Beiträge für Forschung und Kultur

Endlich: das Haus Unter den Linden ohne Baugerüste

Wir freuen uns über diesen grandiosen Anblick: die Fassadensanierung am Haus Unter den Linden ist abgeschlossen und die Gerüste sind weitgehend demontiert.

Präsentation “Für heute langt’s” – die vielfältige Welt der Lesezeichen

Lesezeichen OrdnerVom 30. Oktober bis zum 28. November 2015 ist im Foyer der Staatsbibliothek (Potsdamer Straße) eine Präsentation von kuriosen, künstlerischen, historischen, exotischen, werbenden und sprechenden Lesezeichen zu sehen.

In der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek umfasst der Bereich Einblattmaterialien zum Beispiel Flugblätter, Theaterzettel und Exlibris – und eben auch Lesezeichen.  Weiterlesen

70 Jahre Vereinte Nationen: Siebzig Jahre UNO-Arbeit in der Staatsbibliothek dokumentiert

Die Vereinten Nationen (UNO) feiern im Jahr 2015 ihr 70-jähriges Bestehen. „Wir, die Völker der Vereinten Nationen – fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren …“, lautet der erste Satz der Charta der Vereinten Nationen, die am 24. Oktober 1945 in San Francisco verabschiedet wurde.

Seit 1956 gehört die Staatsbibliothek zu Berlin zu den Depotbibliotheken der UNO.

Besonders dicht ist ihr Bestand an Dokumenten der Sonderorganisationen der UN-Familie, darunter der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO), der World Bank, der International Atomic Energy Agency (IAEA), der World Health Organisation (WHO) und der Food and Agricultural Organisation (FAO). Die Resolutionen der Hauptorgane der UNO – darunter z. B. die der Generalversammlung und des Sicherheitsrats – sind auch in deutscher Übersetzung vorhanden. Alle UNO-Dokumente repräsentieren die Vielfalt der Aufgaben, Programme und Tätigkeitsfelder der Staatenorganisation von 1956 bis heute.

Im Online-Katalog www.stabikat.de sind die in der Staatsbibliothek gesammelten UNO-Veröffentlichungen nachgewiesen, alle können ausgeliehen werden. Wichtige Referenzmaterialien und Periodika stehen im Freihandbestand des Lesesaals im Haus Potsdamer Straße bereit. Die Staatsbibliothek bietet ebenfalls Zugriff auf die Datenbanken der Organisation, zum Beispiel sind die OECD i library und die International Monetary Fund eLibrary für registrierte Nutzerinnen und Nutzer zugänglich, weiterhin sind die frei zugänglichen Inhalte des World Bank Open knowledge repository erschlossen. Die zentrale Publikation der Vereinten Nationen ist das Yearbook of the United Nations.
Links zu Materialien der UNO zum 70. Gründungstag:

• Ausstellung der Dag Hammarskjöld Library: „70 Years, 70 Documents“: http://research.un.org/en/UN70
• Jubiläums-Website der UN: http://www.un.org/un70/en
• Link zur Sammlung amtlicher Publikationen an der Staatsbibliothek zu Berlin:
http://staatsbibliothek-berlin.de/die-staatsbibliothek/abteilungen/bestandsaufbau/amtsdruckschriften/internationale-organisationen/

B. Z. berichtet über hölzernes Stadtmodell

In der aktuellen Ausgabe des BibliotheksMagazins der beiden Staatsbibliotheken in Berlin und München findet sich auf den Seiten 3 bis 7 ein Bericht über ein Stadtrelief von Berlin, das in einer Braunschweiger Werkstatt gefertigt wurde und sich seit April 2015 vor dem Kartenlesesaal in unserem Haus Potsdamer Straße befindet. Das Modell basiert auf den Geodaten des Jahres 2005, als für das Areal rund um den Alexanderplatz noch eine Neugestaltung mit Hochhäusern vorgesehen war. Das Relief misst 3,60 x 1,20 Meter, für seine Herstellung arbeiteten allein die Computer 3.500 Stunden, um die Daten zu verarbeiten und die Fräse zu steuern.

Heute berichtet die Lokalzeitung B.Z. von diesem besonderen Sammlungsstück: http://www.bz-berlin.de/berlin/hier-ist-berlin-komplett-auf-holz-gebaut

Deutscher Buchpreis 2015: Gratulation an Frank Witzel

In einer feierlichen Veranstaltung hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gestern Abend zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den Deutschen Buchpreis 2015 für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres verliehen. Den mit 25.000 Euro dotierten Preis erhielt Frank Witzel für sein 800 Seiten starkes Werk Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969, erschienen im Frühsommer 2015 bei Matthes & Seitz in Berlin.

Aus der Sicht eines Jugendlichen schildert Witzel in Fragmenten, Protokollen und monologischen Einschüben Erinnerungen aus den 1960er und 1970er Jahren in Westdeutschland. Dabei greift er nicht nur auf eigene Erlebnisse als Heranwachsender im Rhein-Main-Gebiet zurück, sondern auch auf seine beruflichen Inspirationsquellen aus Literatur, Philosophie, Musik und Kunst. So wundert es nicht, dass die zahlreichen Rezensenten des preisgekrönten Werks an so unterschiedliche Persönlichkeiten erinnert werden wie Roland Barthes, James Ellroy, J.D. Salinger und Jean-Jacques Rousseaux, aber auch an Jimi Hendrix und die Beatles, den Existenzialismus und die Gotik. Philipp Felsch spricht in Die Tageszeitung (10.10.2015) von einem „Mammut-Buch“, Claus-Jürgen Göpfert (Frankfurter Rundschau, 26.09.2015) siedelt das „opus magnum“ zwischen Realität und Wahnsinn an, „angereichert mit Elementen des Fantasy- und Kriminalromans“.

Wenn Sie sich selbst ein Bild von Autor und Werk machen möchten, sind Sie in der Staatsbibliothek zu Berlin genau richtig – denn bei uns können Sie nicht nur den Gewinner-Titel, sondern auch andere Werke aus Witzels Schaffen lesen, Ihre Kenntnisse zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und der RAF auffrischen und in den originalsprachigen Werken der Vorbilder und Ideengeber die Einflüsse des Autors nachvollziehen.

Im Rennen um den Deutschen Buchpreis 2015 waren insgesamt 176 Werke, aus denen die siebenköpfige Jury in einem mehrstufigen Verfahren sechs Kandidaten für das Finale ausgewählt hat. Witzel setzte sich schließlich durch gegen Jenny Erpenbeck (Gehen, ging, gegangen, Knaus), Rolf Lappert (Über den Winter, Carl Hanser), Inger-Maria Mahlke (Wie ihr wollt, Berlin Verlag), Ulrich Peltzer (Das bessere Leben, S. Fischer) und Monique Schwitter (Eins im Andern, Droschl). Auch diese Autoren sind mit ihren nominierten Werken und weiteren Titeln in unserem Bestand und teils sofort, teils in Kürze ausleihbar.

Viel Freude beim Lesen!

 

Bundesweite Handlungsempfehlungen zur Erhaltung schriftlichen Kulturguts

Das Ziel ist erreicht: Die Bundesweiten Handlungsempfehlungen zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts in Archiven und Bibliotheken sind veröffentlicht. Damit hat die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK), die in der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelt ist, zum Abschluss der Pilotphase in 2015 ihren Kernauftrag erfüllt.

Der Fachbeirat der KEK legt mit den “Bundesweiten Handlungsempfehlungen” eine umfassende Bilanz zu Schäden und Gefahren für das schriftliche Kulturerbe in Archiven und Bibliotheken Deutschlands vor. Gleichzeitig fasst das Papier erstmals in einem sparten- und länderübergreifenden Gesamtkonzept Aufgabenfelder zusammen, die zur Sicherung des schriftlichen Kulturguts gestärkt werden müssen.

Mit Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder (KSL) hat die KEK mit den “Handlungsempfehlungen” einen Wegweiser geschaffen, der für zielführende Abstimmungen und die erforderliche einrichtungs- und länderübergreifende Zusammenarbeit aller Verantwortungsebenen Orientierung bietet.

zur Website der KEK

die Bundesweiten Handlungsempfehlungen als Download
Langfassung, Kurzfassung

Pressemitteilung vom Bund und der Kultusministerkonferenz der Länder zum Kulturgüterschutz

480 Restauratorinnen und Restauratoren aus Archiven, Museen, Bibliotheken aus 30 Ländern für fünf Tage in Berlin

Montag – Donnerstag, 12. – 15. Oktober 2015
Konferenz in der Staatsbibliothek zu Berlin – PK, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin

Chemie, Physik, Mechanik, Biologie, Kunst, Geschichte und andere Wissenschaftszweige bieten die Grundlage für das spezialisierte Handwerk, das weltweit von Restauratorinnen und Restauratoren in Archiven, Bibliotheken und Museen ausgeübt wird. Vom 12. bis zum 16. Oktober kommen 480 Fachleute aus 30 Ländern nach Berlin – zu dem alle vier Jahre stattfindenden Kongress der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Archiv-, Bibliotheks- und Graphikrestauratoren (IADA). Es sind Menschen, deren Berufsalltag geprägt ist vom präventiven Bestandsschutz, dem Analysieren und Beseitigen von Schäden, dem Entwickeln und Erforschern neuer Methoden zur Rettung von Kulturgütern wie auch von der Kooperation mit Kuratoren und Wissenschaftlern bei der Bestimmung von Herkunft, Alter und stofflicher Zusammensetzung einzelner Objekte. Während der Tagung wird den Restauratoren – neben vielem anderen – eine neue Technik vorgestellt, mit der der organische Teil von alten wie neuen Tinten isoliert und analysiert oder die Verwendung von aus Pflanzen hergestellten Farben und Tinten in mittelalterlichen Manuskripten bestimmt werden kann. In derselben Vortragssession (Mittwoch von 11 bis 12.20 Uhr) werden biomolekulare Techniken erläutert, die an Pergamenten DNA-Untersuchungen zur Bestimmung von jenen Tieren ermöglichen, deren Haut für das Pergament genutzt wurde.

Insgesamt werden 70 Fachvorträge geboten, die Referenten kommen aus Japan, Guatemala, Kanada, den USA, Armenien, Griechenland, den Niederlanden, Dänemark, Österreich, Frankreich, Italien, Irland, Norwegen, Polen, Großbritannien, Finnland, Schweden, Deutschland und der Schweiz. Sie befassen sich mit dem Festigen brüchigen Papiers, der Stabilisierung von Kupfergrün, Massenentsäuerung, flüchtigen organischen Verbindungen in graphischen Sammlungen, der Konsolidierung von Miniaturen auf Gold, auch mit den Auswirkungen von Missmanagement und Ignoranz gegenüber konservatorischen Problemen und vielen anderen Fragestellungen.

“Displaced Persons” – die Staatsbibliothek zu Gast im Jüdischen Museum

Im Jahr 2009 begann die Staatsbibliothek, für ihre Orientabteilung systematisch eine Sammlung mit Literatur aufzubauen, die zwischen 1945 und 1950 in den Lagern für jüdische “Displaced Persons” in der amerikanischen und britischen Besatzungszone Deutschlands entstand. Eine Auswahl dieser seltenen, äußerst wertvollen historischen Zeugnisse ist seit dem 3. September im Jüdischen Museum Berlin in einer kleinen Sonderausstellung zu sehen sein. Dazu ist ein informatives und reichlich illustriertes Begleitheft erschienen, das in der Ausstellung selbst mitgenommen werden kann. Die Ausstellung ist noch bis 15. Dezember zu sehen.

Bibliotheksmagazin – neue Ausgabe online

Berlin aus Holz, königliche Geschenke und die Skandalösität des Sammelns – dies und viele andere interessante Artikel finden Sie in der neuen Ausgabe des Bibliotheksmagazins, den Mitteilungen aus den Staatsbibliotheken in Berlin und München: http://sbb.berlin/nl7rg1

Ausstellung SchriftSprache am 1. Oktober eröffnet

Ungewohnt buntes Treiben im Foyer des Hauses Potsdamer Straße: Am 1. Oktober wurde die Ausstellung SchriftSprache – Aksara dan Bahasa durch die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, den Botschafter der Republik Indonesien, Seine Exzellenz Dr.-Ing. Fauzi Bowo, sowie die Direktorin des Nationalsmuseums Jakarta, Dra. Intan Mardiana, feierlich eröffnet. Nach einem vielseitigen Abendprogramm mit indonesischer Musik und Tanz zogen die beiden Direktorinnen und der Botschafter an der Spitze der Gäste in einer Prozession zum Dietrich-Bonhoeffer-Saal und durchschnitten dort gemeinsam das Band zur Eröffnung. Neben der Präsentation der wertvollen Handschriften im Ausstellungsraum finden im Foyer Vorführungen zu indonesischen Schriften und zur Herstellung von Maulbeerbaumpapier statt. Ebenfalls präsentiert sich das World Culture Forum der UNESCO mit einem Informationsstand über Indonesien. Die Ausstellung findet aus Anlass der Frankfurter Buchmesse statt, auf der in diesem Jahr Indonesien das Ehrengastland ist.

In ihrer Ansprache betonte Barbara Schneider-Kempf die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Indonesien und dem Nationalmuseum, aus der die Neukatalogisierung des indonesischen Handschriftenbestands resultiert. Zu der Ausstellung erscheint ein reich bebilderter zweisprachiger Katalog. Der vor allem für die Wissenschaft interessante Katalog der Handschriften wird ebenfalls in Kürze veröffentlicht.

Die Ausstellung ist noch bis zum 17. Oktober 2015 im Dietrich-Bonhoeffer-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33, zu sehen (weitere Informationen).