Schöne Literatur binär kodiert

Jahrhundertelang waren das Buch und der literarische Text untrennbar miteinander verbunden. Das beschriebene oder bedruckte Papier war Voraussetzung für den Begriff des klar abgegrenzten Dokuments, das auch im juristischen Sinne festgeschriebenen Regeln —  wie beispielsweise dem Urheberrecht — unterliegt.
Im Bitstream, mit E-Books und digitalen Textkorpora, geht diese eindeutige Abgrenzung des Dokuments verloren. Die derzeitige Übergangsphase vom analogen zum digitalen Paradigma ist von Imitationen geprägt: Das traditionelle Dokument wird in die digitale Umgebung übersetzt, obwohl eine schlichte Übertragung unmöglich ist. Digitale Belletristik ist — beispielsweise im Gegensatz zu naturwissenschaftlichen Publikationen — ein Bereich, der sich einem Neudenken im Digitalen besonders stark widersetzt: Belletristische E-Books führen bislang eine Nischenexistenz, literarische Verlage scheinen angesichts der neuen digitalen Möglichkeiten verunsichert, Leser/innen wollen zumindest noch bei literarischen Texten das „haptische Erlebnis“ bewahren.
Dabei bieten digitale Texte als allgemeines Kulturgut vielfältige Möglichkeiten und schaffen neue wissenschaftliche Methoden und Disziplinen wie etwa die Computerphilologie.
Dass sich mit digitalem Text die Arbeitsweisen von Verlagen, Bibliotheken, Rechenzentren und Wissenschaften grundlegend verändern, ist bereits zu beobachten. Die Referentin Sarah Dudek skizziert in ihrem Vortrag, wie digitale Umgebungen und semantisch basierte Technologien den traditionellen Dokumentbegriff auflösen, und gibt einen Ausblick, wie ein genuin digital gedachtes Dokument aussehen könnte.
Termin: 16. September, 18.15 – 19.45 Uhr
Ort: Haus Potsdamer Straße, Konferenzraum 3
Treffpunkt: in der Eingangshalle bei der Bonhoefferbüste
Teilnahme kostenlos, um Anmeldung wird gebeten

Diese Ankündigung als pdf-Dokument finden Sie hier Eine Veranstaltung der Staatsbibliothek in Kooperation mit dem Verein Deutscher Bibliothekare, Regionalverband Berlin-Brandenburg

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