Beiträge, die auch im Stiftungskontext Relevanz haben können.

Leierkastensänger und Nonsenspoet. Der (Kinder-)Lyriker James Krüss

Gut 56 Jahre nachdem James Krüss höchstpersönlich zu einer Lesung vor Kindern im Hause Unter den Linden zu Besuch war, lud die Kinder- und Jugendbuchabteilung am 5. April 2016 im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Kinderbuch im Gespräch“ zu einem Vortrag über den berühmten Kinderbuchautor ein.

1)Prof. Heller, Prof. Dr. Ewers und Carola Pohlmann, Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, im abschließenden Gespräch mit dem Publikum

Prof. Heller, Prof. Dr. Ewers und Carola Pohlmann, Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, im abschließenden Gespräch mit dem Publikum

Der Vortragende selbst, Prof. Dr. Hans-Heino Ewers, gilt seinerseits als unlängst emeritierter Professor der Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur und ehemaliger Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main als einer der renommiertesten Forscher auf seinem Gebiet. Mit zahlreichen Zitaten unterhaltsam gespickt, bekamen die Zuhörer einen umfassenden Überblick insbesondere über das lyrische Wirken von James Krüss serviert. Prof. Ewers zeigte interessante stilistische Parallelen, u.a. zum Werk Heinz Erhardts, auf und belegte schließlich, dass Krüss trotz seiner großen Beliebtheit kein wirklicher „Kinderversteher“ war. Gerade in den Texten, in denen sich der Lyriker um eine kindliche Erzählperspektive bemüht habe, lasse sich letztlich stets die Stimme des Erwachsenen heraushören.

Das schmälert jedoch nicht die Begeisterung für Krüss‘ Werke, die, wie z.B. das vor fünfzig Jahren erstmals erschienene Bilderbuch „Henriette Bimmelbahn“, noch immer verlegt werden. Auch heute, zwanzig Jahre nach dem Tod des Autors, lassen sich die Leserinnen und Leser von der grundsätzlichen Absicht Krüss‘ verzaubern: “Haltet die Uhren an. Vergesst die Zeit. Ich will euch Geschichten erzählen.” (Aus: Sommer auf den Hummerklippen)

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine kleine Vitrinenausstellung, die Zeichnungen und Aquarelle von Eberhard Binder sowie Eva-Johanna Rubin zu verschiedenen Werken James Krüss‘ zeigte. Diese Originalillustrationen – der Leserschaft aus den gedruckten Werken zumeist wohlbekannt – zählen zur Sammlung der Originalillustrationen, einem der Schätze der Kinder- und Jugendbuchabteilung.

Skizzenheft von Eva Johanna Rubin zu James Krüss‘ Werk „Der Drachenturm“

Skizzenheft von Eva Johanna Rubin zu James Krüss‘ Werk „Der Drachenturm“

„Frühe Schriften der von Martin Luther initiierten Reformation“ – Übergabe der UNESCO-Urkunde an die Staatsbibliothek

Am Abend des 17. März überreichte die deutsche UNESCO-Kommission den beteiligten deutschen Bibliotheken und Archiven die Urkunden über die Aufnahme der von ihnen bewahrten Zeugnisse des schriftlichen Kulturerbes in das  Weltdokumentenerbe „Frühe Schriften der von Martin Luther initiierten Reformation“.

Im Refektorium des Lutherhauses in Lutherstadt Wittenberg sprachen zu den Vertreterinnen und Vertretern der gewürdigten Institutionen der Vizepräsident der deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Christoph Wulf, der Justizminister und Reformationsbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Gerhard Robbers, der Direktor des Staatsarchivs Bremen und stellv. Vorsitzende des Memory of the World-Nominierungskomitees, Prof. Dr. Konrad Elmshäuser , Frau Prof. Dr. Irene Dingel (Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz) sowie der Vorstand und Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Dr. Stefan Rhein. Die Wortbeiträge wurden musikalisch umrahmt durch Mitglieder der Wittenberger Hofkapelle unter der Leitung von Thomas Höhne.

Beim Festakt in Wittenberg war die Staatsbibliothek vertreten durch Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf (mittig). - Foto: Cornelia Kirsch

Die Urkunde der UNESCO, unterzeichnet von Generaldirektorin Irina Bokova.

Ausgewählte Schriften Martin Luthers sind in das Weltregister des Dokumentenerbes der UNESCO aufgenommen worden. Die 14 Schriften, darunter aus den Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin ein Handexemplar Luthers der Hebräischen Bibelausgabe sowie ein Plakatdruck der 95 Ablassthesen, ferner die Bibelübersetzung und seine Schrift an die Ratsherren zur Einrichtung von Schulen, sind Meilensteine der Reformation. Sie stehen für verschiedene Facetten der Reformation und sind in ihrer inhaltlichen Aussage und historischen Überlieferung einzigartig und unersetzbar. Über die Aufnahme der ihnen anvertrauten Dokumente freuen sich: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Anhaltische Landesbücherei Dessau, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Herzogin Anna Amalia Bibliothek – Klassik Stiftung Weimar, Forschungsbibliothek Gotha, Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar, Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Universitätsbibliothek Heidelberg, Stadtbibliothek Worms und Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena. Der Antrag wurde maßgeblich vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz erarbeitet.

 

Wieder Kuben in Guben

Die „Urvilla der Moderne“ des großen Architekten Mies van der Rohe in Guben/Gubin soll wiederauferstehen. Eine Tagung und eine Ausstellung in der Staatsbibliothek geben am 11. März 2016 den Startschuss für das Rekonstruktionsvorhaben.

Mies, Mies, immer nur Mies. Direkt neben der Neuen Nationalgalerie am Kulturforum wird bei einer Tagung am 11. März 2016 eine weitere Ikone des Baukünstlers verhandelt. Im Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek geht es um ein Haus aus Backstein, das der große Architekt der Moderne rund vierzig Jahre zuvor in einen Hang in Guben staffelte. Die Villa Wolf von 1926 gilt mit ihrem offenen Grundriss als die Mies’sche „Urvilla der Moderne“. Gelegen im heute polnischen Teil der Stadt, wurde sie im Zweiten Weltkrieg zerstört, ist darum weitestgehend unbekannt und soll nun als weltweit erstes Mies-Museum wiederaufgebaut werden. Mit der Auftaktveranstaltung, die von einer Ausstellung begleitet wird, stellt Florian Mausbach, Initiator des Projekts und ehemaliger Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, sein Rekonstruktionsvorhaben der Öffentlichkeit vor. Dazu hat er ein Programm zusammengestellt, das mit einer Reihe interessanter Namen aufwartet: Neben den internationalen Mitstreitern kommen renommierte Mies-Experten wie Wita Noack (Haus Lemke) oder Wolf Tegethoff und der ehemalige Finanzminister und „verhinderte Architekt“ Hans Eichel zu Wort. Außerdem spricht Fernando Ramos Galino. Der spanische Architekt hatte in den Achtzigerjahren Mies‘ berühmten Pavillon des Deutschen Reichs für die Weltausstellung von 1929 in Barcelona wiederaufbauen lassen und berichtet nun von dieser Erfahrung.

Aber was war eigentlich das Besondere am Haus Wolf? Die Villa war so etwas wie der erste revolutionäre Schritt Mies van der Rohes hin zum freien Raum. Aus den kleinen „Urkuben“, den Backsteinen, entwickelt er einen großen Kubus. Das Flachdach ermöglichte es dem dritten und letzten Bauhausdirektor, den Grundriss frei zu gestalten. So entstand seine erste radikal modern gestaltete Villa. Die nun der Vergessenheit entzogen werden soll, sagt Florian Mausbach, der das Vorhaben mit dem Satz „Wir wollen einen Schatz ausgraben und wieder bekannt machen“ begründet. Haus Wolf soll das erste und wichtigste Ausstellungsstück des neuen Mies-van-der-Rohe-Museums werden. Damit erledigen sich für den Projektinitiator auch alle Fragen der Rekonstruktionsdebatte.

Studierende der Fachhochschule Potsdam haben auf Basis von Scans der Originalentwürfe aus dem Mies-Archiv des New Yorker MoMA Pläne für den möglichst originalen Wiederaufbau der „Urvilla der Moderne“ angefertigt. Diese sind nun in einer Ausstellung zu sehen, die vom 11. März bis 9. April 2016 im Foyer der Staatsbibliothek gezeigt wird. Bis das fertige 1:1 Modell der Villa Wolf dann steht, sind aber noch einige Schritte nötig. Es gilt, den noch komplett vorhandenen Keller – in dem übrigens ein Großteil der Porzellansammlung des damaligen Bauherren, des Textilfabrikanten Erich Wolfs, in Scherben liegt – archäologisch zu sondieren. Gemeinsam mit polnischen Studierenden der TU Posen werden Studenten der HTW Berlin Ausgrabungen vornehmen. Diese Arbeit ist auch notwendig, um die Daten der Originalpläne zu verifizieren. Vor allem aber gilt es, die Finanzierung zu sichern und die Baukosten von grob geschätzt 2 Millionen Euro zusammenzubringen. Wenn alles gut läuft, könnte 2019 – dem Jahr des 100. Bauhausjubiläums und des 50. Todestags Mies van der Rohes – Baustart sein.

Dieser Text wurde auf der Grundlage eines Interviews mit Florian Mausbach erstellt von unserer Gastautorin Gesine Bahr-Reisinger, Wissenschaftliche Redakteurin der Abteilung Medien und Kommunikation der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Moskauer Bibliotheksdirektor Duda zum Kooperationsbesuch in Berlin

Der Generaldirektor der Allrussischen staatlichen M.I. Rudomino-Bibliothek für ausländische Literatur, Vadim Valerevič Duda, besuchte am 10. Februar 2016 die Staatsbibliothek zu Berlin und unterzeichnete gemeinsam mit der Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, ein Memorandum über die weitere Zusammenarbeit der SBB-PK und der Rudomino-Bibliothek für ausländische Literatur. In einem ausführlichen und offenen Gespräch wurde wichtige Vereinbarungen für die inhaltliche Vorbereitung des 6. Treffens des Deutsch-Russischen Bibliotheksdialoges erzielt, der am 23. und 24. Mai 2016 auf Einladung des Generaldirektors der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek, Prof. Dr. Thomas Bürger, in Dresden stattfinden wird. Es schlossen sich Fachgespräche mit dem Leiter der Osteuropa-Abteilung, Olaf Hamann, und dem Leiter der Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung, Andreas Mälck, an. Besonderes Interesse zeigte Herr Duda an computergestützten Verfahren bei der Digitalisierung, der Präsentation der digitalen Bibliothek, an der benutzerorientierten Gestaltung des modernen Lesesaales im Haus Unter den Linden sowie an bibliothekarischen Geschäftsgängen und Fragen des internationalen Schriftentausches zwischen deutschen und russischen Bibliotheken.

Mendelssohn Bartholdy-Autograph erworben

Zum Ende des Jahres 2015 gelang es der Staatsbibliothek zu Berlin, unterstützt durch die Rudolf-August-Oetker-Stiftung, ein Autograph von Felix Mendelssohn Bartholdy zu erwerben, das der Wissenschaft bislang unbekannt ist: Es handelt sich um ein Autograph mit 4 Skizzenblättern, also 8 beschriebenen Seiten, mit der Niederschrift eines Partiturfragments zum Klavierkonzert Nr. 1 g-Moll (MWV O 7) und zur Kantate „Die erste Walpurgisnacht“ (MWV D 3).

Die Skizzen waren der Forschung bisher noch nie zugänglich, weil sie sich in Privatbesitz befanden. Sie passen ausgezeichnet in den Sammlungszusammenhang des Mendelssohn-Archivs der Staatsbibliothek zu Berlin, das den größten Kompositionsschatz Felix Mendelssohn Bartholdys und seiner Familie weltweit verwahrt.

Die bislang nicht bekannten Fragmente sowohl des Klavierkonzerts als auch der Walpurgisnacht sind für die Forschung von größtem Wert, da sie den Entstehungsprozess der Werke sowie die Arbeit des Komponisten erhellen. Die Skizzen stammen aus den Jahren 1830 bis 1832, sie gehören zu weiteren Skizzen eines in der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrten Konvolutes und enthalten völlig unbekannte Musik.

Die Quellen bilden für die in Leipzig angesiedelte Mendelssohn-Arbeitsstelle, die die Gesamtausgabe des Komponisten verantwortet, Primärquellen ersten Ranges, um das erste Klavierkonzert und die Walpurgisnacht als kompositorische Werke umfassend erforschen und würdigen zu können.

Das Autograph befindet sich in einem sehr guten Erhaltungszustand, der der bisherigen Verwahrung in Privatbesitz zu verdanken ist. Papier und Tinte sind von ausgezeichneter Qualität und lassen auch für die Zukunft keine konservatorischen Probleme erkennen. Der Zustand ist altersentsprechend und wird sich bei Lagerung unter den üblichen konservatorischen Bedingungen (im Tresor bei 50% Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur von 18-20 Grad Celsius) nicht verändern.

Pressebild: erste Seite der Skizze zur Walpurgisnacht

US-Nachrichtendienste + Erwachsenen-Comics

In der heutigen Jahrespressekonferenz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz berichtete Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, von zwei jüngst lizensierten Datenbanken, die von Benutzern der Bibliothek auch im Fernzugriff genutzt werden können:

Zum Ende des Jahres 2015 wurde die Datenbank „U.S. Intelligence on Europe 1945-1995“ lizensiert. Die etwa 4.000 digitalisierten Dokumente der US-Regierung geben Auskunft über die Aktivitäten ihrer Geheimdienste in den 50 Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, also über hochbrisante Zeiten mit Kaltem Krieg, dem Zusammenbruch des Ostblocks und der Neuausrichtung Europas. Wer also will, kann sich bequem einen Überblick über die Aktivitäten der US-Geheimdienste in ganz Europa einschließlich der Türkei und Zypern in den Jahren 1945 bis 1995 verschaffen.

Zum anderen hat die Staatsbibliothek die mit 200.000 Seiten bestückte Volltext-Datenbank „Underground and Independent Comics and Graphic Novels Series“ lizensiert. Sie dokumentiert das gesamte Spektrum der nordamerikanischen wie auch der europäischen Produktion und Rezeption von Comics für Erwachsene. Neben den Werken selbst sind zahlreiche Interviews, Kommentare, theoretische und literaturkritische Abhandlungen enthalten. Abgedeckt ist in Teil I der Zeitraum der 1960er Jahre bis zur Gegenwart und in Teil II der bedeutende Teil bis zum Jahr 1954.

“The Garland” – Faksimiles der Staatsbibliothek für die Preisträgerinnen und Preisträger des Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerbs

Der traditionsreiche Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb, der von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen ausgelobt wird, fand in diesem Jahr vom 13. bis zum 17. Januar an der Universität der Künste Berlin statt. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von über 50.000 Euro vergeben.
Im Rahmen eines Empfangs in der Villa von der Heydt, Sitz der Hauptverwaltung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, am Abend des 16. Januar 2016, übergab die Generaldirektorin der Staatsbibliothek, Barbara Schneider-Kempf, den Preisträgerinnen und Preisträgern Faksimiles einer Liederhandschrift von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Im Frühjahr 2005 erwarb die Staatsbibliothek für ihre Musikabteilung beim Berliner Auktionshaus Stargardt das Autograph des Liedes „The Garland – By Celia’s arbour all the night“ (= Die Girlande von Celia’s Laube, die ganze Nacht hindurch) von Felix Mendelssohn Bartholdy. Zu diesem Lied besitzt die Bibliothek vier handschriftliche Quellen, denn es handelt sich um ein Werk, das Mendelssohn immer wieder überarbeitete – komponiert hatte er es 1829, zuletzt bearbeitet 1841.
Das Lied gehört keineswegs zu den Hauptwerken Mendelssohns, es ist eher eine kleine Gelegenheitskomposition. Das Lied entstand im Zusammenhang mit einer für den Komponisten durchaus wichtigen biographischen „Schaltstelle“, nämlich unmittelbar vor seinem ersten öffentlichen Auftritt in London 1829 mit der Philharmonic Society. Die hier faksimilierte Fassung wiederum ist eine Reinschrift, die er wenige Tage nach der Erstkomposition angefertigt haben muss und die er der Tochter bzw. Nichte der beiden wichtigsten Männer des Orchesters, der Altistin Marian Cramer, übergab. Heute würden wir diese Art der Kontaktpflege Networking nennen. Warum wir es aus dem großen Mendelssohn-Schatz für die Faksimile-Reihe ausgewählt hatten?
Zusammen mit dem auf dem Deckblatt abgebildeten Tintenfass – dieses wiederum ein Geschenk der Mitglieder eben jenes Orchesters – steht es für die bedeutende Londoner Zeit Felix Mendelssohn-Bartholdys, die Insel inspirierte ihn künstlerisch sehr stark.
Das Faksimile des optisch sehr ansprechenden Autographs einer zudem musikalisch hübschen Komposition kann für 5 € plus Versandkosten bei der Staatsbibliothek zu Berlin bestellt werden.

Die Mendelssohn-Sammlung der Staatsbibliothek

Ein vierblättriges Kleeblatt: unsere DFG-unterstützten Fachinformationsdienste

„Für Forschung und Kultur“! – Stehen Bach und Luther, deren Handschriften und Drucke wir im Dezember öffentlich präsentierten, mehr für die kulturelle Breitenarbeit, so dienen unsere neuen Fachinformationsdienste der anderen Seite unserer Staatsbibliotheksmedaille, nämlich der wissenschaftlichen Spitzenforschung. Es gilt, einen Kompletterfolg der Staatsbibliothek zu verzeichnen – denn zu den drei neuen Fachinformationsdiensten (FID) für Slawistik, Kartographie und Geobasisdaten und CrossAsia – Fachinformationsdienst Asien gesellt sich ja der bereits vor zwei Jahren bewilligte FID Internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung und beschert uns ein vierblättriges Kleeblatt aus erfolgreichen FID-Anträgen. Betrachten wir die vier Fachinformationsdienste genauer!

 

Slawistik

Seit Januar 2016 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft den Auf- und Ausbau des Fachinformationsdienstes für die Slawistik (FID Slawistik) in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Ziel ist es, die Abstimmung und Kooperation mit den Slawistinnen und Slawisten zu intensivieren und deren Bedürfnisse für die Weiterentwicklung der Forschung in Deutschland auf eine dauerhaft verfügbare informationstechnische Basis zu stellen, die den Anforderungen einer zeitgemäßen Infrastruktur und Präsentation gerecht wird. Grundlagen dafür sollen die Weiterentwicklung der Sammlungen in der Staatsbibliothek zu Berlin, eine Vernetzung der in der SBB PK vorhandenen Sammlungen mit externen Informationsquellen über ein weiterentwickeltes Slavistik-Portal, der Ausbau der fachrelevanten bibliographischen Basis sowie des direkten Zugangs zu in- und ausländischen elektronischen Volltextangeboten mit einheitlicher Indexierung sein. Der FID Slawistik stellt eine Weiterentwicklung des bisherigen Sondersammelgebietes Slawistik dar.
Zu den Kernaufgaben gehört u.a. die Konsolidierung des Erwerbungsprofils für konventionelle und elektronische Veröffentlichungen zur Slawistik. Eine hohe Priorität wird der langfristig gesicherten Vorhaltung der Quellen an einem Ort beigemessen. Eine wachsende Rolle spielen elektronische Ressourcen, wie Datenbanken, E-Journals, E-Books und Digitalisate, die u.a. in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Lizenzierung elektronischer Ressourcen überregional zugänglich gemacht werden.
Das Slavistik-Portal soll als zentrale Stelle für bibliographische und digitale Informationen zur Slawistik ausgebaut und auf responsives Webdesign umgestellt werden. Auf Wunsch der Fachcommunity wird der Aufbau eines Dienstes DoD-Slawistik zur Digitalisierung fachbezogener Quellenliteratur aus urheberrechtsfreien deutschen Bibliotheksbeständen begonnen. Der Zusammenarbeit mit Fachinstituten in den slawischsprachigen Ländern wird wachsende Bedeutung beigemessen. Entsprechend hoch werden die Einbindung von Informationsangeboten der Slawistik-Institute in den slawischsprachigen Ländern und die Kooperation mit relevanten Institutionen in Westeuropa und Übersee bewertet.
Der Ausbau des FID Slawistik wird von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet.
Typische gedruckte Bücher, die im Rahmen des FID erworben werden, sind z.B.

  • Dolnoserbska romantika [Niedersorbische Romantik] / zestajał Fryco Libo. – 1. nakł. – Budyšin : Ludowe Nakł. Domowina, 2014. – 63 S. ; 20 cm (Serbska poezija ; 60). – Signatur: 3 A 215656
  • Parikova, N. B.: Proischoždenie i sostojanie umerennogo jakanʹja v tulʹskoj gruppe južnovelikorusskich govorov k seredine XX veka [Ursprung und Form der gemäßigten Jakan‘e in der Tulaer Gruppe der südgroßrussischen Mundarten in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Jakan‘e ist eine Form der Vokalreduktion] / N. B. Parikova. Sost., podgot. teksta i kommentarii: D. A. Romanov, N. A. Krasovskaja. – Tula : Tulʹskij Poligrafist, 2008. – 201 S. : Ill., Kt. ; 21 cm. + 4 Kt.-Beil. – Signatur: 3 A 201075

 

Kartographie und Geobasisdaten

Der Fachinformationsdienst Kartographie und Geobasisdaten richtet sich an Kartographinnen und Kartographen wie auch an Geoinformatikerinnen und Geoinformatiker, die topographisches und thematisches Kartenmaterial für ihre Forschungsarbeiten benötigen, versorgt sie mit vornehmlich open access verfügbarer Spezialliteratur, und bietet für eigene Veröffentlichungen ein Fachrepositorium an. Durch eine gezielte Erwerbung oft schwer zugänglicher Karten und Fachpublikationen in analoger und/oder digitaler Form, der verzerrungsfreien Digitalisierung von Karten, die auf einem Server zum Herunterladen zur Verfügung gestellt werden, dem Ausbau der etablierten Spezialverzeichnisse und der strukturierten Hilfe bei der Beschaffung von Geobasisdaten wird der Fachcommunity ein umfassender Service angeboten. Durch die Einrichtung eines Fachbeirates wird die bereits bestehende enge Verknüpfung mit der Fachcommunity intensiviert und es werden mittelfristige Perspektiven für die weitere Entwicklung des Fachinformationsdienstes bestimmt, die sich an der Neuausrichtung der Kartographie orientieren werden. Somit umfasst das fachliche Spektrum der Literatur- und Kartenversorgung für den Spitzenbedarf insbesondere auch Geoinformatik, GIS und Visualisierung. Kartographische Materialien und die Fachliteratur werden neben der Verzeichnung in den üblichen Nachweisinstrumenten auch in Spezialbibliographien erfasst, deren Suchhilfen eine schnelle Recherche ermöglichen.
Der Fachinformationsdienst basiert auf den ehemaligen Sondersammelgebieten Kartographisches Schrifttum und Topographische Karten sowie dem umfangreichen Bestand der Kartenabteilung von nahezu 1,2 Millionen Karten, 34.000 Atlanten und 36.500 Bänden Fachliteratur. Durch den Aufbau des Fachrepositoriums wird die bisherige Bibliographia Cartographica zu einem modernen Recherche- und Speichermedium weite entwickelt und die in der Datenbank Topoliste zusammengestellten topographischen Kartenwerke werden um für die Forschung relevante oder weiterführende Informationen angereichert. Der neu einzurichtende Service der Beschaffung von Geobasisdaten entlegener Gebiete fußt dabei auf den stabilen Kontakten zum hochspezialisierten Kartenhandel, wodurch der Fachinformationsdienst zu einer zentralen Anlaufstelle für die Fachcommunity reifen wird.

 

CrossAsia – Fachinformationsdienst Asien

Ziel des für drei Jahre bewilligten Projekts CrossAsia – Fachinformationsdienst Asien ist – in engem Austausch mit der Fachgemeinschaft – den Ausbau und den vertrauenswürdigen und verlässlichen Betrieb eines am wissenschaftlichen Spitzenbedarf orientierten fachspezifischen Informationsservices für die deutschen Asienwissenschaften sicherzustellen. Über die regionalspezifische Versorgung hinaus, soll eine disziplinenübergreifende Informationsinfrastruktur zu und über Asien etabliert werden, die eine Vorreiterrolle übernimmt und wichtige Impulse bei der Entwicklung, Lizenzierung und Bereitstellung von Werkzeugen für digitale Quellen gibt. Die bestehenden Sammlungen der beteiligten Projektpartner in Berlin und Heidelberg – u.a. hervorgegangen aus den zuvor von beiden Einrichtungen betreuten Sondersammelgebieten für die Bereiche Ost- und Südostasien und Südasien – sowie die in den letzten Jahren entwickelten und betriebenen Angebote sind hierfür der ideale Ausgangspunkt. Von dem Angebot des FID sollen insbesondere die inter- und transdisziplinär sowie regional und transregional ausgerichtete universitäre und außeruniversitäre Wissenschaft, Forschung und forschungsnahe Lehre profitieren.
Zielgruppe des Serviceangebots sind ausdrücklich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen, die sich in der einen oder anderen Form mit der Region Asien beschäftigen. So werden u.a. die bislang im SSG-System bestehenden fachlichen Abgrenzungen mit dem FID neu geregelt. Verschiedene Kooperationen sind geplant: Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) wird es ermöglichen, den Bereich Wirtschaft für die Ostasien- und Südostasienwissenschaften in den CrossAsia-Service zu integrieren. Für die Bereiche Technik und Naturwissenschaften wird es eine Kooperation mit der TIB in Hannover im Bereich Metadaten geben.

Inhaltlich wird sich die Arbeit des FID auf die folgenden Felder konzentrieren:

Profilierter Bestandsaufbau
Der zukünftige Bestandsaufbau (gedruckt und elektronisch) ist abgestimmt auf inter- und transdisziplinäre sowie transregionale Fragestellungen in Bezug auf Asien. Prinzipiell wird ein elektronisches Dokument gegenüber einem gedruckten bevorzugt erworben werden und im Online-Zugriff angeboten. Die Sammlungen in Berlin und Heidelberg bilden die Grundlage für alle weiteren (Forschungs-)Services (inkl. Digitalisierung) im Bereich von CrossAsia und damit für alle sich daraus ableitenden Angebote.

Elektronisches Publizieren im Open Access – CrossAsia-E-Publishing
Ziel ist es, basierend auf den Erfahrungen und der technischen Infrastruktur der UB Heidelberg, CrossAsia um eine Plattform zum elektronischen Publizieren im Bereich Open Access zu erweitern. Dies umfasst u.a. auch die Transformation bislang gedruckter Zeitschriften bzw. fortlaufender Sammelwerke in elektronische Open Access Zeitschriften sowie die Veröffentlichung von E-Books.

Optimierung der Informationsservices
Die CrossAsia-Suche soll kontinuierlich um neue Suchräume erweitert werden. Gleichzeitig ist es erforderlich, den Bereich der Suchmöglichkeiten und die Qualität Ergebnisanzeige weiter zu optimieren. Neu hinzukommen wird ein Modul mit dessen Hilfe Nutzerinnen und Nutzer den Bestandsaufbau selbst steuern können (PDA – Patron Driven Acquisition).

Aufbau einer Infrastruktur für Meta- und Volltextdaten
Im SSG-Kontext wurden für CrossAsia bereits Volltextdatenbanken lizenziert, für die die Staatsbibliothek in großem Umfang sowohl Metadaten als auch (teilweise) Volltext-Hostingrechte eingeräumt bekommen hat. Während sich CrossAsia bislang auf Endnutzer bezogene direkte Dienstleistungen (Blauer Leihverkehr, Suche, Zugriff auf Datenbankinhalte, Kommunikation usw.) konzentriert hat, ist es jetzt das Ziel, eine Basisinfrastruktur, die die Verwaltung von Meta- und Volltextdaten für Mehrwertdienste ermöglicht, exemplarisch auch für andere zukünftige FID zu konzipieren, zu entwickeln und zu betreiben.

 

Internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung

Der Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung (FID Recht) löst das Sondersammelgebiet Recht ab. Im nationalen System der Fachinformationsdienste für die Wissenschaft hat er die Funktion, die juristischen Forschungsaktivitäten an Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen in Deutschland mit nachfrageorientierten Informationsdienstleistungen zu unterstützen. Zu seinen zentralen Aufgaben gehört eine strikt nachfrageorientierte Ausrichtung des Bestandsaufbaus auf den aktuellen Literaturbedarf der Forschenden. Der FID Recht hat die folgenden drei strategische Profilierungsbereiche identifiziert: Informationsversorgung, Forschungsunterstützung und Retrodigitalisierung. Diese Handlungsfelder werden in der ersten Projektphase (2014–2017) mit einem Bündel von modularen Serviceangeboten adressiert, die sämtlich über die Virtuelle Fachbibliothek Recht zu erreichen sind.
Die Erwerbungsaktivitäten werden auf hochspezialisierte rechtswissenschaftliche Publikationen zu internationalen und interdisziplinären Forschungsthemen unter Bevorzugung von Veröffentlichungen in deutscher bzw. englischer Sprache fokussiert. Prioritär berücksichtigt werden Neuerscheinungen aus dem Kanon der juristischen Grundlagenfächer, zu einzelnen Rechtsgebieten mit internationalem Bezug, zu nationalen Rechtsfragen mit Bezügen zu internationalem Recht und Europarecht sowie zu interdisziplinären Grenzbereichen der Rechtswissenschaft.
Die Virtuelle Fachbibliothek Recht (www.vifa-recht.de) ist die zentrale Serviceplattform des FID Recht. Sie bietet u.a. materialspezifische Rechercheinstrumente sowie mit dem International Discovery Service die erste disziplinäre Suchmaschine für rechtswissenschaftliche Forschungsliteratur. Diese Suchmaschine ermöglicht die Recherche in den gedruckten Literaturbeständen der Staatsbibliothek zu Berlin sowie den digitalen Inhalten einer Vielzahl von Datenbanken, elektronischen Zeitschriften und Volltext-Repositorien.
Den rechtswissenschaftlichen Professuren an deutschen Universitäten und Hochschulen wird exklusiv ein zugangsbeschränkter personalisierter Direktlieferdienst von Buchbeständen der Staatsbibliothek zu Berlin geschaffen. Zur Unterstützung juristischer Forschungsvorhaben werden über diesen Dienst Titel aus allen Wissensgebieten zur Verfügung gestellt, so sie den Forschenden nicht vor Ort zugänglich sind. Perspektivisch soll das entstehende Servicenetzwerk zu einem nachfrageorientierten überregionalen Lizenzraum für elektronische Fachinformationsressourcen ausgebaut werden.
Als Serviceangebot zur kostenfreien On-Demand-Digitalisierung von gemeinfreien Texten aus dem Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin unterstützt <intR>²DoD die Anbahnung und Durchführung rechtshistorischer Forschungsprojekte. Dieser Service kann von dem wissenschaftlichen Personal universitärer wie außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Deutschland abgerufen werden. In Übereinstimmung mit der Open-Access-Politik der DFG werden alle im Rahmen von <intR>²DoD erzeugten Digitalisate über das Portal Digitalisierte Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin frei zugänglich gemacht.
Als erstes juristisches Fachrepositorium in Deutschland schafft <intR>²Dok dem wissenschaftlichen Personal universitärer sowie außeruniversitärer Forschungseinrichtungen eine Plattform zur Open-Access-Veröffentlichung qualitätsgesicherter Originalbeiträge oder zuvor bereits an anderer Stelle erschienener Zweitveröffentlichungen. <intR>²Dok versteht sich als Beitrag des FID Rechtzur Beförderung des Open-Access-Publikationsmodells. Dieses hat einen positiven Einfluss auf die internationale Sichtbarkeit, Rezeption und Zitierhäufigkeit gerade auch von juristischen Veröffentlichungen und wird zudem von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen empfohlen.

DFG födert vier Fachinformationsdienste für die Wissenschaft

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG, bewilligte zuletzt alle drei von der Staatsbibliothek zu Berlin gestellten Anträge zur weiteren Förderung des Ausbaus der Sammlungen und der modernen Dienstleistungen für die Fachinformationsdienste „CrossAsia – FID Asien“, „Kartographie und Geobasisdaten“ und „Slawistik“. Der Ausbau des Fachinformationsdienstes Recht wird von der DFG bereits seit dem Jahr 2014 finanziert. Für alle vier Fachinformationsdienste für die Wissenschaft (FID) mit jeweils einer Laufzeit von drei Jahren stellt die DFG der Staatsbibliothek zu Berlin  6,9 Mio. € zur Verfügung.
Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, wertet dies „ …als Wertschätzung der bisherigen konzeptionellen wie auch praktischen Arbeit der jeweiligen Fachabteilungen, die in vielfältigen Kooperationen sowie in engem Kontakt mit den Communities aktuelle Anforderungen an die Literaturversorgung auf Forschungsniveau erkennen und diesen begegnen.“
In Forschung und Wissenschaft bewährt sich seit Jahrzehnten die Praxis der DFG, besonders leistungsstarke Bibliotheken mit erheblichen finanziellen Mitteln dabei zu unterstützen, die Literatur zu einzelnen Fachgebieten in großer Tiefe und Breite sowie in jeder verfügbaren Form zu beschaffen. Seit dem Jahr 2014 fokussiert dieses DFG-System der Literaturversorgung die Nutzerbedürfnisse in besonderem Maße und legt einen Schwerpunkt auf die Entwicklung elektronischer Dienstleistungen.

 

FID CrossAsia – FID Asien

Die Ostasienabteilung wird gemeinsam mit dem Südasien-Institut der Universität Heidelberg den FID Asien ausbauen.  Die bestehenden Sammlungen in Berlin und Heidelberg sowie die dort in den letzten Jahren entwickelten und betriebenen Angebote sind hierfür die idealen Ausgangspunkte. Insbesondere die inter- und transdisziplinär sowie regional und transregional ausgerichtete universitäre und außeruniversitäre Wissenschaft, Forschung und forschungsnahe Lehre wird profitieren. Beide Institutionen werden die am wissenschaftlichen Spitzenbedarf der deutschen Asienwissenschaften orientierten Informationsservices verlässlich und gebündelt ausbauen. Zu den vorrangigen Zielen gehören der Aufbau einer Infrastruktur für Volltext- und Metadaten sowie das Cross-Asia-E-Publishing.
In der Staatsbibliothek zu Berlin basieren die bislang schon entwickelten wie auch die künftigen Dienstleistungen auf 1,5 Millionen Bänden fachspezifischer Literatur, jährlich kommen die Ausgaben von 3.800 Zeitschriften und mehr als 25.000 Monographien hinzu. Über die virtuelle Fachbibliothek CrossAsia sind derzeit rund 100 lizenzpflichtige Datenbanken mit über 200 Millionen Einzeldokumenten bzw. Volltexten verfügbar. Die Suchfunktionen schaffen Zugang zu mehr als 100 Millionen verschiedenen Objekten inkl. Materialien aus Open Access-Repositorien aus den gedruckten bzw. lizenzierten Inhalten, die über CrossAsia zur Verfügung stehen. Aktuell 6.500 Cross-Asia-Nutzer können fachspezifische Services wie Newsletter, Diskussionsforen und Dokumentenspeicher nutzen, Ergebnisse aus Projekten und Entwicklungen werden via Cross-Asia Lab direkt verfügbar gemacht.

 

FID Kartographie und Geobasisdaten

Die Entwicklung des FID Kartographie und Geobasisdaten wird zum einen durch den Bestand von 1,2 Millionen Karten, 34.000 Atlanten und 36.500 Bänden Fachliteratur gestützt – damit fungiert die Staatsbibliothek zu Berlin als kartographisches Dokumentationszentrum Deutschlands. Zum anderen gründet der FID auf der von den Experten der Staatsbibliothek entwickelten Infrastruktur zur Nutzung von Karten. Als Nächstes werden weitere Systeme entwickelt, etwa um gezielt den Forschungsbedarf mit digitalisierte Karten zu bedienen. Für die Beschaffung von Geodaten entlegenerer Gebiete sind die stabilen Kontakte zum hochspezialisierten Kartenhandel von großem Wert, damit kann der FID Karten zur zentralen Anlaufstelle für die Fachcommunity reifen. Weltweit in verschiedenen Maßstäben und Ausgabeformen erscheinende topographische Kartenwerke werden in der Datenbank Topo-Liste erfasst, mit der Bibliographia Cartographica verantwortet die Staatsbibliothek zu Berlin das weltweit einzige Nachweisinstrument für das gesamte Spektrum der kartographischen Literatur.

 

FID Slawistik

Auch beim Aufbau des FID Slawistik steht die enge Abstimmung und Kooperation mit der Fachcommunity im Zentrum, um eine den Bedürfnissen der Forscher entsprechende informationstechnische Infrastruktur bereitzustellen. Unter anderem werden dazu die Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin mit Sammlungen externen Informationsquellen vernetzt und über ein weiterentwickeltes Slavistik-Portal,  das zur zentralen Stelle für bibliographische und digitale Informationen zur Slawistik wird, präsentiert. Zu in- und ausländischen elektronischen Volltextangeboten mit einheitlicher Indexierung wird der Zugang geschaffen. Ein Baustein bei der Schaffung des FID Slawistik wird der von den Facwissenschaftlern gewünschte Auf- und Ausbau der Inhaltserschließung für slawistische Zeitschriften, Sammelbände und Kongressschriften sein.

Führungen und Veranstaltungen zur Ausstellung WELTREISE

Ausstellung “Weltreise. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger” von Ulrike Ottinger in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin
gefördert von der Kulturstiftung des Bundes

Aus der Reise der Filmemacherin Ulrike Ottinger an einige Küsten rund um die Beringsee im Sommer 2014 entstand die Ausstellung „WELTREISE. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger“, die vom 2. Dezember 2015 bis 27. Februar 2016 in der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin-Tiergarten, zu sehen ist.


Kuratorinnenführungen durch die Ausstellung

am 16. und 23. Januar sowie am 20. Februar 2016
jeweils um 11 Uhr, Haus Potsdamer Straße 33

Zusätzliche Führungen (10 – 15 Personen) bitte unter jutta.weber@sbb.spk-berlin.de anfragen.

 

Veranstaltungen zur Ausstellung

Hanns Zischler liest aus Reisetexten von Georg Forster, Alexander von Humboldt, Adelbert von Chamisso und Ulrike Ottinger

Samstag, 30. Januar 2016, 16 Uhr
Simón-Bolívar-Saal, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33

 

Ulrike Ottinger im Gespräch mit Viola König (Direktorin des Ethnologischen Museums Berlin)

Samstag, 6. Februar 2016, 16 Uhr
Simón-Bolívar-Saal, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33

 

3. Internationale Chamisso-Konferenz (Anmeldung erforderlich)

25. – 27. Februar 2016
Otto-Braun-Saal, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33
http://humboldt.staatsbibliothek-berlin.de/online-anmeldung-zur-konferenz-weltreisen/


Ausstellungsinformationen

Mittwoch, 2. Dezember 2015 – Samstag, 27. Februar 2016
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
montags-mittwochs, freitags/samstags 11-19 Uhr
donnerstags 13-21 Uhr
an Sonn- und Feiertagen geschlossen
Eintritt frei
zweibändige Publikation mit einem Künstlerbuch von U. Ottinger und einem Katalog zur Ausstellung (39,90 €)

Weitere Ausstellungsinformationen

Zur Presseinformation über die Ausstellung


Mehr dazu jetzt in Berlin:

4. Dezember 2015 – 27. Februar 2016
Fotoausstellung in der Galerie Johanna Breede Fotokunst, Fasanenstraße 69 in Berlin, http://www.photography-now.com/exhibition/110713

8. Dezember 2015 – 9. Februar 2016
Filmreihe Weltreisen im Kino Arsenal | Institut für Film- und Videokunst an der Potsdamer Straße 2 in Berlin; die Filmreihe startet in Anwesenheit Ulrike Ottingers mit ihrem Film „Johanna d’Arc of Mongolia“ von 1989,
http://www.arsenal-berlin.de/kino-arsenal/programm/einzelansicht/article/5770/2796.html

… und in Hamburg:

3. Dezember 2015 -13. März 2016
Ausstellung „Streamlines. Ozeane, Welthandel und Migration“ in den Deichtorhallen Hamburg; Fünfzehn künstlerische Projekte, zusammengestellt von der Kuratorin Koyo Kouoh aus Dakar, befassen sich mit Seewegen, Flucht, Hafen und Welthandel.
http://www.deichtorhallen.de/index.php?id=464