Oswin Volkamer – Ein Meister des Kupferstichs im Dezember 2005

Oswin Volkamer, geboren 1930 in Helmsgrün, Kreis Lobenstein, Thüringen, ist einer der wenigen international bekannten zeitgenössischen Künstler, die den traditionellen Kupferstich pflegen und ihn auf dem Gebiet des Exlibris und der Kleingrafik, wie Neujahrswünsche, Stadtansichten, Porträts, für ein breiteres Publikum anwenden. Volkamer hat seit 1960 an die 300 Exlibris, über 40 Porträts und über 100 Stadtansichten geschaffen. Seine Exlibris entsprechen dem gegen Ende des 20. Jahrhunderts oft diskutierten Anspruch, Buchbesitz zu kennzeichnen und zugleich eine "Visitenkarte" (Volkamer) des Bestellers, des Eigners, zu sein. Der Kupferstich, bei dem in mühevoller Handarbeit die druckenden Linien mit dem Stichel seitenverkehrt in die Metallplatte gegraben werden, erfordert Präzision, und eine hervorragende Beherrschung der Technik, will man wie Oswin Volkamer den berühmten Vorbildern Albrecht Dürer und den Nürnberger Kleinmeistern genügen.
Seine meisterhafte Beherrschung der Technik hat Volkamer zunächst als Schriftlithograf, dann von 1953 – 1958 als Student an der traditionsreichen Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig gelernt. Sein Lehrer Heinrich Ilgenfritz wies ihm den Weg zum Kupferstich und zu seiner Anwendung in Exlibris und Kleingrafik. Nachdem Volkamer 1958 sein Studium an der Leipziger Hochschule mit dem Diplom abgeschlossen hatte, arbeitete er bis 1964 in der Deutschen Wertpapierdruckerei in Leipzig, heute ein Zweigbetrieb von Giesecke & Devrient. Dort vervollkommnete er seine handwerklichen Fähigkeiten als Kupferstecher bei der Gestaltung von Briefmarken und Banknoten.
Seit 1964 arbeitet Volkamer als frei schaffender Künstler in Leipzig. In den darauf folgenden Jahren baut er sich seinen Kundenstamm auf und entwickelt einen eigenen Stil, den Sauberkeit und Genauigkeit der Linienführung, eine mit dem Bildmotiv harmonisierende Schriftgestaltung und ein oftmals aufblitzender feiner Humor kennzeichnen. Volkamer hat sich stets und gern als Auftragskünstler verstanden, der zusammen mit dem Auftraggeber Motive sucht und gestaltet. Porträts, Exlibris, Stadtansichten, vor allem seiner Heimatstadt Leipzig, und Grußkarten sind für einen Künstler wie Volkamer letztendlich stets Auftrags-kunst, auch, wenn er sich selbst den Auftrag stellt.
Seit Dezember 2004 befindet sich das Werk Volkamers – Exlibris, Grafiken, Zeichnungen, Porzellane mit aufgedruckten Grafiken, Wertmarken, Aquarelle, ergänzt durch fach- und sachbezogene Korrespondenz – in der Staatsbibliothek zu Berlin. Dieser so genannte Vorlass wird vom Künstler laufend ergänzt. Die enge Verbundenheit mit dem Buch stellt den Vorlass Oswin Volkamers in eine Tradition mit anderen Künstlern und Sammlern des Exlibris, die in der von Adolf von Harnack begründeten Exlibrissammlung der Staatsbibliothek vertreten sind.
Ausstellung
9. Dezember 2005 – 1. Februar 2006
im Foyer des Handschriftenlesesaals
Haus Potsdamer Straße
Montag bis Freitag 9 – 17 Uhr
Samstag 9 – 13 Uhr
sonn- und feiertags sowie
am 24. und 31. Dezember 2005
geschlossen
Eintritt frei

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