Beiträge, die auch im Stiftungskontext Relevanz haben können.

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Esperanto – eine Sprache, die begeistert. Werkstattgespräch am 21.9.

Wissenswerkstatt

Esperanto – eine Sprache, die begeistert. Zur Kultur und Geschichte einer unterschätzten Weltsprache

Werkstattgespräch mit Fritz Wollenberg, Esperanto-Liga Berlin
Donnerstag, 21. September 2017
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal
Haus Potsdamer Straße
Treffpunkt in der Eingangshalle (I-Punkt)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Die Esperanto-Sprachgemeinschaft hat in 130 Jahren nicht nur die Sprache selbst weiterentwickelt, auch eine vielfältige Esperanto-Kultur ist entstanden. Längst hat sie dabei unter Beweis gestellt, dass Esperanto eine Sprache ist, die sich für die internationale Kommunikation eignet.

Welche Besonderheiten hat diese internationale Plansprache? Was sind ihre sprachlichen und kulturellen Wurzeln? Wer lernt Esperanto, und wie wird es verwendet? Welche kulturellen Leistungen hat die Esperanto-Sprachgemeinschaft hervorgebracht?

Für eine Kultur, deren Existenz in der Öffentlichkeit immer wieder bestritten oder unterschätzt wird, hat die Esperanto-Kultur erstaunlich viel zu bieten:

den Esperanto-Weltbund (Rotterdam) mit 72 Landesverbänden, die Sammlung für Plansprachen der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien, das Deutsche Esperanto-Institut mit der Deutschen Esperanto-Bibliothek Aalen, die jährlichen Esperanto-Weltkongresse in verschiedenen Ländern, Kulturfestivals wie ARKONES in Poznań, die Esperanto-Akademie, die Literarische Esperanto-Akademie, das Esperanto-PEN-Zentrum, die Esperanto-Wikipedia, Web-Seiten wie Lernu!net, Apps wie Amikumu, die Esperanto-Redaktion von Radio China International, das Polnische Internet-Radio in Esperanto,  Verlage wie Edistudio in Pisa und Sezonoj in Kaliningrad und so weiter, und so weiter.

Fritz Wollenberg, Pädagoge und Kenner der Sprache und ihrer Kultur, wird sich in seinem Vortrag auf  eine Auswahl von Esperanto-Publikationen aus dem reichhaltigen Bestand,  darunter der Esperanto-Sondersammlung, der Staatsbibliothek zu Berlin beziehen, und natürlich auf die von ihm zusammengestellten zweisprachigen (Esperanto und Deutsch) Jubiläumsbücher der Esperanto-Liga Berlin (2006) und des Esperanto-Verbands Berlin-Brandenburg (2017):

„Esperanto – Sprache und Kultur in Berlin und Brandenburg“, Mondial-Verlag, New York, Berlin.

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Internationale Konferenz DCH 2017 vom 30.8.-1.9.

Interdisziplinäre Konferenz über die digitale Transformation des kulturellen Erbes vom 30. August bis 1. September 2017

Nach 2015 findet die Interdisciplinary Conference on Digital Cultural Heritage wiederum in den Veranstaltungsräumen der Staatsbibliothek zu Berlin statt. Sie wird in enger Kooperation der Kartenabteilung mit CODATA Germany und weiteren Partnern aus der Kartographie durchgeführt. Die digitale Transformation des kulturellen Erbes wird nicht durch die zeit- und ortsunabhängige Bereitstellung gescannter Bilder erreicht, sondern durch die konsequente Anwendung neuer Technologien und innovativer Bearbeitungsmethoden. Der interdisziplinäre Ansatz spielt hierbei eine übergeordnete Rolle, was durch die Fokussierung auf die Kartographie verdeutlicht wird: Karten werden von allen Wissenschaften, die räumliche Wirkungen und Muster untersuchen, benötigt. Geoportale, Webmapping, 3D Clouds, Semantik oder Toponomastik sind nur wenige Schlagworte, die auf die breite Anwendungsvielfalt hinweisen.

Die materialistischen Vier – Unser Dialog mit der Forschung geht in eine neue Runde

Was wären die drei Musketiere ohne D’Artagnan – oder die drei ??? ohne Alfred Hitchcock?

Insofern ist es wohl auch nur konsequent, unsere beliebte, in Kooperation mit der Freien Universität, der Humboldt-Universität sowie der Universität Potsdam organisierte Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog ab Oktober 2017 in eine vierte Runde zu schicken. Zu unserer Freude können wir inzwischen sogar noch eine weitere Universität als Mitveranstalterin begrüßen, deren sicherlich berühmtester Angehöriger ein ganz eigentümliches materiales Aufschreibesystem pflegte. Klar, die Rede ist von der Universität Bielefeld bzw. von Niklas Luhmanns legendärem Zettelkasten, der übrigens im Rahmen eines langfristigen Akademievorhabens gegenwärtig digitalisiert wird.

Zwar ließe sich die abermalige Fortsetzung unserer Veranstaltungsreihe mit dem systemtheoretischen Instrumentarium des berühmten Soziologen durchaus als autopoietische Basisoperation analysieren. Aber wir wollen uns hier schließlich nicht verzetteln:

Freuen Sie sich vielmehr auf ein gewohnt vielfältiges Vortragsprogramm, das den Bogen vom mittelalterlichen Codex über Propagandaflugblätter des Zweiten Weltkriegs bis zum zeitgenössischen russischen Künstlerbuch spannt, das schlecht gemachten Büchern ebenso zu ihrem Recht verhelfen will wie dem von den Literaturwissenschaften allzu leichtfertig übersehenen Schreibtisch und das Ihnen Gotthold Ephraim Lessing zur Abwechslung einmal als Verleger vorstellen möchte. Erfahren Sie in dieser Reihe, dass Frakturprobleme nicht zwangsläufig etwas mit komplizierten Knochenbrüchen zu tun haben müssen und Kopieren nicht erst in der Postmodene als Sampling zur Kunst wurde. Werfen Sie einen Blick in die disziplinierenden Regale der chinesischen Sammlung der Kurfürstlichen, Königlichen und Preußischen Staatsbibliothek und lassen Sie sich von der Aura ausgewählter Manuskripte aus dem Walter Benjamin Archiv faszinieren.

Apropos Walter Benjamin: Es versteht sich, dass im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit einige Vorträge der kommenden Veranstaltungsserie auch auf unserem Youtube-Kanal veröffentlicht werden. Dort können Sie sich zudem bereits einen kleinen Eindruck von den ersten drei Folgen unseres Dialogs mit der Forschung verschaffen.

Und vielleicht wollen Sie auch unserer herzlichen Einladung folgen, an den unregelmäßig stattfindenden Begleitveranstaltungen teilzunehmen, in deren Rahmen wir –  so viel sei schon verraten – gemeinsam mit internationalen Forschenden die Perspektiven des Materialitätsparadigmas diskutieren oder mit einem weltbekannten Überraschungsgast die Möglichkeiten des post-digitalen Buchdrucks sowie der Herstellung von Druckbuchstaben im 21. Jahrhundert ausloten möchten.

Bleiben Sie also gespannt. Wir freuen uns derweil auf Sie!

 

Bamberger Autographe online

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Hoffmann digital mit neuen Inhalten und frischem Design

Die virtuelle Galerie Hoffmann digital des E.T.A. Hoffmann Portals präsentiert sich in neuer Optik und mit einem starken Zuwachs an spannenden Inhalten: den Bamberger Autographen. Die Sammlung umfasst 39 Briefe von und vier Briefe an E.T.A. Hoffmann, 16 Originalzeichnungen (davon drei auf Briefen), fünf Werkmanuskripte bzw. Teile davon, eine autographe Partitur, zwei Abschriften von musikalischen Werken Hoffmanns, einen Verlagsvertrag, ein Tagebuchfragment, ein Stellengesuch, drei Todesanzeigen für den Kater Murr, drei Widmungen in Büchern und einen Namenszug im Klavierauszug von Mozarts „Don Giovanni“ – dem einzigen erhaltenen Buch aus Hoffmanns Bibliothek. Hinzu kommen eine Quittung von Hoffmanns Frau Maria Thekla Michaelina und ein Eintrag für E.T.A. Hoffmann in der Sterbematrikel der evangelischen Jerusalemgemeinde in Berlin.

Die Staatsbibliothek Bamberg hat ihre Hoffmann-Autographe im Jahr 2016 im Rahmen des Projekts E.T.A. Hoffmann Portal digitalisiert und in Kalliope, der nationalen Datenbank für Nachlässe und Autographe, katalogisiert und erschlossen. Seit Mai 2017 sind die Werke in den digitalen „Bamberger Schätzen“ der Staatsbibliothek Bamberg sowie im E.T.A. Hoffmann Portal frei zugänglich.

Erstmals haben Nutzerinnen und Nutzer nun weltweit die Möglichkeit, die Autographe zu jeder Zeit und von jedem Ort aus im Detail zu studieren. Hoffmann digital bietet zu diesem Zweck einen stufenlosen Deep Zoom, umfassende Metadaten und verschiedene Download-Optionen an. Zudem sind die illustrierten Werke mit einer Thumbnail-Übersicht über alle enthaltenen Illustrationen ausgestattet. Über die Merkfunktion können temporäre Favoritenlisten erstellt und zur Weiterverarbeitung exportiert werden.

Starke Ausweitung der Inhalte bis 2019

Im Rahmen des ebenfalls an der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelten Folgeprojekts „E.T.A. Hoffmann Portal 2“ werden bis Ende 2019 sukzessive weitere digitalisierte Materialien zu E.T.A. Hoffmann in Hoffmann digital zur Verfügung gestellt. Neben der Integration von einzelnen Werken aus externen Einrichtungen liegt der Schwerpunkt des Projekts auf der Digitalisierung von Hoffmann-Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin, darunter mehr als 800 Hoffmanniana aus der Zeit zwischen 1800 und 1920, vergriffene Werke aus dem Zeitraum 1921 bis 1965, und 33 Brief- und Musikautographe sowie etwa 200 Werke, die E.T.A. Hoffmann beeinflusst haben, und circa 600 Werke zur Rezeption Hoffmanns.

Researchers from all over the world welcome!

Sie kommen schon immer hierher, die Forschenden von allen Enden der Welt. Seit 2009 jedoch ist in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ein spezielles Instrument zur Förderung internationaler Forschungsbesuche etabliert: das Stipendienprogramm der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Es dient dazu,

„in erster Linie ausländische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in die Lage [zu] versetzen, in den Museen, Bibliotheken und Archiven der SPK zu arbeiten, am wissenschaftlichen und kulturellen Leben innerhalb der SPK und in Berlin teilzunehmen und Fachkontakte zu Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der SPK sowie anderer Einrichtungen in Deutschland zu knüpfen.“

Mit „ausländisch“ ist dabei keineswegs die Staatsbürgerschaft oder gar die Nationalität gemeint, sondern der dauerhafte Wohnsitz. Denn es geht darum, die Mehrkosten bei Aufenthalt „in der Fremde“ aufzufangen. Wichtig ist deshalb auch, dass als zusätzliche Unterstützung ein Reisekostenzuschuss eingeplant ist. Jede Institution innerhalb der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gestaltet das Programm mit eigenen Modifikationen im vorgegebenen Rahmen.

Stiftungsweite zentrale Vorgaben sind neben dem Antragsformular und den notwendigen Bewerbungsunterlagen

– die Stipendiendauer von maximal 3 Monaten

– die Vergabe des Stipendiums in zwei Kategorien:

– Kategorie A für Personen mit erstem Hochschulabschluss, ohne Promotion

– Kategorie B für Personen mit Promotion (oder Äquivalent)

– die Höhe des monatlichen Stipendiums in der jeweiligen Kategorie:

– Kategorie A: 900 €

– Kategorie B: 1200 €

– die Möglichkeit der Erstattung von Reisekosten bis maximal 500 €

Ebenfalls sind einige Verpflichtungen seitens der gastgebenden Einrichtung und seitens der Stipendiaten formuliert.

 

Für die Staatsbibliothek wird die Zielausrichtung des Programms folgendermaßen spezifiziert: Das Stipendienprogramm

„soll es in erster Linie im Ausland lebenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern  ermöglichen, nach Berlin zu kommen, um die reichhaltigen Sammlungen der Bibliothek und der anderen Stiftungseinrichtungen für ihre Forschungsarbeiten auszuwerten und Fachkontakte in Deutschland zu knüpfen.“

Der Bewerbungszeitraum für ein Stipendium zur Durchführung von Forschungsarbeiten bei der Staatsbibliothek zu Berlin ist separat festgelegt: Bis 30. September jeden Jahres werden Bewerbungen für ein Stipendium im darauffolgenden Jahr angenommen. Der Antrag ist zusammen mit den erforderlichen Unterlagen per Post an die Generaldirektion zu richten:

Staatsbibliothek zu Berlin

– Die Generaldirektorin –

Potsdamer Straße 33

D-10785 Berlin

All diese Informationen finden Sie auf den Stipendienseiten unserer Hompage, die komplett auch auf Englisch zur Verfügung stehen.

Konkret gestaltet es sich in der Staatsbibliothek so, dass mit dem Budget jährlich 6 – 8 Stipendien (incl. Nebenkosten) ermöglicht werden können. Neben einem kostenlosen Bibliotheksausweis wird bei Bedarf eine über unsere ohnehin angebotenen Serviceleistungen hinausgehende fachliche Betreuung gewährt. Die Stipendiaten stellen wenn irgend möglich ihr Forschungsprojekt in einem Werkstattgespräch innerhalb unserer Wissenswerkstatt vor. Wenn es sich organisatorisch anbietet, kann diese Präsentation auch zu einem späteren Zeitpunkt außerhalb der Stipendienmonate erfolgen. Seit dem Bestehen des Blognetzwerkes der SBB haben sie zudem die Möglichkeit, ihr Thema hier in einem eigenen Beitrag einem breiteren Interessentenkreis nahezubringen.

Für Stipendien im Jahr 2018 freuen wir uns über Bewerbungen bis zum 30. September 2017!

Eine zahlenmäßige und inhaltliche Übersicht über die bisherigen Stipendienjahrgänge folgt in einem separaten Beitrag demnächst in diesem Blog!

Ausstellung „Gläubiges Staunen – Biblische Traditionen in der islamischen Welt“

14. Juli – 15. Oktober 2017
Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum
Bodestraße, 10178 Berlin
Besuchereingang über den Kolonnadenhof

Eine Sonderausstellung des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz und der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Öffnungszeiten und Informationen zu Eintrittspreisen


Koptischer Papyruskodex mit den Sprüchen Salomos (Abschrift Ägypten, Ende 4. Jh., SBB-Orientabteilung, Ms. or. oct. 987) © Staatsbibliothek zu Berlin – PK || CC BY-SANC 3.0

 

Anhand von herausragenden Handschriften zeigt die Ausstellung “Gläubiges Staunen” die Vielfalt der christlichen Traditionen im Vorderen Orient – von der Spätantike bis ins 19. Jahrhundert.

Bibelhandschriften jüdischer und orientalisch-christlicher Glaubensgemeinschaften werden gemeinsam mit islamischen Handschriften, die biblische Sujets reflektieren, präsentiert. Neben prächtig illuminierten armenischen Evangeliarien, syrischen Pergamentbibeln oder koptischen Papyri werden u.a. auch indische Miniaturen mit christlichen Motiven zu sehen sein.

Der kulturelle und künstlerische Austausch zwischen den unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften war im östlichen Mittelmeerraum ein häufiges Phänomen. Die Bibel entstand im Orient – Judäa, Ägypten und Persien sind einige ihrer historischen Schauplätze. Der Islam wiederrum entstand in einem von Judentum und Christentum geprägten Umfeld; und der Koran bezieht sich an mehreren Stellen auf den biblischen Text und setzt diese Themen und Gestalten als bekannt voraus.

In der Ausstellung werden hochkarätige Handschriften aus den reichen Beständen der Orientabteilung der Staatsbibliothek für drei Monate mit islamischer Buchkunst aus der Privatsammlung Vollmer und dem Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin in Dialog treten. Anhand zahlreicher Beispiele werden so die Verbindungen zwischen christlicher und islamischer Buchkunst sichtbar: Die Illustrationen in manchen islamischen Bilderhandschriften haben nicht selten verblüffende Ähnlichkeiten mit zeitgenössischen christlichen Vorbildern aus byzantinischen, armenischen und syrischen Manuskripten, besonders aus illustrierten Bibeln. Umgekehrt reflektieren auch die christlichen Bibelhandschriften den jahrhundertelangen Kulturkontakt mit ihrer muslimischen Umwelt.

Die Ausstellung beginnt bei den Ursprüngen der Bibel mit hebräischen und griechischen Urtexten: Ein früher koptischer Kodex (4. Jh. n.Chr.) aus Ägypten mit den Sprüchen Salomos ist das älteste Objekt. Eine Besonderheit stellt eine samaritanische Tora dar, die an der Stelle des Aaronitischen Segens von den Küssen der Gläubigen dunkel gefärbt ist. Sehr seltene biblische Zeugnisse aus dem einstmals christlichen Nubien des 10./11. Jahrhunderts, die ersten jemals gefundenen Texte der nubisch-christlichen Kultur, werden zu sehen sein. Leuchtende Farben und eine direkte Bildsprache zeichnen die äthiopischen Pergamenthandschriften aus, Zeugen einer ungebrochenen tiefen Religiosität, die bis heute das christliche Äthiopien prägt. Für die reiche arabisch-christliche materielle und geistige Kultur stehen ein Evangeliar aus dem Palästina des 11. Jahrhunderts und ein wunderbar illuminiertes Prophetenbuch aus dem frühen 14. Jahrhundert. In den gezeigten muslimischen Handschriften treten vertraute biblische Gestalten und Geschichten gleichsam verändert auf und sind doch immer wiederzuerkennen. Den zahlreichen im Koran und anderen islamischen Überlieferungen zu findenden biblischen Gestalten sind etwa die Qiṣaṣ al-anbiyāʾ (Erzählungen von den Propheten) gewidmet. Die indischen Miniaturen mit zahlreichen Heiligen- und Madonnendarstellungen aus der Sammlung Vollmer zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit europäischer Kunst, die seit dem Ende des 16. Jahrhunderts zu beobachten ist.


Pressebilder: www.preussischer-kulturbesitz.de/newsroom/presse/pressebilder.html


Ausführliche Berichte über diese Ausstellung erschienen unter anderem hier:

14. Juli 2017, RBB Kulturradio / Kulturtermin, 5’20 min, Timecode 0:14

13. Juli 2017, Deutschlandfunk Kultur

14. Juli 2017, Deutsche Welle/Arabisches Programm Qantara

Stimmen der Bibliothek: Kinder- und Jugendbuchabteilung

Warum ist es wichtig, Kinder- und Jugendbücher zu sammeln – nach welchen wissenschaftlichen Kriterien trifft man die Auswahl? Was können Forscher daraus gewinnen? Und wieso darf man diese Bestände nicht mit nach Hause ins Kinderzimmer nehmen?

Carola Pohlmann ist seit 1993 Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. Im Gespräch mit Zora Steiner erzählt sie über die Bestände, Angebote und Besonderheiten der Abteilung.

Die Wichtigkeit von Illustrationen in Kinderbüchern wird thematisiert – dabei steht der Illustrator Carl Cneut („Der Goldene Käfig“)  und seine Ausstellung im Haus Potsdamer Str. im Vordergrund.  Anhand von Titeln wie die „Kleine Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen“ von den Gebrüdern Grimm (hier auch digital einsehbar) bekommen wir von Frau Pohlmann eine ungewöhnliche Sicht in die Welt der Kinder- und Jugendliteratur von den Anfängen bis heute.

Die Ausstellung „Der goldene Käfig. Prächtiges Federvieh des flämischen Bilderbuchkünstlers Carll Cneut“ lief vom 7.–17. September 2016 in der Staatsbibliothek zu Berlin – Haus Potsdamer Strasse.

Quellen zur Folge:

Werkstattgespräch zur typographischen Gestaltung von Libretto-Drucken am 4.7.

Wissenswerkstatt

Lieto fine – zur typographischen Gestaltung von Libretto-Drucken

Werkstattgespräch mit Rainer Falk, Universität Potsdam
Dienstag, 4. Juli 2017
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden
Treffpunkt im Eingangsbereich (Rotunde)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Immer schon wurden Opern – einerseits in Partituren bzw. Partitur-Auszügen, andererseits in Libretto-Drucken – publiziert, standen Notenausgaben ebenso wie Texteditionen in vielfältigen Wechselbeziehungen zu den Aufführungen der Werke. Bei der typographischen Gestaltung des Librettos wurde lange Zeit – zumindest solange der Zuschauerraum nicht abgedunkelt war – vor allem ein pragmatisches Ziel verfolgt, nämlich das Mitlesen während der Aufführung zu erleichtern. Durch buchgestalterische und drucktechnische Aufmachung sollte aber auch die Materialität des Ereignisses der Opernaufführung, die im Medium der Schrift verlorenzugehen drohte, bewahrt und in die Materialität des Drucks hinein verlängert werden. Diesem Phänomen geht der Vortrag anhand von Beispielen aus unterschiedlichen Epochen der Operngeschichte nach.

 

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Nachlässe digital – internationale Konferenz in der Staatsbibliothek

Nachlässe – digital
Koop-Litera International – Konferenz 2017
20.-22. Juni 2017
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Dietrich-Bonhoeffer-Saal der Staatsbibliothek

 

Koop-Litera ist ein Netzwerk von Institutionen, die schriftliche Nachlässe und Autographen verwalten. Nach den Veranstaltungen in Mersch/Luxemburg (2011) und Bern/Schweiz (2014) findet 2017 die internationale Konferenz dieses Verbundes in der Staatsbibliothek zu Berlin statt. 100 Vertreter von Einrichtungen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, der Schweiz und anderen Ländern werden sich hier treffen, um über das Thema Nachlässe, einem Kernbestand des kulturellen Erbes, im digitalen Zeitalter in allen seinen Facetten zu diskutieren. Die 20 Vorträge und 3 Workshops widmen sich der Frage, wie die Digitalisierung die Forschung mit Ihren Fragestellungen und Prozessen verändert und was die digitale Transformation für die Erwerbung, Erschließung und Vermittlung von Nachlässen bedeutet.

Tagungsprogramm und weitere Informationen

Europeana 1914-1918, Rolf Kranz, CC-BY-SA; Berliner Tageblatt 28.5.1915, Staatsbibliothek zu Berlin, Public Domain

22./23. Juni: Europeana Transcribathon Campus Berlin 2017

22./23. Juni 2017 in der Staatsbibliothek zu Berlin:
Briefe, Tagebücher und Zeitungen aus dem Ersten Weltkrieg transkribieren

Am 22. Juni 2017 beginnt um 14 Uhr in der Staatsbibliothek zu Berlin ein 28-stündiger Transkriptionswettbewerb. Generationsübergreifende Teams aus Berlin und mehreren Ländern messen ihre Fähigkeiten im Umgang mit historischen Zeugnissen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Begleitend finden thematische Workshops zur Digitalisierung des europäischen kulturellen Erbes statt.

Seit 2011 sammelt, digitalisiert und veröffentlicht das Crowdsourcing Projekt Europeana 1914-1918 unzählige private Erinnerungsstücke von Familien aus ganz Europa. Diese werden auf www.europeana1914-1918.eu durch Dokumente, Fotos und Filme von Bibliotheken und Archiven aus der ganzen Welt sowie durch Millionen von digitalisierten Zeitungen auf www.europeana-newspapers.eu ergänzt.

Um entdecken zu können, was vor 100 Jahren geschrieben wurde, geht nun die Citizen-Science-Initiative Europeana Transcribe einen Schritt weiter. Auf www.transcribathon.eu können die historischen Quellen transkribiert und mit Ortsangaben und Schlagwörtern verknüpft werden. Dabei treten die Nutzer in einen spielerischen Wettbewerb mit Anderen. Ihr Sportsgeist wird durch thematische Wettläufe z.B. zu Liebesbriefen, Gedichten oder Weihnachtspost angespornt.

Beim Europeana Transcribathon Campus Berlin 2017 konkurrieren Teams direkt miteinander, um innerhalb von 28 Stunden Dokumente, z.B. Tagebücher, zu transkribieren und mit anderen Quellen, z.B. Zeitungen zu verknüpfen. Zum Abschluss präsentieren sie ihre Ergebnisse und die Gewinner werden von einer internationalen Jury ausgezeichnet.

Begleitend zum Wettbewerb werden am Freitag, den 23. Juni, gemeinsam mit den Kooperationspartnern Deutsche Digitale Bibliothek, Wikimedia Deutschland e.V. sowie Europeana und Facts & Files Workshops zu den Themen Transkription, Annotation, Geo-Tagging, Linked Open Data und Wikimedia angeboten.