Das Blog-Netzwerk der Staatsbibliothek zu Berlin – Beiträge für Forschung und Kultur

Werkstattgespräch zur Materialität von Spielbilderbüchern am 2.2.

Werkstattgespräch
Kein Kinderspiel. Spiel- und Verwandlungsbilderbücher vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Dienstag, 02. Februar
18.15 Uhr
Konferenzraum 4, Haus Unter den Linden
Treffpunkt: Eingangsbereich (Rotunde)
Anmeldung

– Carola Pohlmann, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz –

Der Vortrag beschreibt Entwicklungstendenzen von Spielbilderbüchern vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, analysiert die vielfältigen Bezüge zwischen Buch und Spiel, behandelt Übergangsformen vom Buch zum Spielobjekt und weist auf Besonderheiten in der Gestaltung und Produktion von Spiel- und Verwandlungsbilderbüchern hin.

Eine Veranstaltung aus der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit.

Weitere Termine der Wissenswerkstatt

Schwarz auf weiß: h-Moll-Messe ist UNESCO-Weltdokumentenerbe

Im Oktober 2015 hatten wir  bereits informiert, am 5. Dezember 2015 die wertvolle Partitur (zusammen mit unseren Luther-Weltdokumentenerbeschätzen) in der Öffentlichkeit präsentiert, jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Die Urkunde der UNESCO über die Aufnahme der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach in das Weltdokumentenerbe-Register liegt vor!

Die Originalhandschrift der h-Moll-Messe, BWV 232, ist Teil der umfassenden Sammlung von Bach-Autographen in der Staatsbibliothek zu Berlin. Sie steht vollständig digitalisiert und offen zugänglich im Internet zur Verfügung: Werkansicht h-Moll-Messe. Die UNESCO würdigt das Werk als einen „Meilenstein der Musikgeschichte in Bezug auf Satztechnik, Wort-Ton-Verhältnis sowie auf ihre ästhetisch und theologisch durchdachte musikalische Gesamtform“, das „in nuce für die Kompositionskunst Bachs in Gänze“ stehe und auch 250 Jahre nach seiner Entstehung weiterhin Einfluss auf die Welt besitze.

Die Urkunde wird künftig im Haus Unter den Linden aufbewahrt, und zwar im Tresor direkt neben der Originalhandschrift.

“The Garland” – Faksimiles der Staatsbibliothek für die Preisträgerinnen und Preisträger des Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerbs

Der traditionsreiche Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb, der von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen ausgelobt wird, fand in diesem Jahr vom 13. bis zum 17. Januar an der Universität der Künste Berlin statt. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von über 50.000 Euro vergeben.
Im Rahmen eines Empfangs in der Villa von der Heydt, Sitz der Hauptverwaltung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, am Abend des 16. Januar 2016, übergab die Generaldirektorin der Staatsbibliothek, Barbara Schneider-Kempf, den Preisträgerinnen und Preisträgern Faksimiles einer Liederhandschrift von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Im Frühjahr 2005 erwarb die Staatsbibliothek für ihre Musikabteilung beim Berliner Auktionshaus Stargardt das Autograph des Liedes „The Garland – By Celia’s arbour all the night“ (= Die Girlande von Celia’s Laube, die ganze Nacht hindurch) von Felix Mendelssohn Bartholdy. Zu diesem Lied besitzt die Bibliothek vier handschriftliche Quellen, denn es handelt sich um ein Werk, das Mendelssohn immer wieder überarbeitete – komponiert hatte er es 1829, zuletzt bearbeitet 1841.
Das Lied gehört keineswegs zu den Hauptwerken Mendelssohns, es ist eher eine kleine Gelegenheitskomposition. Das Lied entstand im Zusammenhang mit einer für den Komponisten durchaus wichtigen biographischen „Schaltstelle“, nämlich unmittelbar vor seinem ersten öffentlichen Auftritt in London 1829 mit der Philharmonic Society. Die hier faksimilierte Fassung wiederum ist eine Reinschrift, die er wenige Tage nach der Erstkomposition angefertigt haben muss und die er der Tochter bzw. Nichte der beiden wichtigsten Männer des Orchesters, der Altistin Marian Cramer, übergab. Heute würden wir diese Art der Kontaktpflege Networking nennen. Warum wir es aus dem großen Mendelssohn-Schatz für die Faksimile-Reihe ausgewählt hatten?
Zusammen mit dem auf dem Deckblatt abgebildeten Tintenfass – dieses wiederum ein Geschenk der Mitglieder eben jenes Orchesters – steht es für die bedeutende Londoner Zeit Felix Mendelssohn-Bartholdys, die Insel inspirierte ihn künstlerisch sehr stark.
Das Faksimile des optisch sehr ansprechenden Autographs einer zudem musikalisch hübschen Komposition kann für 5 € plus Versandkosten bei der Staatsbibliothek zu Berlin bestellt werden.

Die Mendelssohn-Sammlung der Staatsbibliothek

Ein vierblättriges Kleeblatt: unsere DFG-unterstützten Fachinformationsdienste

„Für Forschung und Kultur“! – Stehen Bach und Luther, deren Handschriften und Drucke wir im Dezember öffentlich präsentierten, mehr für die kulturelle Breitenarbeit, so dienen unsere neuen Fachinformationsdienste der anderen Seite unserer Staatsbibliotheksmedaille, nämlich der wissenschaftlichen Spitzenforschung. Es gilt, einen Kompletterfolg der Staatsbibliothek zu verzeichnen – denn zu den drei neuen Fachinformationsdiensten (FID) für Slawistik, Kartographie und Geobasisdaten und CrossAsia – Fachinformationsdienst Asien gesellt sich ja der bereits vor zwei Jahren bewilligte FID Internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung und beschert uns ein vierblättriges Kleeblatt aus erfolgreichen FID-Anträgen. Betrachten wir die vier Fachinformationsdienste genauer!

 

Slawistik

Seit Januar 2016 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Auf- und Ausbau des Fachinformationsdienstes für die Slawistik (FID Slawistik) in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Ziel ist es, die Abstimmung und Kooperation mit den Slawistinnen und Slawisten zu intensivieren und deren Bedürfnisse für die Weiterentwicklung der Forschung in Deutschland auf eine dauerhaft verfügbare informationstechnische Basis zu stellen, die den Anforderungen einer zeitgemäßen Infrastruktur und Präsentation gerecht wird. Grundlagen dafür sollen die Weiterentwicklung der Sammlungen in der Staatsbibliothek zu Berlin, eine Vernetzung der in der SBB PK vorhandenen Sammlungen mit externen Informationsquellen über ein weiterentwickeltes Slavistik-Portal, der Ausbau der fachrelevanten bibliographischen Basis sowie des direkten Zugangs zu in- und ausländischen elektronischen Volltextangeboten mit einheitlicher Indexierung sein. Der FID Slawistik stellt eine Weiterentwicklung des bisherigen Sondersammelgebietes Slawistik dar.
Zu den Kernaufgaben gehört u.a. die Konsolidierung des Erwerbungsprofils für konventionelle und elektronische Veröffentlichungen zur Slawistik. Eine hohe Priorität wird der langfristig gesicherten Vorhaltung der Quellen an einem Ort beigemessen. Eine wachsende Rolle spielen elektronische Ressourcen, wie Datenbanken, E-Journals, E-Books und Digitalisate, die u.a. in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Lizenzierung elektronischer Ressourcen überregional zugänglich gemacht werden.
Das Slavistik-Portal soll als zentrale Stelle für bibliographische und digitale Informationen zur Slawistik ausgebaut und auf responsives Webdesign umgestellt werden. Auf Wunsch der Fachcommunity wird der Aufbau eines Dienstes DoD-Slawistik zur Digitalisierung fachbezogener Quellenliteratur aus urheberrechtsfreien deutschen Bibliotheksbeständen begonnen. Der Zusammenarbeit mit Fachinstituten in den slawischsprachigen Ländern wird wachsende Bedeutung beigemessen. Entsprechend hoch werden die Einbindung von Informationsangeboten der Slawistik-Institute in den slawischsprachigen Ländern und die Kooperation mit relevanten Institutionen in Westeuropa und Übersee bewertet.
Der Ausbau des FID Slawistik wird von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet.
Typische gedruckte Bücher, die im Rahmen des FID erworben werden, sind z.B.

  • Dolnoserbska romantika [Niedersorbische Romantik] / zestajał Fryco Libo. – 1. nakł. – Budyšin : Ludowe Nakł. Domowina, 2014. – 63 S. ; 20 cm (Serbska poezija ; 60). – Signatur: 3 A 215656
  • Parikova, N. B.: Proischoždenie i sostojanie umerennogo jakanʹja v tulʹskoj gruppe južnovelikorusskich govorov k seredine XX veka [Ursprung und Form der gemäßigten Jakan‘e in der Tulaer Gruppe der südgroßrussischen Mundarten in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Jakan‘e ist eine Form der Vokalreduktion] / N. B. Parikova. Sost., podgot. teksta i kommentarii: D. A. Romanov, N. A. Krasovskaja. – Tula : Tulʹskij Poligrafist, 2008. – 201 S. : Ill., Kt. ; 21 cm. + 4 Kt.-Beil. – Signatur: 3 A 201075

 

Kartographie und Geobasisdaten

Der Fachinformationsdienst Kartographie und Geobasisdaten richtet sich an Kartographinnen und Kartographen wie auch an Geoinformatikerinnen und Geoinformatiker, die topographisches und thematisches Kartenmaterial für ihre Forschungsarbeiten benötigen, versorgt sie mit vornehmlich open access verfügbarer Spezialliteratur, und bietet für eigene Veröffentlichungen ein Fachrepositorium an. Durch eine gezielte Erwerbung oft schwer zugänglicher Karten und Fachpublikationen in analoger und/oder digitaler Form, der verzerrungsfreien Digitalisierung von Karten, die auf einem Server zum Herunterladen zur Verfügung gestellt werden, dem Ausbau der etablierten Spezialverzeichnisse und der strukturierten Hilfe bei der Beschaffung von Geobasisdaten wird der Fachcommunity ein umfassender Service angeboten. Durch die Einrichtung eines Fachbeirates wird die bereits bestehende enge Verknüpfung mit der Fachcommunity intensiviert und es werden mittelfristige Perspektiven für die weitere Entwicklung des Fachinformationsdienstes bestimmt, die sich an der Neuausrichtung der Kartographie orientieren werden. Somit umfasst das fachliche Spektrum der Literatur- und Kartenversorgung für den Spitzenbedarf insbesondere auch Geoinformatik, GIS und Visualisierung. Kartographische Materialien und die Fachliteratur werden neben der Verzeichnung in den üblichen Nachweisinstrumenten auch in Spezialbibliographien erfasst, deren Suchhilfen eine schnelle Recherche ermöglichen.
Der Fachinformationsdienst basiert auf den ehemaligen Sondersammelgebieten Kartographisches Schrifttum und Topographische Karten sowie dem umfangreichen Bestand der Kartenabteilung von nahezu 1,2 Millionen Karten, 34.000 Atlanten und 36.500 Bänden Fachliteratur. Durch den Aufbau des Fachrepositoriums wird die bisherige Bibliographia Cartographica zu einem modernen Recherche- und Speichermedium weite entwickelt und die in der Datenbank Topoliste zusammengestellten topographischen Kartenwerke werden um für die Forschung relevante oder weiterführende Informationen angereichert. Der neu einzurichtende Service der Beschaffung von Geobasisdaten entlegener Gebiete fußt dabei auf den stabilen Kontakten zum hochspezialisierten Kartenhandel, wodurch der Fachinformationsdienst zu einer zentralen Anlaufstelle für die Fachcommunity reifen wird.

 

CrossAsia – Fachinformationsdienst Asien

Ziel des für drei Jahre bewilligten Projekts CrossAsia – Fachinformationsdienst Asien ist – in engem Austausch mit der Fachgemeinschaft – den Ausbau und den vertrauenswürdigen und verlässlichen Betrieb eines am wissenschaftlichen Spitzenbedarf orientierten fachspezifischen Informationsservices für die deutschen Asienwissenschaften sicherzustellen. Über die regionalspezifische Versorgung hinaus, soll eine disziplinenübergreifende Informationsinfrastruktur zu und über Asien etabliert werden, die eine Vorreiterrolle übernimmt und wichtige Impulse bei der Entwicklung, Lizenzierung und Bereitstellung von Werkzeugen für digitale Quellen gibt. Die bestehenden Sammlungen der beteiligten Projektpartner in Berlin und Heidelberg – u.a. hervorgegangen aus den zuvor von beiden Einrichtungen betreuten Sondersammelgebieten für die Bereiche Ost- und Südostasien und Südasien – sowie die in den letzten Jahren entwickelten und betriebenen Angebote sind hierfür der ideale Ausgangspunkt. Von dem Angebot des FID sollen insbesondere die inter- und transdisziplinär sowie regional und transregional ausgerichtete universitäre und außeruniversitäre Wissenschaft, Forschung und forschungsnahe Lehre profitieren.
Zielgruppe des Serviceangebots sind ausdrücklich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen, die sich in der einen oder anderen Form mit der Region Asien beschäftigen. So werden u.a. die bislang im SSG-System bestehenden fachlichen Abgrenzungen mit dem FID neu geregelt. Verschiedene Kooperationen sind geplant: Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) wird es ermöglichen, den Bereich Wirtschaft für die Ostasien- und Südostasienwissenschaften in den CrossAsia-Service zu integrieren. Für die Bereiche Technik und Naturwissenschaften wird es eine Kooperation mit der TIB in Hannover im Bereich Metadaten geben.

Inhaltlich wird sich die Arbeit des FID auf die folgenden Felder konzentrieren:

Profilierter Bestandsaufbau
Der zukünftige Bestandsaufbau (gedruckt und elektronisch) ist abgestimmt auf inter- und transdisziplinäre sowie transregionale Fragestellungen in Bezug auf Asien. Prinzipiell wird ein elektronisches Dokument gegenüber einem gedruckten bevorzugt erworben werden und im Online-Zugriff angeboten. Die Sammlungen in Berlin und Heidelberg bilden die Grundlage für alle weiteren (Forschungs-)Services (inkl. Digitalisierung) im Bereich von CrossAsia und damit für alle sich daraus ableitenden Angebote.

Elektronisches Publizieren im Open Access – CrossAsia-E-Publishing
Ziel ist es, basierend auf den Erfahrungen und der technischen Infrastruktur der UB Heidelberg, CrossAsia um eine Plattform zum elektronischen Publizieren im Bereich Open Access zu erweitern. Dies umfasst u.a. auch die Transformation bislang gedruckter Zeitschriften bzw. fortlaufender Sammelwerke in elektronische Open Access Zeitschriften sowie die Veröffentlichung von E-Books.

Optimierung der Informationsservices
Die CrossAsia-Suche soll kontinuierlich um neue Suchräume erweitert werden. Gleichzeitig ist es erforderlich, den Bereich der Suchmöglichkeiten und die Qualität Ergebnisanzeige weiter zu optimieren. Neu hinzukommen wird ein Modul mit dessen Hilfe Nutzerinnen und Nutzer den Bestandsaufbau selbst steuern können (PDA – Patron Driven Acquisition).

Aufbau einer Infrastruktur für Meta- und Volltextdaten
Im SSG-Kontext wurden für CrossAsia bereits Volltextdatenbanken lizenziert, für die die Staatsbibliothek in großem Umfang sowohl Metadaten als auch (teilweise) Volltext-Hostingrechte eingeräumt bekommen hat. Während sich CrossAsia bislang auf Endnutzer bezogene direkte Dienstleistungen (Blauer Leihverkehr, Suche, Zugriff auf Datenbankinhalte, Kommunikation usw.) konzentriert hat, ist es jetzt das Ziel, eine Basisinfrastruktur, die die Verwaltung von Meta- und Volltextdaten für Mehrwertdienste ermöglicht, exemplarisch auch für andere zukünftige FID zu konzipieren, zu entwickeln und zu betreiben.

 

Internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung

Der Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung (FID Recht) löst das Sondersammelgebiet Recht ab. Im nationalen System der Fachinformationsdienste für die Wissenschaft hat er die Funktion, die juristischen Forschungsaktivitäten an Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen in Deutschland mit nachfrageorientierten Informationsdienstleistungen zu unterstützen. Zu seinen zentralen Aufgaben gehört eine strikt nachfrageorientierte Ausrichtung des Bestandsaufbaus auf den aktuellen Literaturbedarf der Forschenden. Der FID Recht hat die folgenden drei strategische Profilierungsbereiche identifiziert: Informationsversorgung, Forschungsunterstützung und Retrodigitalisierung. Diese Handlungsfelder werden in der ersten Projektphase (2014–2017) mit einem Bündel von modularen Serviceangeboten adressiert, die sämtlich über die Virtuelle Fachbibliothek Recht zu erreichen sind.
Die Erwerbungsaktivitäten werden auf hochspezialisierte rechtswissenschaftliche Publikationen zu internationalen und interdisziplinären Forschungsthemen unter Bevorzugung von Veröffentlichungen in deutscher bzw. englischer Sprache fokussiert. Prioritär berücksichtigt werden Neuerscheinungen aus dem Kanon der juristischen Grundlagenfächer, zu einzelnen Rechtsgebieten mit internationalem Bezug, zu nationalen Rechtsfragen mit Bezügen zu internationalem Recht und Europarecht sowie zu interdisziplinären Grenzbereichen der Rechtswissenschaft.
Die Virtuelle Fachbibliothek Recht (www.vifa-recht.de) ist die zentrale Serviceplattform des FID Recht. Sie bietet u.a. materialspezifische Rechercheinstrumente sowie mit dem International Discovery Service die erste disziplinäre Suchmaschine für rechtswissenschaftliche Forschungsliteratur. Diese Suchmaschine ermöglicht die Recherche in den gedruckten Literaturbeständen der Staatsbibliothek zu Berlin sowie den digitalen Inhalten einer Vielzahl von Datenbanken, elektronischen Zeitschriften und Volltext-Repositorien.
Den rechtswissenschaftlichen Professuren an deutschen Universitäten und Hochschulen wird exklusiv ein zugangsbeschränkter personalisierter Direktlieferdienst von Buchbeständen der Staatsbibliothek zu Berlin geschaffen. Zur Unterstützung juristischer Forschungsvorhaben werden über diesen Dienst Titel aus allen Wissensgebieten zur Verfügung gestellt, so sie den Forschenden nicht vor Ort zugänglich sind. Perspektivisch soll das entstehende Servicenetzwerk zu einem nachfrageorientierten überregionalen Lizenzraum für elektronische Fachinformationsressourcen ausgebaut werden.
Als Serviceangebot zur kostenfreien On-Demand-Digitalisierung von gemeinfreien Texten aus dem Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin unterstützt <intR>²DoD die Anbahnung und Durchführung rechtshistorischer Forschungsprojekte. Dieser Service kann von dem wissenschaftlichen Personal universitärer wie außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Deutschland abgerufen werden. In Übereinstimmung mit der Open-Access-Politik der DFG werden alle im Rahmen von <intR>²DoD erzeugten Digitalisate über das Portal Digitalisierte Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin frei zugänglich gemacht.
Als erstes juristisches Fachrepositorium in Deutschland schafft <intR>²Dok dem wissenschaftlichen Personal universitärer sowie außeruniversitärer Forschungseinrichtungen eine Plattform zur Open-Access-Veröffentlichung qualitätsgesicherter Originalbeiträge oder zuvor bereits an anderer Stelle erschienener Zweitveröffentlichungen. <intR>²Dok versteht sich als Beitrag des FID Rechtzur Beförderung des Open-Access-Publikationsmodells. Dieses hat einen positiven Einfluss auf die internationale Sichtbarkeit, Rezeption und Zitierhäufigkeit gerade auch von juristischen Veröffentlichungen und wird zudem von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen empfohlen.

Jetzt zur WELTREISEN-Konferenz 25. – 27.2. anmelden

Die von Deutschland ausgehenden (Welt)reisen um 1800 stehen im Fokus der 3. Internationalen Chamissokonferenz

Weltreisen.
Aufzeichnen, aufheben, weitergeben – Forster, Humboldt, Chamisso

25. – 27.2. 2016, Staatsbibliothek zu Berlin
Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin

Programm sowie Online-Anmeldung zur Konferenz:
http://humboldt.staatsbibliothek-berlin.de/online-anmeldung-zur-konferenz-weltreisen


Mit Reinhold und Georg Forster, Alexander von Humboldt und Adelbert von Chamisso verbindet sich eine Horizonterweiterung des intellektuellen Feldes im deutschsprachigen Raum, die den Eintritt in die Moderne nicht nur markiert, sondern wesentlich mitbestimmt. Der Rückgriff auf die Genannten ist daher auch nicht nur hinsichtlich der Genese moderner Wissensordnungen relevant, sondern kann auch als Ansatz für Schwerpunktverschiebungen im Verständnis unserer eigenen Gegenwart und Zukunft nutzbar gemacht werden. So kommen beispielsweise im Nachdenken über ein postnationales Europa nicht nur die Mehrsprachigkeit der Schriftsteller Forster, Humboldt und Chamisso, sondern auch deren Erfahrungen als ‚Reisende‘, als ‚Fremde‘, als ‚Nomaden‘ und als ‚Migranten‘ in den Blick. In der Reflexion des Anthropozäns wird die selbstverständliche Engführung natur- und kulturwissenschaftlicher Fragestellungen bei den Forschungsreisenden epistemologisch relevant. Die Beschäftigung mit ihnen zeigt, statt bewegter Subjekte, die eine starre Topographie durchqueren, vielmehr die Beweglichkeit und Relationalität von Konzepten wie „Preußen“, „Europa“, „Empirie“ „Welt“ oder eben „Moderne“.

Neben den bekannten Publikationen haben die genannten Reisenden auch Texte, Skizzen, Zeichnungen sowie Proben von Artefakten und Naturalien in Sammlungen hinterlassen, die in den letzten Jahren verstärkt zu Gegenständen der Forschung geworden sind. In diesen Hinterlassenschaften manifestieren sich Themenkomplexe zwischen den Begriffs- und Bestimmungspolen von Natur und Kultur – Tier- und Pflanzenwelt der Reise, Landschaften, Kartographien, Menschenbilder um 1800 –, die nicht zu trennen sind von den medialen Formaten ihres Erscheinens wie dem Tage- und Notizbuch, dem Skizzenheft, dem Gemälde, dem Briefwechsel oder der Sammlung. Diese stellen nicht nur hermeneutische Aufgaben, sondern erfordern eine Konservierungs- und Editionspraxis, die als zeitgemäße Grundlagenforschung zunehmend Mittel, Methoden und Perspektiven der digitalen Geisteswissenschaften aufnimmt und in die historische Erschließung integriert.

Die Konferenz wird veranstaltet von der Staatsbibliothek zu Berlin, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Universität Potsdam und der Chamisso-Gesellschaft e.V. Sie findet zum Abschluss der von der Staatsbibliothek zu Berlin zusammen mit der Filmemacherin Ulrike Ottinger präsentierten Ausstellung WELTREISE. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger statt.

(Forschung + Bibliothek) x Augenhöhe = Forschungsbibliothek

Zu den prägenden bibliothekswissenschaftlichen Debatten der vergangenen zwanzig Jahre zählt die erst unlängst wieder von Irmgard Siebert und Matthias Wehry befeuerte Kontroverse um Wesen und Aufgabe der Forschungsbibliothek. Ganz gleich aber, ob Forschungsbibliotheken, um überhaupt als solche gelten zu dürfen, einem differenzierten Kriterienkatalog genügen müssen, wie ihn etwa Haike Meinhardt entwickelt hat, oder ob bereits schon die Verfügbarkeit hochwertiger und gut erschlossener Spezialbestände – so die Position der Deutschen Forschungsgemeinschaft – diesen schillernden Bibliothekstypus konstituiert. Breiter Konsens dürfte in jedem Fall darüber bestehen, dass sich die wissenschaftspolitischen wie förderstrategischen Rahmenbedingungen gegenwärtig als für Forschungsbibliotheken ungewöhnlich günstig präsentieren. Dabei ist die Entscheidung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, ihre Initiative zur Stärkung herausragender Forschungsbibliotheken nach nur zwei Perioden einzustellen, sogar Beleg für die Gültigkeit dieser Einschätzung, machen doch offenbar die alternativ verfügbaren Förderangebote dieses spezifische Instrument verzichtbar. Angespielt ist damit aber keineswegs nur auf die zunehmende wechselseitige Durchlässigkeit der wissenschafts- bzw. infrastrukturbezogenen Segmente des Programmportfolios der potentesten Forschungsfördereinrichtung in Deutschland – stellvertretend hierfür sei die beide Bereiche adressierende Ausschreibung Forschungsdaten in der Praxis erwähnt. In diesem Zusammenhang geht es darüber hinaus auch um die zahlreichen Angebote jenseits der Förderlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft – allen voran Die Sprache der Objekte, Forschung in Museen und SammLehr – , mit denen die gerade in alten Bibliotheken blühenden materialorientierten Kompetenzen im Verbund mit der Forschung fruchtbar gemacht werden sollen.

Die angesprochenen Fördermöglichkeiten sind wiederum Ausdruck und zugleich Triebkraft einer im Zuge des Material Turn der Geistes- und Kulturwissenschaften erfolgten Aufwertung objektbezogener Kompetenzen zu wissenschaftlichen Schlüsselqualifikationen – ein Vorgang, der sich letztlich auch auf die aktuelle Diskussion um die Zukunft der Historischen Grundwissenschaften auswirken dürfte und für den emblematisch die Aufklärung des Fälschungsskandals um das New Yorker Exemplar von Galileo Galileis Sidereus Nuncius stehen kann. Zusätzlich beschleunigt wird dieser Prozess durch die inzwischen von einer nationalen Koordinierungsstelle gebündelten Aktivitäten zur besseren Sichtbarmachung wissenschaftlicher Sammlungen sowie nicht zuletzt durch deren politische Anerkennung als Forschungsinfrastrukturen durch Wissenschaftsrat und Gemeinsame Wissenschaftskonferenz. Vor diesem Hintergrund aber und zumal mit Blick auf die vielfältigen Verbindungslinien zu den dynamisch expandierenden Feldern von Open Science und Digital Humanities werden denn auch die schieren Dimensionen des Möglichkeitsraums erkennbar, der sich in neuer Qualität für die gleichberechtigte Partnerschaft und den wissenschaftlichen Dialog auf Augenhöhe zwischen Bibliothek und Forschung öffnet. Und womöglich liegt das kennzeichnende Charakteristikum von Forschungsbibliotheken auch gar nicht einmal so sehr im Betrieb eigener Forschungs-, Publikations-, Ausstellungs- und Stipendienbereiche, was Georg Ruppelt programmatisch anhand der Herzog August Bibliothek exemplifiziert. Denn ist es nicht weit weniger ihr institutionelles Arrangement als vielmehr ihr spezifischer Habitus, der eine Forschungsbibliothek letztlich ausmacht – mithin ihr Selbstbewusstsein, Forschenden auf Augenhöhe als “funktionale wissenschaftliche Partnerin” zu begegnen, wie es Stefan Gradmann in seiner Vision für eine Forschungsbibliothek der Zukunft formuliert?

Angesichts der hier in nur groben Zügen ausgemessenen wissenschafts- und förderpolitischen Perspektiven sowie nicht zuletzt auch aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz – ein der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Vollmitglied angehörender drittmittelaktiver Verbund von Archiven, Bibliotheken, Museen, Forschungsinstituten und Laboren – ist es wohl kaum weiter verwunderlich, dass sich die Staatsbibliothek zu Berlin in ihrer bis zum Jahr 2020 gültigen Strategie neben ihren zahlreichen anderen Schwerpunktaufgaben mit Nachdruck auch zu ihrer Funktion als Forschungsbibliothek bekennt. Dabei wird konkret die weitere Profilschärfung im Bereich der sammlungsbezogenen Grundlagenforschung – insbesondere auf den Feldern von Provenienz-, Raubgut- und Materialitätsforschung – als handlungsleitendes Ziel benannt:

“Als Forschungsbibliothek agiert die Staatsbibliothek zu Berlin in mehreren Bereichen: Sie betreibt sammlungsbezogene Grundlagenforschung, wobei die institutionelle Einbindung in die Stiftung Preußischer Kulturbesitz optimale Rahmenbedingungen für eine spartenübergreifende Vermittlung objekt- und materialbezogener Forschungsergebnisse bietet; sie initiiert und beteiligt sich intensiv an gemeinsamen, auch spartenübergreifenden Projekten mit der Wissenschaft; sie profiliert sich als Produzentin und Anbieterin geistes- und kulturwissenschaftlicher Forschungsdaten; und sie gestaltet konsequent die partizipative Vermittlung von Forschungsergebnissen sowohl an die Wissenschaft selbst als auch an eine breitere Öffentlichkeit.”

Und auch in unserem Haus waren es in jüngster Zeit gerade die durchaus bereits als neues Paradigma etablierten Material Culture Studies – hierauf deutet zumindest die Vielzahl der entsprechenden Tagungen, Graduiertenkollegs und Sonderforschungsbereiche hin – , die sich als Plattform für eine gelingende funktionale Partnerschaft zwischen Bibliothek und Forschung empfahlen. Dies belegt zum einen das kooperativ mit der Universität Potsdam durchgeführte und im Rahmen der eingangs erwähnten Ausschreibung Die Sprache der Objekte geförderte Verbundprojekt Alexander von Humboldts Amerikanische Reisetagebücher, in das die Staatsbibliothek zu Berlin ihre Expertise in der Digitalisierung, wissenschaftlichen Erschließung und konservatorischen Sicherung von historischen Handschriften und Druckwerken einbringt. Zum anderen aber erweist sich der Dialog zwischen Bibliothek und Forschung, wie er in Form einer mehrteiligen Vortragsreihe unter dem Titel Die Materialität von Schriftlichkeit gemeinsam mit Angehörigen der Berliner und Potsdamer Universitäten organisiert wird, als ausgesprochen anregend und ertragreich. An dieses Veranstaltungsformat ist über seine öffentlichkeitswirksame Vermittlungsfunktion hinaus vor allem auch der Wunsch gerichtet, es möge sich als Forum für die im Orbit der Material Culture Studies verorteten Aktivitäten sowohl innerhalb der Stiftung Preußischer Kulturbesitz als auch an den Universitäten und Forschungseinrichtungen im Großraum Berlin etablieren. Zwar wird die Reihe ihr Potential als Inkubator für kooperative, die Grenzen von Disziplinen und Sparten überschreitende Forschungsvorhaben erst noch unter Beweis stellen müssen. In jedem Fall aber haben die bisherigen Abende im Zeichen der „Materialität von Schriftlichkeit“ gezeigt, dass es nur eine kleiner Schritt ist von der Bibliothek für Forschung und Kultur – so das Motto der Staatsbibliothek zu Berlin – zur Bibliothek für Forschung zur materiellen Kultur.

Sonderdruck. Werkstattgespräch zum wissenschaftlichen Publizieren auf Papier im 21. Jahrhundert am 11.2.

Werkstattgespräch
Sonderdruck.  Wissenschaftliches Publizieren auf Papier im 21. Jahrhundert

Eine neue Veröffentlichungsreihe wird von Lothar Müller (Süddeutsche Zeitung) mit einem einführenden Vortrag vorgestellt sowie von den Herausgebern Valentin Groebner, Anke te Heesen, Christina Wessely, Michael Wildt und dem Gestalter der Reihe Helmut Völker präsentiert.

Donnerstag, 11. Februar
18.15 Uhr
Simón-Bolívar-Saal, Haus Potsdamer Straße
Anmeldung

Die neue Reihe „Sonderdruck“ besteht aus kurzen, sehr sorgfältig gestalteten Heften im Umfang von 30 bis 40 Seiten von denen drei bis fünf pro Jahr publiziert werden. Sie enthalten in erster Linie außergewöhnlich gute Texte von Studierenden, Hausarbeiten oder Masterarbeiten, die üblicherweise keinen Weg in die Veröffentlichung finden. Darüber hinaus können aber auch Essays oder Reden arrivierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erscheinen und so ein Publikationsformat des kleinen Textes ergeben, das unhierarchisch, aber der Qualität verpflichtet ist, das nicht im Buchhandel vertrieben, sondern persönlich übergeben wird. Der Titel des Projekts knüpft deshalb an den schönen, aber weitgehend aus der Mode geratenen Sonderdruck an, der den veröffentlichten Zeitschriftenaufsatz als separat gehefteten Einzeltext dem Autor zum gelehrten Gabentausch zur Verfügung stellt.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit.

Weitere Termine der Wissenswerkstatt

Poster zur Veranstaltung als Pdf

Konferenz zu Alishēr Nawā’ī am 12.2.

Am 12. Februar findet an der Staatsbibliothek zu Berlin (Vormittag) und an der Botschaft der Republik Usbekistan (Nachmittag und Abend) die internationale Konferenz “ʽAlishēr Nawā’ī and his contribution to the development of world literature and culture” statt.

Die Konferenz ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Botschaft der Republik Usbekistan, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin und der Staatsbibliothek zu Berlin.

Mīr ʽAlishēr Nawā’ī war ein herausragender zentralasiatischer  turksprachiger Dichter des 15. Jahrhunderts und eine bedeutende Persönlichkeit unter dem timuridischen Sultan Husayn Bayqara. Die Staatsbibliothek zu Berlin verwahrt in ihrer Sammlung orientalischer Handschriften zahlreiche Werke Nawā’ī’s. Eine kleine Auswahl wird während der Vormittags-Session an der Staatsbibliothek präsentiert werden.

Ein detailliertes Veranstaltungsprogramm folgt in Kürze.

BAM! BANG! BOOM! Superhelden an der Staatsbibliothek

Neulich wurde unsere Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf bei den Berliner Märchentagen gefragt, ob die Staatsbibliothek eigentlich auch Comics im Bestand habe. Die Antwort lautet: Ja! Denn im Jahr 2015 entwickelten wir für den allgemeinen Bestand eine neue Erwerbungsstrategie für Graphic Novels und Comics mit der Zielgruppe Erwachsene.

Graphic Novels und Comics als Forschungsgegenstand

Dies ist eine Reaktion auf ein sich herausbildendes Forschungsfeld in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Früher galten Comics ausschließlich als massenkulturelles Unterhaltungsmedium ohne großen Anspruch und wurden bisweilen gar als jugendgefährdend eingestuft. Aufgrund ihrer künstlerischen und zeitkritischen Bedeutung sind sie aber schon seit geraumer Zeit als moderne Kunst- und Literaturform anerkannt und zu einem festen Bestandteil der zeitgenössischen Kulturproduktion geworden. Diese Veränderung findet ihren Niederschlag in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Medium. Inzwischen haben Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlichster Fachdisziplinen von der Kunstgeschichte über die Philologien bis hin zur Geschichtswissenschaft Graphic Novels und Comics als lohnenswerten Untersuchungsgegenstand entdeckt. Auch ein Blick auf die wichtigsten Institutionen der Forschungsförderung in Deutschland bestätigt dieses Bild: So würdigte in diesem Jahr die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit der Verleihung des Heinz Maier-Leibnitz-Preises an Prof. Dr. Stephan Packard bereits zum zweiten Mal die Arbeit eines deutschen Comicforschers. Und das BMBF fördert aktuell eine Nachwuchsgruppe an den Universitäten Paderborn und Potsdam, die sich mit „graphischer Literatur“ auseinandersetzt. Graphic Novels und Comics – so lassen sich diese verstreuten Beobachtungen zusammenfassen – sind kein Randthema mehr, sondern zu etablierten Forschungsgegenständen in der deutschen wie internationalen Wissenschaftslandschaft geworden.

Graphic Novels und Comics an der Staatsbibliothek

Bisher wurden an der Staatsbibliothek Graphic Novels und Comics hauptsächlich in der Kinder- und Jugendbuchabteilung, in einigen regionalen Sonderabteilungen sowie herausragende Werke in den einzelnen Fachreferaten angeschafft. In diesem Jahr wurden Graphic Novels und Comics aber erstmals konzeptionell in die Erwerbungsprofile der Philologien aufgenommen und es wurden einheitliche Auswahlkriterien definiert. Mit dieser abgestimmten Erwerbungsstrategie möchten wir für Sie die Möglichkeit schaffen, diese zunehmend wichtiger werdende Quelle künftig auch bei uns wissenschaftlich zu nutzen.

Der Publikationsmarkt für Comics und Graphic Novels ist allerdings riesig und in seiner gesamten Breite kaum zu erfassen. Um hier eine sinnvolle und differenzierte Auswahl treffen zu können, wird die Staatsbibliothek zukünftig hauptsächlich Graphic Novels und Comics für Erwachsene erwerben,

  • die einen besonderen (zeit)geschichtlichen
  • oder (gesellschafts)politischen Bezug aufweisen,
  • literarische Klassiker adaptieren
  • oder stark rezipiert werden.

Einzelne, periodisch erscheinende Comichefte liegen dagegen außerhalb unseres Erwerbungsprofils.

Um einen Grundbestand an Comics aufzubauen, wurden an der Staatsbibliothek 2015 ca. 100 Comicklassiker retrospektiv erworben. Hier dürfen natürlich Superhelden wie Superman, Batman oder Captain America nicht fehlen. Daneben wurden Werke von herausragenden Protagonisten des internationalen Comics wie Alan Moore, Jacques Tardi, Hugo Pratt, Frank Miller, Will Eisner oder Guido Crepax berücksichtigt. In nächster Zeit werden Sie diese Titel im StaBiKat finden und bestellen können.

Wenn Sie aber schon jetzt einen Blick in unsere Comicsammlung werfen wollen, schauen Sie sich doch das „Herzstück“ der diesjährigen Comicerwerbung an: Die Datenbank Underground and Independent Comics, Comix, and Graphic Novels Series. Volume 1 und 2. Als registrierte Benutzerin und registrierter Benutzer der Staatsbibliothek haben Sie dort aktuell Zugang zu insgesamt 163.263 Seiten Comics und Graphic Novels für Erwachsene – online und im Volltext.

In die Ferne schweifen: Weltreise für Zuhause

Im Rahmen der Ausstellung Weltreise. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger entstand eine zweibändige Publikation im Schuber mit dem Künstlerbuch Chamissos Schatten von Ulrike Ottinger und dem Ausstellungskatalog mit Texten von Jutta Weber und Michael Fürst.

Ulrike Ottingers Buch dokumentiert in Text und Bild ihre Reise, die sie im letzten Jahr zur Vorbereitung der Ausstellung und ihres Films Chamissos Schatten unternommen hat. Der Ausstellungskatalog folgt dem Rundgang der Ausstellung selbst, zeigt alle präsentierten Objekte und bietet vertiefte Informationen hierzu. Die beiden in Leinen gebundenen Bücher befinden sich in einem Schuber und umfassen etwa 500 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen.

Sie erhalten das Buch zu einem Preis von 39,90€ bis Ende Dezember während der Öffnungszeiten der Ausstellung, ab Januar dann an den geöffneten Tagen jeweils in der Zeit von 13 bis 18 Uhr am Shop gegenüber des Ausstellungsraums.

Oder Sie bestellen die Publikation per Email gegen Rechnung bei der Staatsbibliothek zu Berlin, Serviceteam Öffentlichkeitsarbeit: publikationen@sbb.spk-berlin.de.

Sie erhalten die Publikation in Berlin auch in ausgewählten Buchhandlungen.

Die Ausstellung wird gefördert durch die

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