Online: „Der Krünitz“ und seine Oekonomische Encyklopädie

"Oekonomische Encyklopädie oder Allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirthschaft"

(242 Bände 1773-1858)

  • Online-Ausgabe (Volltext-Digitalisierung) von der Universitätsbibliothek Trier: http://www.kruenitz1.uni-trier.de/
  • Johann Georg Krünitz (1728-1796) war ein bedeutender deutscher Enzyklopädist, Lexikograph, Naturwissenschaftler und Arzt und Herausgeber der ersten 75 Bände.
  • Geplant war zunächst nur die Übersetzung der 1770/71 zu Yverdon veröffentlichten 16-bändigen "Encyclopédie oeconomique", ab Band 3 setzte Krünitz das Werk eigenständig fort.
  • Das Werk entwickelte sich zum umfangreichsten Lexikon der Goethezeit.
  • Zu den wohl am berühmtesten Lesern gehörte Friedrich Schiller. Für sein "Lied von der Glocke" übernahm Schiller das Motto und zahlreiche Fachtermini aus dem Artikel "Glocke" im Band 19 (1780).
  • Am 20. Dezember 1796 starb Johann Georg Krünitz im Alter von 68 Jahren inmitten seiner Arbeit am Artikel "Leiche" für den 73. Band. Nach seinem Tod übernahmen verschiedene Autoren die Weiterbearbeitung.
  • Viele Artikel waren auf Grund der langen Erscheinungsdauer bereits veraltet und die Autoren handelten daher einige Themen unter Stichwörtern, die sich in das Alphabet der noch zu veröffentlichenden Bände einordnen ließen, erneut ab. Der Artikel "Elektricität" wurde von Krünitz im Band 10 im Jahre 1777 verfasst. Im Band 225 im Jahre 1855 wurde im Artikel "Vis electrica" das Thema Elektrizität erneut abgehandelt.
  • Das Schlusswort im Band 242 (1858) S. VIII schrieb Ernst Theodor Litfaß (1816-1874), der seit 1845 der Verleger des Lexikons war:

    "Mit dem gegenwärtigen 242. Bande schließt endlich eines der riesenhaftesten Werke, welche vielleicht in keiner Literatur seines Gleichen finden dürfte; denn seit dem Erscheinen des ersten Bandes … sind bereits 85 Jahre vergangen, und die Empfänger des letzten Bandes gehören nun einer ganz andern Welt an, in welche die Erinnerungen aus jener fernen Zeit fast nur sagenhaft herüberklingen. In dieser Beziehung hat das Werk selbst einen historischen Werth, es zeigt in seinem Verlaufe den ganzen Entwicklungsgang, welchen die Wissenschaft, namentlich die chemische, technologische und ökonomische seit Friedrich dem Großen gewonnen hat."

Ein umfangreicher Bestand an bedeutenden deutschen Lexika des 17. – 20. Jahrhunderts befindet sich im neuen Lesesaal der Staatsbibliothek im Haus Unter den Linden.

0 Kommentare

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.