Interview mit Marina Fritzsche (Informations- und Datenmanagement)

Marina Fritzsche arbeitet in der Abteilung IDM (IT-Abteilung der Staatsbibliothek). Auch mit ihr hatten wir schon einige Berührungspunkte während unserer Ausbildung, da sie unter anderem die IDM-Ausbildungsabschnitte organisiert und betreut. Sie hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, an einem kurzen Interview mit den FaMI-Auszubildenden teilzunehmen. Lesen Sie hier ihre Antworten auf unsere Fragen zur Arbeit in der SBB.

 

Auszubildende: Wie kamst Du zur SBB?

Marina Fritzsche: Ich bin tatsächlich als Auszubildende in die Bibliothek gekommen, mit fast 17 Jahren und habe dann die Kenntnisse für den Beruf erworben, die Ihr auch erlernt. Damals hieß das noch Bibliotheksfachangestellte. Dann habe ich studiert und habe zwischen verschiedenen Arbeitsorten gewechselt. Und nun bin ich hier.

AB: Du hast also auch Bibliothekswissenschaften studiert?

MF: (Nickt.) Ich habe auch Bibliothekswissenschaften studiert. In Leipzig war das damals.

AB: Wieso hast Du Dir die Staatsbibliothek als Arbeitgeber ausgesucht?

MF: Damals war das [die Staatsbibliothek zu Berlin] die Einrichtung, die die meisten Auszubildenden auswählte und ich fand ganz spannend, dass sie hier mehrere Sprachen in der Ausbildung hatten: Deutsch, Russisch, Englisch. Das fand ich schon ganz toll.

AB: Ach, die Sprachen hat man auch gelernt?

MF: Ja, die hat man gelernt. Wir hatten ja in der Schule schon mehrere Sprachen und das hat man dann fortgeführt.
Auch Ausbildungsgänge in anderen Berufen hätten mich interessiert aber da waren die Sprachausbildungen nicht dabei und das fand ich ganz spannend.

AB: Was gefällt Dir am besten an der Staatsbibliothek?

MF: Die Vielfältigkeit der Aufgaben, die man hier hat. Dadurch, dass ich schon in verschiedenen Abteilungen war, habe ich wirklich verschiedene Arbeitsabläufe und verschiedene Teams kennengelernt. Das hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich war mal in der Handschriftenabteilung, dann im Verwaltungsbereich, lange Zeit auch in der Benutzungsabteilung. Jetzt bin ich seit einigen Jahren in der IT-Abteilung IDM [Informations- und Datenmanagement].

AB: Welche Tätigkeiten übst Du dort aus?

MF: Vor allen Dingen der Support und Austausch in Bezug auf die Webseiten – das ist das Wesentliche.
Da gibt es viel Schulungsbedarf. Für die Webseiten, die in TYPO3 gebaut sind, bin ich (…) die Ansprechpartnerin, auch im Austausch mit den Kollegen. Aber auch zu WordPress-Seiten wird oft nachgefragt. Das sind die Dinge, die hauptsächlich meine Aufgaben sind. Auch Anfragen jeglicher Art zu anderer Software, die im Haus benutzt wird. Und allgemein Schulungen und Austausch mit den Kollegen im Haus. Projektarbeit gehört auch dazu.

Neben der Arbeit an Projekten und Webseiten begleite ich auch die Ausbildung der Azubis und Praktikanten mit bibliothekarischem Hintergrund in IDM [Informations- und Datenmanagement]. Vor allem organisatorisch aber auch mit eigenen Ausbildungsanteilen. Gemeinsam mit einem Team an Kollegen betreue ich die Fachinformatiker-Ausbildung in IDM organisatorisch.

AB: Was schätzt Du am meisten an Deiner Arbeit?

MF: Am meisten schätze ich, dass wir mit vielen anderen Abteilungen und Bereichen zusammenarbeiten. Die Anforderungen sind immer unterschiedlich und dadurch entsteht so ein buntes Bild an dem, was an uns so an Anforderungen herangetragen wird. Dadurch ist man auch immer gefordert. Man muss sich selbst auch wieder fortbilden, damit man die Fragen überhaupt beantworten kann, die einem gestellt werden. Und das finde ich ganz spannend an der Sache.

AB: Hast Du einen Lieblingsort in der StaBi?

MF: Das habe ich tatsächlich überlegt, als ich die anderen Interviews gelesen habe. (Lacht.)
Es gibt sogar zwei Lieblingsorte. Im Haus Unter den Linden ist es der Brunnenhof, den finde ich ganz toll. Wenn man schon weiß, man kommt dann in die Bibliothek rein, auch als Arbeitsort, finde ich das richtig schön. Das macht mir Spaß.

Und hier im Haus [Potsdamer Straße] habe ich festgestellt: Wenn man am I-Punkt [Auskunftsstelle im Foyer] sitzt und sich dort umschaut hat man einen sehr schönen Blick, bei dem man die Architektur so richtig erleben kann. Man kann wirklich durch die Transparenz, durch die Fenster, nach oben schauen in den Lesesaal. Das finde ich ganz schön.

AB: Aus was kannst Du auf und bei der Arbeit nicht verzichten?

MF: Wenn ich mich so umgucke, denke ich, auf die Computer kann man nicht mehr verzichten, auf die PC-Arbeitsplätze. Aber auch auf den Kontakt mit den Kollegen. Das merkt man jetzt, wenn man viel alleine im Homeoffice ist. Den Austausch in unseren Arbeitsgruppen. Wir treffen uns einmal täglich, das ist zum Beispiel etwas, worauf ich auch nicht verzichten möchte.

AB: Was war das schönste Kompliment, das du je auf der Arbeit bekommen hast?

MF: Oh, das ist schwierig… Ja, eigentlich die Rückmeldung, wenn man zum Beispiel am Telefon etwas erklärt und beschrieben hat, versucht hat zu helfen und dann die Rückmeldung kommt: Ja es hat geklappt! Entweder per E-Mail oder nochmal per Telefon. Das ist dann wie so ein kleiner Jubel. Das ist dann für mich ein Kompliment, dass man das richtige gemacht hat.

AB: Welches Buch hast Du zuletzt gelesen?

MF: Ich lese immer noch Christa Wolf: „Die Stadt der Engel“. Aber nicht an den Film denken! Da war sie eine Zeit lang tatsächlich in Los Angeles und hat dort ihre Lebenszeit rückblickend bearbeitet. Und das lese ich gerade. Das ist ein sehr schwer geschriebenes Buch, deswegen lese ich das schon eine ganze Weile. Ich bin sonst ein Schnellleser.

Ein anderes Buch, was ich zwischendurch gelesen habe, ist das erste Buch der „Schwesternromane“ von Lucinda Riley. Aber das ist ein Schmöker. (Lacht.) Da geht es um die Christo-Skulptur in Brasilien, in Rio de Janeiro, die ja jeder irgendwie vor Augen hat. Es geht um die Geschichten um diese Figur.

AB: Hast Du denn ein Lieblingsbuch?

MF: Ein Lieblingsbuch… Eigentlich Alexandre Dumas: „Die drei Musketiere“. Das habe ich bestimmt schon zwanzig Mal gelesen. Das war eines der Bücher mit denen ich so angefangen habe, ein bisschen ernsthafter zu lesen. Und das fand ich so spannend.

AB: Auf welche Frage hattest Du zuletzt keine Antwort?

MF: Ich glaube das war mal im Haus Unter den Linden an der Erstauskunft. Da hat mich ein Leser nach einem Ort gefragt, wo ich durch den Umbau des Hauses und die Orientierung, die ich noch nicht hatte, nicht antworten konnte, wo sich genau welcher Lesesaal befindet. Ich glaube, es war die Frage nach dem Handschriftenlesesaal dort. Das konnte ich ihm gar nicht beschreiben und musste ihn weiterschicken.

AB: Wenn du drei Wünsche freihättest, welche wären das?

MF: Mein Kollege [Florian Schwalenberg] hat da so schön geantwortet, richtig philosophisch! So wollte ich’s aber gar nicht machen, ich will ja keine Kopie erzeugen. Ich hatte daran gedacht, dass ich die Fee tatsächlich weiterschicken würde, zu Leuten die die Wünsche ernsthaft brauchen. Denn: ich bin im Moment sehr zufrieden mit allem. (Lächelt.)

AB: Das klingt sehr schön! Vielen Dank für das Gespräch!

 

Das Interview fand am 03. März 2022 im Rahmen des FaMI-Takeovers des ersten und dritten Ausbildungsjahres statt. 

0 Kommentare

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.