PRESSETERMIN || Ausstellung „Reisende Erzählungen: Tausendundeine Nacht zwischen Orient und Europa“

Daten zur Ausstellung „Reisende Erzählungen: Tausendundeine Nacht zwischen Orient und Europa“

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
20. November 2019 – 18. Januar 2020
montags bis samstags  11–19 Uhr, freier Eintritt

Umfangreiches Begleitprogramm

Begleitband Nr. 2038 der Insel-Bücherei: 184 Seiten, 78 farbige Abbildungen, 18 €, ISBN 978-3-458-20038-3.

 

Eröffnung                Dienstag, 19. November 2019, 18 Uhr
Presserundgang      Dienstag, 19. November 2019, 11 Uhr

beides mit den Kuratoren der Ausstellung

Christoph Rauch, Leiter der Orientabteilung, und

Carola Pohlmann, Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, beide Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz,

Michael Lailach, Leiter d. Sammlung Buchkunst der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz,

Yong-Mi Rauch, Leiterin der Abteilung Historische Sammlungen an der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin.

 

Anmeldung zum Pressetermin bitte an jeanette.lamble@sbb.spk-berlin.de

Honorarfreie Pressebilder https://staatsbibliothek-berlin.de/aktuelles/presse-news/pressebilder/aktuelle-themen/

 


Die Erzählsammlung Tausendundeine Nacht gehört zu den einflussreichsten Werken der Weltliteratur. Eine Ausstellung in der Staatsbibliothek zu Berlin zeigt mit rund 200 Objekten die vielfältigen Überlieferungswege und Erscheinungsformen.

Die Ausstellung geht zunächst auf die indischen und persischen Ursprünge der Märchen ein, sodann werden die mündlichen Überlieferungen in der arabischen Welt wie auch die orientalische Schriftkultur und die facettenreiche europäische Rezeption in Übersetzungen und literarischen Werken in den Blick genommen. Farben, Formen, Gestaltungen – in breiter Auswahl werden alte arabische Handschriften, seltene historische Drucke, illustrierte Prachtbände, Gebrauchsgrafiken und aufwändig gestaltete Kinderbücher gezeigt. Sie alle stehen für die über mehrere Jahrhunderte gewachsene, immer wieder spannungsreiche und befruchtende literarische Wechselbeziehung zwischen Orient und Europa.

Im arabischen Raum stellt Tausendundeine Nacht ein nie abgeschlossenes literarisches Werk dar. Mehr als 300 Erzählungen gehören zu seinem Umkreis, die sich in zahlreichen Varianten, oft aber auch nur fragmentarisch zeigen.

Im Europa des 18. Jahrhunderts gewannen die Erzählungen um die Hauptfigur Scheherazade durch die französische Adaption, die Antoine Galland (1646-1715) besorgt hatte, rasch große Popularität. Wie wohl kein anderes Werk prägte dieses die Vorstellungen des Abendlandes vom Orient. Während Orientalisten eine Jagd nach authentischen arabischen Handschriften begannen, regten Scheherazades Geschichten unzählige Autoren und Buchkünstler zu phantasievollen Interpretationen an. Der enorme Erfolg von Tausendundeiner Nacht in Europa bewirkte schließlich im Orient selbst eine neue Wahrnehmung dieser außergewöhnlichen Erzählungen.

 

Scheherazade und Sindbad – Grimm, Hauff und Richter

Zu den herausragenden Exponaten der Ausstellung gehören zwei der äußerst raren illustrierten arabischen Handschriften mit Geschichten aus Tausendundeiner Nacht, die aus einer koptischen Buchwerkstatt des 17. Jahrhunderts stammen. Besonders eindrucksvolle Zeugnisse der Erzählliteratur stellen die arabischen Handschriften dar, die der sächsische Orientalist und erste preußische Konsul in Damaskus, Johann Gottfried Wetzstein (1815-1905), während seines Aufenthaltes dort erworben hat. Über 1000 Jahre alte Schriftfragmente von der Seidenstraße und einzigartige indische und persische Handschriften lassen die Besucherinnen und Besucher die Reisewege der Erzählungen nachvollziehen.

Von Paris aus eroberte die französische Übersetzung mit immer zahlreicheren Illustrationen, die in der Ausstellung von den ersten Kupferstichen im 18. Jahrhundert bis zu Gerhard Richters Künstlerbuch Sindbad gezeigt werden, die europäische Leserwelt. Neben der umfangreichen Übersetzungsliteratur werden außerdem literarische Werke präsentiert, welche die Tausendundeine Nacht imitieren, parodieren und kommentieren: Mille et un jour (Pétis de la Croix), Christoph Martin Wielands Goldener Spiegel, Das Märchen der 672. Nacht Hugo von Hofmannsthals ‒ bis hin zu modernen Paraphrasen aus dem arabischen Sprachraum. Zu entdecken gibt es Erstausgaben, Rara und Sammlerexemplare, darunter Ausgaben mit handschriftlichen Einträgen von Jacob Grimm und Wilhelm Hauff, ebenso Kuriositäten des 19. Jahrhunderts wie die Komischen Tausend und Eine Nacht oder eine preußische Variation des Werks.

 

Kinderbücher aus 15 Ländern und zwei Jahrhunderten

Einen eigenen Bereich in der Ausstellung bilden Kinderbuchausgaben zu Tausendundeiner Nacht, von denen ein Querschnitt von den frühesten Beispielen in Deutschland vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart sowie eine Auswahl fremdsprachiger Kinderbücher mit Interpretationen aus 15 Ländern gezeigt wird. Besonderen Schauwert besitzen Spielbilderbücher wie Pop-ups, Karussell-Bücher und Transparent-Verwandlungsbilder zu Tausendundeiner Nacht.

 

UNESCO-Kulturerbe: Gaukler und Erzähler in Marrakesch

Im Foyer der Staatsbibliothek wird der Besucher von eindrucksvollen Video- und Audioinstallationen des Filmkünstlers Thomas Ladenburger empfangen, die ihn in die fantastische Welt der Gaukler und Geschichtenerzähler in Marrakesch hineinziehen, wo bis in die Gegenwart Relikte dieser jahrhundertealten Traditionen zu finden sind, und die heute mit Recht zum „immateriellen Kulturerbe der Menschheit“ (UNESCO) gerechnet werden. Für sein Projekt „Al Halqa – die letzten Erzähler aus Marokko“ (https://www.alhalqa-virtual.com) dokumentierte Ladenburger die Straßenkünstler auf dem „Platz der Gehenkten“ in Marrakesch über einen Zeitraum von 10 Jahren.

 

Die Kooperationspartner

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin und der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin konzipiert. Darüber hinaus kommen Leihgaben aus folgenden Institutionen: Museum für Islamische Kunst und Ethnologisches Museum (beide Staatliche Museen zu Berlin), Universitätsbibliothek Tübingen, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin und Privatsammlungen.

 

Band Nr. 2038 in der Insel-Bücherei

Seiner Insel-Bücherei fügt der Insel-Verlag mit der Nr. 2038 den auf 184 Seiten mit 78 Abbildungen prächtig ausgestatteten Begleitband zur Ausstellung eine eigene Pretiose hinzu, für 18 € ist dieses Buch ab 11. November 2019 im Buchhandel wie auch in der Ausstellung zu erwerben, ISBN 978-3-458-20038-3.

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