Klaus Wagenbach erhält Max-Herrmann Preis

Der Verleger Klaus Wagenbach erhält am 28. November 2017 den Max-Herrmann-Preis der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. für sein gesellschafts- und kulturpolitisches Wirken seit den 1960er Jahren. Den Preis verleiht der Vorsitzende der Freunde der Staatsbibliothek, André Schmitz.

Klaus Wagenbach, Foto: Verlag Klaus Wagenbach

 

Klaus Wagenbachs ursprüngliche Idee, im Jahr 1964 einen Verlag zu etablieren, der für Autoren in Ost wie West offensteht, scheiterte an Konflikten mit der DDR-Literaturbürokratie. Dennoch gründete Klaus Wagenbach sein Verlags-Programm auf die Kultur der Einmischung und des demokratischen Streits, und zwar für literarische, kunst- und kulturwissenschaftliche Entdeckungen und Wiederentdeckungen. Ohne mutige Verleger wie ihn waren und sind keine politischen, theoretischen oder literarischen Debatten möglich, an denen alle teilhaben können. Bibliotheken als Sammlungsstätten bewahren die Zeugnisse der besonderen historischen Tiefe und Breite gesellschaftlicher Diskussionen und Entwicklungen für spätere Generationen und stellen diese für immer neue Fragestellung der Forschung zur Verfügung.

Der Namensgeber des Preises, Max Herrmann, wurde 1865 geboren. Der Germanist gilt als einer der Begründer der historischen Theaterwissenschaften. Über Jahrzehnte arbeitete er im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert in der Königlichen Bibliothek, später Preußischen Staatsbibliothek (heute Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz) und war der Initiator der »Bibliothek deutscher Privat- und Manuskriptdrucke«. Im Jahr 1933 verlor Max Herrmann seine Professur an der benachbarten Friedrich-Wilhelms-Universität und hatte unter den weiteren Schikanen des nationalsozialistischen Regimes zu leiden. Im September 1942 wurde er gemeinsam mit seiner Frau nach Theresienstadt deportiert, wo er im November desselben Jahres starb. Der Verein Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. verleiht zum Andenken an die Bücherverbrennung 1933 den Max-Herrmann-Preis an Persönlichkeiten, die sich um das Bibliothekswesen verdient gemacht haben.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.