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StaBi 2030 – Ergebnisse der Tagebuchstudie

Fremde Tagebücher liest man nicht? Wir schon! Aber natürlich nur Ihre StaBi-Tagebücher, die 16 unserer Besucher*innen im Frühjahr 2020 extra für das Projekt „StaBi 2030“ verfasst hatten. In Tagebuchform dokumentierten sie ihre Bibliotheksaufenthalte in der Potsdamer Straße und wir durften einigen von Ihnen ganz nahekommen und haben viel gelernt – herzlichen Dank dafür! Auf diese Weise wollten wir mehr darüber erfahren, was unsere Besucher*innen während eines Bibliotheksaufenthaltes tun und inwieweit sich unser vor-Ort-Angebot für die jeweiligen Aktivitäten eignet. Die anstehende Generalinstandsetzung und die aktuell laufenden Planungsprozesse sind für uns wichtige Anlässe, um uns genauer zu den Nutzungsgewohnheiten und Anforderungen der Besucher*innen am Standort Potsdamer Straße zu informieren.

Ergebnisse der Studie
  1. Aber was haben uns die Tagebücher mitgeteilt? Zunächst einmal, dass die StaBi in der Potsdamer Straße sehr bewusst als Arbeitsort gewählt und gegenüber anderen Optionen (andere Bibliotheken, Arbeiten zu Hause oder in Coworking Spaces) klar bevorzugt wird. Vor allem die einzigartige Lesesaal-Atmosphäre mit der Mischung aus umwerfender Architektur und konzentrierter Stille zieht die Leser*innen an diesen Ort. Als Arbeitsort scheint die Bibliothek recht gut zu funktionieren, wenngleich wir auch eine Vielzahl von Verbesserungswünschen und Ideen erhalten haben. Besonderen Stellenwert hatte hier der Wunsch nach Bereichen zum ungestörten und nicht störenden Telefonieren, was natürlich auch zu einem Arbeitstag in der Bibliothek gehört.
  2. Wer intensiv arbeitet, sollte auch regelmäßig Pausen machen können, um sich zu regenerieren und die Batterien wieder aufzuladen. Hier entspricht unser Angebot noch nicht den Vorstellungen und Wünschen unserer Leser*innen. Wichtige Ansatzpunkte für Verbesserungen sind die Verpflegungsmöglichkeiten in der Cafeteria, die Selbstverpflegungsmöglichkeiten im Foyer einschließlich hygienischer Trinkwasserspender sowie Ruhebereiche. Aber auch ganz allgemein dürfte die Instandhaltung des Hauses und der Ausstattung verbessert werden.
  3. Neben diesen konkreten Anregungen haben uns die Tagebücher aber auch vermittelt, welche Rolle ein Bibliotheksaufenthalt in der Potsdamer Straße im Leben der Leser*innen spielt. Als Büroersatz strukturiert die StaBi den Alltag als Wissensarbeiter*in, garantiert soziale Einbettung, steigert die Motivation und erleichtert die Selbstkontrolle, wenn die Konzentration mal schwerfallen sollte. Besonders gut klappt das für einige, weil die Staatsbibliothek „ihren“ Besucher*innen keine konkreten Ergebnisse abverlangt, sondern sich darauf konzentriert, Sie bei der Realisierung Ihrer Vorhaben zu unterstützen. Die hohe Auslastung zu Jahresbeginn hat diese positiven StaBi-Effekte für viele allerdings weniger spürbar werden lassen.

Natürlich haben wir noch viel mehr über den Bibliotheksalltag unserer Besucher*innen erfahren. Wenn Sie sich also detaillierter über die Ergebnisse informieren möchten und ein bisschen Tagebuchflair schnuppern möchten, finden Sie hier die vollständige Auswertung.

Wie geht es nun weiter?

Wir erörtern die Ergebnisse intern und entscheiden, welche Themen schon vor der GiS angegangen werden können und welche in die Planung der GiS eingehen. Um die Relevanz einiger Vorschläge in der gesamten Nutzerschaft besser einschätzen zu können, führen wir außerdem im Herbst 2020 eine Online-Nutzerbefragung durch. Begleitend werden wir Interviews durchführen und einige von Ihnen – Ihr Einverständnis vorausgesetzt – bei der Wahl eines Arbeitsplatzes beobachten. Und im kommenden Jahr werden wir mit interessierten Leser*innen konkrete Ideen für z.B. Steharbeitsplätze oder Ruhebereiche im Rahmen eines Design-Thinking-Workshops entwickeln. Es bleibt also interessant.

Haben Sie Lust, bei „StaBi 2030“ aktiv dabei zu sein?

Dann freuen wir uns über eine E-Mail an Barbara Heindl und Romy Hilbrich, die auch sehr gerne etwaige Fragen beantworten und mehr über das Projekt berichten.

Schreiben Sie ein StaBi-Tagebuch!

Können Sie sich vorstellen, an drei Tagen Ihren StaBi-Aufenthalt in einem Tagebuch festzuhalten? Wir suchen Teilnehmende für eine Tagebuchstudie ab dem 20. Januar 2020 und interessieren uns dafür, welchen Tätigkeiten Sie in der Bibliothek nachgehen und ob die Bereiche der Bibliothek dafür geeignet sind: Wo ist Ihr Lieblingsplatz bei uns? Warum mögen Sie diesen Platz besonders? Wie verbringen Sie Ihre StaBi-Pausen? Arbeiten Sie bei uns allein oder gemeinsam mit anderen? Und wo erledigen Sie wichtige Telefonate?

Wir suchen Menschen,

  • die sich im Foyer, im Lesesaal, in Arbeitskabinen oder in der Cafeteria aufhalten,
  • die gedruckte, elektronische oder gar keine Medien nutzen,
  • die die StaBi zu beruflichen, privaten oder zu Studienzwecken aufsuchen,
  • aus allen Altersgruppen,
  • mit und ohne Behinderung.

Die Tagebuchstudie ist Teil des Projekts „StaBi 2030“, das die Perspektive der Nutzer*innen auf Arbeitsbereiche der Bibliothek in den Planungsprozess zur Generalinstandsetzung des Hauses Potsdamer Straße einbringt. Um nach der Sanierung attraktive und funktionale Arbeitsbereiche anbieten zu können, interessieren uns Ihre Bedürfnisse, Anforderungen, Vorstellungen und Ideen. Deshalb führen wir im Laufe des Jahres neben der Tagebuch-Studie weitere Erhebungen durch, für die wir Ihre Mithilfe brauchen: Interviews, Shadowing, Umfrage, Design-Workshop u.v.m. Über die Ergebnisse informieren wir regelmäßig vor Ort und hier im Blog. 

Interesse?

Wenn Sie mitmachen möchten, können Sie sich bis zum 23. Januar 2020 anmelden. Füllen Sie einfach vor Ort einen unserer Flyer aus und werfen ihn in den Briefkasten am i-Punkt im Foyer. Oder schicken Sie uns eine Mail an feedback@sbb.spk-berlin.de

  • An jedem der drei Tage wartet eine kleine Überraschung auf Sie!
  • Unter den Tagebuchschreiber*innen verlosen wir die einwöchige Nutzung eines Kabinenarbeitsplatzes im Februar.
  • Alle Teilnehmenden laden wir zu einer privaten Führung hinter die Kulissen der StaBi ein.

Im Januar keine Zeit?

Sie möchten mitmachen, haben aber im Januar keine Zeit oder schreiben ungern Tagebuch? Sie können uns gerne schon jetzt kontaktieren, wenn Sie an einem der anderen Formate unseres Projekts teilnehmen möchten. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! 

Sie möchten mehr erfahren?

Barbara Heindl & Romy Hilbrich

E-Mail: feedback@sbb.spk-berlin.de

Telefon: (030) 266433 -450 /-513

StaBi 2030 – Die ideale Bibliothek aus Sicht unserer Leser*innen

Wir hatten viele Fragen an Sie: Wie stellen Sie sich die StaBi Potsdamer Straße in der Zukunft nach der Generalinstandsetzung vor? Welche Arbeiten wollen Sie hier erledigen? Was brauchen Sie dafür von uns? Haben Sie Änderungswünsche? Und was soll unbedingt in die Zukunft mitgenommen werden?

Warum so viele Fragen? Bei allen Planungen sollen auch die Anforderungen und Bedürfnisse der Leser*innen Berücksichtigung finden. Deshalb möchten wir möglichst genau wissen, welche Wünsche Sie an die Bibliothek haben. Den Anfang machte die Graffiti-Wand in unserem Lesesaal, die Sie im Oktober mit Ihren Anregungen gefüllt haben.

Und die Antworten auf die Fragen? 237 Rückmeldungen und Ideen haben uns erreicht und wir freuen uns sehr über die rege Beteiligung! Hier im Blog können wir Ihnen nur einen kleinen Einblick geben, aber hier finden Sie eine ausführlichere Zusammenfassung der Gesamtauswertung.

 

Welches Feedback haben Sie gegeben?

Rückmeldungen nach Feedbacktypen

  • Mehr als ein Fünftel aller Rückmeldungen waren Vorschläge für ganz neue Angebote und Services. Das Spektrum reichte von einem Bereich zum Ausruhen/Schlafen (der viele Fans gefunden hat) über einen Nutzerrat als Mitbestimmungsgremium (der ausgiebig diskutiert wurde) bis hin zu einem Hologramm-Raum.
  • Knapp 20% aller Rückmeldungen waren Verbesserungsvorschläge für vorhandene Angebote. Vor allem das Arbeitsplatzangebot soll um Bereiche für gemeinsames Arbeiten mit anderen und für informellere Formen von Arbeit inkl. Pausen erweitert werden. Aber auch der Wunsch nach individualisierbaren und ergonomisch gestalteten Leseplätzen und nach mehr Barrierefreiheit wurde genannt.
  • Kritik bezog sich häufig auf die (Selbst-)Verpflegungssituation vor Ort. Aber auch die Anzahl an Schließfächern und der neue Ort der Zeitungsauslage wurden kritisiert.
  • Gefreut haben wir uns über die überwiegend positiven Rückmeldungen zur Raumatmosphäre in der Potsdamer Straße. Viele schätzen die Architektur und genießen die Verteilung der Arbeitsplätze im Lesesaal. Auch den persönlichen Kontakt mit Bibliotheksmitarbeitenden finden die meisten Nutzenden freundlich und hilfreich – vor allem die Garderobe und das dortige Personal wurden sehr dafür gelobt, dass sie eine persönliche Atmosphäre schaffen.

Und jetzt?

Ihnen allen herzlichen Dank für Ihr Engagement und die wertvollen Rückmeldungen! Wir beschäftigen uns intern weiterhin eingehend mit der detaillierten Auswertung des Feedbacks und hoffen, den einen oder anderen Wunsch auch schon vor der Generalinstandsetzung erfüllen zu können.

In einem Punkt haben wir schon jetzt gute Nachrichten: Für die Zeitungsauslage sind nämlich bereits passende Möbel bestellt und in der nächsten Zeit wird aus dem ehemaligen Kartenlesesaal also eine gemütliche Leselounge!

 

StaBi 2030 geht weiter – machen Sie mit!

Im kommenden Jahr möchten wir Ihre Vorstellungen von gelungenen Arbeitsbereichen in der Bibliothek noch genauer kennenlernen. Im Januar geht es mit einer Tagebuchstudie los, gefolgt von teilnehmender Beobachtung, Interviews u.v.m. Für diese Formate und besonders für die näher rückende Tagebuchstudie suchen wir ab sofort interessierte Teilnehmer*innen.

Haben Sie Lust? Melden Sie sich einfach unter feedback@sbb.spk-berlin.de. Wir, das Team um StaBi 2030, geben Ihnen gern weitere Informationen und beantworten alle Fragen. Vor allem aber freuen wir uns sehr darauf, weiter gemeinsam mit Ihnen die StaBi 2030 zu entwickeln!