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Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Buchpatenschaft für Januar 2022

04.01.2022/0 Kommentare/in Foyer, Freunde, Historische Drucke/von Gwendolyn Mertz-Jork

Alle kennen das  Weihnachtslied „O du fröhliche“, aber wer kennt Johannes Daniel Falk? Wer weiß, was dieser Mensch sonst noch geschrieben und bewirkt hat?

Falk, Johann Daniel (1768-1826): J. D. Falks neueste Kleine Schriften; Band 3: Mit einem Kupfer.
Weimar: Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs, 1803.

Bibliothekssignatur: 19 ZZ 15896-3

Johannes Daniel Falk wird am 26. Oktober 1768 in Danzig als Sohn des Perückenmachers Johann Daniel Falk und seiner Frau Constantia geboren. Schon mit 10 Jahren nimmt ihn der Vater aus der Schule, damit er ihm in der Werkstatt helfe. Erst 1785 kann er mit der Schule fortfahren und erhält nach guten Noten ein Stipendium des Danziger Rates.
Zunächst Student der Theologie an der Universität Halle, wendet sich Falk rasch der Literatur und Altertumswissenschaft zu. Er publiziert erste satirische Texte. Der Erfolg beim Publikum ermutigt ihn, von der Schriftstellerei zu leben, bringt ihm aber auch Schwierigkeiten ein, so dass er Halle verlässt. 1797 heiratet er Caroline Rosenfeld und zieht nach Weimar, um dort sein Leben als Schriftsteller fortzusetzen.

Die erste entscheidende Wende seines Lebens kündigt sich 1806 an, als er nach der Schlacht bei Jena zunächst in Weimar durch persönlichen Einsatz und als Dolmetscher des Stadtkommandanten der Bevölkerung Hilfe leistet und danach erfolgreich gegenüber den französischen Requisitionsansprüchen vermittelt. In Anerkennung seiner Verdienste wird er 1807 von Herzog Carl August zum weimarischen Legationsrat ernannt.

Anfang 1813 beschließt Falk die Schriftstellerei aufzugeben. Vier seiner Kinder sterben an Typhus und er selbst erkrankt schwer. Er kommt zu dem Schluss, sein weiteres Leben Waisenkindern zu widmen. „Als ich wieder zur Besinnung kam, sagte ich zu mir selbst: Gott schenkt dir das Leben, weil er weiß, dass du ein Herz voll Mitempfindung und Liebe hast. Das sollst du nun den Kindern zuwenden, die jetzt ihre Eltern verloren haben und Waisen geworden sind.“, schreibt Falk später. So entwickelt Falk eine Sozialpädagogik auf christlicher Grundlage, die seiner Zeit weit voraus war. Keine Verwahr-anstalten oder drakonische Strafen für die Kinder, stattdessen eine Form des familiären Zusammenlebens soll die pädagogische Grundhaltung für die betreuten Kinder sein. Falk selbst und seine Frau bekommen zehn Kinder, doch nur zwei Töchter überleben. Bereits im Mai 1813 gründet Falk mit dem Stiftsprediger und Inspektor des Lehrerseminars, Karl Friedrich Horn, die „Gesellschaft der Freunde in der Not“ und geht mit der Unterstützung der Waisenkinder an den Rand seiner eigenen finanziellen Möglichkeiten. Gemeinsam mit seinen Schützlingen baut er eine heruntergekommene Weimarer Grafenburg zum „Lutherhof“ auf.

Ausschnitt aus: Falk, Johann Daniel: J. D. Falks neueste Kleine Schriften/ Band 3: Mit einem Kupfer. Weimar: Verlag d. Landes-Industrie-Comptoirs, 1803. Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Einen Weg zurück zur Literatur findet Falk nicht mehr. Für seine Waisenkinder schreibt er christliche Texte, Gebete und Lieder – und so auch das populäre Weihnachtslied „O du fröhliche“, das ursprünglich noch Strophen für Ostern und Pfingsten enthielt. Am 14. Februar 1826 stirbt Johannes Daniel Falk an einer Blutvergiftung im Alter von nur 58 Jahren. Seine Frau Caroline setzt seine pädagogische Arbeit fort. Johann Hinrich Wichern, der 1833 mit dem Hamburger Rauhen Haus eine bis heute bestehende Bildungseinrichtung ins Leben ruft, nannte ihn sein Vorbild und bis heute ist seine Auffassung von „Hilfe zur Selbsthilfe“ aktuell geblieben.

Weithin vergessen hingegen ist Johannes Daniel Falk als Satiriker ebenso wie als Dramatiker, dabei hat er in diesen Genres seine ersten literarischen Erfolge gefeiert. Sieben Jahre wirkte er als Herausgeber des Taschenbuchs für Freunde des Scherzes und der Satire, darin er auch selbst seine eigenen Kleinen Schriften veröffentlichte. Der dritte Band von Falks Kleinen Schriften ist die erste Patenschaft im Jahr 2022, die wir hier an dieser Stelle vorstellen wollen.

Verwendete Quellen: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), Artikel von Dirk Baas auf evangelisch.de

 

Nötige Reparaturen: Trockenreinigung, Risse schließen, neu heften, Einband restaurieren, Schutzverpackung

Kalkulierte Kosten: 310 €

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft

bei den „Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.“

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieser historische Druck restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Schlagworte: Buchpatenschaft, Freunde der Staatsbibliothek, Historische Drucke, Kulturelles Erbe, Reformpädagogik, Restaurierung, Satire, Weimar
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