Spiele und Spieler in der deutschsprachigen Literatur: Werkstattgespräch am 22.1.

Werkstattgespräch mit Elena Giovannini

Agon und alea. Die Inszenierung von Konflikten durch Spiele und Spieler von der Aufklärung bis zum Zweiten Weltkrieg

Während das Spiel in der Literatur des Barock meist als Glücksspiel dargestellt wird, mit dem sich die Helden über Verluste hinwegtrösten, dient es in der Aufklärung häufig als pädagogische Metapher. In der Romantik nimmt es bisweilen dämonische Züge an und im 20. Jahrhundert spiegelt es einmal ganz individuelle Identitätsprobleme wider, ein anderes Mal dagegen eine epochale Zerrissenheit.
Das Spiel wird schon seit Jahrhunderten als ein beliebtes literarisches Motiv verwendet, gilt in diesem Zusammenhang aber auch als ethisches Modell. Die Spielkategorien agon (Wettstreitspiele) und alea (Zufallsspiele) erfüllen dabei eine besondere Funktion in der Inszenierung von Konflikten, die in der neuzeitlichen deutschen Prosa exemplarisch für das Werk eines Schriftstellers, eine literarische Strömung oder eine Epoche stehen können.
Am Beispiel bedeutender Autoren der deutschen Literatur wie Gotthold Ephraim Lessing, E. T. A. Hoffmann, Arthur Schnitzler oder Stefan Zweig untersucht der Vortrag die Funktionalisierung von Strategie- und Glücksspielen in verschiedenen Konfliktsituationen. Unter Rückbezug auf die ethischen Modelle von Aristoteles, Kant und Schiller wird dabei unter anderem diskutiert, ob die spielerische Dimension auch einen Beitrag zur Lösung von Konflikten leisten kann. Poster zur Veranstaltung Elena Giovannini ist promovierte Germanistin. Sie lehrt und forscht hauptsächlich an der Universität Bologna in Italien.
Donnerstag, 22. Januar
18.15-19.45 Uhr
Konferenzraum 4, Haus Unter den Linden
Treffpunkt: Eingangsbereich (Rotunde)
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