Lokalkolorit
von Diana Johanns
Es gibt gewisse Gepflogenheiten, die zu wahren sind, wenn man als zivilisierter Mensch das Wohlwollen seiner Umgebung bewahren möchte. So kündigt man etwa eine Feier vorsorglich mit einem kleinen Aushang an – für den Fall, dass es, wie zu hoffen steht, lebhaft und auch ein wenig lauter wird.
In den Stillen Lesesälen unserer Bibliothek scheint eine solche Vorsichtsmaßnahme indes entbehrlich: Den Beständen begegnet man hier üblicherweise mit Ehrfurcht und respektvoller Disziplin.
Am Freitag, dem 24. April, zeigte sich jedoch ein anderes Bild. Eine Gruppe junger Illustratorinnen des Künstler:innen-Netzwerks Picturebooks Berlin hatte den Wunsch nach vertiefenden Einblicken in unsere Abteilung und ihre Bestände geäußert – eine Bitte, der wir mit großer Freude entgegenkamen.
Gegen 10 Uhr füllte sich der Annex des Vivariums mit kreativer Neugier.
Zunächst blieb das allgemeine Gebaren ganz dem Ort gemäß: ruhig und konzentriert. Sigrun Putjenter führte kenntnisreich und mit feinem Humor durch die
Geschichte der Abteilung sowie ihrer Forschungsbestände und stellte dabei Publikumslieblinge wie den
Orbis Pictus oder Bertuchs Bilderbuch für Kinder vor.
Das Publikum lauschte aufmerksam und blätterte andachtsvoll.
Dann wurden die Tische freigegeben!
Auf ihnen entfalteten Originalillustrationen von Brigitte Schleusing, Jacky Gleich, Klaus Ensikat, Gerhard Lahr, Elizabeth Shaw und Bernhard Nast ihre Anziehungskraft. Um auch auf unsere Nachlässe aufmerksam zu machen, präsentierten wir die illustrierten Briefe von Nikolaus Heidelbach und Axel Scheffler an den Verleger Hans-Joachim Gelberg sowie die floralen Entwürfe für Heimtextilien des jungen Grafikers Janosch.
Das Staunen wurde vernehmlicher, das Lachen lauter, und die Veranstaltung wandelte sich zu einem Happening, das sanft bis in den Lesesaal drang.
Und – wie bei solchen Geselligkeiten üblich – wurde sogar noch Nachschub geholt (die Exponatensammlung der Troisdorfer Ausstellung Wie man Berge versetzt) und mit vernehmlicher Freude bedacht.
Wir bedanken uns herzlich für den Besuch und die grafischen Grüße von:
Es war uns ein Fest, und wir freuen uns sehr auf alles, was noch kommt.
And now in English
There are certain customs that must be observed if one wishes, as a civilized person, to maintain the goodwill of those around oneself. For instance, one might announce a celebration in advance with a small notice—just in case, as is to be hoped, things get lively and perhaps a little noisy. In the quiet reading rooms of our library, however, such a precaution seems unnecessary: Here, the collections are typically treated with reverence and respectful discipline.
On Friday, April 24, however, a slightly different picture emerged. A group of young illustrators from the artist network Picturebooks Berlin had expressed a desire for deeper insights into our department and its collections—a request we were delighted to fulfill. Around 10 a.m., the Vivarium annex filled with creative curiosity.
At first, the general demeanor remained entirely in keeping with the venue: quiet and focused. Sigrun Putjenter guided the group through the history of the department and its research collections with expertise and subtle humor, introducing audience favorites such as the Orbis Pictus and Bertuch’s Bilderbuch für Kinder (Picture Book for Children). The audience listened attentively and leafed through the (modern) books reverently.
Then the tables were opened for viewing – original illustrations by Brigitte Schleusing, Jacky Gleich, Klaus Ensikat, Gerhard Lahr, Elizabeth Shaw, and Bernhard Nast, which unfolded their charm. To draw attention to our estates as well, we presented the illustrated letters from Nikolaus Heidelbach and Axel Scheffler to the publisher Hans-Joachim Gelberg, as well as the floral designs for home textiles by the young graphic artist Janosch.
The gasps of wonder grew louder, the laughter more boisterous, and the event transformed into a happening that softly drifted all the way into the adjacent reading room. And—as is customary at such gatherings—we also brought in additional material (from the collection of the Troisdorf exhibition Wie man Berge versetzt), which was received with audible delight.
We would like to express our heartfelt thanks for the visit and for the lovely graphic greetings from
Elenia Beretta, Eva Burckhardt, Clara Gilod, Risa Kusumoto, Charlotte Lorber, Ophélia Paris, Charlene Peruchi, Juliana Penkova, Sasha Pshenychna, Karen Runge, Tanja Salomäki und Anca Trif.





























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