Begleitprogramm zur Ausstellung “1001 Nacht” am 13.12.

Begleitprogramm: «REISENDE ERZÄHLUNGEN: Tausendundeine Nacht zwischen ORIENT UND EUROPA»

  • Termin

    Fr, 13. Dezember 2019
    Filmvorführung: 18 Uhr
    Simón-Bolívar-Saal

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Simón-Bolívar-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

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© Staatsbibliothek zu Berlin – PK

Begleitprogramm 1001 Nacht am 13.12.


«Al Halqa – Im Kreis der Geschichtenerzähler» am 13. Dezember 2019

Drehbuch, Regie und Kamera: Thomas Ladenburger
2010, Dokumentarfilm, 90 min.

Über den Inhalt:

©Thomas Ladenburger Filmproduktion [Filmdreh_Platz Djemaa El Fna_Marrakesch, Marokko]

©Thomas Ladenburger Filmproduktion [Filmdreh_Platz Djemaa El Fna_Marrakesch, Marokko]

Auf dem Platz Djemaa El Fna in Marrakesch erzählt Abderahim El Maqori Geschichten, die er seit seiner Kindheit mit Herz und Geist gesammelt hat. Jetzt, da er älter wird, bringt er seinem Sohn die Kunst eines sterbenden Handwerks bei. In der Halqa, dem Kreis der Geschichtenerzähler, lernt der Junge das Erzählen und erntet mitunter harsche Kritik von seinem Vater.

Als Zoheir bereit ist, die traditionelle Lehrreise zu begehen, fahren die beiden nach Fez. In der intellektuellen Hauptstadt Marokkos wird er dem ultimativen Test auf dem großen Marktplatz unterzogen. Die Kamera folgt dem Paar auf seiner Reise, die mit Geschichten von Geistern, Königen, Schustern und Tieren untermalt ist. Es besteht eine besondere Verbindung zwischen Vater und Sohn, deren Meinungen ganz sicher nicht immer übereinstimmen.

©Thomas Ladenburger Filmproduktion [Abderahim El Maqori und sein Sohn Zoheir_Marrakesch, Marokko]

©Thomas Ladenburger Filmproduktion [Abderahim El Maqori und sein Sohn Zoheir_Marrakesch, Marokko]

Zoheir muss einen eigenen Stil für eine neue Generation von Zuhörern finden, die nicht nur von lang vergangenen Tagen, sondern auch von Dingen wie AIDS hören will. Im Übrigen sind die Halaiqis nicht die Einzigen, die die Tradition ihres Volkes erhalten wollen. Zoheirs Lieblingsschauspieler Mohammed Hassan El Joundi erklärt, warum er in seinem Studio Geschichten aus vergangenen Epochen aufnimmt: Geschichten erziehen die Menschen und lehren sie ihren Ambitionen und Träumen zu folgen.

Begleitprogramm zur Ausstellung “1001 Nacht” am 3.12.

Begleitprogramm: «REISENDE ERZÄHLUNGEN: Tausendundeine Nacht zwischen ORIENT UND EUROPA»

  • Termin

    Di, 3. Dezember 2019
    Kurzführung: 17 Uhr
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Vortrag: 18 Uhr
    Simón-Bolívar-Saal

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal (Führung)
    Simón-Bolívar-Saal (Vortrag)
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

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© Staatsbibliothek zu Berlin – PK

Begleitprogramm 1001 Nacht am 03.12.


«The Introduction of the 1001 Nights in the Dutch Republic and its Dissemination Abroad: From Galland to Goethe» am 3. Dezember 2019

by Arnoud Vrolijk

Antoine Galland’s French translation of the Arabian Nights appeared in  Paris in 1704, and within a year there was a pirated edition from The  Hague, which was followed by many others. These French editions from Holland were intended for dissemination abroad and one copy found its way to Goethe, the author of the West-östlicher Divan. The 1719 Dutch retranslation of the Nights by the Amsterdam silk merchant and financier Gilbert de Flines (Amsterdam 1690 – London 1739) typifies the role of the Dutch merchant class in the cultural scene of Amsterdam.
Dr Arnoud Vrolijk is Interpres Legati Warneriani and Curator of Oriental Manuscripts and Rare Books at Leiden University Libraries. Together with Richard van Leeuwen he is the author of The Thousand and One Nights and Orientalism in the Dutch Republic, 1700-1800: Antoine Galland, Ghisbert  Cuper and Gilbert de Flines (Amsterdam: University Press, 2019).

©SBB-PK [Frontispiz von Antoine Galland, Les Mille Et Une Nuit. Contes Arabes, Leiden 1768, Bd. 1]

©SBB-PK [Frontispiz von Antoine Galland, Les Mille Et Une Nuit. Contes Arabes, Leiden 1768, Bd. 1]

Um 17 Uhr besteht die Möglichkeit, an einer Kurzführung durch die Ausstellung teilzunehmen; Treffpunkt ist vor dem Dietrich-Bonhoeffer-Saal.

Handschriften aus dem Jemen digitalisiert

570 teils seltene oder unikale Werke sind nun zugänglich

In einem Digitalisierungsprojekt in Kooperation mit dem vom NEH geförderten Portal „The Zaydi Manuscript Tradition“ unter der Leitung von Prof. Sabine Schmidtke (Institute for Advanced Study, Princeton) wurden weitere 214 jemenitische Handschriften der Staatsbibliothek zu Berlin im Volltext zugänglich gemacht.

Mit Abschluss des Projektes im Dezember 2019 sind somit sämtliche arabischen Handschriften aus dem Jemen digitalisiert – exakt 571 Werke in 351 Bänden. Sie können in Kürze über die Digitalisierten Sammlungen der Staatsbibliothek und das Projektportal aufgerufen werden. Eine vertiefte Erschließung der Materialien findet sich in der Datenbank orientalischer Handschriften der Staatsbibliothek zu Berlin „Orient-Digital“.

 

Kontakte in den Iran und nach Südasien
Unter den Berliner Handschriften haben sich zahlreiche bedeutende und einige sehr seltene Texte der arabischen Schriftkultur aus dem Süden der Arabischen Halbinsel erhalten. Das Bergland des Jemens wurde seit dem 10. Jahrhundert von einer islamisch-schiitischen Strömung geprägt, den Zaiditen, die in regem intellektuellem Austausch mit Gelehrten anderer Regionen der islamischen Welt standen. Dazu gehört insbesondere der Norden Irans. In den bergigen und abgelegenen Gebieten des Jemens haben sich Überlieferungen etwa rationalistisch-theologischer Strömungen erhalten, deren Textzeugnisse lange als verschollen galten. Ein Beispiel ist das “Buch der Streitfragen zwischen Basrensern und Bagdadenser” von Abū Rašīd an-Nīsābūrī, dem führenden Denker der rationalistischen Strömung der Muʿtazila im 11. Jahrhundert. Diese Abhandlung zur Naturphilosophie galt lange als verschollen.

Auch andere islamische Minderheiten fanden in den Bergen des Jemens einen Rückzugsort, ohne aber den Kontakt zur Außenwelt zu verlieren: Im 18. Jahrhundert emigrierte ʿAlī ibn Saʿīd al-Yaʿburī al-Hamdānī aus dem Jemen nach Indien und etablierte enge Verbindungen zwischen den Gemeinschaften der Bohra-Ismailiten in beiden Ländern. Sieben Handschriften aus der Burchardt-Sammlung illustrieren diese Verbindung. Sie wurden von Nachfahren al-Hamdānīs kopiert.

 

 

Sammlungen von Orientalisten und Reisenden

Der überwiegende Teil (261 Bände) jemenitischer Handschriften setzt sich aus den Sammlungen zusammen, die der österreichische Forschungsreisende Eduard Glaser (1855-1908) auf seinen ersten beiden Reisen in den Jemen 1883-4 und 1885-6 für die Berliner Bibliothek erwarb. Doch gibt es im nun digitalisierten Bestand viele weitere Überraschungen zu entdecken: z.B. 18 jemenitische Handschriften aus der Sammlung des Arabisten Carlo Landberg (1848-1924), 17 Handschriften aus dem Nachlass des Fotografen und Orientreisenden Hermann Burchardt (1857-1909) sowie viele Einzelerwerbungen aus verschiedenen Epochen. Bereits aus der Gründungszeit der Bibliothek findet sich eine jemenitische Handschrift im Bestand. Sie stammt aus dem Besitz des deutschen Orientalisten Christian Raue (1613-1677). Sie enthält das wichtigste Rechtshandbuch der Zaiditen, das Kitāb al-Azhār. Die Handschrift ist die älteste bekannte Abschrift dieses Werkes und entstand noch zu Lebzeiten des Verfassers.

Digitalisiert wurde auch die Sammlung von 14 jemenitischen Handschriften, die 2018 vom Londoner Antiquariat Bernard Quaritch Ltd. erworben werden konnte sowie 26 Handschriften, die 2015 von Rosemarie Quiring-Zoche im VOHD-Band XVII B7 (Arabische Handschriften, band 7) katalogisiert wurden.

Weitere Informationen zu den Berliner jemenitischen Handschriften finden Sie auf den Seiten der Google Arts&Culture Ausstellung.