Unsere redaktionelle Auswahl für den Rückblick

Die Lust am Gestalten. 50 Jahre Buchillustrationen von Ursula Kirchberg am 8.6.

Die Lust am Gestalten. 50 Jahre Buchillustrationen von Ursula Kirchberg

  • Termin

    Fr 08.06.2018

    18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

    Klicken Sie hier um zu einer Übersicht unserer Veranstaltungen zu gelangen.



© Bild: Ursula Kirchberg, CC NC-BY-SA



Die Lust am Gestalten. 50 Jahre Buchillustrationen von Ursula Kirchberg

Übergabe von Skizzen und Originalillustrationen Ursula Kirchbergs an die Kinder- und Jugendbuchabteilung

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Kinderbuch im Gespräch“

Ihre Devise „Illustrieren heißt, ein Herz zu haben für literarische Geisteskinder und ihre Urheber“ sowie auch die Überzeugung, dass Illustrationen zur aktiven, möglichst verbalen, Auseinandersetzung mit dem Bild und einem bestimmten Thema auffordern sollen, merkt man den Werken Ursula Kirchbergs an. Gepaart mit hohem künstlerischem Niveau begründen sie ihren Erfolg.

Zwischen 1960 und 2012 erschienen zahlreiche von Ursula Kirchberg illustrierte Werke, vor allem im Kinderbuchbereich und insbesondere Bilderbücher. Während sich die Originale zu insgesamt 14 Bilderbüchern aus der Zeit zwischen 1967 und 2003 heute im Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf befinden, und die Illustratorin die Originalarbeiten zu vier Bänden mit Texten Theodor Storms dem  Literaturmuseum Theodor Storm in Heiligenstadt übereignet hat, darf sich die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin über die überaus großzügige Schenkung weiterer Werke aus dem Vorlass von Ursula Kirchberg freuen. Darunter befinden sich u.a. die Skizzen und Illustrationen zu „Selim und Susanne“, ein Titel, der sich bereits 1978 dem Thema der Integration ausländischer Kinder widmete, der 1979 auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis stand und 1984 mit dem Kinderliteraturpreis der Ausländerbeauftragten der Stadt Berlin ausgezeichnet wurde, sowie auch die Skizzen zu „Isidor und Adebar“ und die Illustrationen für „Fridolin“, beide zählten, 1969 bzw. 1977, zur Auswahlliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis.

Wir freuen uns, Frau Kirchberg am 8. Juni 2018 ab 18 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin (Standort: Potsdamer Platz) begrüßen zu dürfen und laden Sie zu der feierlichen Übergabe im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Kinderbuch im Gespräch“ sehr herzlich ein.

Autorin: Sigrun Putjenter

Eintritt frei

Anmeldung bis zum 1. Juni 2018

bitte unter: kinderbuchabt@sbb.spk-berlin.de

36 Gandhi-Briefe als Depositum erhalten

Mit der Überreichung eines Depositums kamen auch 36 Briefe von Mahatma Gandhi in die Staatsbibliothek zu Berlin

Heute überreichte der Vertreter der Familie Albano-Müller, deren Mitglieder in Deutschland, den U.S.A., der Schweiz und Neuseeland leben, ein Depositum eines gemeinsamen Vorfahren, der im engen Kontakt mit Mahatma Gandhi stand. V. A. Sundaram (1896-1967) hatte neben vielen anderen Materialien eine Sammlung mit 182 Briefen hinterlassen, darunter 36 Briefe von Gandhi an Sundaram. Schon mit 19 Jahren schloss dieser sich der indischen Unabhängigkeitsbewegung an und kam so in eingen Kontakt mit den Führungskreisen seines Landes.

Die Gandhi-Briefe datieren aus den Jahren 1916 bis 1946, der wichtigsten Wirkungsperiode des gewaltfreien Kämpfers für die Unabhängigkeit Indiens. Die Sammlung Sundarams enthält des Weiteren Briefe von Jawaharlal Nehru, C. Rajagopalachari, S. Radhakrishnan, Indira Gandhi, Moraji Desai und Swami Sivananda. Nach ihrer Erschließung stehen die Autographe für die wissenschaftliche Forschung bereit, aufbewahrt werden sie in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin.

Marie Haller-Nevermann und Bénédicte Savoy im Gespräch; Foto: Hagen Immel, SBB-PK, Lizenz: CC-BY-NC-SA

Neue Perspektiven auf die Berliner Klassik – ein Gespräch zwischen Marie Haller-Nevermann und Bénédicte Savoy

Am 16. April 2018 stellte die promovierte Literaturwissenschaftlerin Marie Haller-Nevermann im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy ihr neues Buch im Wilhelm-von-Humboldt-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin Unter den Linden vor. „Mehr ein Weltteil als eine Stadt. Berliner Klassik um 1800 und ihre Protagonisten“ zeichnet die Entwicklungen in Kultur und Wissenschaft, Politik und Gesellschaft nach und schildert so den Berliner Kosmos in seinen Zusammenhängen.

Nach der Begrüßung durch die Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf und die stellvertretende Vorsitzende der „Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin“ Gesine Bottomley fragte Bénédicte Savoy die Autorin Marie Haller-Nevermann zuerst nach Carl Gotthard Langhans (1732 – 1808), dem Architekten des Brandenburger Tors (erbaut und 1793 – 1793), und was denn das Besondere an diesem „Friedenstor“ sei. Anhand der Bauprinzipien, der Ausrichtung von Schadows Quadriga und anderen Details spannte Marie Haller-Nevermann das Panorama von Berlin in der Zeit zwischen Französischer Revolution und der Napoleonischen Besetzung und späteren Befreiung Berlins auf. Die Zuhörerschaft erfuhr so, dass auch Angehörige des Adels oder des Königshauses durchaus den Einladungen in Salons annahmen, die von Jüdinnen geführt wurden. Umgekehrt hingegen wurden keine Einladungen ausgesprochen.

Nach der Lesung aus dem Kapitel über Heinrich von Kleists „Berliner Abendblätter“ kam Bénédicte Savoy zu dem Schluss, dass Kleist hierbei eindeutig ein Vorläufiger der heutigen Bloggerszene sei, da er die Themen bestimmte, die Texte selbst schrieb und auch das Layout besorgte.
Kurz gesagt: ein aufschlussreiches und amüsantes Gespräch über eine noch nicht hinreichend bekannte Zeit der Berliner Geschichte, deren Einfluss bis heute reicht.

 

Grußwort von Barbara Schneider-Kempf; Foto: Hagen Immel, SBB-PK

Grußwort von Barbara Schneider-Kempf; Foto: Hagen Immel, SBB-PK, Lizenz: CC-BY-NC-SA

Gut besuchter Wilhelm-von-Humboldt-Saal am 16.4.18; Foto: Hagen Immel, SBB-PK, Lizenz: CC-BY-NC-SA

Marie Haller-Nevermann: studierte Literaturwissenschaften und promovierte über „Jude und Judentum im Werk von Anna Seghers“. Sie unterrichtete Deutsch und Französisch am Gymnasium und organisierte für die Gesellschaft für Deutsch-Französische Zusammenarbeit trilaterale Literaturkolloquien (Frankreich-Deutschland-Polen) u. a. über Theodor Fontane, Heinrich von Kleist, Franz Kafka und Günter Grass. Gemeinsam mit Dieter Rehwinkel gab Marie Haller-Nevermann zwei der Kolloquien – zu Heinrich von Kleist 2005 und zu Franz Kafka 2008 – in der Reihe Genshagener Gespräche heraus. 2004 veröffentlichte sie die Schiller-Biographie Friedrich Schiller – Ich kann nicht Fürstendiener sein.

Bénédicte Savoy: 1972 in Paris geboren, lehrt Kunstgeschichte an der TU Berlin und am Collège de France in Paris. Ihre Forschungsinteressen sind Kunst und Kulturtransfer in Europa, Museumsgeschichte sowie Kunstraub und Beutekunst. Mit David Blankenstein kuratierte sie 2014 eine große Ausstellung über die Gebrüder Humboldt in Paris. 2016 erhielt sie den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im Januar 2018 berief sie der französische Staatspräsident Emmanuel Macron zur Beraterin bei der Restitution kolonialer Raubkunst.