Scriptorium: Codicological and Paleographical Aspects of Islamic Manuscripts, with a Special Focus on Manuscript Notes


Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Scriptorium: Workshops on the study of Oriental manuscripts” führte die Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin gemeinsam mit der Freien Universität und der Al-Furqan Islamic Heritage Foundation vom 25.-29. März 2019 einen Workshop zum Thema „Codicological and Paleographical Aspects of Islamic Manuscripts, with a Special Focus on Manuscript Notes” durch. Obwohl sich der Workshop thematisch an ein sehr spezialisiertes Publikum mit weit fortgeschrittenen Arabisch- und Handschriftenkenntnissen richtete, gab es erfreulich viele Anmeldungen.

In einer Zeit, in der die meisten Texte in den Handschriften bekannt und erforscht sind, wendet sich der Fokus der Experten immer mehr zum Studium der Geschichte der Handschriften als Objekte hin. Die Kultur der Manuskriptvermerke/Paratexte in der „Islamicate World“ ist dabei einzigartig vielfältig und bietet erstaunliche Möglichkeiten, u. a. zur Generierung einer belastbaren Sozialgeschichte. Durch Leser- und Eignervermerke in den Handschriften können ganze historische Bibliotheken rekonstruiert oder auch Generationen von gelehrten Nutzern identifiziert werden.

Gemäß dem Anspruch des Workshops, auch als „training course“ zu dienen, wurde neben den theoretischen Einführungen und Fachvorträgen ein starker Fokus auf die so genannten „hands-on sessions“ gelegt. Damit wurde den Teilnehmern die Gelegenheit gegeben, das neu erworbene oder vertiefte Wissen direkt in der Praxis an den Handschriften umsetzen zu können. Thematisch vertieft wurden Überlieferungs-, Eigner-, Stiftungs- und Kollationsvermerke, aber auch die Bestimmung von Papier über Wasserzeichen und die Besonderheiten von „Signaturen“ in islamischen Miniaturen.

Allein in einer Handschrift konnten mehrere Besitzer und Leser identifiziert werden. Weiterhin fanden sich in derselben Handschrift aber auch datierte Vermerke zu Geburten von Söhnen und Töchtern, zu Schäden an Gebäuden bei einem Erdbeben und bei einem Hochwasser des Flusses Baradā in Damaskus; sogar die Geburt eines schwarzen Maultiers wurde festgehalten.

All diese bisher in der Kodikologie eher etwas stiefmütterlich behandelten Vermerke in Handschriften und die daraus gewinnbaren Informationen bieten also noch ein weites Betätigungsfeld für die Forscher der verschiedensten Fachrichtungen.

Das Feedback der Teilnehmer war überaus positiv. Da schon die Nachfrage bei der Anmeldung deutlich höher war als die Zahl der verfügbaren Plätze, wird die Scriptorium-Reihe auch in den nächsten Jahren kontinuierlich weitergeführt werden.

 

VORTRAG am 18.10. über den Gründungsdirektor der Orientabteilung vor 100 Jahren

VORTRAG am 18.10. von Sabine Mangold-Will über Gotthold E. Weil – Gründungsdirektor der Orientabteilung

  • Termin

    Donnerstag, 18. Oktober 2018

    18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

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© SBB-PK, Sandra Caspers, CC NC-BY-SA



Vor 100 Jahren wurde die Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin gegründet.
Aus diesem Anlass laden wir Sie herzlich am 18. Oktober 2018 um 18 Uhr in den Dietrich-Bonhoeffer-Saal ein.

Grußwort
Barbara Schneider-Kempf
Generaldirektion der Staatsbibliothek zu Berlin

Einführung
Christoph Rauch
Leiter der Orientabteilung in der Staatsbibliothek zu Berlin

Festvortrag
ZWISCHEN BERLIN UND JERUSALEM:
DER ORIENTALIST UND BIBLIOTHEKAR GOTTHOLD WEIL UND DIE ANFÄNGE DER ORIENTABTEILUNG AN DER PREUSSISCHEN STAATSBIBLIOTHEK
Sabine Mangold-Will
apl. Professorin für Neuere und Neueste Geschichte (Köln/Wuppertal)

Präsentation mit Exponaten zum Gründungsdirektor Gotthold Eljakim Weil (* 1882 in Berlin † 1960 in Jerusalem) und der Anfangszeit der Orientabteilung

Anschließend kleiner Empfang

Um Antwort wird gebeten bis zum 10.10.18: pr@sbb.spk-berlin.de

 

Jüdischer Kalender für das Jahr 5779 (2018/2019)

Das Judaica-Portal Berlin-Brandenburg hat einen Jüdischen Kalender für das Neue Jahr 5779 herausgegeben:

https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/41564/file/zjs-kalender.pdf

Der jüdische Kalender beginnt 3761 v. Chr. und richtet sich nach dem Mond.
Unser Jahr 2018/2019 entspricht dem Jahr 5779 – die Zeichen über der Zahl sind die hebräischen Buchstaben für die Jahreszahl.

Auf der Vorderseite des Kalenders befindet sich jeweils ein doppeltes Kalendarium: Die Kalenderblätter folgen dem christlichen Jahr, parallel dazu sind die entsprechenden jüdischen Monatsangaben angegeben. Jüdische Feiertage werden durch hervorgehobene Zahlen im Kalendarium angezeigt. Auf der Rückseite sind diese Feiertage und die jüdischen Monatsnamen in lateinischer Schrift aufgelistet.
Neben dem Kalendarium befindet sich auf der Vorderseite jeweils ein repräsentatives Bild der Bibliothek; mit dem daneben befindlichen QR-Code gelangt man direkt zum jeweiligen Bucheintrag im Judaica-Portal. Auf der Rückseite gibt es eine kurze Bildbeschreibung zum abgedruckten Bild, jede Bibliothek stellt sich kurz vor und man findet die wichtigsten Informationen und Kontaktdaten.
Das Judaica-Portal Berlin-Brandenburg ist ein Gemeinschaftsprojekt des Selma Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV). Sie stellen sich gemeinsam auf einem Kalenderblatt vor. Daneben finden Sie Kalenderblätter folgender Bibliotheken:

• UB der Universität Potsdam
• UB der Freien Universität Berlin
• UB der Humboldt-Universität Berlin
• UB der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
• Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
• Bibliothek des Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin
• Bibliothek des Abraham Geiger Kollegs
• Bibliothek des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien
• Bibliothek des Jüdischen Museums Berlin
• Bibliothek der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
• Bibliothek Institut Kirche und Judentum
• UB Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main • Israelische Nationalbibliothek Jerusalem (RAMBI)