• BLOG-NETZWERK FÜR FORSCHUNG UND KULTUR
SBB aktuell
  • FOYER
  • SERVICE
  • IT-INNOVATION
  • WISSEN
  • FEUILLETON
  • Menü Menü
Abbildung aus: Plenarium, deutsch. Augsburg: Johann Bämler, 30.IX.[14]76. Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Buchpatenschaft für den Monat August 2020

27.07.2020/1 Kommentar/in Foyer, Freunde, Inkunabeln/von Gwendolyn Mertz-Jork

Inkunabeln oder Wiegendrucke nennt man die ersten Drucke mit beweglichen Lettern, die in der Nachfolge von Johannes Gutenberg bis zum Jahr 1500 entstanden. Also, ein Buch aus den „Kindertagen“ des Buchdrucks soll hier für den Monat August vorgestellt werden.

 

Plenarium, deutsch. Augsburg: Johann Bämler, 30.IX.[14]76.

Das „Plenarium“ ist ursprünglich lediglich eine nach dem Kreislauf des Kirchenjahres geordnete Sammlung der Perikopen, der im Gottesdienst gelesenen Ausschnitte aus den Evangelien und den Episteln. Im Laufe des späten Mittelalters wurden sie jedoch zunehmend durch die sogenannten Glossen ergänzt, kurze, volkssprachlich verfasste Auslegungen zu den einzelnen Bibelstellen.

Zeitgenössischer Einband von Plenarium, deutsch. Augsburg: Johann Bämler, 30.IX.[14]76. Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Zeitgenössischer Einband – Plenarium, deutsch. Augsburg: Johann Bämler, 30.IX.[14]76. Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Die Druckausgaben wurden zudem in der Regel mit zahlreichen Illustrationen zu den Evangelienstellen versehen, die als Zyklus das Leben Christi darstellen. Obwohl das „Plenarium“ im 15. Jahrhundert häufig gedruckt wurde, sind meist nur wenige Exemplare der einzelnen Ausgaben erhalten. Auch die vorliegende Augsburger Ausgabe aus der Mitte der 1470er Jahre ist in nur fünf weiteren Exemplaren bekannt. Das Berliner Exemplar zeichnet sich durch seinen zeitgenössischen Einband und die durchgehende, möglicherweise noch vor dem Verkauf ausgeführte Kolorierung aus.

Der Drucker dieses besonderen Buches, Johann Bämler (um 1425 – 1430 geboren – 1503 in Augsburg), gehörte zu den ersten vier Druckern in Augsburg, die sich bereits ab 1470 niedergelassen hatten. Gerade die Kirche verfolgte mit großem Interesse die Ansiedlung von Druckereien an ihren Bischofssitzen, Augsburg stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar. Die ersten Städte, in denen gedruckt wurde – Mainz (1454), Straßburg (1460), Bamberg (um 1460) und Köln (um 1465) waren Bistumssitze. „Der Leibarzt des inzwischen zum Augsburger Bischof avancierten Johann II. von Werdenberg, Ulrich Ellenbog aus Feldkirch, ein guter Kenner der Augsburger Druckerszene, schrieb dazu 1473 begeistert in ein Exemplar von Johannes Niders „24 goldenen Harfen“: ‚Es ist ze wissen, daß man in der küngklichen stat Augspurg ze latin vnd tütsch trucket vil und mengarlay bücher‘. Mit dieser knappen Notiz hat Ellenbog die Bedeutung und die Vorzüge des neuen Mediums auf den Punkt gebracht: bisher unvorstellbare Auflagenhöhen („vil“), eine bisher nicht gekannte Diversifizierung des Angebots („mengarlay“: mannigfaltig), sowie die Bedeutung, die auch und gerade die Volkssprache („tütsch“) für den Augsburger Buchdruck spielen sollte.“ (Günter Hägele: Medienwechsel – Die Ablösung des geschriebenen Buches durch das gedruckte Buch. Augsburg, 2017, S. 32).
Johann Bämler war vor allem für seine Buchmalereien bekannt, später dann auch für seine vornehmlich in deutscher Sprache gedruckten Bücher.

 

Nötige Reparaturen: Trockenreinigung, alte Vorsätze abnehmen und ersetzen, lose Blätter einfügen, mit Dispersionsklebstoff verklebten Rückenbezug abnehmen, neu mit Leder beziehen und originalen Bezug wieder aufsetzen, erneuern, Schließenstifte kürzen und abrunden.

Kalkulierte Kosten: 750 €

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft

bei den „Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.“

Wenn Sie Interesse daran haben, dass diese Inkunabel restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Schlagworte: Buchmalerei, Buchpatenschaft, Freunde der Staatsbibliothek, Inkunabel, Kulturelles Erbe
Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Auf WhatsApp teilen
  • Teilen auf Pinterest
  • Teilen auf LinkedIn
  • Teilen auf Tumblr
  • Teilen auf Vk
  • Teilen auf Reddit
  • Per E-Mail teilen
https://blog.sbb.berlin/wp-content/uploads/Buchpatenschaft_8_20_Inkunabel.jpg 540 960 Gwendolyn Mertz-Jork https://blog.sbb.berlin/wp-content/uploads/stabi-logo-kante.png Gwendolyn Mertz-Jork2020-07-27 12:29:082026-06-24 09:55:10Buchpatenschaft für den Monat August 2020
Das könnte Sie auch interessieren
Ein „Gastarbeiter“ in Florenz: Johannes Krach auf der Suche nach einer festen Anstellung in der Heimat
Mukhtasar al-Kafiya, gedruckt in St. Petersburg 1899 (l.); Kommentar zur Kafiya, arabische Handschrift von 1551 (r.)K:\IID\IID_2_Wissenschaftliche_Dienste\01_uebergreifendeAufgaben\Wissenswerkstatt\Werkstattgespraeche\2016\Arabische Handschriften Werkstattgespräch zum frühen arabischen Buchdruck am 5.4.
Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron! Mendelssohns römisches Weihnachtslied – ein Luther-Choral
Badefreuden in der Straße von Gibraltar oder: Der Kaiser im Krebsgang
Schlussformel aus dem Brief von Gustav Landauer an Auguste Hauschner. Bibliothekssignatur: Nachlaß Auguste Hauschner, Mp. 83, Bl. 20, Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 Buchpatenschaft für den Monat Oktober
Buchpatenschaft für Juni 2026
Veranstaltungsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit | SBB-PK CC-BY-NC-SA 3.0SBB-PK CC-BY-NC-SA 3.0 Werkstattgespräch zur Materialität des Schreibens und Publizierens um 1800 am 5.1.
Sanssouci einmal anders – Vortrag von Prof. Dr. Dorgerloh am 17.11.
1 Antwort
  1. Falk Eisermann
    Falk Eisermann sagte:
    04.09.2020 um 11:52

    Wir haben das wunderbare Stück, eine Neuerwerbung von 2019, jetzt für Sie digitalisiert: http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00028B2D00000000.

    Antworten

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar Antworten abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Search Search

Kommentare:

  • Benutzungskommunikation bei Wissenshunger stillen ohne Krümel | Feed Your Hunger for Knowledge — Without the Crumbs
  • reinhard bei Wissenshunger stillen ohne Krümel | Feed Your Hunger for Knowledge — Without the Crumbs
  • Thomas Parschik bei Ein Bruchpilot im Brunnenhof
  • Benutzungskommunikation bei Fair bleiben – Pausenscheibe nutzen – Plätze teilen | Stay fair – Use the Study Break Disc – Share Your Desks
  • Guido Tamponi bei Fair bleiben – Pausenscheibe nutzen – Plätze teilen | Stay fair – Use the Study Break Disc – Share Your Desks

Schlagwörter

Ausbildung Ausleihe Ausstellung Benutzung Benutzungseinschränkung Bilderbuch Buchpatenschaft CrossAsia Datenbank digitale Lektüretipps Digitalisierung E.T.A. Hoffmann Fachinformation Freunde der Staatsbibliothek Geschichte Hinweis Import Jugendbuch Kinderbuch Kulturelles Erbe Lesesaal Martin Luther Materialität Musik Osteuropa Presse Promovierende Provenienzforschung Recherche Recht Rechtsforschung Rechtswissenschaften Reformation Restaurierung sbb online offen Service Servicezeiten Slawistik Stipendienprogramm Werkstattgespräch Wissenswerkstatt Workshop Zeitschriftendatenbank Zeitungen Öffnungszeiten

Unsere Blogs

  • E. T. A. HOFFMANN PORTAL
  • FEUILLETON
  • FOYER
  • FREUNDE DER BIBLIOTHEK
  • HISTORISCHE DRUCKE
  • INKUNABELN
  • IT-INNOVATION
  • KARTEN
  • MUSIK
  • ORIENT
  • PODCAST
  • PRESSE
  • SERVICE
  • TERMINE
  • WISSEN

Suche über alle Beiträge:

Search Search

Folgen Sie uns auf Instagram

Folgen Sie uns auf Bluesky

Folgen Sie uns auf Mastodon

Besuchen Sie uns auf Youtube

ARCHIV ALLER BLOGBEITRÄGE

Zum Kalender
© Copyright - Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
  • RSS-Feeds abonnieren
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Erklärung zur Barrierefreiheit
  • Barriere melden
Link to: Ausbildung in Zeiten von Corona – ein Erlebnisbericht Link to: Ausbildung in Zeiten von Corona – ein Erlebnisbericht Ausbildung in Zeiten von Corona – ein ErlebnisberichtSusanna Kahlau Link to: CrossAsia Newsletter Nr. 21 Link to: CrossAsia Newsletter Nr. 21 CrossAsia Newsletter Nr. 21
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen