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Kupferstich von Johann Nepomuk Passini (1798-1874) nach einem Bildnis von Wilhelm Hensel (1794-1861). Das Porträt stammt aus dem Besitz des Autographensammlers Aloys Fuchs. SBB, Musikabteilung, Signatur: Mus.P. Hoffmann, E. T. A. I,1 ; Public domain https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de

E.T.A. Hoffmann über Beethovens Fünfte

16.04.2020/0 Kommentare/in E.T.A. Hoffmann-Portal, Foyer, Musik, Wissen/von Jean Christophe Gero

Zu den wohl bekanntesten Beethoven-Werken und im Beethovenjahr viel gespielten Lieblingsstücken gehört zweifelsohne Beethovens 5. Sinfonie mit ihrem markanten Anfangsmotiv, das sogar selbst der Unmusikalischste nachsummen kann. Das Werk war aber keinesfalls immer der „Hit“, sondern wurde kurz nach seinem Neuerscheinen von einigen Zeitgenossen argwöhnisch als verworren und unverständlich kritisiert, sprengt es doch alle bisherigen Konventionen.

Einer der großen Bewunderer Beethovens, der einfühlsames Verständnis für seine Musik entgegenbrachte, war der Dichter, Musikschriftsteller und musizierende Komponist Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776-1822). Seine Rezension über Beethovens fünfte Sinfonie ist berühmt geworden. In poetischen Worten, aber auch zugleich in einer scharfsinnigen Musikanalyse wird Hoffmann als Vermittler zwischen Hörer und Komposition zu einem „Anwalt des Komponisten“. Für den von der Musik Beethovens tief ergriffenen Hoffmann ist diese Sinfonie der Inbegriff reiner Instrumentalmusik, Beethoven der romantischste aller Komponisten und Gipfelpunkt noch vor den damals anerkannten Komponisten Haydn und Mozart. Beethovens Musik sei romantisch, weil sie quasi als Medium etwas „öffnete“ so wie „Orpheus‘ Lyra […] die Tore des Orkus“. Es ist die Ahnung des Absoluten, tönendes Symbol „unendlicher Sehnsucht“.

E.T.A. Hoffmann hatte in seiner Rezension erkannt, das durch das Werk Beethovens eine neue Epoche begonnen hatte, denn der ästhetische Idealtypus des 18. Jahrhunderts über die „romantische“ Sinfonie fand erstmals im Werk seine Entsprechung. Von nun an konnten Ästhetik und Musik miteinander gleichberechtigt und vor allem auf gleichem Niveau den musikgeschichtlichen Weg gehen. Ob Beethoven, von dem nur ein höflicher Brief vom 23. März 1820 an Hoffmann vorliegt, selbst seine Musik so „gefühlt“ haben muss wie der Rezensent, ist nicht bekannt. Beethoven war aber anscheinend dankbar für seinen Fürsprecher, der die Kunst besaß, das Unaussprechliche seiner Musik im Herzen der Leser zum Klingen zu bringen.

Weiterführender Hinweis: Eine ausführlichere Darstellung und viele weitere Beiträge über Beethoven finden Sie im umfangreichen Hardcover-Sammelband „ ‚Diesen Kuß der ganzen Welt!‘ Die Beethoven-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin“, den Sie über den Imhof-Verlag für 29,95 Euro und über das Referat Öffentlichkeitsarbeit über die Mailadresse publikationen@sbb.spk-berlin.de für 25 Euro erwerben können.

Die Staatsbibliothek verwaltet ein Hoffmann-Archiv. Zu E.T.A. Hoffmann existiert ein ausführliches Hoffmann-Portal.

Schlagworte: Beethoven, E.T.A. Hoffmann, Fünfte Sinfonie, Rezension
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https://blog.sbb.berlin/wp-content/uploads/ETA-Hoffmann-Ausschnitt.jpg 540 960 Jean Christophe Gero https://blog.sbb.berlin/wp-content/uploads/stabi-logo-kante.png Jean Christophe Gero2020-04-16 11:36:482026-06-24 09:55:27E.T.A. Hoffmann über Beethovens Fünfte
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