Unsere redaktionelle Auswahl für den Rückblick

AUSSTELLUNG im November

Ausstellung im November

  • Öffnungszeiten

    Mo-Fr 9-21 Uhr

    Sa 10-19 Uhr

  • Ausstellungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Eingangsfoyer
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)



© SBB-PK, CC NC-BY-SA



Anlässlich des 100. Gedenkjahres der Novemberrevolution zeigt die Ausstellung Reproduktionen von Flugblättern, Handzetteln und Zeitungssonderdrucken aus dem Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin, die von der deutschen Revolution 1918 bis zum Kapp-Lüttwitz-Putsch 1920 entstanden sind. Die Objekte werden in einer collageartigen Zusammenstellung an Säulen im Eingangsfoyer der Staatsbibliothek gezeigt, die ihrer originalen Verwendung im Straßenraum nachempfunden ist und mit denen der Betrachter daher zunächst unvermittelt konfrontiert werden soll. Separat präsentierte, erklärende Texte liefern die notwendigen Hintergrundinformationen und binden die Quellen in den historischen Kontext ein.

Die Ausstellung konzentriert sich auf fünf Themenfelder: die Revolution in Berlin vom November 1918 bis zum Januar 1919, die Revolution in Braunschweig im November 1918, die Wahlen zur verfassungsgebenden Nationalversammlung im Januar 1919, die Münchner Räterepublik im April 1919 und der Kapp-Lüttwitz- Putsch im März 1920.

Eröffnung: 8.11.2018 / 18 Uhr / Dietrich-Bonhoeffer-Saal / Vortrag “100 Jahre Novemberrevolution: Gedenken, Erinnern, Vergessen”, Dr. Mark Jones, Assistant Professor am University College Dublin / Eintritt frei / Anmeldung bis 1.11. unter: pr@sbb.spk-berlin.de.

Weitere Ausstellungen und Veranstaltungen zu diesem Thema finden Sie hier. Sie verlassen die Seite der Staatsbibliothek zu Berlin.

Die Staatsbibliothek zu Berlin ist Partner des Themenwinters “100 Jahre Revolution – Berlin 1918/19”. Ein Projekt der Kulturprojekte Berlin.

© Kulturprojekte Berlin

VORTRAG am 18.10. über den Gründungsdirektor der Orientabteilung vor 100 Jahren

VORTRAG am 18.10. von Sabine Mangold-Will über Gotthold E. Weil – Gründungsdirektor der Orientabteilung

  • Termin

    Donnerstag, 18. Oktober 2018

    18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

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Vor 100 Jahren wurde die Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin gegründet.
Aus diesem Anlass laden wir Sie herzlich am 18. Oktober 2018 um 18 Uhr in den Dietrich-Bonhoeffer-Saal ein.

Grußwort
Barbara Schneider-Kempf
Generaldirektion der Staatsbibliothek zu Berlin

Einführung
Christoph Rauch
Leiter der Orientabteilung in der Staatsbibliothek zu Berlin

Festvortrag
ZWISCHEN BERLIN UND JERUSALEM:
DER ORIENTALIST UND BIBLIOTHEKAR GOTTHOLD WEIL UND DIE ANFÄNGE DER ORIENTABTEILUNG AN DER PREUSSISCHEN STAATSBIBLIOTHEK
Sabine Mangold-Will
apl. Professorin für Neuere und Neueste Geschichte (Köln/Wuppertal)

Präsentation mit Exponaten zum Gründungsdirektor Gotthold Eljakim Weil (* 1882 in Berlin † 1960 in Jerusalem) und der Anfangszeit der Orientabteilung

Anschließend kleiner Empfang

Um Antwort wird gebeten bis zum 10.10.18: pr@sbb.spk-berlin.de

 

Gabel, Messer und eine Eule sind Zeugen

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und Sächsische Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek geben gemeinsam Bücher an die Erben von Hedwig Hesse zurück

Ein Beitrag von Elisabeth Geldmacher.

Ein spannendes Exlibris hilft bei der Suche nach NS-Raubgut

Von Adolf Behrmann 1918 gestaltetes Exlibris für Hedwig Hesse. Lizenz: CC-BY-NC-SA

„Aus meiner Bücherei. Hedwig Hesse.“ Diese Worte auf einem Exlibris benennen Hedwig Hesse als Eigentümerin der Bücher mit eben jenem Provenienzmerkmal. Besonders markant an diesem Exlibris ist die auf einer Gabel und einem Messer thronende Eule, die mit diesen überdimensionalen Werkzeugen Bücher zu verspeisen versucht. Und das Exlibris ist sogar signiert: Der Produktgestalter und Gebrauchsgraphiker Adolf Behrmann, der 1903 bis 1933 in der Eisenacher Straße in Berlin-Schöneberg zu Hause war, schuf dieses Blatt für Hedwig Hesse im Mai 1918. Das Exlibris existiert in einer kleineren und einer größeren Variante.

Bereits bestehende Rechercheergebnisse zum Fall Hedwig Hesse belegen, dass so gekennzeichnete Bücher nicht im Besitz Hedwig Hesses oder ihrer Familie verbleiben konnten, sondern im Zuge der Verfolgungs-, Enteignungs- und Verwertungspolitik der Nationalsozialisten über Zwischenstationen in die Hände von Antiquariaten, Bibliotheken o.ä. gelangten.

Bekannt ist, dass Bücher deportierter Berliner Juden in der Städtischen Pfandleihanstalt gelagert wurden. 1943 kaufte die Berliner Stadtbibliothek ca. 40.000 dieser Bücher an. Von der Berliner Stadtbibliothek wiederum kauften oder tauschten andere Bibliotheken Bücher, sodass sich das Raubgut auf mehrere Bibliotheken in ganz Deutschland verteilte. Exemplarisch zeigen dies die Bücher aus dem ursprünglichen Besitz von Hedwig Hesse.

Sowohl die Berliner Staatsbibliothek als auch die SLUB Dresden konnten über vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderte Projekte Exemplare mit dem Exlibris Hedwig Hesses identifizieren. Erworben wurden die Bände in beiden Fällen von der Berliner Stadtbibliothek. Ihre Nachfolgeinstitution, die Zentral- und Landesbibliothek Berlin, aber auch die  Universitätsbibliothek Rostock fanden in ihren Beständen weitere Bücher aus dem Besitz Hedwig Hesses, die sie in den letzten Jahren restituierten.

Wer war Hedwig Hesse?

Hedwig Bachur kam am 8. Mai 1880 als Tochter von Siegfried Bachur und seiner Frau Fanny, geborene Levy, in Berlin zur Welt. Sie heiratete am 1. April 1905 Max Guido Hesse, Besitzer eines Verlages für Industriedruck in Berlin. Max Hesse wurde am 30. Juli 1880 in Leipzig geboren. Das Paar hatte drei Kinder: Peter, Susi und Walter. Die Familie lebte auf der Helmstedter Straße 5 in Berlin. Die Hesses wurden in Deutschland als Juden verfolgt. Die Kinder Peter, Susi und Walter Hesse konnten rechtzeitig nach Südafrika bzw. in die USA emigrieren. Hedwig und Max Hesse wurden zusammen am 19. Januar 1942 nach Riga deportiert und dort ermordet.

Peter Hesse mit seinen Eltern Hedwig und Max in Berlin, ca. 1930 . Foto: Familienbesitz (mit freundlicher Genehmigung).

Restitution an die Großenkelin

Aufgrund der Verfolgungsgeschichte der Familie Hesse und der nachweislich verdächtigen Zwischenstation mit der Berliner Stadtbibliothek konnten die Bücher von Hedwig Hesse als NS-Raubgut identifiziert werden. Am 14. August gaben die SLUB und die Berliner Staatsbibliothek in einer gemeinsamen Restitution insgesamt drei Bücher, davon zwei Romane aus „Engelhorns allgemeiner Romanbibliothek“ und Friedrich Freskas „Die Notwende“ an die Großenkelin Hedwig Hesses zurück.

Einband eines der restituierten Bücher aus Engelhorns Roman-Bibliothek. Lizenz: CC-BY-NC-SA