Ankündigungen von Veranstaltungen und Terminen

Mit Nadel, Klebstoff und Papier: Werkstattgespräch zur Revision musikalischer Werke am 6.12.

Wissenswerkstatt
Mit Nadel, Klebstoff und Papier: materiale Aspekte der Revision musikalischer Werke
Werkstattgespräch mit Dr. Roland Schmidt-Hensel, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Dienstag 6. Dezember 2016
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden (Eingang Dorotheenstraße 27)
Treffpunkt in der Eingangshalle (Rotunde)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Musikhandschriften spiegeln in vielfältigen Facetten Entstehungs- und Bearbeitungsprozesse der darin überlieferten Werke wider. Dies reicht von Korrekturen, die der Komponist während des Kompositionsprozesses in seinem Arbeitsmanuskript vornimmt, über Revisionen und Neufassungen eigener Werke bis hin zur Bearbeitung, Einrichtung und Anpassung insbesondere von Bühnenwerken für eine bestimmte Aufführungssituation. In vielen Fällen schlagen sich solche Revisionen in den überlieferten Quellen nicht nur durch schriftliche Eintragungen, sondern auch in Form von Heraustrennungen, Einfügungen und Überklebungen einzelner Blättern oder Lagen nieder. Umgekehrt bedingen bisweilen auch praktische Aspekte des Arbeitens im und mit dem Notenmaterial die resultierende Gestalt eines Werkes bzw. einer Aufführungsfassung.

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit.
Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.
Wissenswerkstatt-Workshop Haus Potsdamer Straße | SBB-PK CC NC-BY-SA

Wissenswerkstatt im Dezember

Im Dezember bietet Ihnen die Wissenswerkstatt wieder Workshops zu unterschiedlichen Fächern und Themen an. Bereits im Sommer haben wir unser Angebot mit neuen Reihen vorgestellt und möchten Sie auch im kommenden Monat herzlich dazu einladen, alles rund um die Recherche kennenzulernen.

 

Den freien Zugang zu wissenschaftlichen Angeboten stellen wir Ihnen in der Reihe „Open Access – Publikationskulturen im Wandel“ vor:
Open Access Philologien
Donnerstag, 01. Dezember, 15.00 Uhr

„Sie fragen, wir antworten!“ Hier kommen diesmal PolitikwissenschaftlerInnen zum Zuge:
Fragestunde Politikwissenschaft
Donnerstag, 08. Dezember, 17.00 Uhr

In der Reihe „Workshop-Klassiker“ zeigen wir Ihnen alle Tipps und Tricks zum Publizieren:
Publish or perish!? – Wissenschaftliches Publizieren für Promovierende und was es bei der Veröffentlichung von Bildern zu beachten gilt
Teil 1: Dienstag, 13. Dezember, 16.00 Uhr
Teil 2: Donnerstag 15. Dezember, 16.00 Uhr

 

Zur Wissenswerkstatt

Ein Angebot der Staatsbibliothek zu Berlin und ihrer Kooperationspartner.

Luftwaffeninspekteur Steinhoff, Verteidigungsminister Schmidt, Bundeskanzler Brandt, Generalinspekteur de Maizière, Heeresinspekteur Schnez | Bundesarchiv: B 145 Bild-F030710-0026, Lothar Schaack (Bundesarchiv_B_145_Bild-F030710-0026,_Bonn,_Bundeskanzler_Brandt_mit_Bundeswehrführung.jpg ) Wikimedia Commons - CC-BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/), zugeschnitt.

Die Bundeswehr – ein militärisches oder ein politisches Projekt? Werkstattgespräch mit Prof. Dr. Sönke Neitzel am 22.11.

Wissenswerkstatt
Die Bundeswehr – ein militärisches oder ein politisches Projekt?
Werkstattgespräch mit Prof. Dr. Sönke Neitzel,
Universität Potsdam
Dienstag, 22. November
18.15 Uhr
Dietrich-Bonhoeffer-Saal, Haus Potsdamer Straße
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Der Vortrag verortet die Bundeswehr im Spannungsfeld zwischen den gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Bundesrepublik sowie den militärinternen Aufgaben und Zielen. Dabei wird die außenpolitische Bedeutung der Streitkräfte in ihrer 60-jährigen Geschichte ebenso vermessen, wie ihre innenpolitische Rolle und schließlich ihre militärischen Leistungsfähigkeit im Kalten Krieg und heute. Der Vortrag versucht hinter die Kasernenmauern zu blicken und vor allem das Innenleben der Bundeswehr auszuleuchten und so zu einem kritisch-reflektierten Umgang mit den Streitkräften beizutragen.

Sönke Neitzel, Professor für Militärgeschichte /Kulturgeschichte der Gewalt an der Universität Potsdam. Er lehrte an den Universitäten Mainz, Bern, Saarbrücken, Glasgow und der LSE. Seine Forschungen haben sich vor allem mit dem Zeitalter der Weltkriege befasst. Zur Zeit arbeitet er an einer Studie über deutsche Militärkulturen im 20. Jahrhundert.

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Märchenlesung von Barbara Schneider-Kempf am16.11.16; Foto: Carola Seifert SBB-PK, CC-BY-NC-SA

Märchenhafte Lesung in der Staatsbibliothek

30 Paar Drittklässler-Ohren der Silberstein-Grundschule aus Neukölln lauschten am 16.11.16 aufmerksam einer Lesung der Generaldirektorin Barbara-Schneider-Kempf im Rahmen der Reihe „Märchenreise mit Prominenten“. Passend zum diesjährigen Thema der 27. Berliner Märchentage „Dornröschen erwacht…! Mädchen und Frauen in Märchen und Geschichten“ wählte sie ein Märchen, das von einer mutigen Häuptlingstochter erzählt, die ihren Stamm rettet.

Die 9-jährigen Bibliotheksbesucher zeigten sich auch im Anschluss ausgesprochen interessiert: „Was ist Dein Lieblingsbuch“? oder „Warum hast Du die Bibliothek ‚Staatsbibliothek‘ genannt?“ und „Wie wird man Generaldirektorin einer Bibliothek?“. Damit war der Wissensdurst jedoch noch längst nicht gestillt: „Warum ist dieses Gebäude keine Villa und noch so neu?“, hieß es weiter, „Schläfst Du hier auch?“ und „Kanntest Du den ersten Direktor der Staatsbibliothek noch?“…
Die Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, Carola Pohlmann, präsentierte der staunenden Gruppe zum krönenden Abschluss u.a. Verwandlungsbilderbücher und historische sowie moderne Ausgaben der Märchen der Gebrüder Grimm.

Spätestens nach der Frage, ob sie nun selbst einige Bücher lesen dürften, zeigte sich, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg war, und Bücher die jüngste Generation auch nach wie vor in ihren Bann ziehen.

Weitere Informationen zur Kinder- und Jugendbuchabteilung

Weitere Informationen zu den Berliner Märchentagen

Sanssouci einmal anders – Vortrag von Prof. Dr. Dorgerloh am 17.11.

Sanssouci einmal anders

Von alten und neuen Bibliotheken und was es sonst noch aus den Preußischen Schlössern und Gärten zu berichten gibt

Vortrag von Professor Dr. Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten

Donnerstag, 17. November 2016, um 18 Uhr
Dietrich-Bonhoeffer-Saal, Haus Potsdamer Straße
Eintritt frei, Anmeldung unter freunde@sbb.spk-berlin.de erbeten

Seit der Antike sind Bibliotheken Paläste des Wissens. Wir wüssten kaum etwas über die Geschichte der Menschheit, würde sie uns nicht auf Papyrus und Papier erzählt. Und deshalb hat auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) mit dem Wissenschafts- und Restaurierungszentrum am Rande des Parks Sanssouci eine neue, moderne Forschungs- und Arbeitsbibliothek gebaut.

Aber auch die Schlösser beherbergen historische Bibliotheken wie die Friedrichs des Großen im Schloss Sanssouci und im Neuen Palais. Die Bücher  preußischer Könige und Königinnen sind Teil des reichen kulturellen Erbes, das von der SPSG an den historischen Orten bewahrt, erforscht und öffentlich präsentiert wird.

Der Vortrag ist eine Einladung zu einer Grand Tour zu den Schlösser und Gärten als Orte der brandenburgisch-preußischen und der europäischen Geschichte, die auch hinter die Kulissen schaut.

 

Professor Dr. Hartmut Dorgerloh, geboren 1962 in Berlin, studierte Kunstgeschichte und Klassische Archäologie und arbeitete nach seiner Dissertation von 1987 bis 1990 als Konservator am Institut für Denkmalpflege der DDR. 1991 übernahm er das Referat Denkmalschutz im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Von 1999 bis 2001 war Hartmut Dorgerloh Gründungsdirektor des „Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte“ in Potsdam. 2002 übernahm er das Amt des Generaldirektors der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

 

Symposium „Heinrich Friedrich von Diez (1751-1817) – Diplomat, Orientalist und Sammler“

Call for Papers (English version see below)

Symposium „Heinrich Friedrich von Diez (1751-1817) – Diplomat, Orientalist und Sammler“

Staatsbibliothek zu Berlin, 7./8. September 2017

Im Jahre 2017 gedenken wir des 200. Todestages von Heinrich Friedrich von Diez (2.9.1751-7.4.1817). Er war ein sehr gelehrter und streitbarer Kenner der Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients sowie ein leidenschaftlicher Sammler von Büchern und Handschriften. Eine Beschäftigung mit ihm und seinen beinahe in Vergessenheit geratenen Werken kann einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der deutschen Orientalistik in der Periode zwischen Spätaufklärung und der Entstehung der orientalischen Philologie im 19. Jahrhundert leisten.

 

Als junger Mann engagierte sich Diez als Freimaurer und veröffentlichte einige Texte zu gesellschaftspolitischen Themen, die ihn als einen typischen Vertreter des Sturm und Drang erscheinen lassen. Zwischen 1784 und 1790 war er preußischer Gesandter an der Hohen Pforte in Konstantinopel. In dieser Zeit intensivierte er seine orientalischen Sprachstudien und wurde zu einem seiner Kenntnisse wegen hochgeschätzten Orientkenner- und liebhaber. Nach seiner frühzeitigen Demission ließ er sich in der Nähe Berlins nieder und widmete sich fortan dem Studium seiner Handschriften, die er aus der Türkei mitgebracht hatte. Diez machte die deutsche Leserschaft bekannt mit Werken wie dem türkischen Epos von Dede Korkut und dem Qābūsnāma, einem persischen Prinzenspiegel. In seinen Denkwürdigkeiten von Asien, publiziert 1811 und 1815 behandelte er zahlreiche geographische, ethnographische, sprachwissenschaftliche und literarische Themen auf der Grundlage seiner Handschriftenstudien. Bekannt ist sein Einfluss auf Goethes West-östlichen Divan ebenso wie sein heftiger Disput mit Joseph von Hammer-Purgstall. In seinen letzten Lebensjahren wurde Diez ein tiefgläubiger Christ. Er starb 1817 während seiner Arbeit an einer osmanischen Bibelausgabe.

Diez vermachte seine herausragende Privatbibliothek mit ca. 17.000 Druckschriften und mehr als 850 orientalischen und abendländischen Handschriften der damaligen Königlichen Bibliothek in Berlin, wo sie bis heute als eine der wichtigsten historischen Büchersammlungen erhalten ist.

 

Wir erbitten Vorschläge für Vorträge in Deutsch, Englisch und Französisch zu den folgenden Themen:

– Heinrich Friedrich von Diez’ Leben und Wirken, die Rezeption seiner Werke und seine Korrespondenz

– Untersuchungen zu Diez’ Bibliothek und Handschriftensammlung

– Politische Beziehungen und Kulturtransfer zwischen Europa (insbesondere Preußen) und dem Osmanischen Reich im 18./frühen 19. Jahrhundert

– Entwicklung der Orientalistik und insbesondere der Türkischen Studien im 18./frühen 19. Jahrhundert in Deutschland und Europa

 

Interessenten werden gebeten, Ihre Themenvorschläge mit Titel, Kurzbeschreibung (max. 400 Wörter) und Kurz-Lebenslauf bis spätestens 27. November 2016 per Email einzusenden an christoph.rauch@sbb.spk-berlin.de.

Die Kostenübernahme für Vortragende ist vorgesehen, jedoch an eine noch ausstehende Drittmittelbewilligung gebunden.

 

Call for Papers

Symposium „Heinrich Friedrich von Diez (1751-1817) ­ – Diplomat, Orientalist, and Collector“

Staatsbibliothek zu Berlin, 7./8. September 2017

 

In 2017 we will commemorate the 200th anniversary of the death of Heinrich Friedrich von Diez (2.9.1751-7.4.1817). He was a profound and belligerent expert of the languages and cultures of the Middle East and a passionate book-collector. A fresh look on him and his almost forgotten works can contribute to a better understanding of the development of Oriental studies in Germany between the period of Enlightenment and the emergence of Oriental philology.

 

As a young man Diez was a committed freemason and published some essays on social and political issues that make him appear as a typical representative of the Sturm und Drang era. Between 1784 and 1790 he was the Prussian envoy at the Ottoman Sublime Porte in Constantinople. During these years he intensified his studies of Oriental languages and became a widely acknowledged scholar and connoisseur of the Middle and Near East. After his premature dismissal in 1790 he settled down near Berlin and devoted himself to studying the books and manuscripts he had brought from Turkey. He made German readers aware of the Turkish national epic of Dede Qorqūd and the Persian mirror for princes Qābūsnāma. In his Denkwürdigkeiten of Asien, published in two volumes in 1811 and 1815, he dealt with many geographical, linguistic, literary and ethnographic topics based on sources in his manuscript collection. His impact on Goethes West-östlichen Divan and his heavy dispute with Joseph von Hammer-Purgstall are well known. In the last years of his life Diez became a devout Christian. He died in 1817 while working on an Ottoman edition of the Bible.

 

Diez bequeathed his outstanding personal library comprising about 17,000 printed books and more than 850 Oriental and Western manuscripts to the Royal Library in Berlin, where it is preserved to this day as one of its most important collections.

 

We invite contributions in German, English and French to the following themes:

– Aspects dealing with Heinrich Friedrich von Diez’ career, works, scholarly correspondance, and the perception of his works

– Investigations into Diez’ manuscript and book collection

– Political relations and cultural transfer between Europe (especially Prussia) and the Ottoman Empire in that period

– Development of Oriental and particularly Turkish studies (especially but not exclusively in Germany) in the 18th/early 19th century

 

Interested participants are invited to submit a proposal (by email only) with a title, abstract (max. 400 words) and short CV by 27 November 2016 to christoph.rauch@sbb.spk-berlin.de.

 

Travel expenses of successful applicants will be most probably covered, provided that external funding is granted.

 

Bildausschnitte: Buster Brown abroad - R. F. Outcault. [1905] | Ghostworld - Daniel Clowes © Reprodukt

Adoleszenz in den Comics – damals und heute. Werkstattgespräch am 10.11.

Wissenswerkstatt
Adoleszenz in den Comics. Damals und heute.
Werkstattgespräch mit Dr. Felix Giesa,
Universität zu Köln, Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendmedienforschung (ALEKI)
Donnerstag, 10. November
18.15 Uhr
Dietrich-Bonhoeffer-Saal, Haus Potsdamer Straße
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Schon in den Vorläufern der heutigen Comics, den sogenannten Comicstrips stehen meist Kinder und kindliche Lebenswelten im Mittelpunkt des Geschehens. Ihre Darstellung erfolgt allerdings aus einer satirischen Perspektive, die Handlung konzentriert sich überwiegend auf die Späße und Streiche, die sie einander und den Erwachsenen spielen. Als prominente Beispiele für solche Bildergeschichten gelten „The yellow kid“ (1895) oder „Buster Brown“ (1902) von Richard F. Outcault.

Mit dem Aufkommen der Comichefte in den 1930er Jahren ergaben sich nicht nur erweiterte Möglichkeiten des graphischen Erzählens – mit dem Wandel des Mediums änderte sich auch die Leserschaft. Während die in den Zeitungen abgedruckten Comicstrips meist von einem erwachsenen Publikum gelesen wurden, wird das Comicheft nun Lieblingslektüre von Kindern und Heranwachsenden. Der veränderte Rezipientenkreis beeinflusste auch die erzählerische Perspektive: mit Beginn der 1960er Jahre etablierte sich neben dem bis dahin vorherrschenden humoristischen Ansatz eine mehr und mehr realistische Darstellung der zeit- und alterstypischen  Lebenswelten von Heranwachsenden. In der deutschsprachigen Comiclandschaft ist seit Beginn des neuen Jahrtausends die adoleszente Lebensphase häufig Gegenstand von fiktionalen sowie von autobiographischen Comics, die das Subgenre des Adoleszenzcomics bilden.

Dr. Felix Giesa, Mitarbeiter der Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendmedienforschung (ALEKI) an der Universität zu Köln gibt einen umfassenden Überblick über die Darstellung von Adoleszenz in Comics des 20. Jahrhunderts und untersucht erstmals Entstehung und Entwicklung der Adoleszenzcomics als eigenständige Bilderzählungen.

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Wissenswerkstatt-Workshop Haus Potsdamer Straße | SBB-PK CC NC-BY-SA

Wissenswerkstatt im November

Im November bietet Ihnen die Wissenswerkstatt wieder Workshops zu unterschiedlichen Fächern und Themen an. Bereits im Sommer haben wir unser Angebot mit neuen Reihen vorgestellt und möchten Sie auch im kommenden Monat herzlich dazu einladen, alles rund um die Recherche kennenzulernen.

 

Unsere „Zeitmaschine StaBi“ führt Sie in diesem Monat gleich in zwei Bereiche unserer historischen Sammlungen:

Donnerstag, 03. November, 15.30 Uhr
Alte Karten – neue Wege 

Dienstag, 29. November, 16.00 Uhr
Alte Drucke – moderne Nutzung

„Sie fragen, wir antworten!“ Hier kommen diesmal HistorikerInnen zum Zuge:

Dienstag, 08. November, 16.00 Uhr
Fragestunde Geschichte

In der Reihe „Workshop-Klassiker“ zeigen wir Ihnen alle Tipps und Tricks zur Recherchevorbereitung, Durchführung und Nachbereitung:

Dienstag, 15. November, 14.00 Uhr
Wie finde ich was und wie geht es weiter? Strategien für die erfolgreiche Recherche 

Den freien Zugang zu wissenschaftlichen Angeboten stellen wir Ihnen in der Reihe „Open Access – Publikationskulturen im Wandel“ vor:

Dienstag, 22. November, 14.00 Uhr
Open Access Sozialwissenschaften, Recht und Wirtschaft

 

Unsere Vorschau verrät Ihnen bereits heute alle geplanten Termine bis Mitte Dezember:

Zur Wissenswerkstatt

Ein Angebot der Staatsbibliothek zu Berlin und ihrer Kooperationspartner.

„Nachhaltigkeit und Zugang“ – Reinhard Altenhöner moderiert die Podiumsdiskussion

Die Digitalisierung des kulturellen Erbes hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Doch angesichts der rasanten technologischen Entwicklung der elektronischen Medien, der Projektorientierung von Kulturförderung und der Flüchtigkeit digitaler Kommunikation gewinnen Fragen nach der Nachhaltigkeit an Bedeutung. Auf der 6. internationalen „Zugang gestalten!“-Konferenz sollen am 17. und 18. November 2016 die damit zusammenhängenden Aspekte erörtert werden.

Veranstaltungsort:
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart
Invalidenstr. 50-51
10557 Berlin

Der Eintritt ist frei – Tagungsprogramm

Innerhalb der Konferenz moderiert Reinhard Altenhöner, Ständiger Vertreter der Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und Leiter der Zentralabteilung der Staatsbibliothek, am 17. November eine Podiumsdiskussion zum Thema

Nachhaltigkeit und Zugang

Wenn die Verantwortung für das kulturelle Erbe eine gesellschaftliche ist, wer trägt sie dann genau und wie?

Das Panel “Nachhaltigkeit und Zugang” ist ideal besetzt, um zu diskutieren, welche Rollen Institutionen und Bürger heute haben und in Zukunft haben sollten, wenn es um die Nachhaltigkeit des Zugangs zum kulturellen Erbe geht. Hier stellen sich weniger Fragen des Eigentums an Kulturobjekten, sondern der Berechtigung, den Zugang zu ihnen zu regeln. Gedächtnisinstitutionen bewegen sich hierbei in einem Spannungsfeld zwischen spürbarem Veränderungsdruck auf ihr Selbstverständnis auf der einen und öffentlichem Auftrag auf der anderen Seite. Dadurch entsteht die Notwendigkeit zu strategischen Weichenstellungen, die in ihrer Tragweite noch vor wenigen Jahren kaum vorhersehbar waren.

 

 

Das Buch der Bücher im Orient – Online-Ausstellung und Buchpräsentation zu orientalischen Bibelhandschriften

In den Jahren 1852-55 bereiste Julius Heinrich Petermann (1801-1876), seit 1837 außerordentlicher Professor für orientalische Philologien an der Universität Berlin, den Nahen Osten. Im Auftrag des preußischen Staates besuchte er die heutige Türkei, Syrien, Palästina, den Irak und Iran, u.a. um orientalische Handschriften für die damalige Königliche Bibliothek, die heutige Staatsbibliothek, zu erwerben.

„Schon in meiner frühen Jugend“, so schreibt er im Vorwort seines Berichtes über diese Reise, „regte sich in mir ein Verlangen, das Land der Verheissung und andere Theile des Orients zu sehen, deren Sprachen und Litteraturen mich von jeher angezogen und beschäftigt haben; aber erst, nachdem ich mein fünfzigstes Lebensjahr bereits zurückgelegt hatte, ward es mir vergönnt, mein Sehnen zu befriedigen, und zwar in einer Weise und Ausdehnung, wie ich nie zuvor gehofft hatte.“ Petermann, Reisen im Orient, 1860, S. v.

 

 

Erwerb christlich- und jüdisch-orientalischer Handschriften für die Königliche Bibliothek

Petermanns besonderes Interesse galt der armenischen Sprache und Kultur, aber auch anderen religiösen Minderheiten, etwa Samaritanern, Drusen und Mandäern. Unter den Handschriften, die er für die Bibliothek erwarb, waren deshalb neben arabischen, persischen und türkischen Handschriften auch armenische, syrische und samaritanische.

 

Zum heute ungefähr 1700 Bände zählenden Bestand der Staatsbibliothek an jüdisch- und christlich-orientalischen Handschriften trugen neben Petermann viele weitere Orientalisten, Diplomaten und Reisende bei, etwa Eduard Sachau (1845-1930), Professor für Orientalistik an der Berliner Universität mit einem besonderen Interesse für die christlich-orientalischen Kirchen.

 

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Syrische Reisebibel (Sachau 227)

Letzterer brachte u.a. dieses kleine syrische Gebetbuch nach Berlin, das allein schon wegen seines Formates auffällt: Das Reisebüchlein in rotem Ledereinband misst nur 9 x 6,8 cm. Es beinhaltet das Buch der Psalmen sowie verschiedene biblische Gesänge, außerdem das Vater Unser und das Glaubensbekenntnis. Angefertigt wurde es im Jahr 1842 für den Diakon Abbo aus Mosul, von einem Mönch des Klosters Zaʿfran bei Mardin im äußersten Osten der heutigen Türkei.

 

Zu den besonders augenfälligen Stücken der Sammlung zählen außerdem zwei armenische Evangeliare. Auch sie sind eher kleinformatig und werden von verzierten Ledereinbänden geschützt, die in typisch armenischer Art gearbeitet sind. Schlägt man die Handschrift mit der Signatur Ms. or. oct. 3690 auf, fällt der Blick auf reiche Verzierungen und vorzüglich ausgeführte ganzseitige Miniaturen, das Pergament ist fein und papierdünn. Dies und der reichliche Gebrauch von Blattgold lassen vermuten, dass der Auftraggeber dieser Handschrift aus dem wohlhabenden Kaufmannsmilieu stammte.

 

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Armenisches Evangeliar (Ms. or. oct. 3690)

Andere Stücke aus der Sammlung dagegen mögen für den Laien auf den ersten Blick eher unscheinbar wirken – ihre Bedeutung erschließt sich erst durch weitere Informationen zur Handschrift. Hierzu zählt ein koptischer Kodex aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., der in die Zeit des Übergangs von der Buchrolle zum Kodex eingeordnet werden kann.

 

Prachtvoll illustrierte Handschriften

Diese und andere bemerkenswerte Stücke aus der Sammlung jüdisch- und christlich-orientalischer Handschriften präsentieren wir Ihnen ab heute in unserer Online-Ausstellung zu Bibelhandschriften aus dem Vorderen Orient und Afrika. Wir laden Sie ein, die prachtvoll illuminierten und illustrierten Handschriften ausführlich zu betrachten und mehr über die einzelnen Stücke, aber auch über die Überlieferungs- und Rezeptionsgeschichte der Bibel im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nord- und Nordostafrika zu erfahren.

 

Online-Ausstellung „Das Buch der Bücher im Orient“ >

 

Wenn Sie die Informationen aus der Online-Ausstellung vertiefen möchten, empfehlen wir Ihnen den Band „Orientalische Bibelhandschriften aus der Staatsbibliothek zu Berlin – PK: Eine illustrierte Geschichte“.

Meliné Pehlivanian, Christoph Rauch, Ronny Vollandt (Hgg.): „Orientalische Bibelhandschriften aus der Staatsbibliothek zu Berlin – PK: Eine illustrierte Geschichte“. Wiesbaden: Reichert, 2016. Zum Verlag >