Das Blog-Netzwerk der Staatsbibliothek zu Berlin – Beiträge für Forschung und Kultur

Es gibt keinen Sekt – wir haben uns diesmal gegen einen Festakt mit geladenen Gästen entschieden. Und dies, obwohl das Jubiläum ein durchaus rundes ist! Heute genau vor fünfzig Jahren, am 10. Oktober 1967, fanden die Feierlichkeiten zur Grundsteinlegung unseres Hauses Potsdamer Straße statt.

Die Grundsteinplatte in der Marmorhalle

Die Bauarbeiten selbst hatten bereits fünf Monate zuvor begonnen – und die Ausführungszeichnungen Scharouns waren zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht ganz fertig. Der Bundespräsident kam und auch der Bundesschatzminister. Aus der Rede Scharouns sind einige Worte überliefert. Für das Wirken des Bibliothekars wie des Architekten “gelte auch heute und an diesem Ort jenes fordernde Wort aus dem 19. Jahrhunder: ‘Bildung macht frei’.” Das gefällt uns auch 50 Jahre später noch.

Ganz bestimmt gab es damals Getränke und sicher auch einen Empfang. Wir haben uns aber im Jahr 2017 entschlossen, das Jubiläum zeitgemäß ausschließlich im virtuellen Raum des Internets zu begehen. Zu Ehren unseres nunmehr 50-jährigen Grundsteins haben wir ein kleines Geschenkpaket zusammengestellt.

Um allen wunderbaren Fotos vom Haus Potsdamer Straße, aber auch von unseren anderen Standorten, eine Plattform zu bieten, starten wir heute unsere Instagram-Präsenz. Lang erwartet, können Sie uns ab sofort unter der Adresse https://www.instagram.com/staatsbibliothek_zu_berlin/ finden. Kennzeichnen Sie Ihre eigenen Fotos von unseren Häusern mit #staatsbibliothekzuberlin, dann finden wir Sie auch!

Unser Haus Potsdamer Straße erhält von uns zum Jubiläum eine kleine Online-Ausstellung. ‘Das Bücherschiff am Kulturforum’ soll künftig vor allem Besucherinnen und Besuchern in der Eingangshalle einen ersten Überblick über das Haus und seine Bewohner vermitteln. Zu diesem Zweck werden wir in den kommenden Wochen einen kleinen Bereich der Eingangshalle umgestalten, um die Ausstellung auf einem Bildschirm präsentieren zu können. Wie praktisch: Da es sich um eine virtuelle Ausstellung handelt, müssen Sie nicht auf die Präsentation bei uns im Haus warten, sondern können sich gleich in der Ausstellung umsehen: Link zur Ausstellung.

Screenshot vom Ausstellungs- und Veranstaltungsportal

Die einfache Realisierung der virtuellen Ausstellung wäre nicht möglich gewesen ohne unser neues Ausstellungs- und Veranstaltungsportal, das ebenfalls heute an den Start geht. Florian Schwalenberg aus der Abteilung Informations- und Datenmanagement der Bibliothek hat es realisiert und wir hoffen, Ihnen dort künftig ein buntes Kaleidoskop sowohl von Ankündigungen realer Ausstellungen, als auch einen virtuellen Raum für Online-Ausstellungen präsentieren zu können. Hier geht es zum Ausstellungs- und Veranstaltungsportal.

Im Portal werden Sie künftig auch unsere Veranstaltungshinweise finden. In einer Übergangsfrist sind noch nicht alle Termine im praktischen Kalender zu finden, nutzen Sie für diese Zeit bitte auch die verlinkten Hinweisseiten.

Ein Beitrag von Corinna Ricks, Janine Ganschinietz und Zora Steiner

Hinter den Kulissen und in den Lesesälen der Staatsbibliothek gibt es vieles zu entdecken und zu bestaunen.  Die architektonische Vielfalt unserer Gebäude, die Innengestaltung der Lesesäle und unsere besonderen Bestände bieten eine Vielzahl von Motiven. Vor diesem Hintergrund wollen wir jetzt einen weiteren Schritt in Richtung digitaler Kommunikation mit unseren Nutzern und Nutzerinnen gehen und sind ab sofort auch auf Instagram aktiv.

Wir geben bildliche Einblicke hinter die Kulissen des Bibliotheksbetriebs, zeigen architektonische Ansichten unserer Bibliotheksbauten oder eröffnen auch mal die Möglichkeit, die Bauarbeiten am Standort Unter den Linden mit zu verfolgen.

Nun können auch Sie Impressionen aus unserer Bibliothek mit uns und anderen Followern teilen. Um unseren Instagram-Start gebührend zu feiern, möchten wir Sie zudem zu einem kleinen Gewinnspiel einladen. Laden Sie zu Ehren unseres heutigen Jubiläums (#50JahreGrundstein Haus Potsdamer Straße) ein Bild von Ihrem Lieblingsplatz in oder vor unseren Standorten hoch und kennzeichnen Sie es mit #noplacelikestabi und @staatsbibliothek_zu_berlin, um eine Bibliotheks-Jahreskarte zu gewinnen. Die genauen Teilnahmebedingungen finden Sie unter: http://sbb.berlin/gewinnspielbedingungen

Schon jetzt finden sich unter dem Hashtag #staatsbibliothekzuberlin  viele wirklich eindrucksvolle Aufnahmen, die von unseren Leserinnen und Lesern gepostet wurden. Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Bibliotheksfotos weiterhin mit diesem Hashtag versehen und sind gespannt  auf die Fortsetzung der gemeinsamen Bild-ungs-geschichte.

https://www.instagram.com/staatsbibliothek_zu_berlin/

“Briefe gehören unter die wichtigsten Denkmäler, die der einzelne Mensch hinterlassen kann.”, sagte schon Johann Wolfgang von Goethe. In der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin werden heute über 1000 Nachlässe aus fünf Jahrhunderten von Persönlichkeiten aus allen Bereichen des geistigen, kulturellen und wissenschaftlichen Lebens aufbewahrt und erschlossen. Darunter befinden sich auch ungezählte Briefe .
Der für die Patenschaft im Oktober vorgeschlagene Brief stammt aus dem Nachlass der Autorin und Mäzenin Auguste Hauschner. Geboren wurde sie 1850 in Prag als Tochter der Kaufmannsfamilie Sobotka geboren, heiratete 1871 den Industriellen und Maler Benno Hauschner. Mit ihm siedelte sie Mitte der 1870er Jahre nach Berlin über. Ihre Wohnung im Bezirk Tiergarten entwickelte sich in den folgenden Jahren, insbesondere nach dem Tod ihres Ehemanns im Jahr 1890, zu einem bedeutenden Salon für Berliner Kunstschaffende. In ihrem Berliner Salon verkehrten neben ihrem Cousin Fritz Mauthner, mit dem sie in engem Briefverkehr stand, auch Gustav Landauer, Maximilian Harden, Max Liebermann und Max Brod. Auguste Hauschner begann auch selbst zu schreiben, erst Theaterstücke, später auch Romane. Als Mäzenin unterstützte sie unter anderem den Schriftsteller und Politiker Gustav Landauer. Während des 1. Weltkrieges engagierte sie sich – im Gegensatz zu Fritz Mauthner – für den Pazifismus. Im April 1924 starb Auguste Hauschner.

 

Buchpatenschaft für den Monat Oktober 2017, Brief von Gustav Landauer an Auguste Hauschner.

Brief von Gustav Landauer an Auguste Hauschner. Bibliothekssignatur: Nachlaß Auguste Hauschner, Mp. 83, Bl. 20, Lizenz CC BY-NC-SA 3.0

 

Höchstwahrscheinlich lernte Auguste Hauschner über ihren Cousin Fritz Mauther Gustav Landauer (1870 – 1919) kennen. Über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren unterstützte Auguste Hauschner den 20 Jahre jüngeren Gustav Landauer. Sie interessierte sich für seine philosophischen Überlegungen und er empfahl ihr in dem vorliegenden eine Einführung in die Philosophie, über die er auch gerne mit ihr korrespondieren wollte.

Nötige Reparaturen: Trockenreinigung, Schließen der Risse, Ergänzen der Fehlstellen mit farblich passendem Japanpapier.

Kalkulierte Kosten: 235 €

 

 

 

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieser Brief restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de
  • Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an  Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.