Die Ukraine in Flammen: Isaak Babels erschütternder Prosazyklus „Die Reiterarmee“
1926 erschien Isaak Babels Prosazyklus Die Reiterarmee. Die Skizzen aus dem polnisch-sowjetischen Krieg, den Babel als embedded journalist miterlebte, machten den jüdischen, im ukrainischen Odessa geborenen und auf Russisch schreibenden Autor auch außerhalb der Sowjetunion schlagartig berühmt. Kurt Tucholsky schrieb in der Weltbühne über das Buch: „Ich und mein Kater […] haben es schon dreimal gelesen und nicht schlecht dabei geschnurrt.“ Dabei ist Die Reiterarmee mitnichten ein behagliches Buch. Wie kein anderer vermochte Babel die Widersprüche der Revolution, in deren Namen er mit der Roten Kavallerie in den Krieg zog, ins Bild zu fassen: hier die utopische Verheißung einer besseren Welt, dort das ungeheure Leiden, mit dem die Zivilbevölkerung für das vermeintliche Glück bezahlte.


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