Das Blog-Netzwerk der Staatsbibliothek zu Berlin – Beiträge für Forschung und Kultur

Die Beseitigung von Lesehindernissen – Friedrich Forssman zur Frage: “Was ist gute Buchgestaltung?”

Totgesagte leben bekanntlich länger – zumal im digitalen Zeitalter. Denn ebenso wie sich die Lesesäle von Bibliotheken auch und gerade bei Digital Natives immer größerer Beliebtheit erfreuen, erlebt das ambitioniert gestaltete gedruckte Buch gegenwärtig eine Phase der Hochkonjunktur. Hiervon zeugen etwa der Erfolg der von einer unserer prominenten Stammgäste herausgegebenen bibliophilen Bände zur Naturkunde – die Leserinnen und Leser unseres Hausmagazins sind einmal mehr im Vorteil – und nicht zuletzt auch der jüngste Abend in unserer gemeinsam mit den Berliner und Potsdamer Universitäten organisierten Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog. Denn mehr als 100 Personen interessierten sich am vergangenen Dienstag für die apodiktische Frage: Was ist gute Buchgestaltung?.

Da zu deren Beantwortung naturgemäß ein umfassender Überblick über das angesprochene Feld erforderlich oder zumindest wünschenswert ist, konnte zu unserer großen Freude kein Geringerer als der so bezeichnete Schriftgott aus Kassel für diese Aufgabe gewonnen werden – na klar, die Rede ist von Friedrich Forssman. Im Rahmen seines Vortrags präsentierte der renommierte Buchgestalter und Typograf, der selbst zur Theorie der Schwarzen Kunst publiziert und neuerdings auch lehrt, seine Ästhetik als ein changierendes Spiel mit den seit Johannes Gutenberg etablierten Konventionen. So solle eine gelungene Buchgestaltung zwar einerseits den an sie gerichteten Erwartungen entsprechen – wir alle rufen vermutlich recht ähnliche Vorstellungen von den Buchtypen „Reiseführer“ oder „Mathematik-Schulbuch“ auf – und sich durch die Beseitigung von Lesehindernissen gleichsam selbst unsichtbar machen, andererseits aber auch die Sinne reizen und Vergnügen schenken. Letzteres vermag Friedrich Forssman, wie schnell deutlich wurde, freilich nicht nur als Buchgestalter, sondern auch als Redner, begeisterte er doch sein Publikum mit einigen ebenso pointierten wie scharfzüngig vorgetragenen Beobachtungen.

Sollten Sie den Auftritt des Meistertypografen verpasst haben oder gar nicht genug von seinen Ausführungen bekommen können, so dürfen Sie bereits auf die im Herbst 2016 startende dritte Runde der Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog vorfreudig gespannt sein. Denn Friedrich Forssman – für seine heroische Leistung, Zettel‘s Traum erstmals als gesetztes Buch erstehen zu lassen, wird der Wahl-Kasseler geradezu als Herkules gefeiert – hat fest versprochen: „I’ll be back!“ Über die genaue – ähm! – Terminierung seines Vortrags werden wir Sie natürlich frühzeitig an dieser Stelle informieren.

P.S. Und für eine Vorschau auf diesen Vortrag in der Rückschau empfehlen wir übrigens das Gespräch von Friedrich Forssman mit dem Kulturradio des RBB.

Was wollen Sie im WLAN?

Genau diese Frage stellen wir Ihnen in unserer aktuellen Umfrage zur WLAN-Nutzung. Nutzen Sie das WLAN in unseren Lesesälen bereits? In der Umfrage können Sie uns mitteilen, welche Zugänge Sie im WLAN vermissen oder ob Ihnen das bestehende Angebot genügt.

Aber auch wenn Sie sich bisher nicht in unser WLAN eingeloggt haben, haben wir ein paar Fragen an Sie. Vielleicht war Ihnen die Anmeldeprozedur zu kompliziert? Oder nutzen Sie die Bibliothek als Rückzugsort vom allgegenwärtigen Internetzugang?

Wir wollen – wann immer möglich – unseren Service so gut es geht an Ihren Bedürfnissen anpassen. Ihre Kritik, Ihre Meinung und Ihre Vorschläge können uns dabei helfen. Selbstverständlich werden Ihre Daten gut geschützt, es werden keinerlei persönliche Daten gespeichert und Sie bleiben anonym.

Über Ihre Teilnahme an der Umfrage, die nur wenige Minuten dauert, würden wir uns freuen!

Hier geht es direkt zur Umfrage. (Die Umfrage wurde am 31.3.2016 abgeschlossen.)

Staatsbibliothek zu Berlin erhält Abbado-Nachlass

Der musikalische Nachlass des Dirigenten Claudio Abbado (1933-2014) kommt nach Berlin. Die Schenkung an die Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz umfasst eine umfangreiche Sammlung von Partituren, handschriftlichen Aufzeichnungen, Audio-/Video-Veröffentlichungen, musikwissenschaftlicher Literatur und Briefen. Die Staatsbibliothek wird den Nachlass erschließen und in einem Claudio Abbado gewidmeten Lesesaal zugänglich machen.
Außerdem ist geplant, große Teile des Archivs zu digitalisieren. Die Berliner Philharmoniker werden den Nachlass inhaltlich kuratieren. Neben dem bereits existierenden Claudio Abbado-Kompositionspreis sollen Ausstellungen realisiert, Werkanalysen ermöglicht und Studienmöglichkeiten für junge Dirigenten geschaffen werden.
Eine entsprechende Vereinbarung haben Paolo Lazzati, Präsident der Fondazione Claudio Abbado, Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, und Martin Hoffmann, Intendant der Stiftung Berliner Philharmoniker, am 3. März 2016 in der Berliner Philharmonie feierlich unterzeichnet.
Die Fondazione Claudio Abbado wurde Ende 2014 von den Erben Claudio Abbados errichtet, um den musikalischen Nachlass in seiner Geschlossenheit zu erhalten und an eine Institution zu übergeben, die dessen Archivierung und Zugänglichmachung dauerhaft gewährleistet. Daneben war es den Erben Abbados ein Anliegen, den Nachlass möglichst lebendig zu erhalten.
Die Fondazione ist glücklich, dass die Staatsbibliothek zu Berlin und die Berliner Philharmoniker sich dieser Aufgabe gemeinsam annehmen. Die Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin ist der ideale Ort für den Verbleib des Archivs, denn sie ist auf die Erhaltung und Restaurierung wertvoller Autographen spezialisiert und gehört zu den weltweit führenden Institutionen auf diesem Gebiet.
Die Berliner Philharmoniker sind wegen ihrer langjährigen künstlerischen Verbundenheit zu Claudio Abbado prädestiniert, das Archiv inhaltlich zu betreuen und Projekte zu realisieren, die jungen Dirigenten und Musikern die Möglichkeit eröffnen, mit dem Archiv zu arbeiten.
Die Staatsbibliothek und die Stiftung Berliner Philharmoniker freuen sich über die schenkweise Überlassung des Claudio Abbado-Nachlasses, der somit in Berlin auf Dauer eine Heimat finden wird.

Figurenparade an der Potsdamer Straße

Seit Anfang der Woche gibt es eine kleine “Outdoor-Ausstellung” in der Nähe unseres Hauses am Kulturforum zu sehen: An der Ecke Potsdamer Straße/Eichhornstraße tanzen, angeln, lesen oder oder musizieren eine ganze Reihe Poller-Figürchen. Sehr sehenswert!

Figurenparade an der Potsdamer Straße

Den Hintergrund der kleinen Parade kennen wir ebenso wenig wie ihren Schöpfer bzw. ihre Schöpferin. Nur der geheimnisvolle Hinweis auf das französische Kinderlied “Le furet du bois joli” könnte vielleicht weiterführen. Wir warten gespannt auf eine Auflösung…

Modellprojekte zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts – jetzt bewerben

„Erste Wahl“ – so lautet das diesjährige Motto der Modellprojektförderung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK).

Finanziert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Kulturstiftung der Länder können Projekte Unterstützung erhalten, die innovativ, modellhaft und öffentlichkeitswirksam zum Erhalt des schriftlichen Kulturerbes beitragen.

NEU ist im Jahr 2016:  Es können auch mehrjährige Projekte (bis max. 2018) mit Schwerpunkt auf Infrastruktur und Forschung beantragt werden.

allgemeine Informationen zu Anträgen
http://kek-spk.de/modellprojekte/antragsinformationen

Formulare und weitere Hinweise zur Beantragung
http://kek-spk.de/modellprojekte/downloads

“Jewish Kabbalah and Magic in Ashkenaz” – Werkstattgespräch am 17.3.

Werkstattgespräch
Jewish Kabbalah and Magic in Ashkenaz – Examples from the Hebrew Manuscript Collection of Staatsbibliothek zu Berlin
Werkstattgespräch in englischer Sprache mit Agata Paluch,
2015 Stipendiatin im Stipendienprogramm der SPK

Donnerstag, 17. März
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal, Haus Potsdamer Straße
Treffpunkt: Eingangshalle (I-Punkt)
Anmeldung

 

“Scholars of early modern Eastern European Jewry have suggested that by the 16th century, the speculative kabbalah (i.e. a strand of Jewish mysticism) became part and parcel of the educational curriculum of the Jewish intellectual elite, even among those of its members who were antagonistic to this esoteric lore, but whose critique of it often reveals extensive knowledge of the subject. At the same time, and especially in the course of the 17th century, the so-called ‘practical kabbalah’, associated with magic and a talismanic approach to ritual, was attracting numerous followers. These two strands of the mystical tradition permeated early modern Eastern Europe, but while the theoretical kabbalah of the elites exerted limited influence on the Jewish masses, popular magical traditions and practices did infiltrate the elitist kabbalah to a large extent.

On this basis, I suggest that the universal spread of the speculative doctrines of kabbalah in the early modern era may well have been facilitated by the wide dissemination of much more concrete magical and mystical practices, drawn out of an old stock of religious performance techniques, such as the invocation of angelic names, manipulation of the divine name, talismanic divinatory practices, and the like. This magical strand of the early modern kabbalah, with its special interest in the mystical dimension of language, was a latter-day development out of much earlier traditions. The lecture will attempt to demonstrate the significant role that magical rituals played in introducing the speculative doctrines of kabbalah into East-Central European Jewish culture, drawing examples from the Hebrew manuscripts collection of Staatsbibliothek zu Berlin, and other libraries.”

Poster zur Veranstaltung als Pdf

Weitere Termine der Wissenswerkstatt

Stipendienprogramm der SPK an der Staatsbibliothek zu Berlin

Die Empfindlichkeit der Sonnenschutzlamellen

Leider zeigen die Sonnenschutzlamellen vor den großen Lesesaalfenstern im Haus Potsdamer Straße weiterhin ein merkwürdiges Verhalten. So öffnen sie sich hin und wieder bei sonnigem Wetter wohingegen sie sich bei trübem von Zeit zu Zeit schließen.

Im Rahmen der Erneuerung der Glasfassade wurde die Anlage auf einen automatischen Betrieb umgestellt. Dadurch geschieht nun – in der Theorie – auch eine schnellere Anpassung an die Wetterverhältnisse, was aber in der Vergangenheit zu einem merkwürdigen Ballett vor den großen Lesesaalfenstern führte. Der Grund ist eine gewisse Trägheit der Anlage, die bei schnell wechselndem Wetter oftmals in der geschlossenen Stellung verharrt, auch wenn gerade nur eine Wolke die Sonne für einen Moment verdeckt. Zudem wurde auch nicht der über das Jahr wandernde Sonnenstand berücksichtigt.

Wie geht es nun weiter? Wir nehmen zurzeit eine Feinabstimmung der Automatik vor und hoffen, dass Sie dann wieder unter optimalen Lichtverhältnissen konzentriert arbeiten können.

Ausstellung: Mies van der Rohes Villa Wolf in Gubin

Die „Urvilla der Moderne“ – Mies van der Rohes Villa Wolf in Gubin

Wiederaufbau als Modell 1:1

11. März – 9. April 2016

Mo – Fr 9 – 21 Uhr, Sa 10 – 19 Uhr
sonn- und feiertags geschlossen

Eintritt frei

Staatsbibliothek zu Berlin
Foyer
Haus Potsdamer Straße 33
10785 Berlin

Weitere Informationen: www.villawolfgubin.eu

Kunst und Politik im Einblattdruck / Flugblatt. Werkstattgespräch am 7.3.

Werkstattgespräch
Kunst und Politik im Einblattdruck / Flugblatt
Christiane Caemmerer (Staatsbibliothek zu Berlin)
Präsentation der Einblattdrucke von PalmArtPress mit Wolfgang Nieblich (Herausgeber) und Catharine Nicely (Verlegerin)

Montag, 7. März
18.15 Uhr
Simón-Bolívar-Saal, Haus Potsdamer Straße
Anmeldung

In ihrem Vortag stellt Christiane Caemmerer das Medium Einblattdruck/ Flugblatt in seinem Wandel von der Reformationspropaganda Lucas Cranachs über die futuristischen Manifeste und die Flugblattgedichte Johannes R. Bechers bis zu den Blättern der Kommune 1 mit einem kurzen Ausflug in die Gegenwart vor.
Mit dem Projekt bildende Künstler und Autoren im modernen Einblattdruck zusammenzuführen, greifen die Einblattdrucke von PalmArtPress im 21. Jahrhundert die Traditionen dieses frühen publizistischen Mediums auf zu berichten, aufzuklären und zu polemisieren.

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit.

Weitere Termine der Wissenswerkstatt

Poster zur Veranstaltung als Pdf

Der Simón-Bolívar-Saal ist nicht barrierefrei zugänglich. Bitte  informieren Sie uns vorab, falls Sie Unterstützung benötigen: pr@sbb.spk-berlin.de 

Die politik- und sozialwissenschaftlichen Zeitschriften jetzt auf einen Blick

Nutzen Sie doch Ihre Arbeitspause mal, um etwas zu erfahren über die vielfältigen Aspekte der Flüchtlingssituation, den Stand der Dinge in Osteuropa, die Moral der Ganztagsschule  oder Gender Mainstreaming!

Die regelmäßigen Besucher in der Potsdamer Straße haben es sicher schon längst gesehen, alle anderen können jetzt auch auf Entdeckungsreise gehen: zur Zeitschriftenauslage für die Sozial- und Politikwissenschaften. Wo Zeitschriften bisher oft aus dem Magazin bestellt werden mussten, liegen die aktuellen Ausgaben jetzt in Regalen offen zugänglich im Ost-Foyer in der Nähe der Cafeteria aus.  Sie finden dort alle Zeitschriftentitel und Hefte, die Sie vorher bei den Büchern in der Handbibliothek (HB) 8 einsehen konnten, und zusätzliche eine große Anzahl von Titeln, die vorher in den Magazinen aufbewahrt wurden. Manche Hefte haben wir auch in elektronischer Form. Und viele Zeitschriften können wir Ihnen sowohl auf Papier als auch elektronisch zur Verfügung stellen. Diese Hefte haben einen aufgeklebten QR-Code an den jeweiligen Schubern im Regal. Über den QR-Code kommen Sie bequem zu den elektronischen Artikeln und können sie auf Ihrem Smartphone oder Tablet in Ruhe lesen. Eine gute Neuigkeit für alle Nutzer mobiler Endgeräte: seit Ende letzten Jahres funktioniert das W-LAN auch im Ost-Foyer einwandfrei.

Zeitschriften mit QR-Code

Zeitschriften mit QR-Code

Und sollten Sie kein Smartphone oder Tablet zur Hand haben, bekommen Sie dennoch einen guten Überblick sowohl über unsere gedruckten, als auch unsere elektronischen Zeitschriftenangebote. Vielleicht entdecken Sie hier noch eine Zeitschrift, die Ihnen bis jetzt noch nicht in die Hände fiel, weil es sie nur elektronisch gibt. Auch ohne mobile Technik können sie diese dann am Laptop oder PC aufrufen und lesen.

Die Titel der Zeitschriften reichen dabei von „The American Statistician“ oder „Emma“ über das „Journal of Marriage and Family“ und das „Journal of Muslim Minority Affairs“, bis hin zu Reihen wie „Militätgeschichtliche Zeitschrift“, „Problems of Post-Communism“, „Rotfuchs“ oder „Urban Studies“.

Auch sprachlich ist die Vielfalt groß: Sie können Hefte auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch oder Schwedisch lesen.

Es gibt die aktuellen Ausgaben in Heftform und (in gebundener Form) die letzten 5 Jahrgänge. Sie können also einfach mal stöbern gehen und eintauchen in  die schier endlose Vielfalt aktueller Themen. Sie finden Aufsätze wie „Refugee in Germany“, „Europe’s Troubled Borders“,  „Blackbox Iran“ oder die „Innere Sicherheit und Einbruchskriminalität“. Sie können sich einlesen in die „Battlefleet Tactics of the Royal Navy 1900 – 1914“, der Frage nachgehen, ob Politiker Machtmenschen sind, oder sich informieren über die Lage der Näherinnen in Bangladesch nach dem Unfall von Rana Plaza.

Sie können selbstverständlich auch systematisch die Zeitschriften Ihres Fachgebietes durchsehen und so immer auf dem Laufenden bleiben!

All diese spannenden Hefte und Bände können mit in den Lesesaal oder zum Copy-Shop genommen werden. Für unsere Statistik wäre es schön, wenn Sie die Hefte nach dem Lesen in die Metallbehälter an den Kopfenden der Regale legen könnten. Dann sehen wir gleich, wie gut unser Angebot angenommen wird und ob diese Auslage etwas ist, was wir dauerhaft zur Verfügung stellen sollten. Ihre Meinung ist für uns sehr wichtig!

Auf Ihre Anregungen und Wünsche wartet eine Box auf einem der Tische neben den Regalen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.