Open Access – Schwerpunktthema in der Wissenswerkstatt

Der freie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und anderen Materialien im Internet ist ein Thema, mit dem sich schon seit geraumer Zeit nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Verlage und Bibliotheken auseinandersetzen.
Die Wissenswerkstatt der Staatsbibliothek zu Berlin veranstaltet daher im Juni zwei Werkstattgespräche, die sich von ganz unterschiedlichen Ausgangspunkten diesem Thema nähern:

Am 24. Juni

spricht der Konstanzer Bibliothekar Uwe Jochum zum Thema:

 "Open Access" – Zur Korrektur einiger populärer Annahmen

Wer auf eine zeitgemäße Erneuerung der wissenschaftlichen Informationsinfrastruktur setzt, der setzt auf "Open Access": Dank des elektronischen Publizierens im Internet per "Open Access" sollen wissenschaftliche Veröffentlichungen weltweit nicht nur "sichtbarer" sein, sondern für das interessierte Publikum sogar kostenlos. So stellen es die Befürworter von "Open Access" dar, und so wird es im Rahmen nationaler und internationaler Forschungsförderungspolitiken unter Aufbietung erheblicher Steuergelder auch umgesetzt.
Erstaunlicherweise wurden diese "OpenAccess"-Versprechungen bislang nicht kritisch hinterfragt. Der Konstanzer Bibliothekar Uwe Jochum unternimmt diese bisher versäumte kritische Analyse und kommt zu dem Ergebnis, dass "Open Access" nicht billiger, sondern teurer als das konventionelle Publizieren ist. Der eigentliche Preis von "Open Access" liegt jedoch in einem wissenschaftspolitischen Systemwechsel, der Wissenschaft nicht fördert, sondern vielmehr in Frage stellt.
und

am 30. Juni

spricht Prof.  Peter Schirmbacher,

Humboldt-Universität zu Berlin – Computer- und Medienservice über

Möglichkeiten und gegenwärtige Grenzen des wissenschaftlichen elektronischen Publizierens mit besonderem Bezug auf Veröffentlichungen nach den Open-Access-Prinzipien

Thesen zum Vortrag:
1.       Mit dem elektronischen Publizieren wird das wissenschaftliche Publizieren revolutioniert, weil es den technischen Vorgang vereinfacht, das zeitnahe Veröffentlichen ermöglicht, eine weltweite Verbreitung gewährleistet und die Auffindbarkeit auf nahezu 100 Prozent steigert.
2.       Das wissenschaftliche Publizieren ist im Wandel, weil technische Schranken der Vervielfältigung und Verbreitung gefallen sind und somit ein freier uneingeschränkter Zugriff auf das Wissen der Welt prinzipiell möglich wird.
3.       Das wissenschaftliche Publizieren erreicht eine andere Qualität, weil die Publikationsform der Zukunft nicht mehr vorrangig textorientiert und verschriftlicht ist, sondern von Grafiken, Audio- und Videosequenzen geprägt sein wird.

Es handelt sich bei beiden Terminen nicht um reine Vortragsveranstaltungen; Diskussionsbeiträge sind ausdrücklich gewünscht.

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18:15 Uhr und dauern ca. 90 Minuten.
Veranstaltungsort: Ausstellungsraum im Haus Potsdamer Str. 33

Bitte nutzen Sie die Möglichkeit der Anmeldung, damit wir den Raumbedarf besser einschätzen können.


0 Kommentare

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.