Werkstattgespräch am 27.11.: „Die Kunst ist von nun an international“ – Zur Rezeption der deutschen Moderne in der ukrainischen Avantgarde

Werkstattgespräch

„Die Kunst ist von nun an international“ – Zur Rezeption der deutschen Moderne in der ukrainischen Avantgarde

– Vera Faber –
Die von Ilja Ehrenburg und El Lissitzky in der russischen Emigrationszeitschrift Vešč – Objet – Gegenstand ausgerufene Internationalisierung der Kunst wurde nicht nur im Kontext deutsch-russischer Wechselbeziehungen realisiert, vielmehr manifestierte sie sich auch in der ukrainischen Kunst. Charkiw, die damalige Hauptstadt der Ukraine, etablierte sich in den 1920er Jahren als innovatives, international jedoch wenig registriertes Zentrum der Avantgarde an der sowjetischen Peripherie.
In der Ukraine galt der Fokus der Aufmerksamkeit dabei ganz den Entwicklungen der westeuropäischen Kunst – vor allem jenen in Deutschland, etwa am Bauhaus sowie bei Herwarth Waldens Sturm. Diese "Sehnsucht nach Europa" spiegelte sich in unzähligen Essays und Kritiken wider, die, gemeinsam mit komparatistischen Gegenüberstellungen deutscher Entwicklungen mit ukrainischen und sowjetischen in ukrainischen Kunst- und Literaturzeitschriften publiziert wurden. Zugleich übten Bauhaus und Sturm jedoch auch einen starken Einfluss auf die künstlerische Praxis selbst aus, wie sich anhand zahlreicher Beispiele belegen lässt.
Im Vortrag soll gezeigt werden, in welcher Form die Rezeption der deutschen Moderne in der Ukraine erfolgte, wobei auch auf die Frage eingegangen werden wird, inwieweit es – in Anbetracht der doch beachtlichen Relevanz der deutschen Strömungen in der Ukraine – auch umgekehrt eine Wahrnehmung ukrainischer Kunst in Deutschland resp. Berlin gegeben hat. 
Vera Faber hat Slawistik / Russistik sowie Design und Neue Medien studiert und forscht derzeit an der Universität Wien zu den Wechselbeziehungen zwischen ukrainischer, russischer und westeuropäischer Avantgarde.
Donnerstag, 27. November
18.15-19.45
Uhr
Schulungsraum im Lesesaal,
Haus Potsdamer Straße

Treffpunkt: Potsdamer Straße, Eingangshalle (I-Punkt)


Ein Angebot der Fachreferentinnen und Fachreferenten und der Osteuropa-Abteilung der Staatsbibliothek zu Berlin.
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