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Max-Herrmann-Preis 2019 an Freshta Karim aus Kabul/Afghanistan und Bara’a Al-Bayati aus Bagdad/Irak

Die wichtigste Auszeichnung, die in Deutschland für Verdienste um das Bibliothekswesen vergeben wird, geht am Dienstag, 24. September 2019, an zwei junge Frauen, die sich in ihren von Krieg teils zerstörten Heimatstädten für den Zugang zu Bildung einsetzen: Freshta Karim aus Kabul/Afghanistan und Bara’a Al-Bayati aus Bagdad/Irak. Die Laudatio hält Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa des Landes Berlin. Weiterlesen

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Max-Herrmann-Preis 2018 an die Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken

In diesem Jahr, am 30. November 2018, erhält die Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken (AGGB) den Max-HerrmannPreis, die wichtigste Auszeichnung, die in Deutschland für Verdienste um das Bibliothekswesen vergeben wird. Die Laudatio hält die Schauspielerin Iris Berben. Die Preisverleihung wird musikalisch von dem Diplomatischen Streichquartett umrahmt.

Die Preisträger 2018

Die Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken (AGGB) wurde 1998 gegründet als offener Zusammenschluss von Bibliotheken an authentischen oder symbolischen Orten sowie von Bibliotheken von Dokumentationszentren, Forschungseinrichtungen und Geschichtsvereinen mit dem Ziel, sich fachlich auszutauschen und in einem Online-Verbundkatalog die Bestände zu vernetzen.

Gedenkstättenbibliotheken sammeln Dokumente, Berichte, wissenschaftliche Texte und Erzählungen in größtmöglichem Umfang. Sie erschließen die Bestände systematisch und stehen allen Interessierten ebenso wie Wissenschaftler*innen offen. Auf diese Weise sind sie wichtige Akteure der Erinnerungskultur.

Die Mitarbeitenden verstehen die Bibliothek als Begegnungsort und als Konfrontationsort mit der Vergangenheit; sie engagieren sich, um Opfern, Überlebenden und deren Nachkommen, aber auch Angehörigen aus Täterfamilien mit ihren Fragen zu helfen.

Den Blick in die Zukunft zu richten, heißt einen bedeutenden bildungspolitischen Auftrag wahrzunehmen. Hier, in den Gedenkstättenbibliotheken, werden neue Methoden der Aufklärung, der Information über das NS-Regime und andere Diktaturen entwickelt. „Gedenkstättenbibliotheken sind also keineswegs Orte des Büchersammelns allein. Sie sind in ihrem Selbstverständnis wichtiger Bestandteil der Aufarbeitung und der Information für alle und wahrlich nicht zuletzt für die nächste Generation, die keine Zeitzeugen mehr kennenlernen kann.“, begründet der Juryvorsitzende und Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. André Schmitz, die Entscheidung.

Max-Herrmann-Preis

Seit dem Jahr 2000 verleihen die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. mindestens alle zwei Jahre den Max-Herrmann-Preis an eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um das Bibliothekswesen und die Staatsbibliothek zu Berlin verdient gemacht hat. Zu den von einer Jury ausgewählten Preisträgern gehörten bislang neben anderen der langjährige Direktor der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel und Retter der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale), Paul Raabe, Dr. Ekaterina Genieva, Generaldirektorin der Gesamtrussischen Staat­lichen Rudomino-Bibliothek für Ausländische Literatur in Moskau, der Schriftsteller Günter de Bruyn, der israelische Künstler Micha Ullman sowie der Filmregisseur Wim Wenders.

 

Max Herrrmann, Photographie, entstanden im Atelier Hülsen, Datum der Aufnahme unbekannt. Staatsbibliothek zu Berlin – PK

Zur Biografie von Max Herrmann

Der Preis ist nach dem bedeutenden Literaturwissenschaftler Max Hermann (1865 – 1942) benannt, der 1923 an der Humboldt-Universität zu Berlin das weltweit erste Theaterwissenschaftliche Institut gründete. 1933 verlor Max Herrmann seine Professur an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin und hatte unter den weiteren Schikanen des nationalsozialistischen Regimes zu leiden. So durfte er in der Staatsbibliothek keine Bücher mehr ausleihen, durfte diese lediglich – über siebzigjährig – am Stehpult einsehen. Im Jahr 1942 wurde er nach KZ Theresienstadt deportiert und starb dort nach wenigen Wochen.

14.9. : Max-Herrmann-Preis an Wim Wenders

Mittwoch, 14. September : 15 Uhr Film „Der Himmel über Berlin“, 18 Uhr Preisverleihung an Wim Wenders

In diesem Jahr erhält Wim Wenders die wichtigste Auszeichnung, die in Deutschland für Verdienste um das Bibliothekswesen vergeben wird, den Max-Herrmann-Preis der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V.

Der Filmregisseur, Autor und Produzent Wim Wenders hat in seinem Film „Der Himmel über Berlin“ (1987) die Staatsbibliothek zu Berlin zu einem der zentralen, magischen Schauplätzen erwählt und ihr so „ein ebenso schönes wie bleibendes filmisches Denkmal von internationalem Rang gesetzt“, erklärt André Schmitz, Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. zur Preisverleihung 2016. Der Lesesaal im Haus an der Potsdamer Straße, von dem Architekten Hans Scharoun konzipiert und von seinem Partner Edgar Wisniewski fertiggestellt, gleicht einer fließenden Landschaft mit seinen Ebenen und Emporen. Im Film wird er zum Treffpunkt wie Rückzugsort der Engel. So wie sie jungen wie alten Menschen in ihren Gedankenwelten beistehen, fügen sich diese zu einem vielstimmigen Kosmos zusammen. „Bibliotheken sind Herzkammern der Bildung, Begegnungsorte mit Büchern, mit Menschen, mit Gedanken, mit sich selbst. Wim Wenders hat der Magie, dem Wesen einer Bibliothek ein unvergessliches Gesicht gegeben“, erklärt, André Schmitz weiter.

Seit dem Jahr 2000 verleihen die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. mindestens alle zwei Jahre den Max-Herrmann-Preis an eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um das Bibliothekswesen und die Staatsbibliothek zu Berlin verdient gemacht hat. Zu den von einer Jury ausgewählten Preisträgern gehörten bislang neben anderen der langjährige Direktor der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel und Retter der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale), Paul Raabe, Dr. Ekaterina Genieva, Generaldirektorin der Gesamtrussischen Staatlichen Rudomino-Bibliothek für Ausländische Literatur in Moskau, der Schriftsteller Günter de Bruyn sowie der israelische Künstler Micha Ullman.

Der Preis ist nach dem bedeutenden Literaturwissenschaftler Max Hermann benannt, der 1923 an der Humboldt-Universität zu Berlin das weltweit erste Theaterwissenschaftliche Institut gründete. 1933 verlor Max Herrmann seine Professur an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. In der Staatsbibliothek durfte er keine Bücher mehr ausleihen, durfte diese lediglich – über siebzigjährig – am Stehpult einsehen. Im Jahr 1942 wurde er nach KZ Theresienstadt deportiert und starb dort nach wenigen Wochen.


Mittwoch, 14. September 2016
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
Otto Braun-Saal

15 Uhr : Filmvorführung „Der Himmel über Berlin“
Offen für alle –Eintritt frei

18 Uhr : Verleihung des Max-Herrmann-Preises 2016 an Wim Wenders
Teilnahme nur nach Anmeldung bei freunde@sbb.spk-berlin.de

Es sprechen
Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin
André Schmitz, Vorsitzender des Vorstandes der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.
Laudatio: Dieter Kosslick, Festivaldirektor der Internationalen Filmfestspiele Berlin
Preisträger Wim Wenders


Ihr Pressekontakt
Gwendolyn Mertz 030 / 266 43 8000
freunde@sbb.spk-berlin.de

Events

Verleihung des Max-Herrmann-Preises am 24.09.

Verleihung des Max-Herrmann-Preises 2019 an Bara’a Al-Bayati und Freshta Karim

  • Termin

    24. September 2019

    18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin

    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33

    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestellen

    H Potsdamer Brücke (Bus M29)

    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)

    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

    Klicken Sie hier um zu einer Übersicht unserer Veranstaltungen zu gelangen.



© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Max-Herrmann-Preisverleihung 2019


„Verleihung des Max-Herrmann-Preises“ 2019 an Bara’a Al-Bayati und Freshta Karim


Max Herrmann, geboren 1865, war Germanist und gilt als einer der Begründer der historischen Theaterwissenschaften. Über Jahrzehnte arbeitete er in der Königlichen Bibliothek, später Preußischen Staatsbibliothek und war der Initiator der »Bibliothek deutscher Privat- und Manuskriptdrucke«. 1933 verlor Max Herrmann seine Professur an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität und hatte unter den weiteren Schikanen des nationalsozialistischen Regimes zu leiden. Im September 1942 wurde Max Herrmann gemeinsam mit seiner Frau nach Theresienstadt deportiert, wo er im November starb.

Der Verein »Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin« verleiht zum Andenken an die Bücherverbrennung 1933 den Max-Herrmann-Preis an Persönlichkeiten, die sich um das Bibliothekswesen oder die Staatsbibliothek zu Berlin verdient gemacht haben.

Bara’a Abdulhadi Mudheher Al-Bayati, geboren 1989 in Bagdad, studierte zunächst Ingenieurwissenschaften. Da sie keine Stelle fand, entschloss sie sich, 2017 einen eigenen Buchladen in Bagdad zu eröffnen. Sie ist damit die erste Frau in diesem traditionsreichen, stets von Männern dominierten Gewerbe. Der Zugang zu Bildung und Literatur müsse allen Menschen offenstehen, sagt sie. »Eine meiner Botschaften, die ich der Gesellschaft durch meine Arbeit vermitteln möchte, ist, dass die Frau unabhängig ist, mit einer hörbaren Stimme. Und dass sie in jedem Bereich arbeiten und kreativ sein kann.«

Freshta Karim, geboren 1992 in Kabul, kehrte nach ihrem Studium in Oxford nach Afghanistan zurück. Hier gründete sie 2017 die Non-Profit-Organisation »Charmaghz« und begann mit dem Aufbau einer mobilen Bibliothek, um Kindern in Kabul und Umgebung die Möglichkeit zu eröffnen, Bücher zu entdecken, die Neugierde der Kinder zu wecken und ihnen auf ihre Fragen zu antworten. »Unsere Vision für Afghanistan ist ein Bildungssystem sowie eine Gesellschaft, die kritisches Denken erlaubt, ja, fördert. Wir glauben fest daran, dass kritisches Denken entscheidend ist, um Kinder stark zu machen und unser Land aufzubauen«, begründet Freshta Karim ihr Engagement.

Begrüßung
Barbara Schneider-Kempf
Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

André Schmitz
Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.

Laudatio
Klaus Lederer
Senator für Kultur und Europa des Landes Berlin

Dank der Preisträgerinnen

Bara’a Al-Bayati
Freshta Karim

Kleiner Empfang

Während der Veranstaltung werden Bildaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit der Staatsbibliothek gemacht. Mit Ihrer Anmeldung erklären Sie sich mit der Veröffentlichung zu nicht kommerziellen Zwecken einverstanden.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung unter freunde@sbb.spk-berlin.de ist erforderlich.