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Der Philosopher’s Index feiert sein 50-jähriges Bestehen

1967 wurde The Philosopher’s Index das erste Mal von dem Philosopher’s Information Center, einer gemeinnützigen Bildungsorganisation, veröffentlicht. Seitdem ist der Philosopher’s Index die umfassendste Bibliographie in der Philosophie.

Gründer und Herausgeber Dr. Richard H. Lineback widmet sich seit 1967 der Indizierung philosophischer Inhalte, mittlerweile zusammen mit seinem 14-köpfigen Team, das sich aus Philosophen zusammensetzt. Die gesamte Indizierung wird von Fachkräften mit fundierten Philosophiekenntnissen per Hand vorgenommen, 12 der 14 Assistant Editors sind promovierte Philosophen. Darin liegt die Qualität der Datenbank begründet. Artikel und Bücher werden standardisiert in einer sehr differenzierten Fachsystematik indiziert. Es werden dieselben Standards genutzt, die bereits seit 50 Jahren angewandt werden. Auch heute noch prüft Dr. Lineback jede Publikation weiterhin zunächst persönlich, um ihre Relevanz für die Philosophie festzustellen.

Die Datenbank umfasst seit 1940 (USA) bzw. 1967 (übrige Länder) erschienene Aufsätze, Monographien, Forschungsberichte zu allen Teilgebieten der Philosophie wie Ethik, Ästhetik, Epistemologie, Logik und Metaphysik, Geschichte der Philosophie, politische Philosophie, Rechtsphilosophie u.a.; i.d.R. mit kurzen Zusammenfassungen (Abstracts).

Sie bietet nützliche Werkzeuge wie z.B. die Suchgeschichte, die einen Überblick über die bisher durchgeführten Suchläufe gibt und die Kombination von Suchen erlaubt, oder die Personalisierung, die neben anderen persönlichen Voreinstellungen das Erstellen von Alerts per E-Mail oder RSS-Feeds ermöglicht.

In der Staatsbibliothek erreichen Sie den Philosopher’s Index über das Datenbank-Infosystem (DBIS) oder über den StaBiKat.

Die Datenbank ist im REMOTE ACCESS, also mit Bibliotheksausweis im Fernzugriff auch außerhalb der Bibliothek nutzbar.

Künstlerbiografien in Buch und Film

Künstlerbiografien boomen – ob Leonardo da Vinci, Pablo Picasso, Vincent van Gogh, Albrecht Dürer, Gustav Klimt, Marc Chagall oder Frida Kahlo: Unzählige biografische Darstellungen von Künstlerinnen und Künstlern sind in den letzten Jahren auf den Markt gekommen. Das Leben und Wirken von Kunstschaffenden weckt immer wieder aufs Neue großes Interesse bei einem breiten Lesepublikum. Denn die Biografie als eigenes Genre ist für den Interessierten ebenso attraktiv wie für den Spezialisten. Und so wundert es nicht, dass der Historiker Ulrich Herbert allgemein feststellt: „Biographien werden gelesen.“ (Aus: Die Biographie – Mode oder Universalie?: Zu Geschichte und Konzept einer Gattung in der Kunstgeschichte) Biografien in der Kunstgeschichte ermöglichen darüber hinaus immer auch einen alternativen Zugang zum künstlerischen Werk selbst.

Auch in den Beständen der Staatsbibliothek tummeln sich viele Künstlerbiografien, die entdeckt werden wollen. Allein in den letzten zwei Jahren haben Biografien von Peter Paul Rubens, Andy Warhol, Piet Mondriaan, Lucas Cranach der Jüngere, Franz Marc, Käthe Kollwitz, Paul Klee und vielen weiteren Künstlerinnen und Künstlern unsere Bestände bereichert. Und es kommen stets neue hinzu.

Künstlerbiografien werden aber nicht nur gelesen, sie werden insbesondere zu Zeiten der Berliner Filmfestspiele auch gesehen. Auf der diesjährigen Berlinale sind nämlich eine ganze Reihe von Künstlerfilmen vertreten. Gleich drei stehen im Wettbewerb: Der Eröffnungsfilm „Django“ (Regie: Étienne Comar) über den Jazzmusiker Django Reinhardt, der Film „Beuys“ über den gleichnamigen Künstler (Regie: Andres Veiel) und „Final Portrait“ über den Schweizer Bildhauer Alberto Giacometti (Regie: Stanley Tucci – außer Konkurrenz). Veiel verwendet für seinen Film Bilder und Tondokumente, die bisher noch nicht erschlossen wurden, und eröffnet so völlig neue Perspektiven auf einen der wichtigsten Nachkriegskünstler Deutschlands. Auch wenn Filme nicht zum Sammelschwerpunkt der Staatsbibliothek gehören, können Sie sich bei uns umfassend zu Joseph Beuys und seinem Werk informieren. Eine Grundlage für Tuccis Film über Giacometti bildet die Biografie von James Lord. Und wenn Sie selbst diese Inspirationsquelle lesen möchten, sind Sie an der Staatsbibliothek zu Berlin bestens bedient: Lords Darstellung ist bei uns in zweifacher Ausführung vorhanden.

Veiel und Tucci stehen mit ihren Werken in einer reichen Tradition. Filme über bildende Künstlerinnen und Künstler flimmern – ob als Dokumentation oder Spielfilm – immer wieder über die Kinoleinwände: Mr. Turner (2014), Renoir (2012), Goya’s Ghosts (2006), Girl with a Pearl Earring (2003), Frida (2002), Surviving Picasso (1996), Caravaggio (1986) – und diese Aufzählung ließe sich noch nach Belieben fortsetzen.

Informationen zu diesen und anderen Filmen finden Sie in der wichtigsten Anlaufstelle für Filminformationen im Internet: Der Internet Movie Database. Hätten Sie gewusst, dass es darüber hinaus auch eine eigene Datenbank zu älteren Künstlerfilmen gibt? Die Künstlerfilm-Datenbank ermöglicht online eine freie Suche nach Auseinandersetzungen mit dem Thema Kunst in Film und Fernsehen. Wenn Sie also schauen möchten, welche Filme und TV-Aufzeichnungen es früher schon über Beuys und Giacometti gegeben hat, dann werden Sie hier fündig.

Es bleibt abzuwarten, ob sich ein Künstlerfilm beim Rennen um den Goldenen Bären am Ende durchsetzen wird.

Slavistik-Portal im neuen Design online

Seit Anfang Januar 2017 präsentiert sich das Slavistik-Portal im neuen, responsiven Design, das vor allem für die Recherche mit mobilen Geräten und Browsern aller Art optimiert ist. Gleichzeitig wurde das Portal auch für die Arbeit mit herkömmlichen Desktop-PCs verbessert und übersichtlicher gestaltet.

Das Slavistik-Portal ist aus dem Projekt “Virtuelle Fachbibliothek Slavistik” hervorgegangen, das ab 2005 für fünf Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde. Das Ziel der Virtuellen Fachbibliothek (ViFa) Slavistik war definiert als Schaffung einer zentralen Anlaufstelle für slavistikbezogene Fachinformationsangebote im Internet. Die ViFa Slavistik richtete sich primär an Wissenschaftler und Studierende, aber auch an Lehrer, Übersetzer, Journalisten, Kulturmanager und alle diejenigen, die an Slavistik, slawischen Sprachen und Literaturen sowie slawischer Volkskunde interessiert waren.

Die Grundlage der “ViFa” Slavistik bildete das Sondersammelgebiet (SSG) “Slawische Sprachen und Literaturen”, das von 1998 bis 2015 an der Staatsbibliothek zu Berlin gepflegt wurde und die deutschen SlawistInnen mit slawistischer Fachliteratur in diesem Zeitraum erfolgreich versorgt hatte. Seit 2016 betreut die Staatsbibliothek zu Berlin nun den Fachinformationsdienst (FID) Slawistik, der im Gegensatz zum SSG weit über die bloße Versorgung der FachwissenschaftlerInnen mit Fachliteratur hinausgeht. Das Slavistik-Portal, das nach wie vor – mit über 5000 Besuchern pro Monat vor allem aus dem deutschsprachigen Raum – als die zentrale Anlaufstelle für Fachrecherchen fungiert, wird auch in den kommenden Jahren und im Rahmen des FID seine Dienste anbieten, die Services erweitern und weiterhin die deutsche und internationale FachnutzerInnen mit relevanten wissenschaftlichen Fachinformationen versorgen.

Die Hauptmodule des Portals und ihre technische Basis verfolgen das Ziel, den Nutzern eine übersichtliche und transparente Webpräsentation zu bieten, die gutes Design und Performanz verbindet und die auf fachlichem Know-how und zwölf Jahren intensiver Arbeit an den Inhalten und der technischen Infrastruktur aufbaut.

  • Suche – Die Funktion “Suche in slawistischen Datenbanken, Bibliographien und Katalogen” deckt einen Suchraum von über 40 Datenquellen ab, die fachbezogenen Informationen zur und über die Slawistik liefern. Als Software kommt dabei seit 2013 das Open-Source-System Pazpar2 zum Einsatz, das in der Lage ist, die lokalen bibliographischen Daten, die in Form von SOLR-Indizes vor Ort in Berlin vorgehalten werden, aber auch die entfernten Fachquellen über diverse XML- oder Z39.50-Schnittstellen, in Sekundenschnelle zu durchsuchen. Die ca. 30 lokalen SOLR-Indizes sind mit speziellen Analyzern (mit Funktionen wie automatischer Transliteration des Kyrillischen o.a.) ausgestattet, so dass die Suche darüber sich für Slavistik-SpezialistInnen besonders effektiv gestaltet. Eine vorsichtige Schätzung der fachbezogenen Datensätze im gesamten Suchraum liegt ca. 5 bis 10 Mio. bibliographischen Einheiten.
  • Neuerwerbungen – Unter “Neuerwerbungen” bietet das Portal den Dienst “Neuerwerbungen Slavistik”, der die monographische Erwerbung für den gesamten deutschsprachigen Raum (im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft) der letzten 15 Jahre widerspiegelt, und den kürzlich hinzugekommenen Dienst “Neuerscheinungen Online Content (OLC) Slavistik”, der die Zugänge aus den 500 wichtigsten slavistischen Zeitschriften auf der Aufsatzebene dokumentiert. Beide Dienste sind datenbankbasiert und werden im Stundentakt aktualisiert. Dementsprechend können sie auch als RSS-Dienste genutzt werden.
  • Zeitschriften – Das Modul bietet eine Übersicht über die wichtigsten gedruckten und elektronischen Zeitschriften im Fachbereich Slawistik. Die Daten aus der “Elektronischen Zeitschriftendatenbank” (EZB) und der “Zeitschriftendatenbank” (ZDB) werden über die XML-Schnittstellen ausgelesen und sind somit immer aktuell. Eine Ergänzung liefert die Übersichtsliste über die Zeitschriften in der Datenbank “Online Contents (OLC) Slavistik”, die ebenfalls stets “up to date” ist.
  • Datenbanken – Dieses Modul bildet das Herzstück des Portals. Auf über 300.000 Webseiten werden die bibliographischen Metadaten für die wichtigsten deutschsprachigen slavistischen Bibliographien und die fachbezogenen Regionalbibliographien angeboten. Die Metadaten davon wurden durch die Konversionsprojekte der Jahre 2007-2012 aus den gedruckten Ausgaben durch spezialisiertes OCR gewonnen und mit Data-Mining-Verfahren strukturiert. Nun liegen die ehemals gedruckten Bibliographien in Datenbankform vor und werden für die Browsing-, Pazpar2- und die Widget-Suche in die SOLR-Indizes eingespeist. Ergänzend zu den Bibliographien bietet das Modul auch eine Auswahl von ca. 2000 Internetquellen, die das Team des Portals im Laufe der letzten zehn Jahre gesammelt hatte und die – aus unserer Sicht – für die deutsche und internationale Slawistik von Bedeutung sein dürften.
  • Online-Tutorium – Das Online-Tutorium LOTSE-Slavistik (als ein Teilprojekt der “ViFa” Slavistik) war als Lernportal gedacht, das Suchtechniken im Fach Slavistik vermitteln sollte. Es wurde fünf Jahre lang von der Universitätsbibliothek Bochum gepflegt und anschließend von der SUB Hamburg eine Zeitlang gehostet. Zum Ende 2016 wurde das gesamte LOTSE-Projekt eingestellt.

Nach wie vor wird am Slavistik-Portal intensiv gearbeitet. Vor allem die Gewinnung neuer, qualitativ hochwertiger Metadaten wird vorangetrieben. Es werden weitere gedruckte Bibliographien im Data-Mining-Verfahren erschlossen und weitere elektronischen OAI-Server des Fachbereichs weltweit geharvestet. Auch der Zugang zu freien und lizenzpflichtigen Volltext-Quellen/-Datenbanken spielt zunehmend eine wichtige Rolle. So wird seit Herbst 2016 eine deutschlandweite FID-Lizenz für die Volltext-Datenbank “Universitetskaja biblioteka online” über das Slavistik-Portal angeboten, die registrierten Nutzern zur Verfügung steht.

Auch in Zukunft werden wir den Grundsätzen der Transparenz und Performanz eine besondere Bedeutung beimessen und unser Portal danach gestalten. Die jüngste Entwicklung betrifft das neue, responsive Design des Portals, das seit Januar 2017 online ist. Damit haben wir unsere Webseiten auch für diejenigen Nutzer und Nutzerinnen optimiert, die mit mobilen Geräten und Browsern aller Art zu uns kommen wollen.

Herzlich willkommen! Zur Suche: http://slavistik-portal.de