Exotische Typen: Buchdruck im Orient — Orient im Buchdruck im April 2006

Dem Besucher präsentieren sich in einem Zeitbogen hebräische Inkunabeln des ausgehenden 15. Jahrhunderts, reich verzierte armenische Lektionsbücher bis hin zu ersten osmanischen Drucken des frühen 18. Jahrhunderts. Die Vielfalt des Buchdrucks lernt der Betrachter darüber hinaus in außergewöhnlich illustrierten persischen Lithographiedrucken, in farbreichen islamischen Bucheinbänden sowie anhand eines Prachtkorans kennen. Okzident und Orient – dies ist ein Thema, das nicht erst in neuerer Zeit eine besondere Bedeutung hat: Seltene Bücher des 15. bis 17. Jahrhunderts dokumentieren die frühe europäische Beschäftigung mit dem Orient und seinen Sprachen. Und nicht zuletzt wird der Einfluss von Übersetzungen indischer Literatur auch auf die deutsche Klassik, auf Goethe und Schiller deutlich. Die Ausstellung dokumentiert eindrucksvoll die seit Jahrhunderten bestehende spannungsreiche und befruchtende Wechselbeziehung zwischen Orient und Okzident.
Zu den herausragenden Exponaten gehören:

    • Eine hebräische Bibel von 1494. Es ist das Handexemplar Martin Luthers, das er als Vorlage für seine deutsche Übersetzung des Alten Testaments heranzog und das handschriftliche Anmerkungen von ihm enthält.
    • Ein prächtiges armenisches Lektionsbuch von 1686, das als eines der schönsten armenischen Bücher überhaupt gilt.
    • Ein repräsentativer osmanischer Weltatlas von 1803 – das erste größere im Orient gedruckte kartographische Werk
    • Prachtvolle orientalische Bucheinbände
    • Die erste deutsche Ausgabe des indischen Dramas "Sankuntala" von 1791, die Goethe und Schiller rezipierten.
    • Peregrinatio in terram sanctam" des Bernhard von Breydenbach von 1486. Mit diesem reich bebilderten Wiegendruck liegen erstmals mehrere orientalische Sprachen in Druckform vor.
    • Die "Hypnerotomachia Poliphili" von 1499, eines der schönsten und berühmtesten Bücher der Renaissance, das zugleich hebräische und arabische Passagen enthält.
    • Drei der frühesten Koranübersetzungen aus dem 16. bis 17. Jahrhundert, sowie
    • die "Epistola ad Galatas" von 1583, der erste längere arabische Text der in Deutschland gedruckt wurde
    • Die "Magna Alchymia" des Leonhard Thurneysser von 1583, der erste Berliner Druck mit Passagen in fünf orientalischen Sprachen
    • und schließlich eine eindrucksvolle Stadtansicht von Kairo aus dem Jahre 1549 – eine Leihgabe des Kupferstichkabinetts – Sammlung der Zeichnungen und Druckgraphik.

Eine Ausstellung der Staatsbibliothek zu Berlin
7. April – 10. Juni 2006
Ausstellungsraum
Haus Potsdamer Straße 33
Öffnungszeiten der Ausstellung
Montag – Freitag 10 – 18 Uhr
Samstag 10 – 17 Uhr
Sonn- und feiertags sowie am Karsamstag, 15.4.2006 geschlossen
Eintritt frei
Führungen Mai 2006
Montag, 22. Mai 2006, 16 Uhr
Führung durch die Ausstellung
Meliné Pehlivanian
Mitarbeiterin der Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin
Montag, 29. Mai 2006, 16 Uhr
Führung durch die Ausstellung
Meliné Pehlivanian
Mitarbeiterin der Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin
Führungen Juni 2006
Freitag, 2. Juni 2006, 16 Uhr
Führung durch die Ausstellung
Schwerpunkt: Der islamische Orient
Dr. Hars Kurio
Mitarbeiter der Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin
Anmeldung zu Führungen durch die Ausstellung:
Telefon: 266 435900orientabt@sbb.spk-berlin.de

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