Literatur im Foyer: Dietrich Bonhoeffer zum 100. Geburtstag am 4. Februar 2006

Aus Anlass des 100. Geburtstags Dietrich Bonhoeffers zeigt die Staatsbibliothek am am 3. und 4. Februar innerhalb der Reihe "Literatur im Foyer" eine Auswahl aus den wichtigsten Manuskripten, Briefe und Photos aus dem Nachlass Bonhoeffers. Das Manuskript eines Rundfunkvortrages, in welchem Bonhoeffer bereits kurz nach der Machtergreifung Hitlers vor den Folgen des "Führerkultes" warnt, zählt ebenso dazu wie Bonhoeffers Plädoyer für das Lebensrecht der gesamten jüdischen Bevölkerung in seinem Aufsatz "Die Kirche vor der Judenfrage". Ein Flugblatt veranschaulicht den Kirchenkampfes zwischen den regimetreuen "Deutschen Christen" und der Minderheit der "Bekennenden Christen", zu denen Bonhoeffer gehört. Bonhoeffers Aufruf zum Frieden auf einer ökumenischen Tagung in Fanø 1934, sein für oppositionelle Militärs bestimmter Bericht über die ersten Judendeportationen und die erschütternden Briefe und Gedichte aus seiner Haftzeit sind weitere Höhepunkte der kleinen Ausstellung.
Teile dieser Ausstellung werden in Kopie in diesen und den folgenden Wochen in der St. Matthäi-Kirche in Berlin-Tiergarten sowie im Foyer der Philharmonie zu besichtigen sein.
Der in der Familie unter schwersten Bedingungen bewahrte schriftliche Nachlass Bonhoeffers, der Briefe und andere Dokumente aus der Zeit seiner Jugend, zu seinem Werdegang als Theologe und Pfarrer, seinem Engagement im deutschen Widerstand sowie seine Erlebnisse aus der Haftzeit enthält, wurde nach 1945 von seinem Freund Eberhard Bethge und dessen Frau Renate, in unermüdlicher Sammeltätigkeit erweitert und aufgearbeitet. Nach dem Willen des Ehepaars Bethge sollte der Nachlass in Berlin verbleiben, der Stadt, die für das Leben der Familie Bonhoeffer und für Dietrich Bonhoeffer entscheidende Bedeutung hat. Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt mit diesem 1996 von Eberhard und Renate Bethge erworbenen, umfangreichen Nachlass einen der bedeutendsten Nachlässe zur Geschichte der Theologie und des deutschen Widerstands. Mit der Übernahme des Nachlasses hat die Staatsbibliothek auch die Verpflichtung übernommen, ihn durch weitere Dokumente zu ergänzen.
Eines der berühmtesten Gedichte Bonhoeffers, das den Titel trägt "Wer bin ich?", verfasst Anfang Juli 1944 während der Haft im Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis Berlin-Tegel, wird von der Staatsbibliothek zu Berlin anlässlich des Geburtstages Bonhoeffers als Faksimile herausgegeben. Es trägt die Nummer 1 der von der Staatsbibliothek eröffneten neuen Reihe "Berliner Faksimiles".
Bilder aus dem Nachlass (Flash/7MB)handschriften.staatsbibliothek-berlin.de/bonhoeffer Haus Potsdamer Straße
Eingangshalle
3. Februar 2006 9-21 Uhr
4. Februar 2006 9-19 Uhr

0 Kommentare

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.