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Buchpatenschaft für September 2026

01.09.2026/0 Kommentare/in Foyer, Freunde/von Gwendolyn Mertz-Jork

„Who wants yesterday’s papers“ – so sangen die Rolling Stones vor fast 60 Jahren. So weit so gut – aber die Zeitung von vorvorgestern bietet eine Menge…
Hermann: ein Centralorgan für Rheinland und Westphalen. Barmen, 1828.
Bibliothekssignatur: Ztg 540, 1828

Für einen aktuellen Nachrichtenüberblick greift niemand auf einen Zeitungsband aus dem Jahr 1828, aber schon die hier abgebildete Seite zeigt – Wohnungsbau zu bezahlbaren Preisen ist nicht erst seit kurzem ein Thema. Schon vor fast zweihundert Jahren gelangte dieses Thema auf die Titelseite…

Und wofür lohnt sich noch alles ein Blick in historische Zeitungen? Natürlich die Auswahl der politischen Themen und ihre Bewertung, aber wie spannend ist der Anzeigenteil? Hier gibt es eine Menge soziologische, technische, sprachwissenschaftliche… Ansätze, die hier feinstes Material finden auf Fragen wie z. B.: Wofür wurde geworben? Wer war der Adressat? Welche Argumente wirkten besonders verkaufsfördernd? Die Familienanzeigen geben nicht nur den heutigen Nachfahren genaue Auskunft über Geburts- und Sterbedaten Auskunft, sondern auch über die Stellung in der Gesellschaft, stilistische Eigenheiten… Und was wurde im Feuilleton diskutiert? Welche Theaterstücke wurden gespielt und wie bewertet? Jede Menge Frage, für die historische Zeitungen Fakten und Hintergründe regionaler und überregionaler Art bieten.

Mögen auch die besten Zeiten des Hermann, also die politisch bedeutsamen Jahre, schon eine Weile vor dem hier angebotenen Jahrgang liegen, lohnt sich doch ein Blick auf Hermann. Namensgeber war im Zuge der Befreiungskriege 1813 bei der Gründung in Hagen im Jahr 1814 der Cheruskerfürst Arminius. Bis 1819 erschien das Blatt zweimal wöchentlich. Es umfasste zunächst nur vier zweispaltig bedruckte Seiten. Seit 1815 verdoppelte sich die Seitenzahl vor allem durch verschiedene Beilagen. Zahlreiche Beiträge waren, wie damals noch üblich, anonyme nur mit Pseudonym oder Kürzel versehene, unaufgeforderte und damit nicht bezahlte Zusendungen. Das weitgefächerte Themenspektrum reichte von Regionalgeschichte bis zu Naturwissenschaften. Insgesamt verfolgte die Autoren der Zeitung eine liberale Haltung und sahen die konstitutionelle Monarchie als erstrebenswerte Regierungsform an. Restaurative Kräfte ließen die preußischen Zensurbehörden immer stärker Einfluss nehmen und führten schließlich im Herbst 1819 zum Verbot der Zeitung. Ab 1823 erschien dann der Hermann erneut in Schwelm und Barmen bis 1835.

nötige Reparaturen: Neueinband
kalkulierte Kosten: 120 €

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft

bei den „Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.“

Wenn Sie Interesse daran haben, dass diese Zeitung restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt.

Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz-Jork, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Schlagworte: Buchpatenschaft, Buchrestaurierung, Freunde der Staatsbibliothek, Historische Zeitungen, Kulturelles Erbe, Westfalen
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