Logik und Psychologie bei Kant – Werkstattgespräch am 08.03.12

"Es gibt keine angewandte Logik, nur Anthropologie. Zur Beziehung zwischen Logik und Psychologie bei Immanuel Kant" – Werkstattgespräch am 08.03.2012

Kant zufolge kann und darf die Logik nicht auf der Basis einer empirischen Psychologie gegründet sein. Aber auch wenn die Logik von allen psychologischen Aspekten abstrahieren muss, so bleibt das menschliche Denken doch das Denken eines sowohl vernünftigen als auch sinnlichen Wesens. Mit Blick auf die Anwendung der Denkregeln seitens des Menschen ist es daher nötig, dem menschlichen Subjekt als ganzem Rechnung zu tragen. Daher stellt Kant in der Kritik der reinen Vernunft der reinen Logik auch eine „angewandte Logik“ zur Seite.

Auch für Kant spielt also die Psychologie eine Rolle für die Logik. Aber was  ist die empirische Psychologie, die für die angewandte Logik von Bedeutung ist? Kant behauptet, dass die einzig mögliche empirische Psychologie die Anthropologie sei. Aus diesem Grund schreibt Kant in der Reflexion 3332: „Die anthropologische logica ist applicata“.

Es bleibt jedoch ein Problem: Warum genügen nicht einfach die Untersuchungen der pragmatischen Anthropologie? Warum muss es auch eine damit zusammenhängende angewandte Logik geben? Das Problem bleibt vor allem deshalb bestehen, weil Kant zwar keine angewandte Logik schreibt, aber eine Anthropologie veröffentlicht.
Ist Kants Anthropologie eine angewandte Logik? Sind Kants Bemerkungen über die angewandte Logik widersprüchlich? Um diese Punkte zu klären, ist es nötig, Kants Konzeption der angewandten Logik und der Anthropologie zu erläutern, und die Beziehung zwischen angewandter Logik und Psychologie aufzudecken.
Referentin: Chiara Fabbrizi

Organisatorische Daten:

    Ort:                 Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße
    Termin:          08. März 2012, 18.15 – 19.45 Uhr
    Treffpunkt:    Eingangshalle (Bonhoeffer-Büste)    

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