründer der experimentellen Forschung. Humboldts Reise nach Mittel- und Südamerika ist die faszinierendste Forschungsunternehmung der Zeit, seine Bedeutung als Wissenschaftler und Schriftsteller ist unumstritten. Er gilt als Vater der modernen physikalischen Geographie. Sein scharfer Intellekt, sein weltgewandtes Auftreten und seine glänzende Erscheinung machten ihn zu einem bewunderten Vertreter Preußens in der Welt, er stand mit den Großen seiner Zeit in Kontakt. 1856, drei Jahre vor seinem Tode, erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin.
Der Nachlass Humboldts enthält Dokumente vornehmlich aus der Zeit von 1820 bis1859, es finden sich in ihm aber auch Briefe an ihn aus früheren Jahren, z.B. von der Amerikareise. Da der Nachlass in der von Humboldt angelegten Ordnung auf uns gekommen ist, spiegelt er dessen Arbeitsvorgehen wider: eigenhändig beschriftete Mappen enthalten Notizen, vollständige Manuskripte, Zeitungsausschnitte und Briefe zu Themen wie: Sklaverei, Meeresströmungen, Naturgeschichte und Physik der Alten, Geschichte der Weltansicht, Versteinerungen, Geographie der Pflanzen, Menschenrassen. Eine erstaunliche Mappenbeschriftungen von eigener Hand lautet "Schwarze Flecke Löcher? Eine Gespensterwelt". Alle Dokumente verweisen direkt oder indirekt auf geplante und erfolgte Veröffentlichungen, enthalten klassische Materialsammlungen zu Themen, deren Humboldt sich annahm.
Ein weiterer Teil von Humboldts Nachlass, der in 14 Kästen Manuskripte Korrekturbögen und Briefe enthält, liegt heute, bedingt durch Auslagerungen während des Zweiten Weltkrieges, in der Jagiellonischen Bibliothek in Krakau. Einen Teil dieses Nachlasses, drei Kästen mit Papieren zur Statistik und Geographie Mexikos und Cubas, hatte Humboldt selbst am 8. August 1854 für die Königliche Bibliothek bestimmt, er wurde 1868 übernommen. Andere Materialien, darunter z.B. die Manuskripte der "Ansichten der Natur" sowie des "Kosmos", kamen 1893 aus dem Nachlass Eduard Buschmanns in die Bibliothek. Buschmann unterstützte Humboldt bei den Arbeiten am Kosmos und war seit 1832 Bibliothekar an der Königlichen Bibliothek.
Es gibt bedeutende weitere Dokumente von und über Humboldt in anderen Beständen der Staatsbibliothek, z.B. in den Nachlässen Alexander Mendelssohns, Adelbert von Chamissos oder der Brüder Grimm – um nur einige zu nennen. Durch gezielte Ankäufe inhaltsreicher Briefe oder Manuskripte ergänzt die Staatsbibliothek den vorhandenen Bestand.
Zu danken ist der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften für ihre Unterstützung bei der Realisierung der Ausstellung.
Die Staatsbibliothek zu Berlin eröffnet mit dieser Präsentation eine Reihe von Ausstellungen, die im Berliner Rathaus weiteren prominenten Berlinern und ihren Nachlässen in der Staatsbibliothek gewidmet sein werden.

Berliner Rathaus
Rathausstraße 15, 10871 Berlin-Mitte
24. August – 7. Oktober 2006
Zur Ausstellung erscheint die Publikation
"Ehrenbürger Berlins – Alexander von Humboldt"
Beiträge aus der Staatsbibliothek zu Berlin Band 23
2,50 Euro

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