Beiträge, die auch im Stiftungskontext Relevanz haben können.

Wenn Schriftgötter auf Reformatoren treffen – Friedrich Forssmans 95 Thesen zur Neugestaltung der Lutherbibel

Wenn es um die Neugestaltung der Lutherbibel zum Reformationsjubiläum geht, dann sollte mit dieser Aufgabe schon ein „Schriftgott“ betraut werden – mindestens! Dass dieser allerdings nicht vom Olymp, sondern vielmehr von der Kasseler Wilhelmshöhe herabgestiegen sein muss, legt bereits seine Wahl der Documenta als Schrift für die frisch revidierte „Heilige Schrift“ nahe. Und tatsächlich hat sich Friederich Forssman – der zwar nicht von, aber immerhin im „Cicero“ so bezeichnete Schriftgott aus Kassel – der ebenso ehrenvollen wie herkulischen Herausforderung gestellt, den besonders leicht erkennbaren, weil seit Jahrhunderten kanonischen Buchtypus „Bibel“ einer gestalterischen Verjüngungskur zur Verbesserung von Lesefreundlichkeit und Klarheit zu unterziehen.

Klar ist aber auch, dass sich Friedrich Forssman dabei an jenen Kriterien guter Buchgestaltung messen lassen muss, die er anlässlich seines ersten Auftritts in unserer gemeinsam mit der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Universität Potsdam organisierten Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit benannt hat. Umso mehr freuen wir uns also darauf, diese Überprüfung ebenfalls im Rahmen unseres Dialogs mit der Forschung – so der programmatische Untertitel der auch im Reformationsgedenkjahr fortgesetzten Kooperationsveranstaltung – zusammen mit Ihnen vorzunehmen. Denn Friedrich Forssman wird uns am 7. Februar 2017 ebenso persönliche wie feinsinnige Einblicke in den Prozess der Neugestaltung der Lutherbibel geben – und zwar konsequenterweise in Form von 95. Thesen. Hoffen wir bloß, dass die Glastüren unseres denkmalgeschützten Hauses an der Potsdamer Straße den Abend heil überstehen werden.

Nur dort sind übrigens zeitgleich alle drei lateinischen Ausgaben der inzwischen zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählenden Ablassthesen – vor 500 Jahren gedruckt in Basel, Leipzig und Nürnberg – parallel zu sehen. Denn vom 3. Februar 2017 bis zum 2. April 2017 sowie während des Evangelischen Kirchentags laden wir Sie herzlich ein zu unserer großen Ausstellung BIBEL – THESEN – PROPAGANDA. Die Reformation erzählt in 95 Objekten.

Ganz gleich, ob nun Forssman- oder Luther-Thesen. In beiden Fällen gilt also: solum in Bibliotheca olim Regia Berolinensi.

Nachlass Alexander von Humboldts digital + erschlossen für jeden zugänglich Abschlusskonferenz mit Science-Slam

Für viele Zweige der Wissenschaften wie auch für all jene, die die Forschungen und Impulse des Forschers, Entdeckers, Netzwerkers und Europäers, des in jeder Hinsicht bemerkenswerten Berliners Alexander von Humboldt (1769-1859) aufnehmen wollen, gibt es jetzt keinerlei Beschränkungen mehr: Der gesamte Nachlass einschließlich der neun weltberühmten, im Jahr 2013 von der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz erworbenen Amerikanischen Reisetagebücher ist im Netz digital zugänglich und erschlossen.

Alexander von Humboldts Nachlass online
http://humboldt.staatsbibliothek-berlin.de/werk/

Abschlusskonferenz am 17./18. Januar 2017
„Ideen können nur nützen, wenn sie in vielen Köpfen lebendig werden“
Staatsbibliothek zu Berlin, Potsdamer Straße 33
Konferenzprogramm: http://sbb.berlin/2r1xan
Kostenlose Anmeldung: http://sbb.berlin/ps64d9

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Zum bevorstehenden Abschluss des über drei Jahre vom Bund geförderten Projektes führt Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek – Preußischer Kulturbesitz aus: „Mit Begeisterung unterstützte das Bundesministerium für Bildung und Forschung das gemeinsame Vorhaben der Staatsbibliothek zu Berlin und der Universität Potsdam, die 2013 von der Bibliothek erworbenen neun Tagebücher der Amerikanischen Reise Alexander von Humboldts sowie seinen gesamten Nachlass digital aufzubereiten und nach bestimmten Fragestellungen wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Denn für die Wissenschaften wie auch für jeden Liebhaber der Naturwissenschaften und der Künste ist es ein großer Gewinn, ohne irgendeine Einschränkung via Internet mit rund 75.000 Images den überlieferten Humboldt-Nachlass in seiner Gesamtheit lebendig werden lassen zu können. Die von ihm geschaffenen Inhalte wie auch die jeweiligen Erscheinungsbilder seiner Reistagebücher, Briefe, Notizen, Forschungsaufzeichnungen, Manuskripte und einzigartigen Themensammlungen sind jetzt in bester Qualität anzuschauen und zu recherchieren. Ich lade herzlich dazu ein, sich mit den von Humboldt in der Regel sehr eng beschriebenen Blättern und den teils über Jahrzehnte hinweg ergänzten Annotationen zu befassen, mit seinen zahlreichen Querverweisen auf frühere Erkenntnisse, mit seinen Zeichnungen von geologischen Formationen, von Tieren, Pflanzen und Menschen! Beispiele für die intensive Befassung mit einzelnen Fragestellungen präsentieren demnächst junge Wissenschaftler aus Potsdam – auch ich sehe gespannt den Ergebnissen ihrer dreijährigen Forschungen entgegen. Zunächst aber übergeben wir mit Freude der Öffentlichkeit einen wissenschaftlichen und kulturhistorischen Fundus, der in der thematischen Breite und Tiefe seinesgleichen sucht und und dessen allgemeine komfortable Zugänglichkeit eben deshalb ein zentrales Anliegen der Staatsbibliothek zu Berlin war.“

Berlin und Krakau: Nachlass restauriert, digitalisiert, erschlossen

Generaldirektorin Schneider-Kempf bedankt sich besonders bei ihrem Amtskollegen Direktor Pietrzyk von der Jagiellonen-Bibliothek in Krakau. Dort befindet sich kriegsbedingt ein Teil des Nachlasses Alexander von Humboldts. Und so war es nur in gemeinsamer Anstrengung und im kollegialen Einvernehmen möglich, den Nachlass komplett zu digitalisieren und zu erschließen. Diese wichtige internationale Kooperation wurde über die umfangreiche Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung hinaus ab Oktober 2015 zusätzlich von der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien finanziell unterstützt.
Vor der Digitalisierung wurde in Berlin und Krakau jedes einzelne Blatt dahingehend überprüft, ob restauratorische Schritte zu unternehmen waren. Zudem wurden alle Dokumente in neu beschriftete, säurefreie Mappen und Kästen umgelagert.

Insgesamt wurden von rund 22.000 Blatt des Nachlassteils in der Staatsbibliothek zu Berlin 50.000 Images gefertigt (darin rund 4.000 Images von den Amerikanischen Reisetagebüchern). Der Nachlassteil in Krakau umfasst etwa 11.000 Blatt, davon wurden 25.000 Images gefertigt. Insgesamt handelt es sich um 33.000 Blatt, teils sehr komplexe Dokumente, von denen 75.000 Images gefertigt wurden.

Potsdam: junge Wissenschaftler erforschten Reisetagebücher

Seit Anfang des Jahres 2014 arbeiten am Institut für Romanistik der Universität Potsdam unter der Leitung von Ottmar Ette in einem international besetzten Team drei Doktorandinnen und zwei Postdoktoranden an der Erforschung der neun Amerikanischen Reisetagebücher Alexander von Humboldts, die etwa 4.000 eng beschriebene Seiten umfassen.
Untersucht wurden die Tagebücher, die Humboldt während seiner Entdeckungs- und Forschungsreise durch Mittel- und Südamerika in den Jahren 1799 bis 1804 geschrieben hatte, nach den Schwerpunkten Landschaftsdarstellung, Darstellung von Sklaverei sowie Skizzen und Zeichnungen. Eine der Untersuchungen galt der Darstellung einer italienischen Reise aus dem Jahr 1805, diese Aufzeichnungen hatte Humboldt in das Konvolut der Amerikanischen Reisetagebücher mit eingebunden. Zu jeder Untersuchung der Potsdamer Wissenschaftler entsteht derzeit je eine Monographie.
Für die Wissenschaftler gab es auch gemeinsame Fragestellungen, etwa nach der Arbeitsweise Alexander von Humboldts, der lebenslang an und mit den Tagebüchern arbeitete. Auch waren die Bedingungen, unter denen er reiste und forschte, sowie die literarischen Verfahren seines Schreibens von gemeinsamem Forschungsinteresse. Während der gesamten Projektlaufzeit von 2014 bis jetzt berichteten die jungen Wissenschaftler in Fachkreisen wie auch gegenüber der interessierten Öffentlichkeit fortlaufend mit Vorträgen und Publikationen von ihren Forschungsergebnissen, weitere sind in Vorbereitung.

Konferenz zum Abschluss des BMBF-Verbundprojektes
am 17./18. Januar 2017 in Berlin

Die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und die Universität Potsdam laden nun unter dem Titel „Ideen können nur nützen, wenn sie in vielen Köpfen lebendig werden“ zur abschließenden Konferenz ihres Verbundprojektes ein.
Eine moderne Form der Auseinandersetzung mit Humboldts Werk und Schaffen wird der Wissenschafts-Slam am Nachmittag des 17. Januar sein: Eine Kunsthistorikerin, ein Physiker und eine Alt-Amerikanistin werden je zehn Minuten über Die Maisgöttin, ein 37 x 17 x 16 cm großes, aus Tuffstein geschaffenes und über 6,5 kg schweres Objekt aus dem Bestand des Ethnologischen Museums der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ‚slammen‘. Alexander von Humboldt schenkte diese mexikanische Aztekenfigur dem Preußischen König.
Die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy beantwortet die mit dem Titel ihrer Rede gestellte Frage „Kultur(gut) besitzen?“. Von der Jagiellonen-Bibliothek in Krakau spricht Monika Jaglarz zu „Ein ungehobener Schatz? Die Berliner Sammlungen in Krakau“. Ottmar Ette von der Universität Potsdam spricht über „Humboldts globale Landschaften“. Julian Drews von der Universität Potsdam und Sandra Ewers von der Staatsbibliothek zu Berlin beleuchten die Bedeutung und den Verlauf des gesamten BMBF-Verbundprojektes. Am Schluss der Konferenz stellen Jutta Weber und Barbara Schneider-Kempf, beide Staatsbibliothek zu Berlin, weitere Perspektiven von Kooperationen vor.

Link zum vollständigen Konferenzprogramm: http://sbb.berlin/2r1xan

Nur in Berlin: Die einzige Luther-Ausstellung mit allen drei Thesen-Drucken von 1517

„BIBEL – THESEN – PROPAGANDA.
Die Reformation erzählt in 95 Objekten“

Daten zur Ausstellung
3. Februar – 2. April 2017
+ zum Evangelischen Kirchentag 24. – 28. Mai 2017
dienstags-samstags 11-19 Uhr, sonntags 13-18 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Haus Potsdamer Straße 33 / Kulturforum, 10785 Berlin
freier Eintritt
Katalog + original gefaltetes Faksimile des Thesen-Drucks, dazu eine deutsche Übersetzung der Thesen

Honorarfreie Abbildung des Nürnberger Drucks der 95 Thesen
http://sbb.berlin/ferztk
seit 2015 ist dieses Exemplar aufgenommen in das Weltdokumentenerbe der UNESCO / „Memory of the World“

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Einer der wesentlichen Auslöser der Reformationsbewegung ab dem Ende des Jahres 1517 war die Verbreitung der 95 Thesen Martin Luthers, in denen er seine fundamentale Kritik zum Ablasshandel niedergeschrieben hatte. Seine Thesen sandte er am 31. Oktober 1517 dem Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg, zugleich kursierten in Luthers Umfeld einige Abschriften. Gleichzeitig wurden drei Ausgaben der in Latein abgefassten Thesen gedruckt: zwei Plakatdrucke entstanden in Nürnberg und in Leipzig, eine kleinere Ausgabe auf vier Blättern im Quartformat in Basel.

Heute  sind nur noch sieben Exemplare der Thesendrucke aus Nürnberg und Leipzig bekannt, zwei davon werden in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz aufbewahrt: Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt einen Druck aus Nürnberg, das Geheime Staatsarchiv einen aus Leipzig. In den ersten beiden Wochen der Ausstellung, im Februar 2017, werden diese beiden Plakatdrucke zusammen mit dem Baseler Druck nebeneinander gezeigt.

Der Nürnberger Plakatdruck der Staatsbibliothek zu Berlin wurde 2015 in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen und damit zum Weltdokumentenerbe erklärt. Zur Ausstellung erscheint von diesem Exemplar ein Faksimile, das auf praktische Handgröße gefaltet ist, ebenso wie es die Faltspuren des Originals aus dem Jahr 1517 zeigen.

Im Jahr 1518 ließ Luther den „Sermon von dem Ablass und Gnade“ drucken, diesen Text verfasste er in Deutsch und erreichte so ein allgemeines Verständnis seiner Kritik an der kirchlichen Praxis. Auch mit diesem Text löste er die Reformationsbewegung wesentlich mit aus – selbstverständlich ist von diesem Text in der Ausstellung ein Druck zu sehen.

Eine der Pretiosen ist auch der eigenhändige Briefentwurf Luthers für den Rektor und die Professoren der Universität Wittenberg an Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen, in dem um Schutz für ebendiesen Martin Luther gebeten wird. Zu sehen ist auch ein Druck der päpstlichen Bulle, mit der Papst Leo X. im Jahr 1520 Luther den Bann androhte. Es folgen Hauptschriften Luthers und anderer Reformatoren, Flugblätter und prachtvolle, u. a. von Lucas Cranach d.J. ausgestaltete Pergamentbibeln.

Neben der ersten Übersetzung der Luther-Bibel in das Sorbische sind auch Übersetzungen in eine Variante der Hindustani-Sprache oder ins Chinesische zu sehen. Zur lutherischen Kirchenmusik sind Autographe Bachs, Telemanns und Mendelssohns zu bewundern, ebenso ein sofort wieder verworfener Kompositionsversuch Martin Luthers selbst.

Die Ausstellung „BIBEL – THESEN – PRROPAGANDA“ stellt die Quellen der Reformationsbewegung, die vor 500 Jahren ihren Anfang nahm, wie auch deren weiteren Verlauf bis hin zur Manifestation der lutherischen Kirche zunächst in Europa, später auf anderen Kontinenten, in großer formaler Breite und inhaltlicher Tiefe vor.  Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, in zahlreichen Führungen werden die einzelnen Objekte erläutert.

etahoffmann.net – Das E.T.A. Hoffmann Portal ist mit einer BETA-Version online!

Endlich ist es soweit – wir sind mit einer BETA-Version online! Nach gut einem Projektjahr präsentieren wir Ihnen heute, pünktlich zum 200-jährigen Jubiläum von Hoffmanns vielleicht bekanntestem Werk „Nussknacker und Mausekönig“ und als kleines vorweihnachtliches Geschenk, einen ersten (und wie wir meinen durchaus vorzeigbaren) Stand des E.T.A. Hoffmann Portals. Auch wenn noch nicht alles perfekt ist, bekommen Sie mit dieser Version schon einen breiten Einblick in die neue digitale Welt rund um E.T.A. Hoffmann.

Mit dem Portal hat die Staatsbibliothek zu Berlin – zusammen mit ihren Projektpartnern Staatsbibliothek Bamberg und E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft – ein bisher einzigartiges Angebot geschaffen: neben der Präsentation von digitalisierten Quellen, die in den beiden Staatsbibliotheken Berlin und Bamberg sowie vereinzelt auch in anderen Institutionen liegen, und der Möglichkeit einer übergreifenden Suche über unterschiedliche Kataloge, Datenbanken und Bibliographien hinweg, wird ein großes Spektrum an Themen zu E.T.A. Hoffmann und seinem Umfeld unter dem Motto Hoffmann Wissen für breite Zielgruppen aufbereitet. Das Angebot richtet sich sowohl an Forschende als auch an Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Interessierte.

Hoffmann Wissen

Im Kosmos Hoffmann Wissen finden Sie aktuell bereits Fachbeiträge von 40 Forscherinnen und Forschern aus unterschiedlichen Disziplinen und aus Einrichtungen weltweit. Gegliedert in drei zentrale Portalbereiche (Leben und Werk, Hoffmann Erforschen und Hoffmann Unterrichten) beleuchten die Beiträge in mehr als 200 Themenschwerpunkten Hoffmanns Leben und Wirken auf vielfältige Weise. Hier finden Sie einführende Beiträge ebenso wie tiefergehende Texte, so dass für Hoffmann-„Anfänger“ und selbst für „alte Hasen“ etwas dabei ist. Sukzessive werden die Beiträge um weitere Artikel ergänzt. Dem Format des Webportals entsprechend sind die Texte strukturiert in kurze Kapitel und werden ergänzt durch passendes Bild- und Quellenmaterial, weiterführende Informationen in Infoboxen, Marginalspalten und Ausklappfelder sowie durch Querverweise innerhalb des Portals und externe Lektüretipps, die über Verlinkungen direkt ansteuerbar sind. So können die Nutzerinnen und Nutzer selbst wählen, wie tief sie in ein Thema einsteigen möchten. Selbstverständlich können Sie im Kosmos Hoffmann Wissen auch schon jetzt an verschiedenen Stellen Informationen zu unserem heutigen Geburtstagskind „Nussknacker und Mausekönig“ finden.

Interaktive Elemente

Im Bereich Leben und Werk bietet das Portal eine interaktive Karte des Kunz’schen Risses an, einer Federzeichnung Hoffmanns, in der er das Geschehen am Berliner Gendarmenmarkt darstellt. Die Nutzerinnen und Nutzer können einzelne Bereiche der Karte mit der Maus ansteuern und erhalten vergrößerte Ausschnitte mit Erläuterungen zum Dargestellten. In Planung befinden sich zudem ein interaktiver Zeitstrahl zu Hoffmanns Biografie und Werk, virtuelle Stadtrundgänge, eine Netzwerkvisualisierung seiner Bekanntschaften und eine Raum-Zeit-Darstellung zur Rezeptionsanalyse. Lehrerinnen und Lehrer können aktuell aus zwei kompletten Lehreinheiten für den Unterricht wählen und finden Materialien und Anregungen für die individuelle Unterrichtsgestaltung. Weitere eLearning-Module folgen.

Interaktiver Kunz'scher Riss

Hoffmann Suche

Hoffmann finden, ohne Hoffmann zu suchen – das bietet Ihnen die datenbankübergreifende Metasuche nach Hoffmanniana. Zu „Nussknacker und Mausekönig“ finden Sie hier beispielsweise zahlreiche Hinweise zu aktueller Forschungsliteratur aus den beiden Katalogen der Staatsbibliotheken in Berlin und Bamberg. Wenn Sie direkt bequem von zu Hause aus schon in die Lektüre einsteigen wollen, bietet Ihnen die Quelle BASE, die ebenfalls eingebunden wurde, Zugang zu sämtlichen Texten, die im Open Access verfügbar sind. Das Besondere an der Suche ist, dass Sie nicht noch „E.T.A. Hoffmann“ als Suchbegriff eingeben müssen: stattdessen können Sie direkt in die Detailsuche einsteigen, da jede Quelle mit einem Suchraum „E.T.A. Hoffmann“ versehen wurde. Im rechten Bereich finden Sie zusätzliche externe Quellen (hier insbesondere die Hoffmann-Bibliographie) und selbstverständlich können Sie schon jetzt Ihre Ergebnisse ins Literaturverwaltungsprogramm Zotero laden. Stück für Stück ergänzen wir noch weitere Datenbanken und Kataloge wie z.B. den freien Teil der BDSL (Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft), optimieren die Detailansicht und Exportfunktionen.

Hoffmann Suche

Hoffmann digital

In aktuell zehn verschiedenen Kollektionen haben wir Ihnen in Hoffmann digital digitalisierte Originalmaterialien von und zu E.T.A. Hoffmann zusammengestellt – ja, natürlich finden Sie hier auch eine herrlich illustrierte Ausgabe von „Nussknacker und Mäusekönig“. Daneben gibt es Autographe, Musikalien, Zeichnungen und vieles mehr zu entdecken. Wenn Sie ein Detail in einer Illustration interessiert, zoomen Sie es einfach heran und nehmen es genau unter die Lupe. Ihre ganz individuellen Highlights können Sie in einer Merkliste speichern und zur weiteren Verwendung exportieren. Momentan finden Sie eine erste Auswahl an Originalquellen online, weitere Digitalisate werden nach und nach ergänzt.

Navigation und Orientierung

Ein Farbleitsystem macht es den Nutzerinnen und Nutzern besonders leicht, sich im Portal zu orientieren. Jedem der fünf großen Bereiche Leben und Werk, Erforschen, Unterrichten, Suche und Hoffmann digital ist jeweils eine Leitfarbe zugewiesen, die auf allen Seiten dieses Bereichs zu finden ist. Das Hauptmenü erlaubt zudem auf einen Blick die Übersicht über die Inhalte von jeweils zwei Vertiefungsebenen. So sieht man beispielsweise nicht nur die Unterseiten des Bereichs Leben und Werk, sondern auch die Unterseiten der Seite Der Jurist, die sich im Bereich Leben und Werk befindet.Beitrag aus Erforschen

200 Jahre „Nussknacker und Mausekönig“

Heute vor genau 200 Jahren hielt E.T.A. Hoffmann in Berlin die frisch gedruckten Exemplare seiner „Kinder-Mährchen“ in den Händen, die im ersten Band auch den „Nussknacker und Mausekönig“ enthalten. Pünktlich zu Weihnachten konnten so seine Märchen für Kinder noch von Georg Reimer vertrieben werden. Und 200 Jahre später bieten wir Ihnen mit dem E.T.A. Hoffmann Portal ein neues Universum an, in dem Sie über den Nussknacker, aber auch über zig andere Facetten aus dem Leben und Wirken des Universalgenies Hoffmann recherchieren können.

„Nussknacker und Mausekönig“ gehört mit zu den weltweit am meisten rezipierten Werken E.T.A. Hoffmanns. Dazu beigetragen hat insbesondere Tschaikowskis berühmtes Ballett „Der Nussknacker“, das ursprünglich auf die Geschichte von E.T.A. Hoffmann zurückgeht. Darüber hinaus ist „Nussknacker und Mausekönig“ auch das am meisten illustrierte Werk Hoffmanns. Besonders bedeutsam sind hier die Illustrationen von Peter Carl Geissler, die sie auch im Beitragsbild bewundern können.

Wir hoffen, dass Ihnen unser kleines vorweihnachtliches Geschenk genau so viel Freue bereiten wird wie uns und sind gespannt auf Ihre Hinweise, Anregungen und Verbesserungsvorschläge: E.T.A.-Hoffmann-Archiv@sbb.spk-berlin.de

Nun viel Spaß beim Stöbern wünscht das Projektteam: Ursula Jäcker, Indra Heinrich, Christina Schmitz, Maren Gnehr und Angela Oehler.

etahoffmann.net

Studentisches Projekt in der Eingangshalle

Weitläufige Verkehrsflächen - Staatsbibliothek zu Berlin-PK - C. Ricks - CC BY-SA-NC 3.0

Weitläufige Verkehrsflächen – Staatsbibliothek zu Berlin-PK – C. Ricks – CC BY-SA-NC 3.0

Die Diele ist die Visitenkarte eines Hauses. Was für Wohnhäuser gilt, hat durchaus auch seine Berechtigung für große, öffentliche Gebäude. Gemeinsam mit einer Gruppe von Studentinnen und Studenten wollen wir in den nächsten zwei Monaten überlegen, wie sich auch die ‚Diele‘ unseres Hauses Potsdamer Straße trotz Denkmalschutz, knapper Kassen und baulicher Beschränkungen etwas angenehmer gestalten lassen könnte. Es handelt sich dabei nicht um Vorarbeiten zu einer größeren Umbaumaßnahme, diese steht mit der geplanten Generalsanierung erst in einigen Jahren ins Haus. Viel eher soll überlegt werden, wie vielleicht mit kleineren Veränderungen ansehnliche Effekte erzielt werden können.

Besonders in den Fokus genommen wird das südliche Ende der Eingangshalle, das ist der Bereich mit den zahlreichen Garderobenschränken vor der Leihstelle. Dieser Bereich hat seit der Eröffnung des Hauses im Jahr 1978 schon einige Nutzungsänderungen erfahren. Als ‚Kataloghalle‘ vom Architekten konzipiert, standen Kataloge der Staatsbibliothek nur kurze Zeit im Mittelpunkt des Bereichs. Schon bald zog der Berliner Gesamtkatalog ein und dominierte mit seinen elektrisch bedienbaren Rollkatalogschränken diesen Teil der Eingangshalle. Später wurden hier PCs aufgestellt, welche vor allem für die Recherche im Bibliothekskatalog dienen sollten. Zu dieser Zeit wurde auch die Katalogauskunft wieder besetzt. Allerdings war die Katalogauskunft vom Eingang aus nicht sofort zu sehen. Aus diesem Grund wurde sie nach einigen Jahren in den besser sichtbaren I-Punkt verlegt. Heute erfolgt der Katalogzugriff von zuhause aus oder unterwegs auf dem mobilen Gerät. Katalogschränke werden nur noch sehr selten gebraucht. Die Benutzung der PCs und der ebenfalls dort aufgestellten Mikrofiche-Lesegeräte ließ mehr und mehr nach und so kam es zum heutigen, etwas verwaisten Zustand.

Ehemalige Mikrofichearbeitsplätze - Staatsbibliothek zu Berlin-PK - C. Ricks - CC BY-SA-NC 3.0

Ehemalige Mikrofichearbeitsplätze – Staatsbibliothek zu Berlin-PK – C. Ricks – CC BY-SA-NC 3.0

Sie als Nutzerinnen und Nutzer unserer Bibliothek können uns bei den Überlegungen unterstützen. Die am Projekt beteiligten Studentinnen und Studenten werden Sie in der Eingangshalle ansprechen und Sie haben dann die Möglichkeit, auch Ihre Vorstellungen und Wünsche in das Projekt einfließen zu lassen. Auch hier im Blog haben Sie natürlich die Möglichkeit, Ihre Hinweise und Kommentare zu hinterlassen. Was von allen Ideen dann tatsächlich verwirklicht wird, können wir allerdings noch nicht versprechen. Vielfältig sind die Beschränkungen, die Denkmal- und Brandschutz vorgeben, um nur die wichtigsten ‚Stakeholder‘ bei diesem Projekt zu nennen. Trotzdem freuen wir uns auf die Ideen der Studierenden und auch auf Ihre. Wenn dann auch noch die Umsetzung gelingt, steigern wir die Aufenthaltsqualität für Sie!

Alte Katalogschränke in der Eingangshalle/Staatsbibliothek zu Berlin-PK - C. Ricks - CC BY-SA-NC 3.0

Alte Katalogschränke in der Eingangshalle/Staatsbibliothek zu Berlin-PK – C. Ricks – CC BY-SA-NC 3.0

Die Materialität und Medialität literarischer Handschriftlichkeit – Ein Workshopbericht

Wie die Einrichtung der beiden Sonderforschungsbereiche Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa (Universität Hamburg) und Materiale Textkulturen. Materialität und Präsenz des Geschriebenen in non-typographischen Gesellschaften (Universität Heidelberg) dokumentiert, haben Forschungen zu Funktion und gesellschaftlichem Status von Handschriftlichkeit gegenwärtig Hochkonjunktur. Dabei profitiert dieser Aufschwung eminent von dem seit einiger Zeit wiedererwachten Interesse der Geistes- und Kulturwissenschaften an Artefakten – ein vielfach als material turn bezeichneter Prozess, der mit der Aufwertung von objekt- und sammlungsbezogenen Kompetenzen zu wissenschaftlichen Schlüsselqualifikationen einhergeht. Kein Wunder also, dass die Stiftung Preußischer Kulturbesitz als spartenübergreifendes Objektrepositorium von Weltrang und drittmittelaktive interdisziplinäre Forschungseinrichtungen ihre Aktivitäten auf den Feldern der material culture studies weiter ausbauen möchte – nicht zuletzt auch auf der Grundlage der im Rahmen der Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit: Bibliothek und Forschung im Dialog geknüpften Wissenschaftskontakte.

Vor diesem Hintergrund fand am 29. September 2016 in der Staatsbibliothek zu Berlin unter der Leitung von Reinhard Altenhöner, Jochen Haug und Christian Mathieu ein stiftungsinterner Workshop zum Thema Die Materialität und Medialität literarischer Handschriftlichkeit statt, der den Auftakt zu einer Reihe von Folgeveranstaltungen und Arbeitstreffen markieren möchte – mit der klaren Perspektive, interdisziplinäre spartenübergreifende Forschungsaktivitäten sowie als Meilenstein auf diesem Weg zunächst eine gemeinsame Sommerschule in Kooperation mit der universitären Forschung zu realisieren. Dem integrativen Ansatz der von der Staatsbibliothek zu Berlin entfalteten Initiative gemäß waren nahezu alle Stiftungseinrichtungen auf dem Workshop vertreten.

 

Zwischen wissenschaftlicher Kompetitivität und spartenübergreifendem Integrationspotential

Auf Grundlage der im Lauf des Vormittags präsentierten Impulsvorträge umkreiste die lebhafte Plenumsdiskussion die bereits von Präsident Parzinger in seiner Begrüßungsrede angesprochene Herausforderung, die schiere Vielfalt der Forschungsaktivitäten innerhalb der Stiftung in eine für möglichst viele Sammlungen und Einrichtungen anschlussfähige, zugleich aber wissenschaftlich wettbewerbsfähige Fragestellung zu gießen. Im Zentrum der Debatte stand dabei zunächst der im call for papers entwickelte Vorgehensvorschlag, der eine Zweiteilung des Kurrikulums der geplanten Sommerschule in eher propädeutische, der Vermittlung materialbezogener Kompetenzen gewidmete sowie stärker theorieorientierte Lehrveranstaltungen – etwa in Auseinandersetzung mit einer jüngst von Christian Benne (Universität Kopenhagen) vorgelegten Studie – vorsieht. Dieser zufolge habe sich erst zur Mitte des 18. Jahrhunderts ein spezifisches Nachlassbewusstsein herausgebildet, dessen Kennzeichen die Wertschätzung des Manuskripts als materiale Spur des literarischen Schreibvorgangs sei – ein auch durch die Referate von Falk Eisermann und Christoph Rauch akzentuierter Angriff auf den Linearitätsmythos des zunehmenden Bedeutungsverlusts von Handschriftlichkeit seit Erfindung des Buchdrucks. Freilich spricht einiges dafür, wie Eef Overgaauw in seinem Vortrag nahelegte, das Einsetzen des von Christian Benne beschriebenen Prozesses bereits ins 15. Jahrhundert zu datieren – eine Einschätzung, die sich im Rahmen der geplanten Sommerschule ohne weiteres anhand der zahlreichen in der Staatsbibliothek verwahrten Nachlässe überprüfen ließe.

Wichtige Anregungen erhielt die Diskussion vor allem von Markus Hilgert, der das grundlegende Spannungsverhältnis von spartenübergreifendem Integrationspotential und wissenschaftlicher Kompetitivität in seinem Eingangsstatement aus seiner persönlichen Doppelperspektive als ehemaliger Sprecher des eingangs erwähnten Heidelberger Sonderforschungsbereichs und Direktor des Vorderasiatischen Museums in den Blick nahm. Zwar unterstrich auch er das eminente forschungsstrategische Potential des vorgeschlagenen Untersuchungsfelds im Gefolge des material turn, plädierte zugleich aber dafür, das erkenntnisleitende Konzept der Literarizität schärfer zu fassen und die Erscheinungsformen von literarischer Handschriftlichkeit in ihrer diachronen wie diatopen Varianz zu betrachten. Anknüpfend an diese Empfehlungen wurde in der weiteren Diskussion sogar überlegt, die von einigen Teilnehmenden als zu statisch empfundene Scheidung zwischen literarischer und pragmatischer Handschriftlichkeit gänzlich aufzugeben und die angestrebte interdisziplinäre Sommerschule stattdessen der kulturvergleichenden Rekonstruktion von Strukturen des Skripturalen bzw. einer Genealogie oder Archäologie des Schreibens mit der Hand zu widmen. Im Interesse der sowohl für die Akquise von Fördermitteln als auch für die Gewinnung von Lehrenden unerlässlichen wissenschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit sprach sich Markus Hilgert mit Nachdruck für ein konsequent entlang einer zentralen Forschungsfrage strukturiertes Sommerschulkurrikulum aus und formulierte zugleich Bedenken hinsichtlich einer eher additiv angelegten exemplarischen Gesamtinventur mit der Hand beschrifteter Artefakte in den einzelnen Sammlungen. Der Charakter der Stiftung als spartenübergreifender Verbund von Objektrepositorien wiederum wurde von zahlreichen Teilnehmenden als Alleinstellungsmerkmal hervorgehoben, das in äußerst profitabler Weise für die geplante Sommerschule genutzt werden könne und es zudem gestatte, ganz unterschiedliche Zielgruppen zu adressieren.

Damit aber war ein stärker integrierender Alternativansatz zum ursprünglich vorgeschlagenen Vorgehen formuliert – eine Spannung, die sich für den weiteren spartenübergreifenden Abstimmungsprozess auf dem Weg zu einer gemeinsamen Sommerschule in Kooperation mit der universitären Forschung mit hoher Wahrscheinlichkeit als produktiv erweisen dürfte. Ungeachtet der darin zugleich zum Ausdruck kommenden Vorbehalte bezüglich der Eignung von Christian Bennes These von der Erfindung des Manuskripts um 1750 zur Verklammerung des gesamten Sommerschulkurrikulums, herrschte dennoch Konsens darüber, dass der rezente Impuls der material culture studies zur Neubewertung von Handschriftlichkeit in den Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz einen ebenso facettenreichen wie tonmächtigen Resonanzraum finden würde. Dies umso mehr, als diese doch – wie es Markus Hilgert mit Blick auf die Felder von Erschließung, Forschung und Vermittlung formuliert – als Rezeptionslabor von (literarischer) Handschriftlichkeit dienen könne.

 

Programm des Workshops am 29. September 2016

10:00 – 10:05 Uhr

Grußwort des ständigen Vertreters der Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin


10:05 – 10:10 Uhr

Grußwort des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz


Moderation:
Reinhard Altenhöner (SBB – Generaldirektion)


10:10 – 10:30 Uhr:
Jochen Haug | Christian Mathieu (SBB – Wissenschaftliche Dienste)

Die Materialität und Medialität literarischer Handschriftlichkeit –
Möglichkeiten einer interdisziplinären spartenübergreifenden Sommerschule


10:30 – 10:50 Uhr:
Eef Overgaauw (SBB – Handschriftenabteilung)

Literarische Nachlässe des 15. und 16. Jahrhunderts


10:50 – 11:10 Uhr:
Falk Eisermann (SBB – Handschriftenabteilung)

Handschrift und Buchdruck im 15. Jahrhundert – Aspekte einer medialen Konvergenz

 

11:10 – 11:30 Uhr: Dominik Erdmann (SBB – Handschriftenabteilung)

Der Kosmos als Papierprojekt –
Anmerkungen zu Alexander von Humboldts material-gestützten Schreibverfahren


11:30 – 12:00 Uhr:

Kaffeepause


12:00 – 12:20 Uhr:
Viola König (SMB – Ethnologisches Museum) Der Vortrag musste leider entfallen

Bilderhandschriften aus Mesoamerika: Codices, Lienzos und Mapas


12:20 – 12:40 Uhr:
Jutta Weber (SBB – Handschriftenabteilung) | Michael Lailach (SMB – Kunstbibliothek)

Der Brief: Form und Inhalt


12:40 – 13:00 Uhr:
Christoph Rauch (SBB – Orientabteilung)

Materialität und Medialität arabischer Handschriften: Ein Diskussionsbeitrag


13:00 – 13:45 Uhr:

Mittagspause


13:45 – 14:30 Uhr:
Markus Hilgert (SMB – Vorderasiatisches Museum)

Die Materialität und Medialität literarischer Handschriftlichkeit –
Potentiale eines Themas aus der Doppelperspektive von Forschung und Museum


14:30 – 16:00 Uhr:
Plenumsdiskussion

Eine spartenübergreifende Sommerschule der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Dialog mit der universitären Forschung – Schaffen wir das?

 

UN iLibrary – Neues Angebot für Veröffentlichungen der Vereinten Nationen

Vom Heft über The new atomic age aus dem Jahre 1956 bis zum jüngst erschienen E-Book über Death Penalty and the Victims: Die Staatsbibliothek zu Berlin ist seit 60 Jahren Depotbibliothek für die Vereinten Nationen und bietet ab sofort einen voll umfänglichen Zugriff auf die neue Publikationsdatenbank UN iLibrary.

Inhalte der UN iLibrary

Die UN iLibrary definiert sich als umfassende digitale Bibliothek für Publikationen der Vereinten Nationen. Sie hält jetzt in der Startphase rund 1.700 Titel zu Themen wie Sicherheit, Menschenrechte, Wirtschaft, internationales Recht oder Klimawandel bereit. Dazu gehören auch Titel wie den Human Development Report, die Yearbooks of the International Law Commission oder den World Investment Report.

Pro Jahr wächst die Datenbank dann um bis zu 500 neue Bücher sowie Zeitschriften und Arbeitspapiere in den offiziellen UN-Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Chinesisch und Arabisch. Die Inhalte können komplett oder kapitel- bzw. artikelweise recherchiert, angezeigt, heruntergeladen, zitiert (DOI) und in Literaturverwaltungen (EndNote, Ref Manager, ProCite, BibTeX, RefWorks) gespeichert werden. Die UN iLibrary umfasst ausschließlich Publikationen und Daten von United Nations Publications, hier die komplette Liste der enthaltenen Titel, Stand 10/2016.

Weitere UN-Informationsressourcen

Mit der UN iLibrary ergänzen die Vereinten Nationen ihr digitales Publikationsangebot um eine kommerziell vertriebene umfangreiche Datenbank. Es empfiehlt sich, je nach thematischem und zeitlichem Interesse, auch die weiteren UN-Datenbanken zu konsultieren, die von der UN frei zur Verfügung gestellt werden:

Hintergrund: Das Depotbibliothekssystem der Vereinten Nationen

Das System der Depotbibliotheken der Vereinten Nationen existiert seit 1946 und sieht vor, zentrale Dokumente und Publikationen der UN an über 350 Bibliotheken weltweit zu liefern, um deren freie Zugänglichkeit zu garantieren. Das Depotbibliothekssystem basiert auf der UN Administrative Instruction ST/AI/189/Add.11/Rev.2.

Die Situation der UN-Depotbibliotheken hat sich in letzter Zeit tief greifend verändert, da der Versand der Publikationen seit 2012 eingestellt wurde und nun durch die Lizenzierung der UN iLibrary abgelöst wird. Einer Bibliothek pro Land wird der Zugriff auf die UN iLibrary kostenfrei gewährt, – für Deutschland ist dies die Staatsbibliothek zu Berlin. Die neue UN-Veröffentlichungspolitik wird von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren weltweit kritisch gesehen. Deshalb veröffentlichte die American Library Association dazu eine Resolution on the Restoration of the United Nations Depository Library System. Das Geschäftsmodell der UN iLibrary widerspricht angesichts des Lizenzmodells den Sustainable Development Goals, der Vereinten Nationen. Die Vereinten Nationen sollten in ureigenem Interesse ihre Publikationen dem Open-Access- und Open-Government-Gedanken folgend allen Menschen frei zur Verfügung zu stellen, – auch in Übereinstimmung mit dem Prinzip des „free and balanced flow of information“ der UN-Sonderorganisation UNESCO.

Nichtsdestotrotz befürwortet die Staatsbibliothek zu Berlin die UN iLibrary  als eine neue Plattform für die digitale Bereitstellung von Publikationen der Vereinten Nationen, da diese Datenbank das möglichst lückenlose Angebot der UN-Inhalte gewährleistet. Die älteren UN-Publikationen sind im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin in gedruckter Form langfristig archiviert und zugänglich, darunter neben den bekannten einschlägigen Reihen wie das United Nations juridical yearbook auch die eingangs genannte Broschüre The new atomic age von 1956 oder der Report aus dem Jahre 1958 zum Thema Legal Status of married women.

Darüber hinaus setzt sich die Staatsbibliothek zu Berlin zusammen mit den weiteren UN-Depotbibliotheken für die Gewährleistung eines freien und langfristigen Zugangs zu UN-Publikationen ein. Die Staatsbibliothek zu Berlin definiert sich hier als Teil eines aktiven Netzes aus Partnerinnen, Kuratoren, Vermittlerinnen und Fürsprechern für die Vereinten Nationen und deren Veröffentlichungen. Deshalb freuen wir uns über Ihr Feedback sowohl zur neuen Datenbank UN iLibrary, zu den weiteren UN-Datenbanken als auch zu unseren UN-Beständen in gedruckter Form!

„Nachhaltigkeit und Zugang“ – Reinhard Altenhöner moderiert die Podiumsdiskussion

Die Digitalisierung des kulturellen Erbes hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Doch angesichts der rasanten technologischen Entwicklung der elektronischen Medien, der Projektorientierung von Kulturförderung und der Flüchtigkeit digitaler Kommunikation gewinnen Fragen nach der Nachhaltigkeit an Bedeutung. Auf der 6. internationalen „Zugang gestalten!“-Konferenz sollen am 17. und 18. November 2016 die damit zusammenhängenden Aspekte erörtert werden.

Veranstaltungsort:
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart
Invalidenstr. 50-51
10557 Berlin

Der Eintritt ist frei – Tagungsprogramm

Innerhalb der Konferenz moderiert Reinhard Altenhöner, Ständiger Vertreter der Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und Leiter der Zentralabteilung der Staatsbibliothek, am 17. November eine Podiumsdiskussion zum Thema

Nachhaltigkeit und Zugang

Wenn die Verantwortung für das kulturelle Erbe eine gesellschaftliche ist, wer trägt sie dann genau und wie?

Das Panel “Nachhaltigkeit und Zugang” ist ideal besetzt, um zu diskutieren, welche Rollen Institutionen und Bürger heute haben und in Zukunft haben sollten, wenn es um die Nachhaltigkeit des Zugangs zum kulturellen Erbe geht. Hier stellen sich weniger Fragen des Eigentums an Kulturobjekten, sondern der Berechtigung, den Zugang zu ihnen zu regeln. Gedächtnisinstitutionen bewegen sich hierbei in einem Spannungsfeld zwischen spürbarem Veränderungsdruck auf ihr Selbstverständnis auf der einen und öffentlichem Auftrag auf der anderen Seite. Dadurch entsteht die Notwendigkeit zu strategischen Weichenstellungen, die in ihrer Tragweite noch vor wenigen Jahren kaum vorhersehbar waren.

 

 

Das Buch der Bücher im Orient – Online-Ausstellung und Buchpräsentation zu orientalischen Bibelhandschriften

In den Jahren 1852-55 bereiste Julius Heinrich Petermann (1801-1876), seit 1837 außerordentlicher Professor für orientalische Philologien an der Universität Berlin, den Nahen Osten. Im Auftrag des preußischen Staates besuchte er die heutige Türkei, Syrien, Palästina, den Irak und Iran, u.a. um orientalische Handschriften für die damalige Königliche Bibliothek, die heutige Staatsbibliothek, zu erwerben.

„Schon in meiner frühen Jugend“, so schreibt er im Vorwort seines Berichtes über diese Reise, „regte sich in mir ein Verlangen, das Land der Verheissung und andere Theile des Orients zu sehen, deren Sprachen und Litteraturen mich von jeher angezogen und beschäftigt haben; aber erst, nachdem ich mein fünfzigstes Lebensjahr bereits zurückgelegt hatte, ward es mir vergönnt, mein Sehnen zu befriedigen, und zwar in einer Weise und Ausdehnung, wie ich nie zuvor gehofft hatte.“ Petermann, Reisen im Orient, 1860, S. v.

 

 

Erwerb christlich- und jüdisch-orientalischer Handschriften für die Königliche Bibliothek

Petermanns besonderes Interesse galt der armenischen Sprache und Kultur, aber auch anderen religiösen Minderheiten, etwa Samaritanern, Drusen und Mandäern. Unter den Handschriften, die er für die Bibliothek erwarb, waren deshalb neben arabischen, persischen und türkischen Handschriften auch armenische, syrische und samaritanische.

 

Zum heute ungefähr 1700 Bände zählenden Bestand der Staatsbibliothek an jüdisch- und christlich-orientalischen Handschriften trugen neben Petermann viele weitere Orientalisten, Diplomaten und Reisende bei, etwa Eduard Sachau (1845-1930), Professor für Orientalistik an der Berliner Universität mit einem besonderen Interesse für die christlich-orientalischen Kirchen.

 

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Syrische Reisebibel (Sachau 227)

Letzterer brachte u.a. dieses kleine syrische Gebetbuch nach Berlin, das allein schon wegen seines Formates auffällt: Das Reisebüchlein in rotem Ledereinband misst nur 9 x 6,8 cm. Es beinhaltet das Buch der Psalmen sowie verschiedene biblische Gesänge, außerdem das Vater Unser und das Glaubensbekenntnis. Angefertigt wurde es im Jahr 1842 für den Diakon Abbo aus Mosul, von einem Mönch des Klosters Zaʿfran bei Mardin im äußersten Osten der heutigen Türkei.

 

Zu den besonders augenfälligen Stücken der Sammlung zählen außerdem zwei armenische Evangeliare. Auch sie sind eher kleinformatig und werden von verzierten Ledereinbänden geschützt, die in typisch armenischer Art gearbeitet sind. Schlägt man die Handschrift mit der Signatur Ms. or. oct. 3690 auf, fällt der Blick auf reiche Verzierungen und vorzüglich ausgeführte ganzseitige Miniaturen, das Pergament ist fein und papierdünn. Dies und der reichliche Gebrauch von Blattgold lassen vermuten, dass der Auftraggeber dieser Handschrift aus dem wohlhabenden Kaufmannsmilieu stammte.

 

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Armenisches Evangeliar (Ms. or. oct. 3690)

Andere Stücke aus der Sammlung dagegen mögen für den Laien auf den ersten Blick eher unscheinbar wirken – ihre Bedeutung erschließt sich erst durch weitere Informationen zur Handschrift. Hierzu zählt ein koptischer Kodex aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., der in die Zeit des Übergangs von der Buchrolle zum Kodex eingeordnet werden kann.

 

Prachtvoll illustrierte Handschriften

Diese und andere bemerkenswerte Stücke aus der Sammlung jüdisch- und christlich-orientalischer Handschriften präsentieren wir Ihnen ab heute in unserer Online-Ausstellung zu Bibelhandschriften aus dem Vorderen Orient und Afrika. Wir laden Sie ein, die prachtvoll illuminierten und illustrierten Handschriften ausführlich zu betrachten und mehr über die einzelnen Stücke, aber auch über die Überlieferungs- und Rezeptionsgeschichte der Bibel im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nord- und Nordostafrika zu erfahren.

 

Online-Ausstellung „Das Buch der Bücher im Orient“ >

 

Wenn Sie die Informationen aus der Online-Ausstellung vertiefen möchten, empfehlen wir Ihnen den Band „Orientalische Bibelhandschriften aus der Staatsbibliothek zu Berlin – PK: Eine illustrierte Geschichte“.

Meliné Pehlivanian, Christoph Rauch, Ronny Vollandt (Hgg.): „Orientalische Bibelhandschriften aus der Staatsbibliothek zu Berlin – PK: Eine illustrierte Geschichte“. Wiesbaden: Reichert, 2016. Zum Verlag >

 

Für Forschung und Kultur – Auch während der Open Access Week 2016

Vor dem Hintergrund der Berliner Open Access-Strategie – wir berichteten  – findet anlässlich der heute beginnenden internationalen Open Access Week 2016 an den Bibliotheken der hiesigen drei großen Universitäten die Posterausstellung Open in Action statt. Selbstverständlich sind auch wir mit einer Präsentation unserer Initiativen für den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen dabei, wenn es darum geht, die aktuellen Open Access-Aktivitäten in Berlin und Brandenburg vorzustellen.

Begleitend werden die insgesamt 30 Poster auch im Rahmen des Podiumsgesprächs Open in Action – Praxisperspektiven zu sehen sein – also am kommenden Mittwoch, 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr, in den Räumen des Wikimedia Deutschland e.V.

Da wir getreu nach Elvis Presley das Motto der diesjährigen Open Access Week sehr ernst nehmen, startet bei uns bereits am morgigen Dienstag die dreiteilige Veranstaltungsreihe Publikationskulturen im Wandel – Open Access in den … Ziel dieser Workshops ist es, den Stand der Transformation des Publikationssystems in jenen Wissenschaftsbereichen auszumessen, in denen die Staatsbibliothek zu Berlin ihre Sammel- und Kompetenzschwerpunkte hat.

Seien Sie uns herzlich willkommen! Unsere Türen stehen offen und ermöglichen Ihnen – klar! – Open Access.