Ankündigungen von Veranstaltungen und Terminen

Werkstattgespräch zu “Imaginationen des Islam” am 18.5.

Werkstattgespräch
Imaginationen des Islam – Bilder des Propheten Mohammed im westeuropäischen Buchdruck bis ins 19. Jahrhundert
Dr. Alberto Saviello (Freie Universität Berlin)

Mittwoch, 18. Mai
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal, Haus Potsdamer Straße
Treffpunkt in der Eingangshalle am I-Punkt
Anmeldung


Bildliche Darstellungen des Propheten Mohammed gab es in den westeuropäischen Printmedien schon Jahrhunderte vor den umstrittenen Mohammed-Karikaturen des Jahres 2005. Der Vortrag folgt den Traditionslinien und Wandlungen der Bilder vom islamischen Propheten im westeuropäischen Buchdruck von den Inkunabeln des 15. bis ins 19. Jahrhundert. Dabei zeigt sich nicht nur, dass Mohammed in der Vorstellung der EuropäerInnen immer schon eine besonders faszinierende und schillernde Figur war, sondern zudem, dass das historische Verständnis vom Propheten weitaus differenzierter war als vieles, was sich in den heutigen Medien findet.

 

Weitere Termine der Wissenswerkstatt

Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August: Lesung mit Oliver Hilmes am 18.5.

Im Sommer 1936 fiebert Berlin den Olympischen Spielen entgegen. Die Stadt wirkt plötzlich wieder wie eine weltoffene und pulsierende Metropole. Die »Juden verboten «-Schilder sind kurzzeitig verschwunden, der Verkauf des Hetzblattes »Der Stürmer« für die Dauer der Spiele eingestellt und statt des »Horst-Wessel-Lieds« klingen Swing-Töne durch die Straßen. Die Nationalsozialisten verwandeln die Olympischen Spiele in ein fulminantes Propagandaspektakel für das eigene Regime und inszenieren sich als friedliebende Gastgeber. Zugleich arbeitet das Regime daran, die Unterdrückung zu perfektionieren und das Land in den Krieg zu treiben. Ein Sommer der Widersprüche: Im neu erbauten Olympiastadion jubeln die Massen und vor den Toren der Stadt entsteht das KZ Sachsenhausen. Die ausländischen Gäste werden vom Regime hofiert, die Berlinerinnen und Berliner erleben unerwartete Momente der Freiheit. Sechzehn Tage währte das Spektakel, das Oliver Hilmes in Episoden von prominenten und unbekannten Personen, von Künstlern und Sportlern, von Restaurantbesitzern, Nachtschwärmern und NS-Größen einem Mosaik gleich kunstvoll zu einem Porträt der Stadt zusammensetzt.

Mittwoch, 18. Mai 2016, 18 Uhr

Lesung
BERLIN 1936 – SECHZEHN TAGE IM AUGUST
Oliver Hilmes

Begrüßung
Barbara Schneider-Kempf , Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer KulturbesitzAndré Schmitz, Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.

Eintritt frei

Staatsbibliothek zu Berlin
Simón-Bolívar-Saal
Potsdamer Straße 33
10785 Berlin


Oliver Hilmes
, geboren 1971, studierte Geschichte, Politik und Psychologie in Marburg,Paris und Potsdam und wurde in Zeitgeschichte promoviert. 2003 veröffentlichte er mit »Witwe im Wahn. Das Leben der Alma Mahler-Werfel« seine erste erfolgreiche Biographie. Es folgten aufdie Lebensschilderungen von Cosima Wagner (2007), das Komponistenporträt zu Franz Liszt (2011) und im Jahr 2013 erschien seine Biographie des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. Oliver Hilmes’ Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die französische Ausgabe der Cosima-Wagner-Biographie (»La maîtresse de la colline«) wurde mit dem renommierten »Prix des Muses« ausgezeichnet.
Einladungen zu Lesungen und Vorträgen führten Oliver Hilmes in das Berliner Ensemble, in die Berliner Staatsoper und in das Wiener Konzerthaus, in die Villa Aurora und in das Goethe-Institut in Los Angeles sowie in zahlreiche Buchhandlungen, Literaturhäuser und Bibliotheken.

Foto: Maximilian Lautenschläger

 

Werkstattgespräch zur Ästhetik, Ideologie und Poetizität der deutschen Schriftmuster am 3.5.

Werkstattgespräch
“Salvator. Goethe. Radio.” Ästhetik, Ideologie und Poetizität der deutschen Schriftmuster
Dr. Thomas Rahn, Freie Universität Berlin

Dienstag, 3. Mai
18.15 Uhr
Konferenzraum 4, Haus Unter den Linden
(Eingang Dorotheenstraße 27)
Treffpunkt: Eingangshallsbereich (Rotunde)
Anmeldung


Der Vortrag widmet sich, mit Schwerpunkt auf dem Zeitraum zwischen 1870 und 1950, der Geschichte und Gestaltung einer wenig beachteten Gattung von Werbematerial: Die Schriftmusterhefte und Kataloge der Buchdruckereien und Schriftgießereien sind nicht allein als ästhetisch ambitionierte Leistungsschau des jeweils aktuellen Schriftdesigns interessant, sie lassen auch durch ihre Textauswahl die Strategie erkennen, einzelne Schriften jeweils mit einem bestimmten Programm zu versehen, sprich: mit konkreten semantischen Feldern zu verknüpfen. Gezeigt werden soll die funktionale und inszenatorische Bandbreite der Schriftmuster zwischen kalkulierter Ideologisierung (etwa ‚deutscher‘, ‚ökonomischer‘ oder ‚idyllischer‘ Schriften) einerseits und der quasipoetischen ‚typographie automatique‘ assoziativer (und manchmal ironischer) Wortkombinationen andererseits.

 

Eine Veranstaltung aus der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit.

Weitere Termine der Wissenswerkstatt