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Titelseite von Binyomen Elis: In aza velt : dertseylungen. Shtutgart 1948. Bibliothekssignatur: 4 A 34394. Staatsbibliothek zu Berlin - PK. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Buchpatenschaft für den Monat Mai – Vergeben

03.05.2017/0 Kommentare/in Foyer, Freunde, Orient/von Gwendolyn Mertz-Jork

Wir freuen uns sehr, dass diese Buchpatenschaft aus der Sammlung der DP-Literatur auf diesem Weg eine Patin gefunden hat. Herzlichen Dank.
Da der Monat Mai erst zur Hälfe vergangen ist, werden wir eine weitere Buchpatenschaft aus dieser Sammlung in einem eigenen Blogbeitrag vorschlagen.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs im Mai 1945 wurden die westlichen Besatzungszonen Deutschlands zur Transitstation für geschätzt 250.000 jüdische Flüchtlinge und Überlebende. Sie fanden eine erste Zuflucht in den Displaced-Persons-Camps der Alliierten. Hier stellten sie in den Jahren 1945 bis 1950 mehr als 400 Bücher und Zeitschriften her. Diese Literatur half den entwurzelten Menschen, die die Qualen der Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager überlebt oder im Untergrund und in Verstecken ausgeharrt hatten, nun jedoch nicht in ihre Heimatorte zurückkehren konnten oder wollten, sich mit Erlebtem auseinanderzusetzen, neue Orientierung zu finden, Bildung zu vermitteln, sich gegenseitig zu informieren oder zu agitieren.

Für die Buchpatenschaft im Mai haben wir einen Erzählungsband  ausgesucht:

Titelseite von Binyomen Elis: In aza velt : dertseylungen. Shtutgart 1948. Bibliothekssignatur: 4 A 34394. Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Binyomen Elis (1907-1984): In aza velt : dertseylungen. Shtutgart 1948.

Erzählband in jiddischer Sprache. In diesem Band hat Binyomin Elis (1907-1984) die Erfahrungen der Shoah in neun Kurzgeschichten und einem einaktigen Theaterstück verarbeitet. Er widmet das Buch seiner Mutter, Golde Mendel, die 1942 ermordet wurde. Ansonsten ist über diesen, in jiddischer Sprache schreibenden Autor wenig bekannt. Geboren 1907 in Radom, einer Stadt rund 100 km südlich von Warschau, lebte er in Lodz, Warschau und Vilnius und überlebte den 2. Weltkrieg in Sibirien. Noch vor Beginn des 2. Weltkrieges veröffentlichte er in Warschau zwei Werke: Heymloze (1931) und das Drama Ba der grenets (1936). Neben dem hier vorgestellten Erzählungsband schrieb Binyomen Elis während seiner Zeit in Deutschland auch in der jüdischen Zeitschrift „Bafrajung“.  Er emigrierte in die USA und veröffentlichte weiterhin in Jiddisch. So erschienen 1955 in New York der Erzählungsband Ba farsheydene tishn und 1962 der Roman Afn veg tsum bunker 1962, das in einer englischen Übersetzung  The road to the bunker 1972 erschien. Als letztes veröffentlichte er das Theaterstück Seperirte 1978. Binyomen Elis starb 1984 in New York.

Restaurierungsbedarf: Trockenreinigung, Klammern entfernen, Blockheftung mit Faden erneuern, Nassbehandlung Umschlagblatt, Umschlag verso kaschieren, vordere Kante Umschlag begradigen, Kanten und Ecken glätten, Risse sichern, Schutzverpackung

Kalkulierte Kosten: 385 €

 

Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt mehr als die Hälfte der rund 400 in den DP-Lagern erschienenen Schriften und ist bestrebt, eine größtmögliche Vollständigkeit zu erreichen. Oft sind nur wenige Exemplare dieser Werke erhalten, denn sie wurden in sehr kleinen Auflagen und meist auf schlechtem Papier gedruckt, wurden viel genutzt und dabei oft ‚zerlesen’. In Hebräisch sind religiöse Werke, Bibeln, Gebetbücher, einzelne Talmudtraktate und Schriften zur religionsgesetzlich vorgeschriebenen Lebensführung verfasst. Daneben gibt es vielfältige säkulare Literatur: Wochenzeitungen und Propagandaschriften der verschiedenen Gruppierungen, Romane und Gedichte der modernen jiddischen und hebräischen Klassik, Lese- und Lehrbücher für die in den Lagern eingerichteten Schulen, praktische Ratgeber jedweder Art, schließlich die ersten Dokumentationen der Sho’ah in Wort und Bild.

 

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft bei den „Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.“

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieses Buch aus der Sammlung der DP-Literatur  restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de. Gerade weil diese Bücher unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg auf schlechtem Papier gedruckt und viel genutzt wurden, sind viele von ihnen dringend restaurierungsbedürftig. Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt.

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an  Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Schlagworte: Buchpatenschaft, Freunde der Staatsbibliothek, Judentum, Orient
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https://blog.sbb.berlin/wp-content/uploads/Beitragsbild_Mai.jpg 540 960 Gwendolyn Mertz-Jork https://blog.sbb.berlin/wp-content/uploads/stabi-logo-kante.png Gwendolyn Mertz-Jork2017-05-03 13:41:262026-06-24 10:00:09Buchpatenschaft für den Monat Mai – Vergeben
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