Ankündigungen von Veranstaltungen und Terminen

Weltgeschichten der deutschsprachigen Literatur

  • Termin

    Mi, 14. März
    18 – 21 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

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Ausschnitt Buchcover “Eine Weltgeschichte der deutschsprachigen Literatur”, © Bertelsmann Verlag



Gesprächsabend

Peter-André Alt diskutiert mit Sandra Richter über deren jüngst bei Bertelsmann erschienene Literaturgeschichte.

Sandra Richter ist Inhaberin des Lehrstuhls für Neuere Deutsche Literatur I an der Universität Stuttgart und designierte Leiterin des Deutschen Literaturarchivs in Marbach/N. Peter-André Alt ist Präsident der Freien Universität Berlin und designierter Präsident der Hochschulrektorenkonferenz.

Bitte melden Sie sich an unter: pr@sbb.spk-berlin.de

Digital Humanities CC BY-NC-SA

Digitales lehren – digitales Lehren. Digital Humanities als Gegenstand und Methode in der mediävistischen Lehre

  • Termin

    Do, 28. Juni 2018
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Konferenzraum 4
    Haus Unter den Linden
    (Eingang Dorotheenstraße 27, Treffpunkt Rotunde)
    10117 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S- + U-Bahnstationen
    S + U Friedrichstraße
    U Französische Straße

    Bushaltestelle
    H Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 147)
    H Staatsoper (Bus 100, 200, TXL)



Digital Humanities CC BY-NC-SA


Dr. des. Manuel Kamenzin, Ruhr-Universität Bochum
Fachliche Betreuung: Dr. Nicole Eichenberger, Dr. Jana Madlen Schütte (Mail
)

Aus dem digitalen Wandel erwachsen für die mediävistische Lehre neue Anforderungen und Chancen.
Dies liegt nicht zuletzt an der zunehmenden Digitalisierung mediävistischen Arbeitens an sich. Handschriften, Quelleneditionen und Forschungsbeiträge sind in wachsender Zahl online verfügbar und zur Erschließung, Auswertung und Organisation von Quellen und Literatur finden Datenbanken immer größere Verbreitung. Hierdurch verändern sich unsere Zugangswege zur Materie, was wiederum zu neuen Methodendiskussionen führt. Sowohl die veränderte Arbeitssituation als auch die daraus resultierenden Debatten beeinflussen bereits den Studienverlauf, wodurch digitale Methoden und Arbeitsmittel zum Gegenstand mediävistischer Lehre werden.

Zudem hat die Digitalisierung durch das Bereitstellen von Arbeitsmaterialien auf E-Learning-Plattformen (Ilias, Blackboard, Moodle etc.), die Verwendung von Präsentationssoftware sowie die scheinbar ständige Erreichbarkeit von Lehrenden und Lernenden via E-Mail die Methoden der Lehre schon jetzt grundlegend verändert. Mit Hilfsmitteln wie Apps, Videomitschnitten und Online-Tutorials sowie Konzepten wie Blended Learning oder dem Inverted Classroom stehen weitere Innovationen zur Verfügung, die Verbesserungen sowie Arbeitserleichterungen versprechen. Es stellt sich somit nicht mehr die Frage ob, sondern vielmehr zu welchem Ausmaß digitale Neuerungen in Lehrveranstaltungen eingebunden werden sollten. Im Vortrag werden Digitalität als Gegenstand und Methode in der mediävistischen Lehre sowie Chancen und Grenzen dieser Veränderungen vorgestellt.

Eine Veranstaltung der Reihe “Digital Humanities in der Mediävistik”

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

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Die jüngere Hochmeisterchronik und ihr Weg von Utrecht nach Preußen um 1500





Dr. Rombert Stapel, International Institute of Social History, Amsterdam

Im Jahr 1466 beendet der Zweite Frieden von Thorn den Dreizehnjährigen Krieg. Große Teile Preußens werden nach Polen verlegt und für den Deutschen Orden stellen sich neue Fragen seiner Zukunft und Existenz. Nur einige Jahre später, mehr als tausend Kilometer entfernt von Preußen, wird in Utrecht mit einem speziellen Text über die Ordensgeschichte angefangen. Die Chronik, die seit dem 19. Jahrhundert als Jüngere Hochmeisterchronik bekannt ist, betont das Recht des Deutschen Ordens, Land, das er einst von den Heiden erobert hatte, für immer zu behalten. Es ist aber auch der erste ernsthafte Versuch in einer langen Tradition der Geschichtsschreibung des Ordens, sich der eigenen Geschichte als Ganzes zu nähern und nicht nur auf die Geschichte des preußischen oder livländischen Zweiges zu beschränken. Unter anderem aus diesem Grund wird die Jüngere Hochmeisterchronik als der “Schlußstein im Gebäude der offiziösen Historiographie des Ordens” (so die Worte von Udo Arnold) bezeichnet.

Der geplante Vortrag behandelt ausführlich den Ursprung der Chronik, die Verwendung ihrer Quellen und den – bislang als anonym betrachteten – Autor. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die vielfältigen historiographischen Traditionen des Textes in Europa, die in diesem Text konvergieren, gelegt: zum Beispiel die preußische und die livländische Geschichtsschreibung, die Kreuzzugsliteratur und der Ursprungsmythos der Johanniter, aber auch die lokale Geschichtsschreibung aus den Niederlanden und religiöse Texte aus dem Gebiet um Marburg. Die Chronik (einschließlich Versionen des Textes bei den Gebrüdern Waiblingen bzw. Christoph Jan von Weißenfels) hat jedenfalls einen Nerv in der frühen modernen Leserschaft berührt, wie aus der schnellen und weiten Verbreitung des Textes hervorgeht. Um Königsberg entsteht im frühen 16. Jahrhundert sogar ein Zentrum der Rezeption.

Lange Zeit wurde diese schnelle Verbreitung von Historikern als eine gegebene Tatsache angesehen. Vielleicht war es allerdings auch ein zufälliges Ereignis; die ursprünglich niederländische Chronik, die mit einer Geschichte des Ballei Utrecht endet, scheint jedenfalls auf den ersten Blick vor allem einem lokalen Publikum in den Niederlanden zu dienen. Neuere Untersuchungen der Chronik zeigen jedoch, dass der Text möglicherweise von Anfang an für eine größere Verbreitung innerhalb der Orden bestimmt war, nicht zuletzt für Preußen.

Ein Vortrag der Tagung „Gebrauch und Funktion handschriftlicher Überlieferung aus dem Preußenland“
In Kooperation mit der Vortragsreihe “Digital Humanities in der Mediävistik”